Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

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Rantanplan
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Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Rantanplan »

Wenn Dir eine Frau mal sagen würde, dass sie Dich wirklich mag und zwar genau so, wie Du bist und Du ein wundervoller Mensch bist..hättest Du eine Chance, dass diese elenden Selbstzweifel dann endlich mal verschwinden?

Viel schwieriger dürfte es sein, eine Frau zu finden, die es akzeptiert, dass Du erst heiraten willst vorm Sex. Damit hast Du eine sehr hohe Meßlatte gelegt. Ist das neben Deinem Glauben nicht auch irgendwie eine zusätzliche Sicherheit, die Du brauchst? Nach dem Motto, so schnell kann sie ja dann auch nicht weg und bleibt erst mal da?

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ManuAB
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Rantanplan hat geschrieben: ↑21.06.2024, 04:43 Wenn Dir eine Frau mal sagen würde, dass sie Dich wirklich mag und zwar genau so, wie Du bist und Du ein wundervoller Mensch bist..hättest Du eine Chance, dass diese elenden Selbstzweifel dann endlich mal verschwinden?

Viel schwieriger dürfte es sein, eine Frau zu finden, die es akzeptiert, dass Du erst heiraten willst vorm Sex. Damit hast Du eine sehr hohe Meßlatte gelegt. Ist das neben Deinem Glauben nicht auch irgendwie eine zusätzliche Sicherheit, die Du brauchst? Nach dem Motto, so schnell kann sie ja dann auch nicht weg und bleibt erst mal da?
Ne.
Und ich meine ich hatte erwähnt, dass ich bei dem Thema bis zu nem gewissen Grad bereit bin Kompromisse einzugehen.

Und nein damit dass sie dann nicht schnell weg kann hat das nichts zu tun. Vor allem weil sie da genauso schnell weg kann wie aus jeder Beziehung (ist zwar nicht so vorgesehen, aber möglich).
Ich glaube nur wirklich daran, dass Gott gute Gründe hatte, diese Regel zu erlassen, gerade wenn ich an mein sexuelles Erlebnis zurückdenke oder mir andere Leute ansehe, wie sie sind, während sie Beziehungen wechseln wie ihre Unterhosen (um es mal krass auszudrücken).
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Galip
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Galip »

ManuAB hat geschrieben: ↑22.06.2024, 02:04 Ich glaube nur wirklich daran, dass Gott gute Gründe hatte, diese Regel zu erlassen (...)
Das klingt so, als würdest Du glauben, die Gründe Gottes zu kennen. Gläubige Menschen könnten das für eine Anmaßung halten.
ManuAB hat geschrieben: ↑22.06.2024, 02:04 (...) oder mir andere Leute ansehe, wie sie sind, während sie Beziehungen wechseln wie ihre Unterhosen (um es mal krass auszudrücken).
Das wiederum klingt überheblich und herablassend.

Niemand hat etwas dagegen, wenn Du dein eigenes Ding machst. Du darfst selbstverständlich glauben, woran Du willst und leben, wie Du willst. Nur warum benötigst Du dafür eine permanente Bewertung anderer? Wozu bewertest Du das Aussehen von Menschen auf einer Skala von 1 bis 10? Warum schaust Du herab auf Leute, die wechselnde Beziehungspartner haben?

Es drängt sich der Eindruck auf, Du würdest die Menschen um dich herum und deren Leben irgendwie bedrohlich finden. Dein Bewertungswahn wirkt wie der Versuch, irgendwie die Kontrolle oder jedenfalls die Deutungshoheit zu gewinnen. Aber warum denn über andere Menschen?
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Kalypso »

ManuAB hat geschrieben: ↑22.06.2024, 02:04 Ich glaube nur wirklich daran, dass Gott gute Gründe hatte, diese Regel zu erlassen,
Keine Ahnung, wo du das gelesen hast, aber Gott hat damit nichts zu tun.
Die einzigen "Regeln" (ich setze dieses Wort bewusst in Anführungszeichen) sind die 10 Gebote, die Mose auf dem Berg von Gott erhalten hat. Hier steht nichts von Sex.
In der ganzen Bibel lässt sich übrigens kein einziger richtiger Beleg für ein striktes Nein zu vorehelichem Sex heute finden.
Es ist deine Entscheidung bis zu einer Eheschließung keusch zu leben, aber dann begründe es bitte nicht mit Gott.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Videl »

