Die Angst vor der Zukunft
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Raptus
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Die Angst vor der Zukunft
Ich bin jetzt Ende 30. Freunde haben geheiratet, Kinder bekommen, Häuser gebaut, halt Dinge gemacht, die man zwischen 30 und 40 so macht. Ich habe mich von den meisten entfernt (oder es war umgekehrt), weil die Lebensentwürfe nicht mehr zusammenpassen. Früher im Studium war das anders. Wir hatten ein ähnliches Einkommen, ähnliche Interessen, ähnliche Lebenslagen. Heute verbringen sie zeit mit sich selbst, mit anderen Pärchen oder kümmern sich um die Kinder.
Ich hingegen warte auf GTA VI und zocke solange Fifa.
Durch meine Beziehungslosigkeit ist mein Leben einfach so krass unterschiedlich, selbst zu Personen, die bereits geschieden sind. Das ist was anderes als dauerhaft alleine zu sein, weil sie bereits Erfahrungen gesammelt haben, die ich nicht habe. Weil sie schonmal ein Leben geführt haben, das mir unbekannt ist.
Was jetzt noch hinzukommt ist der Gedanke, dass sich das bis zu meinem Tod nicht mehr ändern wird. Es wird für immer diese Struktur sein. Arbeiten, Feierabend, Wochenende und die meiste Zeit davon alleine. Klar hin und wieder treffe ich mich noch. Mal hat jemand Geburtstag oder mal macht jemand ein Grillabend. Natürlich habe ich auch Urlaub und den genieße ich wirklich. Da erkunde ich die Welt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Das macht Spaß, da ich auch keine finanziellen Sorgen habe. Aber das ist die Ausnahme nicht die Regel. Und ehrlich gesagt bin ich darum auch nicht traurig. Was soll ich schon jede Woche auf Grillabenden erzählen? Läuft doch eh jede Woche fast gleich.
Und genau dieses Monotone fürchte ich. Mindestens die nächsten 30 Jahre werden nahezu exakt so ablaufen, bestenfalls. Wenn es schlecht läuft kommen noch Krankheiten oder Unfälle mit dauerhaften Einschränkungen dazu.
Natürlich kann man die Hoffnung haben, dass sich das ändert. Aber das ist in meinen Augen naiv. Sämtliche Versuche online wie offline sind gescheitert. Warum sollte sich jetzt jemand für mich interessieren?
Im Übrigen wüsste ich auch gar nicht wie man so eine Beziehung ,,lebt“, da ich ja gar keine Erfahrung habe zu zweit zu sein, geschweige denn zusammen zu wohnen. Klar kann man das lernen aber auch dafür braucht man eine Frau die viel Verständnis mitbringt und die zu finden in dem Alter macht die Sache nicht einfacher.
Klar es gibt immer wieder Zufallstreffer aber realistisch betrachtet ist das Szenario für immer alleine doch wesentlich naheliegender.
Und das macht mir Angst. Das mich diese Monotonie irgendwann ermüdet. Es ist jetzt schon so, dass mir vieles Gleichgültig ist. Die ,,großen“ politischen Fragen (Trump, Putin, Iran, usw.) interessieren mich gar nicht mehr. Und auch auf der Arbeit nehme ich vieles hin. Jemand sagte mir mal das ist eine positive Seite des Älterwerdens – Gelassenheit.
Dennoch merke ich das ich bereits jetzt eher passiv das Leben geschehen lasse und das es aus dieser Sackgasse kein Ausweg mehr gibt.
Mir ist jetzt klar, dass die Weichen im Leben in den ersten 25 Jahre gestellt werden. Sportverein, Schützenfest, Zeltlager, usw. all das sind Gelegenheiten um soziale Erfahrungen zu sammeln. Leider habe ich diese, wie vermutlich so viele hier, nie gemacht.
Danke fürs Lesen.
Ich hingegen warte auf GTA VI und zocke solange Fifa.
Durch meine Beziehungslosigkeit ist mein Leben einfach so krass unterschiedlich, selbst zu Personen, die bereits geschieden sind. Das ist was anderes als dauerhaft alleine zu sein, weil sie bereits Erfahrungen gesammelt haben, die ich nicht habe. Weil sie schonmal ein Leben geführt haben, das mir unbekannt ist.
Was jetzt noch hinzukommt ist der Gedanke, dass sich das bis zu meinem Tod nicht mehr ändern wird. Es wird für immer diese Struktur sein. Arbeiten, Feierabend, Wochenende und die meiste Zeit davon alleine. Klar hin und wieder treffe ich mich noch. Mal hat jemand Geburtstag oder mal macht jemand ein Grillabend. Natürlich habe ich auch Urlaub und den genieße ich wirklich. Da erkunde ich die Welt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Das macht Spaß, da ich auch keine finanziellen Sorgen habe. Aber das ist die Ausnahme nicht die Regel. Und ehrlich gesagt bin ich darum auch nicht traurig. Was soll ich schon jede Woche auf Grillabenden erzählen? Läuft doch eh jede Woche fast gleich.
Und genau dieses Monotone fürchte ich. Mindestens die nächsten 30 Jahre werden nahezu exakt so ablaufen, bestenfalls. Wenn es schlecht läuft kommen noch Krankheiten oder Unfälle mit dauerhaften Einschränkungen dazu.
Natürlich kann man die Hoffnung haben, dass sich das ändert. Aber das ist in meinen Augen naiv. Sämtliche Versuche online wie offline sind gescheitert. Warum sollte sich jetzt jemand für mich interessieren?
Im Übrigen wüsste ich auch gar nicht wie man so eine Beziehung ,,lebt“, da ich ja gar keine Erfahrung habe zu zweit zu sein, geschweige denn zusammen zu wohnen. Klar kann man das lernen aber auch dafür braucht man eine Frau die viel Verständnis mitbringt und die zu finden in dem Alter macht die Sache nicht einfacher.
Klar es gibt immer wieder Zufallstreffer aber realistisch betrachtet ist das Szenario für immer alleine doch wesentlich naheliegender.
Und das macht mir Angst. Das mich diese Monotonie irgendwann ermüdet. Es ist jetzt schon so, dass mir vieles Gleichgültig ist. Die ,,großen“ politischen Fragen (Trump, Putin, Iran, usw.) interessieren mich gar nicht mehr. Und auch auf der Arbeit nehme ich vieles hin. Jemand sagte mir mal das ist eine positive Seite des Älterwerdens – Gelassenheit.
