RomNey hat geschrieben: ↑14.02.2025, 13:52
Was ist für dich empathisch?
Was verstehst Du denn darunter? Nach meinem Verständnis müsste es dafür zunächst einen Dialog zwischen zwei Personen geben, damit eine Person auf eine andere empathisch eingehen könnte.
Der Beitrag, auf welchen Two-Tone zunächst reagiert hatte, hatte keinen persönlichen Bezug zu ihm, sondern wurde allgemein in die Runde gestellt. Er hat die Aussage - "ich meine nicht zocken" - entsprechend seinen Erfahrungen und Vorstellungen interpretiert. Vielleicht aufgrund von selbst erlebter Ablehnung, oder weil er aus anderen Äußerungen erlebt hat, dass Menschen die sich so äußern, solche abwertenden Assoziationen haben, gegenüber Menschen, welche gerne Computerspiele spielen.
Für mich bedeutet empathisch, dass sich jemand auf die Sichtweise, Vorstellung, Empfindung und/oder Meinung des anderen einstellt. Ohne dabei zu werten, zu korrigieren, zu belehren oder in anderer Weise die andere Person meint zurechtzuweisen zu wollen.
RomNey hat geschrieben: ↑14.02.2025, 13:52
Aber wenn du dich selbst nicht verbessern möchtest, ist das ja auch vollig legitim.
Das ist Deine Projektion. Ich lese die Äußerung von Two-Tone komplett anders.
Two-Tone hat geschrieben: ↑14.02.2025, 09:16
Und nein, Falsch zu liegen akzeptiere ich nicht mehr bei mir.
Für mich bedeutet diese Aussage, dass er beginnt sich selbst wertzuschätzen. Das er beginnt nach seinen Werten zu leben, statt sich von anderen bevormunden zu lassen, wie er zu sein und zu handeln hätte. Für mich hat er also gerade einen wichtigen Schritt gemacht, um er selbst zu sein. Möglich, dass er mit diesem Verhalten auf Kritik stößt, weil er ggf. nicht mehr so angepasst agiert, wie es andere von ihm erwarten und es ihm noch schwer fällt, Strategien zu finden, welche sowohl seine als auch die Bedürfnisse anderer Menschen gut erfüllen können.
In meiner Betrachtung beginnt er somit sich zu emanzipieren und von der Meinung und der Be- oder Verurteilung anderer Menschen unabhängig zu machen. Für mich ist die Vorstellung jemand müsse sich permanent "verbessern" eine gewaltvolle und bevormundende Umgangsweise. Indem ich meine Meinung äußere, gehe ich aktuell auch nicht empathisch auf Dich ein. Ein empathisches Eingehen würde anders aussehen.
Empathie-Modus on
Du siehst bei Two-Tones Verhalten Parallelen zu Deinem Verhalten in der Vergangenheit und möchtest ihm Deine Erfahrungen und Sorgen mitteilen und welche Probleme Dir daraus erwachsen sind, um ihn davor zu bewahren, die gleichen Fehler zu machen? Machst Du Dir sorgen, dass er einen Weg gehen könnte, in welchem er ähnlich wie Du, sein Umfeld vor den Kopf stößt und so vielleicht Freunde und Bekannte verliert?
Empathie-Modus off
Auch wenn Du dies schreibst, du fändest es legitim sich nicht verbessern zu wollen, so kann ich in keiner Deiner Ausführungen etwas lesen, dass Du sein Verhalten wirklich akzeptieren würdest. Insbesondere diese Aussage sagt für mich etwas anderes aus:
RomNey hat geschrieben: ↑14.02.2025, 13:52
Und das es dir vielleicht doch irgendwann möglich ist dein Handeln zu reflektieren und daraus zu lernen und Tipps/Hilfe anzunehmen.
Die Botschaft enthält für mich die folgende Aussage - auch wenn es natürlich meine Interpretation ist: Du hast Dich für die falsche Verhaltensweise entschieden, hoffentlich siehst Du es irgendwann ein, denn wir habe recht und Du solltest Dich besser so verhalten, wie wir es von Dir erwarten.
Auf mich wirkt Deine Ausführung so, dass Du zwar Dein Verhalten soweit verändert hast, dass Du begonnen hast den Hinweisen und Tipps andere Menschen zuzuhören und Dich mehr zu reflektieren, statt jede Kritik abzuwehren. Allerdings hast Du Dein Verhalten nicht grundsätzlich dahingehend geändert, recht haben zu wollen. Denn dass Du anderen vorgibst, welches Verhalten für sie - Deiner Meinung nach - das "richtige" sei, bringst Du - entsprechend meiner Interpretation Deiner Worte - recht eindeutig zum Ausdruck.
Ja, auch ich analysiere und bewerte Dein Verhalten, wenn ich dies so schreibe. Allerdings ist es nicht mein Ziel, dass Du Dein Verhalten änderst oder Dir etwas vorzuwerfen. Es ist Deine Entscheidung, ob und wie Du die Menschen um Dich herum beurteilen willst und ob Du in Verbindung mit ihnen gehen möchtest oder Du Dich von Menschen distanzierst, weil sie sich nicht Deinen Vorstellungen entsprechend verhalten. Mir ist es nur wichtig, eine andere Sichtweise zu Deiner Interpretation hinzuzufügen, da ich Two-Tones Schritt in seiner Entwicklung begrüße. Auch wenn ich davon ausgehe, dass er sich nicht mit Gewaltfreier Kommunikation beschäftigt, klingt seine Erklärung genau nach dem 2. Stadium auf dem Weg zur emotionalen Befreiung - das rebellische Stadium. Ich halte es für sinnvoll, solche Schritte zu unterstützen und zu bestärken.
berani.at hat geschrieben:
1. Emotionale Sklaverei: hier glauben wir für die Gefühle anderer verantwortlich zu sein
2. Das rebellische Stadium: wo wir jegliche Rücksichtnahme auf das, was andere fühlen oder brauchen, ablehnen
3. Emotionale Befreiung: wir übernehmen die volle Verantwortung für unsere eigenen Gefühle, aber nicht für die Gefühle anderer Menschen. Dabei ist uns bewusst, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse niemals auf Kosten anderer erfüllen können.
Quelle: Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation, S. 81