Rantanplan hat geschrieben: ↑21.06.2024, 04:43 Viel schwieriger dürfte es sein, eine Frau zu finden, die es akzeptiert, dass Du erst heiraten willst vorm Sex.
Das kann dann eigentlich nur eine ähnlich religiöse Frau sein, die sich bis zur Ehe "aufsparen" will. Vielleicht findet Manu so eine ja in der Kirche. Im Alltag oder im OD wohl eher nicht...
ManuAB hat geschrieben: ↑22.06.2024, 02:04 gerade wenn ich an mein sexuelles Erlebnis zurückdenke
Wenn ich mich recht erinnere, hattest du dein erstes Mal als Dreier mit deinem besten Kumpel. Das ist schon sehr speziell und ungewöhnlich für das erste Mal. Ich würde auch sagen, nicht ideal als erste sexuelle Erfahrung. So scheinst du es ja auch zu empfinden. Aber wenn du jetzt eine Freundin hättest, mit der du 3, 4 Monate zusammen wärst und dann Sex hättest, wäre das sicher auch was anderes. Eine ganz andere Erfahrung als dein erstes Mal.

Ich würde auch sagen, heiraten sollte man erst wenn man sich schon ein paar Jahre kennt. Willst du dann wirklich so lange auf Sex verzichten? Und was machst du wenn die Ehe in die Brüche geht? Musst du deine zweite Partnerin dann auch erst heiraten, um Sex zu haben?
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Galip hat geschrieben: ↑22.06.2024, 11:06 Das klingt so, als würdest Du glauben, die Gründe Gottes zu kennen. Gläubige Menschen könnten das für eine Anmaßung halten.
Nein, die Gründe kenne ich natürlich nicht.
Ich sage aber, dass es definitiv Gründe hat. Welche hab ich nicht gesagt. Meine Erfahrung sagt mir nur, dass unter anderem das was ich jetzt empfinde gegenüber meinem ersten Mal auch einer der Gründe sein wird und das was ich eben bei anderen beobachte.
Galip hat geschrieben: ↑22.06.2024, 11:06 Das wiederum klingt überheblich und herablassend.
Mag sein, dass es abwertend klingt. Vielleicht ist es das auch etwas. Ich schilder einfach nur meine persönliche Wahrnehmung sehr direkt. Und ich schaue nicht auf die Menschen hinab. Aber nach meiner Beobachtung, ist es meist sehr ungesund für diese Leute.
Galip hat geschrieben: ↑22.06.2024, 11:06 Wozu bewertest Du das Aussehen von Menschen auf einer Skala von 1 bis 10?
Warum ich das Aussehen bewerte? Keine Ahnung. Einen Grund hab ich dafür nicht. Ich sehe halt das Aussehen anderer. Ich denke nicht, dass andere nie wen bewerten. Die meisten haben ein Bild von Schönheit im Kopf. Die Bewertungen veranschaulichen einfach die Wahnehmung besser, wenn man darüber redet.
Galip hat geschrieben: ↑22.06.2024, 11:06 Es drängt sich der Eindruck auf, Du würdest die Menschen um dich herum und deren Leben irgendwie bedrohlich finden.
Andere Leute empfinde ich nicht als bedrohlich. Zumindest ist mir das nicht bewusst. Und deren Lebensstil schon gar nicht. Das kann ich dir zu 100% versichern. Nur gibt es halt gutes und schlechtes Verhalten. Zu manchen Lebensstilen gehört der regelmäßige Konsum harter Drogen. So einen Lebensstil würde ich halt grundsätzlich negativ beschreiben. Machen soll jeder was er will, aber ich kann es ja trotzdem für falsch halten.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 23.06.2024, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Kalypso hat geschrieben: ↑22.06.2024, 11:57 Keine Ahnung, wo du das gelesen hast, aber Gott hat damit nichts zu tun. [...]
Ich werde jetzt nicht mit Bibelversen um mich werfen, aber Jesus hat definitiv die Enthaltung bis zur Ehe gepredigt.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 23.06.2024, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Videl hat geschrieben: ↑22.06.2024, 13:21 Ich würde auch sagen, heiraten sollte man erst wenn man sich schon ein paar Jahre kennt. Willst du dann wirklich so lange auf Sex verzichten? Und was machst du wenn die Ehe in die Brüche geht? Musst du deine zweite Partnerin dann auch erst heiraten, um Sex zu haben?
Wie ich sagte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich es wohl vor der Ehe mache relativ hoch, da mir die Mainstream-Meinung dazu bekannt ist, aber nach der Ehe ist halt das Ideal. Aber ich würde sicher damit 1 bis 2 Jahre warten wollen. Aller frühstens nach einem halben Jahr. Mag nicht perfekt sein, aber ich lebe leider in einer Zeit, in der Enthaltsamkeit bis zur Ehe evtl scheitern kann, daher versuche ich Kompromiss-offen zu sein.
Und ich hoffe die Ehe geht nicht in die Brüche. Ich würde sehr vieles dafür tun, dass dies nicht passiert. Scheidungen sollten nur Ausnahmefälle sein. Aber ja, sollte ich zu diesen Fällen gehören, dann würde ich auch mit der nächsten idealerweise bis zur Eheschließung warten wollen.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 23.06.2024, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Kalypso »