Dennoch merke ich das ich bereits jetzt eher passiv das Leben geschehen lasse und das es aus dieser Sackgasse kein Ausweg mehr gibt.
Mir ist jetzt klar, dass die Weichen im Leben in den ersten 25 Jahre gestellt werden. Sportverein, Schützenfest, Zeltlager, usw. all das sind Gelegenheiten um soziale Erfahrungen zu sammeln. Leider habe ich diese, wie vermutlich so viele hier, nie gemacht.
Danke fürs Lesen.
ERSTER BEITRAG DES THEMAS
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Kolinatan
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Danke für Deine Schilderung und das Du Dein Erleben mit uns teilst.
Ich denke Gleichgültigkeit und Gelassenheit sind deutlich unterschiedliche Empfindungen. Aus meiner Sicht wäre bei Gleichgültigkeit wichtig genauer hinzuschauen, ob es etwas ist, wo Erfahrung dazu geführt hat, Dinge nicht mehr so eng zu sehen und nicht mehr bei jeder gesellschaftlichen Erregung einsteigen zu müssen, weil es Energieverschwendung ist. Wozu sich über Dinge erschoffieren, welche sich nicht beeinflussen lassen. Hier gäbe es dann Verbindungen zur Gelassenheit.
Etwas anderes ist, wenn die Gleichgültigkeit aus der Monotonie entspringt und Dich nach und nach auszehrt, so dass die Empfindungsfähigkeit selbst erlischt. Du hast beschrieben, dass Du Deine Urlaube genießt und in diesen auch Spaß erlebst. Es gibt also einen Teil in Dir, welcher die Abwechslung sucht und weiterhin Freude und Lebendigkeit erleben kann? Hast Du den Eindruck, dass diese Freude an Deinen Urlauben weniger wird?
Macht Dir das Spielen ebenfalls Spaß oder sind die Spiele eher eine Beschäftigung, um die Zeit rumzubringen und Dich abzulenken? Triffst Du gerne die Menschen bei den Feiern und Grillabenden? Hattest Du an Deiner Arbeit mal mehr Interesse oder auch Freude empfunden? Was ist passiert oder was fehlt, wenn diese Empfindungen verschwunden sind? Denkst Du viel über Deine Vergangenheit nach und beschäftigst Dich mit früheren Entscheidungen, bei denen Du Dir wünscht, Du hättest etwas anders gemacht?
Wie gelingt es Dir mit der Monotonie des Lebens umzugehen?
Ich weiß wie schwer es mir inzwischen fällt über längere Zeit Routinen beizubehalten. Ich merke, dass spätestens nach ein paar Wochen sich bei mir - sollte ich die Vorstellung bekommen, ich sei verpflichtet etwas zu machen - ein immer größerer Widerstand aufbaut, bis ich schließlich auf die eine oder andere Weise versuche aus der Routine auszubrechen. Um dies zu verhindern, hilft es mir, mir bewusst zu machen, warum ich etwas tue und warum es mir wichtig ist.
Für mich sind Spiele - bin gerade in die 9. Season von D4 gestartet, sobald ich den BP ausreichend erfüllt habe will ich in die neue Söldner Liga von PoE starten - ein wichtiger Anker, sie ermöglichen mit neues zu erleben und Spaß daran zu haben, mich Herausforderungen zu stellen. Bei anderen geht es ums Tüfteln und manchmal lassen sich auch Strategien entwickeln, wo ich mich darüber freuen kann, wenn ein Plan aufgeht.
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Elfriede
Re: Die Angst vor der Zukunft
Lieber Raptus,
Ich mache mir Sorgen um dich! Deine Gedankengänge, so nachvollziehbar sie auch sind, wirken auf mich sehr depressiv. Besonders deine Freudlosigkeit und dein Interessenverlust lassen meine Alarmglocken schrillen.
Vielleicht schätzt du deine Situation sogar realistisch ein, das tun viele Depressive, aber deine Bewertung ist sehr einseitig und negativ. Ja, du bist alleine. Das bringt aber auch viele Freiheiten mit sich. Du kannst im Urlaub z.b. reisen und die Welt entdecken, hast keine finanziellen Sorgen und hast Zeit zum Zocken.
Glaub mir, die meisten jungen Familienväter werden dich darum beneiden. Was du aber fraglos brauchst, ist ein dich erfüllender und sinngebender Lebensinhalt. Was könnte das sein, außer Frau und Familie? Gibt es etwas, wofür du brennst?
Ich bin ja nun schon etwas älter, habe die Familienphase abgeschlossen und gehe bald in Rente. Aber nach meiner Erfahrung hat mir in jeder Lebenskrise am meisten geholfen, wenn ich anderen half. Mein ehrenamtliches Engagement und der Wechsel in einen sozialen Beruf, waren das beste Mittel gegen meine Depression.
Was du tun willst, bleibt dir überlassen. Aber du bist der Gestalter deines Lebens, du bist kein Opfer der Umstände. Gibt es etwas wovon du immer schon geträumt hast? Wolltest du als Kind Pilot oder Lokführer werden? Jetzt ist es noch nicht zu spät, dir diese Träume zu erfüllen. Schul um, mach dich selbstständig oder wander aus!
Du kannst all das tun! Und auch bzgl. deiner Partnersuche ist es noch nicht zu spät. Ich habe einen guten Bekannten, der im Urlaub eine Thailänderin kennen lernte und sie und ihre Kinder entgegen aller Unkenrufe nach Deutschland holte. So klischeehaft das auch klingt, am Anfang mögen sehr profane Dinge und vor allem ihre Armut diese Ehe geprägt haben. Heute aber sind die beiden glücklich seit über 25 Jahren verheiratet und niemand stellt ihre Liebe mehr in Frage.
Hab Mut, lieber Raptus und vergiss nie, wer du bist und was du schon alles geschafft hast. Du bist nicht allein!
Alles Liebe dir!
Ich mache mir Sorgen um dich! Deine Gedankengänge, so nachvollziehbar sie auch sind, wirken auf mich sehr depressiv. Besonders deine Freudlosigkeit und dein Interessenverlust lassen meine Alarmglocken schrillen.