ManuAB hat geschrieben: ↑22.06.2024, 20:29
Kalypso hat geschrieben: ↑22.06.2024, 11:57 Keine Ahnung, wo du das gelesen hast, aber Gott hat damit nichts zu tun. [...]
Ich werde jetzt nicht mit Bibelversen um mich werfen, aber Jesus hat definitiv die Enthaltung bis zur Ehe gepredigt.
Erst war es angeblich Gott, jetzt soll es Jesus gewesen sein ...
Allerdings muss ich dir erneut widersprechen: Auch Jesus empfiehlt nicht die Enthaltsamkeit bis zur Ehe. Derartiges steht nirgendwo im Neuen Testament.

Wie ich schon schrieb, du kannst gerne enthaltsam leben, aber weder Gott noch Jesus oder die Bibel oder die christliche Religion allgemein empfehlen den Menschen Enthaltsamkeit.

Vielleicht solltest du deine eigene Argumentation für deine Lebensweise finden? Welche Vorteile sieht du darin?
Du möchtest enthaltsam bis zur Ehe bleiben, weil du das aus den Gründen x und y sinnvoller/ besser/ zielführender findest.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Kalypso hat geschrieben: ↑23.06.2024, 10:35 Erst war es angeblich Gott, jetzt soll es Jesus gewesen sein ... [...]

Vielleicht solltest du deine eigene Argumentation für deine Lebensweise finden? Welche Vorteile sieht du darin? [...]
Für mich sind die Äußerungen von Jesus identisch zu denen von Gott, aufgrund der Dreieinigkeit von Jesus, Gott und dem Heiligen Geist.

Für mich liegen die praktischen Vorteile darin, dass man sich weniger der Gefahr aussetzt Geschlechtskrankheiten zu bekommen. Auch fühle ich mich besser, mich an die Regeln zu halten, welche als von Gott geben in meiner Religion vermittelt werden. Die Einhaltung dieser Regeln gibt mir das Gefühl ein Teil einer Wertegemeinschaft zu sein.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 23.06.2024, 23:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag nach Rücksprache präzisiert. Vollzitat gekürzt.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Dreamer40 »