Vielleicht schätzt du deine Situation sogar realistisch ein, das tun viele Depressive, aber deine Bewertung ist sehr einseitig und negativ. Ja, du bist alleine. Das bringt aber auch viele Freiheiten mit sich. Du kannst im Urlaub z.b. reisen und die Welt entdecken, hast keine finanziellen Sorgen und hast Zeit zum Zocken.
Glaub mir, die meisten jungen Familienväter werden dich darum beneiden. Was du aber fraglos brauchst, ist ein dich erfüllender und sinngebender Lebensinhalt. Was könnte das sein, außer Frau und Familie? Gibt es etwas, wofür du brennst?
Ich bin ja nun schon etwas älter, habe die Familienphase abgeschlossen und gehe bald in Rente. Aber nach meiner Erfahrung hat mir in jeder Lebenskrise am meisten geholfen, wenn ich anderen half. Mein ehrenamtliches Engagement und der Wechsel in einen sozialen Beruf, waren das beste Mittel gegen meine Depression.
Was du tun willst, bleibt dir überlassen. Aber du bist der Gestalter deines Lebens, du bist kein Opfer der Umstände. Gibt es etwas wovon du immer schon geträumt hast? Wolltest du als Kind Pilot oder Lokführer werden? Jetzt ist es noch nicht zu spät, dir diese Träume zu erfüllen. Schul um, mach dich selbstständig oder wander aus!
Du kannst all das tun! Und auch bzgl. deiner Partnersuche ist es noch nicht zu spät. Ich habe einen guten Bekannten, der im Urlaub eine Thailänderin kennen lernte und sie und ihre Kinder entgegen aller Unkenrufe nach Deutschland holte. So klischeehaft das auch klingt, am Anfang mögen sehr profane Dinge und vor allem ihre Armut diese Ehe geprägt haben. Heute aber sind die beiden glücklich seit über 25 Jahren verheiratet und niemand stellt ihre Liebe mehr in Frage.
Hab Mut, lieber Raptus und vergiss nie, wer du bist und was du schon alles geschafft hast. Du bist nicht allein!
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Einsamkeit_is_doof
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin jetzt 39, werde bald 40 und irgendwie deprimiert mich das schon etwas. Nicht das Alter an sich, sondern eher die Tatsache, dass andere in meinem Alter ein "richtiges" Leben aufgebaut und eine eigene Familie gegründet haben. Und ich? Ich wohne mit meinen Eltern zusammen. Einerseits aus finanziellen Gründen, anderseits bringe ich es aber auch nicht über Herz auszuziehen, da ich das Gefühl habe meine Eltern im Stich zu lassen.
Leider ist es mir nicht gelungen Freundschaften aufzubauen. Klar, ich habe mein Hobby, welches mir Freude macht. Und ich habe meinen Job, der mir auch viel Freude macht. Er tut mir auch gut, weil ich dort eben Kontakt zu anderen habe. Vor allem auch zu attraktiven Frauen.
Irgendwann werden meine Eltern mal nicht mehr da sein und das macht mir Sorgen.
Tja, man sollte gar nicht so genau drüber nachdenken. Aber ich würde mal behaupten, dass das Leben bei den meisten Menschen so aussieht. Schlafen, aufstehen, zur Arbeit gehen, nach Hause kommen, etwas essen ein bisschen Fernsehen und ab ins Bett. Am Wochenende vielleicht mal ein Ausflug und dann das Highlight im Jahr: Der Urlaub. Vorausgesetzt man kann es sich leisten weg zu fahren. Ansonsten verbringt man den Urlaub auch zu Hause.Das mich diese Monotonie irgendwann ermüdet.
Natürlich könnte einen das deprimieren. Aber vielleicht sollte man da gar nicht so genau drüber nachdenken, sondern sich eher damit trösten, dass es den meisten Menschen genau so geht. Auch denen, die in einer Beziehung sind. Das ist halt der berühmte Alltag. So nach dem Motto: Es ist nunmal im Leben so, anderen geht es ebenso.
Aber es macht natürlich einen Unterschied, ob man diesen Alltag allein oder zu zweit erlebt, das gebe ich zu. Ich bin der Meinung, das zu zweit vieles schöner ist. Trotzdem sollte man sich im Alltag immer wieder Inseln suchen, die einem gut tun. Dem Hobby nachgehen, ein leckeres essen, ein schöner Film im Fernsehen oder ein schöner Ausflug. Das sind dann Dinge, an denen man sich hochziehen kann und die einem Kraft geben können.
Es gibt vieles worüber man sich ärgern könnte oder was einem Angst machen könnte, wenn man die Nachrichten guckt. Ich versuche immer, diese Dinge nicht an mich ran zu lassen. Ich denke dann immer: Ja, das ist alles schlimm, aber betrifft mich das? Also so ganz persönlich? Meist lautet die Antwort nein. Das heißt nicht, dass mir das Schicksal der Menschen in Kriegsgebieten oder Opfern von Naturkatastrophen egal sind, aber so wahre ich eine Distanz und schütze mich selber.Es ist jetzt schon so, dass mir vieles Gleichgültig ist. Die ,,großen“ politischen Fragen (Trump, Putin, Iran, usw.) interessieren mich gar nicht mehr.
Es stimmt sicherlich, dass gerade in der Jugend viele Weichen gestellt werden. Aber ich glaube, wenn man etwas ändern will, dann ist das mit Sicherheit in jedem Alter noch möglich. Wenn Interesse besteht, kannst du doch auch jetzt einem Verein beitreten, einen neuen Job suchen oder in eine andere Stadt ziehen und "von vorne" anfangen. Das alles erfordert natürlich Überwindung. Aber grundsätzlich wäre es schon möglich.Dennoch merke ich das ich bereits jetzt eher passiv das Leben geschehen lasse und das es aus dieser Sackgasse kein Ausweg mehr gibt.
Mir ist jetzt klar, dass die Weichen im Leben in den ersten 25 Jahre gestellt werden. Sportverein, Schützenfest, Zeltlager, usw. all das sind Gelegenheiten um soziale Erfahrungen zu sammeln. Leider habe ich diese, wie vermutlich so viele hier, nie gemacht.
Ich selber war Jahrelang in einem Beruf, der mir absolut keine Freude gemacht hat. Hier fühlte ich mich auch in einer Sackgasse. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich mir einen neuen Job suchen musste. Erst klappte es nicht und ich sah mich schon als Penner unter irgendeiner Brücke sitzen. Tja und dann meldete sich mein jetziger Arbeitgeber. Jackpot!!! Heute bin ich zumindest beruflich glücklich.
Amor gib mir den verdammten Pfeil, ich mach' den Scheiß jetzt selber!
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Seb-X
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Genau deswegen habe ich ein (auch körperlich) anstrengendes Hobby mit Verpflichtungen und immer wieder mal anstrengenden Prüfungen mittlerweile. Ich muss mich dazu immer wieder zwingen, aber immer fühle ich mich hinterher auch besser. Ich will später wenigstens rückblickend sagen können, dass ich meine Zeit nicht sinnlos vergeudet habe, nur weil ich Versager unfähig war, bei Frauen auch überfreundschaftlich gut anzukommen.
Das ändert aber alles nichts daran, dass ich mich auf die Zukunft überhaupt nicht freue. Kein bisschen.
Zuletzt geändert von Seb-X am 07.07.2025, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.
"Im innersten Gehäuse des Humanismus, als dessen eigene Seele, tobt gefangen der Wüterich, der als Faschist die Welt zum Gefängnis macht."
(aus "Schwabenstreiche", Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
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knopper
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Re: Die Angst vor der Zukunft
...ich erkenne ich in vielem was du schreibst wieder und ja so langsam macht es mir auch etwas Angst. Ich bin auch irgendwie festgefahren in meinem Alltag das hat sich die Jahre über langsam eingeschlichen. Es ist alles so monoton und wenig aufregend.
Keine Trauer, keine große Freude, keine Verliebtheit….every day the same.
Ich weiß auch nicht wie man da wieder rauskommt...zu oft habe ich schon versucht mal was anders zu machen, mal Abläufe zu ändern, anders zu handeln etc... aber sehr schnell fällt man dann doch wieder in alte Muster zurück.
Ich denke ich würde wohl sehr schnell mit einer Partnerin im Alltag "aneinander" geraten, wenn ich mit ihr zusammenleben würde.
Das ist ja in Jugendjahren alles noch ganz anders.
Ja ich sehr vieles gelassen bzw. auch die "Weltereignisse" der letzten Jahre, Corona und co. sind an mir irgendwie vorbeigezogen. Mein Leben hat es nicht verändert, das war vor 2020 schon genauso wie jetzt. Genauso langweilig....
Eine größere Änderung gibt es wohl erst, wenn man selbst von einer schweren Krankheit oder anderem Schicksal betroffen ist...etwas wovor ich auch Bedenken habe.
Gleichzeitig ist aber auch in seiner Haut gefangen und ein Produkt seiner eigenen Vergangenheit. Einmal festgefahren in seinem Alltag ist es nicht so leicht da wieder herauszukommen.
Keine Trauer, keine große Freude, keine Verliebtheit….every day the same.
Ich weiß auch nicht wie man da wieder rauskommt...zu oft habe ich schon versucht mal was anders zu machen, mal Abläufe zu ändern, anders zu handeln etc... aber sehr schnell fällt man dann doch wieder in alte Muster zurück.
jo...geht mir genauso. Ich weiß es auch nicht, und gerade solche Sachen wie Zusammenleben sind ab einem bestimmten Alter sicher schwierig, da eben auch jeder seine Macken hat.Raptus hat geschrieben: ↑05.07.2025, 22:16 Im Übrigen wüsste ich auch gar nicht wie man so eine Beziehung ,,lebt“, da ich ja gar keine Erfahrung habe zu zweit zu sein, geschweige denn zusammen zu wohnen. Klar kann man das lernen aber auch dafür braucht man eine Frau die viel Verständnis mitbringt und die zu finden in dem Alter macht die Sache nicht einfacher.
Ich denke ich würde wohl sehr schnell mit einer Partnerin im Alltag "aneinander" geraten, wenn ich mit ihr zusammenleben würde.
Das ist ja in Jugendjahren alles noch ganz anders.
...geht mir ähnlich und das nicht erst seit gestern.Raptus hat geschrieben: ↑05.07.2025, 22:16 Es ist jetzt schon so, dass mir vieles Gleichgültig ist. Die ,,großen“ politischen Fragen (Trump, Putin, Iran, usw.) interessieren mich gar nicht mehr. Und auch auf der Arbeit nehme ich vieles hin. Jemand sagte mir mal das ist eine positive Seite des Älterwerdens – Gelassenheit.
Ja ich sehr vieles gelassen bzw. auch die "Weltereignisse" der letzten Jahre, Corona und co. sind an mir irgendwie vorbeigezogen. Mein Leben hat es nicht verändert, das war vor 2020 schon genauso wie jetzt. Genauso langweilig....
Eine größere Änderung gibt es wohl erst, wenn man selbst von einer schweren Krankheit oder anderem Schicksal betroffen ist...etwas wovor ich auch Bedenken habe.
nun ja...das ist leider immer leichter gesagt als getan. Natürlich ist man Gestalter seines Lebens und kann, zumindest in unserem Land, alles machen wozu man Lust hat.Elfriede hat geschrieben: ↑06.07.2025, 07:33 Was du tun willst, bleibt dir überlassen. Aber du bist der Gestalter deines Lebens, du bist kein Opfer der Umstände. Gibt es etwas wovon du immer schon geträumt hast? Wolltest du als Kind Pilot oder Lokführer werden? Jetzt ist es noch nicht zu spät, dir diese Träume zu erfüllen. Schul um, mach dich selbstständig oder wander aus!
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Irgendwie gehts mir aktuell so ähnlich, obwohl ich erst 26 bin, in Kürze mein Studium abschließe und richtig in das Leben starte. Wenn ich mir vorstelle, dass es vielleicht niemals klappt, dann fühlt sich das alles irgendwie sinnlos an.
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Vogel
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Es geht mir ähnlich - Du bist also nicht allein. Aber Du hast Freunde - ich bin komplett allein.Raptus hat geschrieben: ↑05.07.2025, 22:16 ....