Ich weiß gar nicht, ob das hier hergehört, aber ich würde es persönlich begrüßen, wenn Sexualität (oder das sexuelle Verlangen) beim Kennenlernen eine etwas untergeordnete Rolle spielen würde (als es offenkundig bei den meisten Menschen tatsächlich der Fall ist). Ich gehöre z.B. zu jener raren Gruppe von Männern, für die Sexualität absolut nicht im Vordergrund bei einer Beziehung steht (u.a. auch dadurch, dass ich einfach zu wenig Erfahrung in der Hinsicht habe, und deswegen aber quasi nicht insofern "bestraft" werden möchte, dass ich für Frauen aus diesem Grund sozusagen einen geringen Attraktivitätswert aufweise..). Aus meiner Sicht muss sich sexuelle Intimität (um wirklich erfüllt für beide erlebbar zu sein) sowieso erst sehr langsam und stetig entwickeln, man muss gegenseitiges Vertrauen aufbauen, sich wirklich kennen- und fühlen lernen und ein tief fundiertes Gespür für die Körperlichkeit des anderen aufbauen..

Ich könnte mir mittlerweile auch sehr gut vorstellen, asexuelle Frauen kennenzulernen (auch wenn ich selber vermutlich nicht gänzlich asexuell bin), weil da aus meiner Sicht ein gewisser "Druck" wegfallen würde, der Druck, dass Sexualität einen treibender Faktor in der emotionalen Verbindung darstellt, usw. Mag sein, dass das in vielen Beziehungen sowieso Unsinn ist, aber man liest halt sehr viel darüber, wie wichtig es den meisten Paaren (angeblich) ist, ein erfülltes und intensives Sexualleben zu haben.

Und ganz abgesehen davon kann sich Intimität auch auf andere Weise zeigen, vor allem bei hochsensiblen (wie ich auch) und komplizierten Menschen (u.a. auch durch fehlende Erfahrung, psychische Probleme, mangelnde "soziale Kompetenzen", usw.)..
Und ich finde es auch als einen noch größeren Liebes- und Wertschätzungsbeweis, wenn man mich nicht zu sehr in meiner Rolle als sexuelles männliches Wesen wahrnimmt, sondern einfach viel universeller als liebenswerten, wertvollen und vertrauenswürdigen Menschen, mal ganz unabhängig von meinem biologischen Geschlecht..
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Verbundenheit2059 »

ManuAB hat geschrieben: ↑23.06.2024, 13:48 [...] Auch fühle ich mich besser, mich an die Regeln zu halten, welche als von Gott geben in meiner Religion vermittelt werden. Die Einhaltung dieser Regeln gibt mir das Gefühl ein Teil einer Wertegemeinschaft zu sein.
Ich habe den Eindruck, dass der Aspekt der Sexualität nach der Ehe nur ein Aspekt ist. Kann es sein, dass es Für Dich dabei mehr darum geht "Zugehörigkeit" (Bindung) zu einer Gemeinschaft zu erleben? Um als Teil dieser Gemeinschaft anerkannt, wertgeschätzt und integriert zu werden, ist es wichtig, dass Du Dich an ihre Regeln, Normen, Vorschriften, Werte etc. hältst, da sonst die Gefahr besteht, dass Du diese Zugehörigkeit wieder verlierst und eventuell Ausgrenzung oder Ausschluss erfährst?

Ich nehme an, dass diese Wertegemeinschaft für Dich momentan maßgeblich und sinnstiftend ist. Daher möchte ich Dich bitten meine folgenden Fragen zu ignorieren, falls Du den Eindruck hast, diese könnten dazu führen, dass Du Gebote in Frage stellen könntest, welche Deine Zugehörigkeit zu dieser Gruppe gefährden. Danke.

Mein Fragen, welche ich Dir zur Selbstreflexion anbieten möchte sind diese: Ist mir das Gebot - Sex nur im Rahmen einer Ehe auszuüben - vielleicht deshalb so wichtig, weil ich mir selbst nicht vergeben kann, wie ich mein erstes sexuelles Erleben gestalte habe? Suche ich Sicherheit in dieser Regel, weil es mir dadurch leichter fällt meine sexuellen Bedürfnisse so zu regulieren, dass ich mich nicht erneut in eine Situation begebe, welche ich später bereue?
Zuletzt geändert von Kolinatan am 28.06.2024, 20:45, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat gekürzt. Beitrag nach Rücksprache angepasst.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Verbundenheit2059 hat geschrieben: ↑27.06.2024, 06:45 [...] Ich nehme an, dass diese Wertegemeinschaft für Dich momentan maßgeblich und sinnstiftend ist. [...]
Also. Einmal wurde das Zitat so (mit meiner Zustimmung) umformuliert. Daher ist das nicht ganz meine Wortwahl.