Dennoch merke ich das ich bereits jetzt eher passiv das Leben geschehen lasse und das es aus dieser Sackgasse kein Ausweg mehr gibt.
Mir ist jetzt klar, dass die Weichen im Leben in den ersten 25 Jahre gestellt werden. Sportverein, Schützenfest, Zeltlager, usw. all das sind Gelegenheiten um soziale Erfahrungen zu sammeln. Leider habe ich diese, wie vermutlich so viele hier, nie gemacht.
Danke fürs Lesen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.
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Elfriede
Re: Die Angst vor der Zukunft
Das weiß niemand besser, als ich. Auch ich habe mich jahrelang mit meinem Leben als adipöse Frau zufrieden gegeben, weil es ja auch so schön angenehm war, nichts zu ändern, sondern einfach weiter zu essen und auf dem Sofa sitzen zu bleiben. Erst jetzt habe ich den Hintern wieder hochbekommen, wenn auch mit Hilfe der sogenannten Abnehmspritze. Aber weißt du was, wenn man lieber in einer unangenehmen Situation verharrt und vor sich hin jammert, ist möglicherweise einfach der Leidensdruck noch nicht hoch genug. Ich will da jetzt gar keinen Vorwurf daraus machen, das ist einfach nur meine persönliche Erfahrung. Jedenfalls ist es nicht so, dass es ein Naturgesetz ist, dass man ab 40 nichts mehr an seinem Leben ändern könnte. Das stimmt so auf gar keinen Fall. Auch nicht im Hinblick auf das ABtum.knopper hat geschrieben: ↑07.07.2025, 13:32 nun ja...das ist leider immer leichter gesagt als getan. Natürlich ist man Gestalter seines Lebens und kann, zumindest in unserem Land, alles machen wozu man Lust hat.
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Eine Garantie ist das auch nicht. Ich bin mit 13 Jahren in den hiesigen Tennisclub eingetreten und etliche Jahre später auch in den Schützenverein. Das sind noch nicht einmal alle Vereine, denen ich angehöre. Okay, beim Schützenverein dominieren eindeutig die Männer, ansonsten ist es recht ausgeglichen, was das Geschlechterverhältnis angeht.
Was ich wirklich bedauere, ist die Tatsache, nie einen Tanzkursus besucht zu haben. Tanzen ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Herzen vieler Frauen.
Statt am WE in Clubs und Bars zu gehen, war ich allenfalls im Kino oder saß vor meiner Spielekonsole. Zudem war und bin ich eine wahre Leseratte. So richtig kann man damit bei der holden Weiblichkeit nicht punkten.
Ich kann Dir nur alles Gute für die Zukunft wünschen. Reisen ist übrigens auch eine meiner großen Leidenschaften.
Genau zwei sollen es sein. Nicht mehr, nicht weniger. Einer, der die Macht verkörpert, und einer, der nach ihr giert.
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Ich habe das ganz anders erlebt.Darth Bane hat geschrieben: ↑08.07.2025, 19:02...
Was ich wirklich bedauere, ist die Tatsache, nie einen Tanzkursus besucht zu haben.
...
Habe die Weichen bis ich 37 war gestellt.
Und dann alle umgestellt.
Also sind ja Weichen, die kann man umstellen, auch wenn sie mit dem Alter rostig und nur noch schwer zu bewegen sind, aber es geht.
Und warum bedauern?
Schreib dich doch zu einem Tanzkurs ein, hast doch immer noch Zeit das nach zu holen?
Normal ist was sich gut anfühlt!
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Richtig!
Der hier gewählte Nickname ist Programm
In DIESEM Lebensbereich ist das Problem, daß die gewünschte Änderung der umfassenden Mitwirkung einer ZWEITEN Person bedarf!
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Das ist ja gerade das Problem. Durch die fast grenzenlose Auswahl sind inzwischen einfach viele komplett Chancenlos. Warum sollte man sich auch mit weniger zufrieden geben, da ist ja jemand besseres, und der ist nur einen Klick entfernt.Elfriede hat geschrieben: ↑09.07.2025, 11:53 Die Möglichkeiten sind doch hier inzwischen grenzenlos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist doch gar nicht mehr zu vergleichen, mit meiner Jugend und dem jungen Erwachsenenleben. Mich beschleicht aber der Verdacht, dass man heute vielleicht manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Kann das sein?
Den Ausgangspost kann ich einfach zu 100% unterschreiben, auch mir geht es so. Ich werde dieses Jahr 40, und während andere momentan in der Haus/Familien Phase sind hat sich mein Leben seit 20 Jahren so gut wie gar nicht verändert.
-
Dominik
Re: Die Angst vor der Zukunft
Hallo Raptus,
dein Text hätte von meinem Ich von vor ca. Jahren sein können, wobei ich erst 30 bin.
Vielleicht kannst du dir Apps wie Spontacts runterladen? Dort kann man Leute zu verschiedenen Events einladen. Es muss nichts großes sein. Du könntest z.B ein Event "Etwas trinken gehen in (deine Stadt"). Es muss nichts großes sein, du musst nicht in Paris vom Eifelturm Fallschrimspringen oder eine Safari in Südafrika machen.. Vielleicht auch ein Abend in einer Kneipe, mit Leuten, die genau wie du Fifa zocken und auf GTA VI warten? Das wäre ein gutes erstes Gesprächsthema. Selbst wenn du dich am Samstagabend nur mit einer einzigen Person in einer Kneipe über eure Erwartungen zu GTA VI austauscht, ist es immer noch besser, als zu Hause vorm Fernseher zu sitzen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, aus diesem Modus herauszukommen, aber du brauchst irgendeinen Ankerpunkt wie z.B. eine solche App, um dich unter Menschen zu begeben.
dein Text hätte von meinem Ich von vor ca. Jahren sein können, wobei ich erst 30 bin.
In diesem Satz interpretiere ich hinein, dass es dir schwerfällt, aus deiner ,,Schale" zu kommen. Bei mir war es genauso. Diese Einsamkeit ist sehr schmerzhaft, aber sie bietet auch Schutz. Ich habe durch absoluten Zufall von einem Stammtisch in meiner Region erfahren, dort gehe ich seit gut 3 Jahren hin. Dies löste einen Dominoeffekt aus, seitdem erweitert sich mein sozialer Kreis.