Ich habe kaum Kontakt zu anderen Christen. Ich sitze mit denen nur in der Kirche. Daher hat Zusammenhalt hier wenig mit zu tun.

Ich halte die Regel durch meine Erfahrung und meine Beobachtung anderer Paare schlicht für sinnvoll. Und auch bei Beobachtung unserer hypersexueller Gesellschaft, glaube ich, dass eine stärkere sexuelle Zurückhaltung sinnvoll wäre.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 30.06.2024, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von BondKA »

ManuAB hat geschrieben: ↑29.06.2024, 23:15 Und auch bei Beobachtung unserer hypersexueller Gesellschaft, glaube ich, dass eine stärkere sexuelle Zurückhaltung sinnvoll wäre.
Ich glaube nicht, dass Zurückhaltung notwendig oder sinnvoll ist.
Auch wenn - zum Glück- viel offener über solche Themen gesprochen wird, sieht es doch in der Realität ganz anders aus.

Für AB ist das überwiegend unfreiwillig so, aber ich glaube nicht, dass dies in irgendeiner Form sinnvoll ist, im Gegenteil leiden doch eben viele darunter.
Daher kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen und schmerzt auch.

Wenn jemand freiwillig zurückhaltend leben möchte, das ist etwas anderes.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 30.06.2024, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Innere Beitragsreferenz entfernt.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Obelix »

Das Thema der Enthaltsamkeit vor der Ehe hatte sicher in Zeiten, in denen es noch keine zuverlässigen Verhütungsmethoden gab, noch eine ganz andere Bedeutung. Je höher das Risiko ein ungewolltes/außereheliches Kind zu zeugen, desto wichtiger war es, den Sex vor der Ehe zu verbieten oder sogar religiös zu ächten. In den heutigen Zeiten sollte das aber kein Thema mehr sein - sofern man eben gewissenhaft verhütet.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Obelix hat geschrieben: ↑01.07.2024, 07:40 Das Thema der Enthaltsamkeit vor der Ehe hatte sicher in Zeiten, in denen es noch keine zuverlässigen Verhütungsmethoden gab, noch eine ganz andere Bedeutung. [...]
Es ist trotz Verhütung noch möglich. Sowohl Schwangerschaft als auch Geschlechtskrankheiten. Das Risiko ist radikal verringert, aber es ist nicht weg.

Und dann kommen eben die seelischen Aspekte hinzu.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 02.07.2024, 08:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Reinhard »

ManuAB hat geschrieben: ↑29.06.2024, 23:15 Und auch bei Beobachtung unserer hypersexueller Gesellschaft, glaube ich, dass eine stärkere sexuelle Zurückhaltung sinnvoll wäre.
Im Gegenteil. Die Hypersexualisierung funktioniert doch nur, wenn es einen Mangel an Sex gibt.

Genauso wie die Karotte vor der Nase nur funktioniert, wenn es keine Karotten am Wegesrand gibt, die der Esel stattdessen fressen könnte. Und Prüderie, "slutshaming", Enthaltsamkeit predigen, Verächtlichung von Prostitution, etc. die gehen doch alle in die gleiche Richtung, Sexualität zu benutzen, um (insbesondere männliche) Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Und die Lenkung ist eher das Problem, als der Umstand, dass es mittels Sexualität erfolgt. :hierlang:
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Reinhard hat geschrieben: ↑01.07.2024, 18:29 Im Gegenteil. Die Hypersexualisierung funktioniert doch nur, wenn es einen Mangel an Sex gibt. [...]
Jein. Ich verstehe was du meinst.
Ja, die Hypersexualität ist auch ein Resultat der früheren sexuellen Unterdrückung.
Deswegen sollte es auch nie wieder so eine Zensurkultur bzw radikale Prüderie wie früher geben, dennoch halte ich es für gut die Enthaltsamkeit bis zur Ehe als Ideal hochzuhalten. Es werden sich nicht alle daran halten (und auch ich erwähnte, dass ich da durchaus bis zu einem gewissen Grad kompromissbereit wäre), aber dadurch würden wieder höhere Werte als die stumpfe Triebbefriedigung in der Mitte der Gesellschaft landen.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 02.07.2024, 18:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von Skyscraper »