Vielleicht kannst du dir Apps wie Spontacts runterladen? Dort kann man Leute zu verschiedenen Events einladen. Es muss nichts großes sein. Du könntest z.B ein Event "Etwas trinken gehen in (deine Stadt"). Es muss nichts großes sein, du musst nicht in Paris vom Eifelturm Fallschrimspringen oder eine Safari in Südafrika machen.. Vielleicht auch ein Abend in einer Kneipe, mit Leuten, die genau wie du Fifa zocken und auf GTA VI warten? Das wäre ein gutes erstes Gesprächsthema. Selbst wenn du dich am Samstagabend nur mit einer einzigen Person in einer Kneipe über eure Erwartungen zu GTA VI austauscht, ist es immer noch besser, als zu Hause vorm Fernseher zu sitzen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, aus diesem Modus herauszukommen, aber du brauchst irgendeinen Ankerpunkt wie z.B. eine solche App, um dich unter Menschen zu begeben.
-
Thomas32
- Noch etwas schweigsam
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Hallo Raptus,
danke dir für deine Offenheit.
Ich möchte den Vorschlag von Dominik nochmal unterstreichen, diese App "Spontacs" hat mir auch sehr geholfen mal aus dem Alltag rauszukommen und einfach mal ein paar Dinge zu probieren. Habe echt einiges erlebt, manches davon auch außerhalb meiner bis dahin noch vorhandenen "Kompfortzone".
Erfüllt einen die App komplett und ersetzt die anderen Sachen nach denen man sich sehnt? Absolut nicht.
Aber wenn dein Problem tatsächlich ist, dass dir dein Alltag zu routiniert ist und du Abwechslung suchst ist das ein echt guter Weg.
Viele Grüße,
Thomas
danke dir für deine Offenheit.
Ich möchte den Vorschlag von Dominik nochmal unterstreichen, diese App "Spontacs" hat mir auch sehr geholfen mal aus dem Alltag rauszukommen und einfach mal ein paar Dinge zu probieren. Habe echt einiges erlebt, manches davon auch außerhalb meiner bis dahin noch vorhandenen "Kompfortzone".
Erfüllt einen die App komplett und ersetzt die anderen Sachen nach denen man sich sehnt? Absolut nicht.
Aber wenn dein Problem tatsächlich ist, dass dir dein Alltag zu routiniert ist und du Abwechslung suchst ist das ein echt guter Weg.
Viele Grüße,
Thomas
-
Zuya Hiyaye
- Gern gesehener Gast
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Vielen Dank für diesen sehr ehrlichen und tiefgehenden Beitrag. Dein Text beschreibt die Erfahrungen von Isolation und Stagnation in dieser Lebensphase sehr treffend.
Ja, so fühlt es sich an. Ich kann deine Schilderung der zunehmenden Entfernung zu Freunden mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und der befürchteten Monotonie des Alltags absolut nachvollziehen.
Ich konnte dieses Gefühl noch über jahrzehnte durch das Eingebundensein in einer Band kompensieren.
Gerade in meinem Alter kommt jedoch noch eine weitere, zentrale Frage hinzu, die mir Sorgen bereitet: Was passiert, wenn ich nicht mehr die Energie oder die Fähigkeit habe, selbst der Motor für mein Sozialleben zu sein? Die Befürchtung, im Alter vollständig isoliert zu sein, ist eine beklemmende Vorstellung.
Die Frage, wie man mit dieser Situation umgeht, wenn die Weichen scheinbar bereits gestellt sind und der eigene Aktionsradius abnimmt, ist für mich von besonderer Bedeutung.
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Elfriede
Re: Die Angst vor der Zukunft
Also, so sehr ich Eure Verzweiflung verstehen kann, letztlich ist es an jedem selbst, sein Leben zu gestalten. Auch wenn es mit zunehmendem Alter unwahrscheinlicher wird, doch noch die Kurve in das klassische Leben mit eigener Familie und Partner*in zu schaffen, so muss doch niemand isoliert in seinem Kämmerchen sitzen. Es gibt so viele Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen, Vereine, Ehrenamt, Stammtische, Freunde- und Nachbarschafts-Apps. Ich verstehe irgendwie immernoch nicht so ganz, warum trotz aller dieser Angebote die subjektive Einsamkeit so stark zunimmt.
Ich arbeite ja seit Jahren z.B. in verschiedenen Altenheimen und Senioren-WGs als Pflegekraft. Auch da gibt es Personen, die sich lieber in ihr Zimmer zurück ziehen und andere, die ihren Tag im Aufenthaltsraum verbringen, dort Gesellschaftsspiele spielen, sich mit Mitbewohnern treffen oder alle Angebot des sozialen Dienstes mit Freude mitmachen. Die "Einsiedlerschnecken", wie wir sie nennen, die nicht aus ihrem Zimmer heraus kommen, leiden teilweise sehr unter ihrer Einsamkeit, können aber für kein Geld der Welt motiviert werden, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen. Ich finde, hier wird sehr deutlich, dass es letztlich an jedem selbst liegt. Bei uns werden diese Menschen regelmäßig von unseren Betreuungskräften besucht, um ihre Deprivation zu lindern. Aber manchmal wird selbst das abgelehnt.
Auf der anderen Seite gab es zu allen Zeiten Menschen, die die Selbstisolation vorzogen. Ich glaub im Mittelalter nannte man die "Eremiten". Das waren teilweise ehemalige Mönche, die aus ihrem Orden ausgetreten waren und irgendwo alleine in der Natur, z.B. in einer Höhle lebten. Oft waren das sehr gebildete und intelligente Menschen, die z.B. heilkundig waren und von den Dorfbewohnern wegen gesundheitlicher Probleme aufgesucht wurden. Das habe ich so mal in einem Buch gelesen. Diese Menschen waren aber sehr zufrieden in ihrer Isolation und genossen ihr Leben in der Natur. Das ist doch auch heute noch möglich, oder? Wenn es partout nicht klappt mit der Partnerschaft, warum nicht aus der Not eine Tugend machen?
Ich kenne z.B. eine über 100 jährige Bewohnerin, die ihr Leben allein verbracht hat. Ihr Verlobter war im Krieg gefallen und danach fand sie nie wieder einen geeigneten Mann. Sie war aber hoch zufrieden mit diesem Leben, wie sie mir kürzlich nocnh erzählte. Auch wenn sie unfreiwillig allein blieb, genoss sie z.B. Reisen in Wandergruppen, oder wanderte allein durch die Natur. Das nach eigener Aussage waren ihre schönsten Erlebnisse. Wenn man also eine Situation partout nicht mehr ändern kann, warum nicht einfach die Bewertung ändern?
Als Kind lebte in unserem Elternhaus auch ein altes, unverheiratetes Fräulein. Ich war oft bei ihr zu Besuch und bewunderte ihre Wohnung, die ganz hell und edel eingerichtet war. Sie hatte zig selbstgestickte Bilder an der Wand und auch ihr Sofa war stets mit sauber sortierten, bestickten Kissen belegt. Ich liebte es, bei ihr "Kinderkaffee" zu trinken, denn dann gab es Baiser mit Sahne und Kirschen gefüllt. Das hatte sie immer im Haus, falls Gäste kommen. Ich habe nie etwas köstlicheres gegessen. Als sie alt und krank im Krankenhaus lag, habe ich sie mit meiner Mutter oft besucht. Sie war eine sehr feine Frau, die darauf bestand, mit Fräulein, und ihrem Mädchennamen angesprochen zu werden.
Es muss doch nicht zwangsläufig so zum Verzweifeln sein, allein zu bleiben. Es kommt doch immer darauf an, wie man es selbst bewertet und was man daraus macht, oder?
Vielleicht geht es einfach darum, das Leben so zu nehmen, wie es nun mal ist. Oder hab ich da wieder leicht reden?
Ich weiß nicht, aber jammern hilft doch nichts. Entweder man ändert etwas oder man bewertet die Lebenssituation, in der man ist positiver. Ganz egal ob nun selbst gewählt oder nicht. So wie sich einige hier selbst zerfleischen vor Gram und Kummer kann es jedenfalls auch nicht richtig sein.
Ich arbeite ja seit Jahren z.B. in verschiedenen Altenheimen und Senioren-WGs als Pflegekraft. Auch da gibt es Personen, die sich lieber in ihr Zimmer zurück ziehen und andere, die ihren Tag im Aufenthaltsraum verbringen, dort Gesellschaftsspiele spielen, sich mit Mitbewohnern treffen oder alle Angebot des sozialen Dienstes mit Freude mitmachen. Die "Einsiedlerschnecken", wie wir sie nennen, die nicht aus ihrem Zimmer heraus kommen, leiden teilweise sehr unter ihrer Einsamkeit, können aber für kein Geld der Welt motiviert werden, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen. Ich finde, hier wird sehr deutlich, dass es letztlich an jedem selbst liegt. Bei uns werden diese Menschen regelmäßig von unseren Betreuungskräften besucht, um ihre Deprivation zu lindern. Aber manchmal wird selbst das abgelehnt.
Auf der anderen Seite gab es zu allen Zeiten Menschen, die die Selbstisolation vorzogen. Ich glaub im Mittelalter nannte man die "Eremiten". Das waren teilweise ehemalige Mönche, die aus ihrem Orden ausgetreten waren und irgendwo alleine in der Natur, z.B. in einer Höhle lebten. Oft waren das sehr gebildete und intelligente Menschen, die z.B. heilkundig waren und von den Dorfbewohnern wegen gesundheitlicher Probleme aufgesucht wurden. Das habe ich so mal in einem Buch gelesen. Diese Menschen waren aber sehr zufrieden in ihrer Isolation und genossen ihr Leben in der Natur. Das ist doch auch heute noch möglich, oder? Wenn es partout nicht klappt mit der Partnerschaft, warum nicht aus der Not eine Tugend machen?
Ich kenne z.B. eine über 100 jährige Bewohnerin, die ihr Leben allein verbracht hat. Ihr Verlobter war im Krieg gefallen und danach fand sie nie wieder einen geeigneten Mann. Sie war aber hoch zufrieden mit diesem Leben, wie sie mir kürzlich nocnh erzählte. Auch wenn sie unfreiwillig allein blieb, genoss sie z.B. Reisen in Wandergruppen, oder wanderte allein durch die Natur. Das nach eigener Aussage waren ihre schönsten Erlebnisse. Wenn man also eine Situation partout nicht mehr ändern kann, warum nicht einfach die Bewertung ändern?
Als Kind lebte in unserem Elternhaus auch ein altes, unverheiratetes Fräulein. Ich war oft bei ihr zu Besuch und bewunderte ihre Wohnung, die ganz hell und edel eingerichtet war. Sie hatte zig selbstgestickte Bilder an der Wand und auch ihr Sofa war stets mit sauber sortierten, bestickten Kissen belegt. Ich liebte es, bei ihr "Kinderkaffee" zu trinken, denn dann gab es Baiser mit Sahne und Kirschen gefüllt. Das hatte sie immer im Haus, falls Gäste kommen. Ich habe nie etwas köstlicheres gegessen. Als sie alt und krank im Krankenhaus lag, habe ich sie mit meiner Mutter oft besucht. Sie war eine sehr feine Frau, die darauf bestand, mit Fräulein, und ihrem Mädchennamen angesprochen zu werden.
Es muss doch nicht zwangsläufig so zum Verzweifeln sein, allein zu bleiben. Es kommt doch immer darauf an, wie man es selbst bewertet und was man daraus macht, oder?
Vielleicht geht es einfach darum, das Leben so zu nehmen, wie es nun mal ist. Oder hab ich da wieder leicht reden?
Ich weiß nicht, aber jammern hilft doch nichts. Entweder man ändert etwas oder man bewertet die Lebenssituation, in der man ist positiver. Ganz egal ob nun selbst gewählt oder nicht. So wie sich einige hier selbst zerfleischen vor Gram und Kummer kann es jedenfalls auch nicht richtig sein.
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Kolinatan
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Natürlich gibt es keine Zwangsläufigkeit zu verzweifeln, nur wachsen wir in der Regel nicht so auf, dass wir lernen, dass unsere Bewertungen und die damit verbundenen Emotionen etwas sind, welche wir durch unsere Entscheidungen und unser Denken beeinflussen können. Wenn ich gelernt habe, etwas ganz stark abzulehnen oder etwas sehr stark zu wollen, ist es schwer diese innere Ausrichtung wieder aufzugeben. Eine Überzeugung, welche ich ggf. sogar zum Teil meiner Identität gemacht habe, kann ich nur um den Preis der Selbstaufgabe ändern. Dieser Schritt ist für das damit identifizierte Ego existenzbedrohend.