ManuAB hat geschrieben: ↑02.07.2024, 13:23 [...] Ja, die Hypersexualität ist auch ein Resultat der früheren sexuellen Unterdrückung. [...]
Also, ich weiß nicht woran du festmachst, dass wir in einer hypersexualisierten Gesellschaft leben, denn 99% von Sex läuft im privaten ab, und nicht in der Öffentlichkeit. Woher willst du wissen, was da abläuft und was nicht. Das musst du mir mal erklären. Glaubst du ernsthaft, dass bspw. die Medien, oder das Internet ein Abbild von 99% von Sex sind. Denn es ist etwas sehr intimes und darüber spricht man nunmal nicht, obwohl das vielmehr sein sollte.

Ganz zu schweigen davon, dass Sex eine „stumpfe Triebbefriedigung“ wäre. Wieviele Erfahrungen hast du denn mit Sex? So viel ich weiß nur eine einzige. Und aus dieser einzigen Erfahrung schließt du, dass es vorrangig eine „stumpfe Triebbefriedigung“ ist. Da wäre ich sehr vorsichtig mit Behauptungen über das, was Sex ist, wenn man es so gut wie gar nicht erlebt hat. Denn Sex ist nicht gleich Sex. Es ist sehr individuell.

Zu deiner Info: Sex ist etwas sehr sehr schönes,auch außerhalb von Beziehungen! Denn auch dort geht es um Leidenschaft, Genuß und Spaß haben, nicht um „stumpfe Triebbefriedigung“. Genauso spielt zwischenmenschliche Sympathie und damit Sympathiegefühle eine große Rolle, nicht der „stumpfe Trieb“. Sorry, das ist blödsinn! Und ich habe viele Erfahrungen! Das alles habe ich mir nicht ausgedacht. Natürlich muss das jeder für sich rausfinden, aber man sollte anstreben, das rauszufinden. So sehe ich es. Außerdem vermittelt Sex sehr wichtige Körpererfahrungen und Selbsterfahrungen, und nur über diese Erfahrungen lernt der Mensch wiederum Sex. Es geht nicht (nur) um Sextechniken. Es geht vor allem um die Wahrnehmung und Erfahrung von sich selbst als Mensch, denn der Körper gehört wesentlich zum Menschen dazu und ist für mich weit mehr als der „Träger“ eines Gehirns mit einem Geist. Er bietet und ist ein „Wahrnehmungs- und Erfahrungsraum“, und den kann man spüren, auf Basis der nötigen Erfahrungen und Übungen selbstverständlich! Sex ist ein ganz wesentlicher Faktor innerhalb dieses „Raums“, wenn auch nicht der einzige. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Körper und Geist eine Einheit bilden, aber das wird jetzt sehr theoretisch. Deswegen kann ich nur dazu ermuntern, jede Gelegenheit für Sex zu nutzen. Es geht um die Erfahrung von sich selbst an sich selbst.

Außerdem schließt die Suche nach einer romantischen Beziehung ja nicht andere Sexerfahrungen aus. Wieso sollte nicht beides gehen?! Aufgrund von Idealen? Puh…sage ich nur. ABs haben doch eigentlich schon genug Einschränkungen, wodurch ihnen vieles verwehrt bleibt, und es ggfs. an Lebensqualität mangelt. Deswegen sollte sich jeder AB mal fragen, ob es das wert ist. Was kostet es jeden AB, ein „Träger“ von einschränkenden Idealen und Werten zu sein, anstatt von Lebensqualität!? Meines Erachtens sehr viel! Aber jeder muss seine eigene Schlussfolgerung ziehen. Dennoch sollte sich jeder mal darüber Gedanken machen.

Ich dagegen behaupte, dass wir in einer hyperoberflächlichen Gesellschaft leben, in der Schönheitsideale und das Aussehen übermäßig viel zählen. Das zeigt sich ja sogar daran, dass manche das Aussehen mit Skalenwerten messen wollen, zu denen du ja dazu gehörst. Vielleicht wäre es sinnvoll, mal davon Abstand zu nehmen, und dagegen „höhere Werte“ als das oberflächliche Aussehen „in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, um deinen Anspruch mal aufzugreifen, und vor allem höhere Werte als „Skalenwerte“! Würde mich mal interessieren, was die Bibel zu deiner hohen Priorität von Aussehen übrigens sagt? Aber das ist etwas anderes.

Passt jedenfalls alles nicht so zusammen, was du predigst, finde ich.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 04.07.2024, 16:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Enthaltsamkeit - Was spricht dafür und was dagegen?

Beitrag von ManuAB »

Skyscraper hat geschrieben: ↑04.07.2024, 01:24 Also, ich weiß nicht woran du festmachst, dass wir in einer hypersexualisierten Gesellschaft leben, denn 99% von Sex läuft im privaten ab, und nicht in der Öffentlichkeit. Woher willst du wissen, was da abläuft und was nicht. [...]
Also. Einmal wären da die Medien. Da sieht man wie sehr einem der Sex in den Kopf gehämmert wird.
Und außerdem stimmt es nicht, dass nicht über Sex gesprochen wird. Es wird nonstop über Sex gesprochen. Nahezu überall. Selbst letztens auf der Feier wo ich war wurden die ganze Zeit zahlreiche Sexgeschichten über sehr sehr viele verschiedene Leute rausgehauen. Von Romatik, wahrer Liebe und Ehe war nicht die Rede.

Zweitens, wenn man in der Woche mehrere verschiedene Sexualpartner hat, dann ist das durchaus stumpfe Triebbefriedigung. Da kann mir keiner was anderes erzählen. Da stecken keine hohen Ideale und Gefühle hinter.

Und gerade ABs würden enorm von einer strengeren Sexualethik profitieren, weil es enormen Druck aus dem ganzen nimmt. Denn es wäre endlich okay, es nicht gemacht zu haben. Und es ist auch okay. Gott will das auch so und daher ist das gut und hypersexualität schlecht.

Und zu der hyperoberflächlichen Gesellschaft ja, das geht mit der Hypersexualität einher. Und je wichtiger Sex wird umso wichtiger wird Aussehen, Geld und Status.
Ja, zu oberflächlich soll man nicht sein. Aber man muss, gerade da wir leider in so einer Gesellschaft leben. Bis zu einem gewissen Grad ist es ja normal. Es ist natürlich, dass man gewisse optische Werte unterbewusst als gut wahrnimmt und damit Menschen bevorzugt. Aber mittlerweile ist mir das auch egal. Ich hab mich damit abgefunden. Wenn ich zu hässlich bin, bleib ich halt allein (außer ich komme an Geld oder Status). Und wenn ich es doch nicht bin, dann finde ich mal eine.
Ansprechen werde ich mit dem Ziel eine Frau zu finden nicht (und ich gehe auch auf keine Datingplattform mehr). In der Regel sehen die nämlich gut genug aus, um bei einem Typen wie Brad Pitt zu landen, der angeblich sehr gut aussehen soll. Mittlerweile will ich mich da wirklich nicht mehr anpassen. Ich will einfach nur ich sein und wenn mich die Frauen nicht so wollen, wie ich bin, dann sollen sie mich nicht haben und ich bleibe allein. Dann hab ich mehr Zeit zum Lesen, zum Zocken, zum Filme sehen, Musik hören, Geschichten schreiben usw.
All meine Hobbys halt.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 04.07.2024, 16:41, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.

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