Warum scheint die Einsamkeit immer mehr zuzunehmen? Ich frage mich, ob es gelingt mit den "Einsiedlerschnecken" so zu sprechen, dass es möglich ist von ihnen zu erfahren, inwieweit sie unter ihrem alleine Sein leiden und sich wirklich einsam fühlen und wenn dies so ist, was ihre Hürde ist, warum sie sich auf die angebotenen Möglichkeiten nicht einlassen können? Wollen sie und können nicht oder wissen nicht wie oder sind sie durch Ängste blockiert? Oder was sonst ihre inneren Empfindungen und Vorstellungen sind, welche ihr Verhalten prägen.
Aus meiner Sicht führen verschiedene gesellschaftliche Umstände dazu, dass die Einsamkeit zunimmt. Aufgrund der Zunahme der Angebote, kommt es auch zu einer stärkeren Separierung. Die stärkere Vereinnahmung von Menschen für Ausbildung und Beruf, sowie die geforderte höhere Mobilität, all dies reduziert die Zeit, um ein stabiles soziales Umfeld aufzubauen und zu erhalten. Es gibt keine einfache Lösung für diese verschiedenen Aspekte, welche das Miteinander der Menschen beeinflussen. Ich fand zum Thema Einsamkeit das Video von Kurzgesagt informativ. Besonders wichtig finde ich den Aspekt, dass wir, wenn wir uns einsam fühlen, andere Menschen und ihr Verhalten kritischer und negativer beurteilen.
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selina
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Liebe Elfriede,
genau das bezweifle ich. Nicht nur bei dir, sondern auch ganz allgemein. Ich kann in vielen Bereichen kaum erahnen wie verzweifelt sich Leute in bestimmten Situationen fühlen. Jeder bewertet Situationen halt anders und misst ihnen eine unterschiedliche Wichtigkeit zu.
Genau das sieht man hier im Forum. Einige haben sich mit der AB-Situation ganz gut ‚eingerichtet‘, andere damit abgefunden und andere schaffen weder das eine noch das andere. Andere sind komplett verzweifelt, können und wollen sich damit nicht abfinden. Und noch etliche andere Situationen mehr.
Ich selbst ‚musste‘ vor einigen Jahren meinen Kinderwunsch begraben. Ich bin daran nicht kaputt gegangen. Obwohl es sehr dunkle Tage gab. Sehe ich diese Situation jetzt irgendwie positiver? Nein ganz klar nicht. Ich habe mich damit abgefunden das es nicht sein sollte. Ich kann auch trotzdem noch ein gutes Leben haben, aber positiv sehe ich das Ganze noch immer nicht.Elfriede hat geschrieben: ↑14.07.2025, 12:57 Ich weiß nicht, aber jammern hilft doch nichts. Entweder man ändert etwas oder man bewertet die Lebenssituation, in der man ist positiver. Ganz egal ob nun selbst gewählt oder nicht. So wie sich einige hier selbst zerfleischen vor Gram und Kummer kann es jedenfalls auch nicht richtig sein.
Was ich damit sagen möchte. Es gibt Situationen die kann man nicht immer so leicht hinnehmen. Schau doch als Beispiel auf deine eigene Situation mit deinem Sohn. Überlege doch mal wie es dir damit selbst geht. Dieses annehmen, ändern ist ein Prozess. Der fällt manchmal leichter, manchmal verdammt schwer. Vielleicht sind einige der ABs, die hier gerade am jammern sind, in diesem Prozess.
Es ehrt dich, das du zu helfen und verstehen möchtest. Aber jeder geht halt seinen eigenen Weg.
Zuletzt geändert von selina am 14.07.2025, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
Glück ist für mich, wenn mir niemand auf den Sack geht.
Klaus Kinski
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Re: Die Angst vor der Zukunft
Als ich spreche hier natürlich nur für mich selbst, aber ganz ehrlich... wenn ich etwas mache worauf ich an sich keine Lust habe weil ich hoffe dadurch "interessanter" zu werden oder "Kontakte zu knüpfen", kann das einfach nichts werden
Ich habe früher ein paar Sachen probiert, aber einfach gemerkt das es mich noch schlimmer trifft mich so pseudo mäßig für etwas zu "engagieren", obwohl mir die Sache an sich egal ist...
Es gibt halt einfach Menschen bei denen man merkt das man in sozialen Situationen mit denen schon irgendwie klar kommt, aber es einfach keine tiefere Verbindung gibt. Und solche Kontakte rauben mir meine gefühlt bereits sehr geringe Energie ohne das es mich in irgendeiner Weise voran bringt... in Schule und Arbeit musste ich sowas dann halt ertragen, weil es nicht geht, aber ich werde den Teufel tun und aktiv weitere "Bekanntschaften" suchen an denen ich eigentlich nicht interessiert bin... da mache ich lieber gleich GAR NICHTS als mich anzustrengen und unterm Strich danach noch schlechter zu fühlen weil mich diese oberflächlichen Bekanntschaften einfach unterziehen...
Jammern hilft schon. Nämlich dabei diesen Mist nicht mit sich rumzutragen.Ich weiß nicht, aber jammern hilft doch nichts. Entweder man ändert etwas oder man bewertet die Lebenssituation, in der man ist positiver. Ganz egal ob nun selbst gewählt oder nicht. So wie sich einige hier selbst zerfleischen vor Gram und Kummer kann es jedenfalls auch nicht richtig sein.
Den ganzen Frust und Ärger nur in sich zu sammeln weil man ja niemanden damit nerven oder beunruhigen will ist denke ich das Schlimmste was man machen kann... klar ist das nicht annähernd so effektiv wie was zu tun um die Umstände zu ändern, aber für viele ist es so etwas erstmal auszusprechen (oder zu schreiben) eben der Schritt Nummer 1... wenns dabei bleibt und sich die Situation nicht ändert ist das Schade, aber allein schon die Sorgen und Ängste mal ausgedrückt zu haben ist schon besser als nichts.