Yeron hat geschrieben: ↑16.07.2025, 17:25
Das ist auf Seite 501 eigentlich ganz klar erklärt was in Deutschland als Zwang gilt:
Das erklärt nicht was Zwang ist. Das erklärt nur warum solche Fälle in der Studie als freiwillig gewertet werden. Ich sehe das persönlich kritisch, da vom eigentlichen Problem dahinter abgelenkt wird.
Aber noch ein anderer Gedanke: Findest du das nicht ein bisschen inkonsequent? Erst erklärst du mir das die Daten aufgrund der Einschränkungen der Studie nicht ausreichend sind und kurz darauf verwendest du Daten aus der gleichen Studie um zu argumentieren das es viel mehr Zwangsprostitution gibt. Kann es sein, das die Seriosität von Daten bei dir davon abhängt wie gut sie zu deiner Meinung passen?
Nein. Denn wie Meffi und andere hier habe ich eine (sozial)wissenschaftliche Ausbildung (Masterabschluss, ein Promotionsvorhaben habe ich abgelehnt). Bin also geschult darin wissenschaftliche Arbeiten zu bewerten, wissenschaftlich sachlich zu kritisieren und einzuordnen.
Wenn Du schreibst, es seien nur ca 6% unter Zwang, dann schaue ich mir natürlich die Ergebnisse kritisch an. Und wenn ich lese "mache das weil ... muss", dann mag es kein Zwang sein, aber auch keine Freiwilligkeit. Und: 6% Zwang sind 6% zuviel.
Im übrigen stehe ich der Prostitution nicht unbedingt ablehnend gegenüber. Ich habe durchaus den Eindruck, das die Zahl der Frauen die es aus Überzeugung und "echter" Freiwilligkeit macht, höher ist als viele denken.
Ich habe selbst wieder vermehrt drüber nachgedacht doch mal eine seriöse Escortdame zu buchen. Hat jemand von Euch von "Jay Stark" gehört? Aber: mir wäre eine feste Partnerin sehr viel lieber - ich möchte auch Beziehung, gegenseitige Partnerschaft, gegenseitigen Halt, gegenseitige Geborgenheit, Intimität - und nicht einfach nur Sex! Auf der anderen Seite: das HC+ nagt an mir. Schwierig....
Klar ist aber auch, Prostitution ist für Frauen mit erheblichen Gefahren verbunden!
Ich bin daher auch beim "Schwedischen Modell" unsicher, ob das was bringt oder nicht das ganze in ein Dunkelfeld manövriert, wo die Kontrolle gänzlich entgleitet. Ich befürchte eher letzteres - weiss aber auch keine bessere Lösung.
Tania hat geschrieben: ↑16.07.2025, 17:46
Mit derselben Argumentation könntest Du so ziemlich jeden Job als Zwangsarbeit deklarieren. Oder glaubst Du, dass ein Kanalreiniger oder eine Verkäuferin in ihrem Job bleiben würden, hätten sie Zugang zu anderen, besser bezahlten Tätigkeiten?
"Zwangsarbeit" wird definiert als Arbeit gegen den eigenen Willen und unter Androhung einer Strafe definiert.
Zwang = Unfreiwilligkeit. Unfreiwilligkeit ungleich Zwang.
Und ja - wenn sie darin Erfüllung sehen, einen Sinn darin sehen, dann bleiben sie bei dem Job. Hunderttausende meiner Kolleginnen haben genau das gemacht: "ich mach das nicht fürs Geld, sondern weil ich einen Sinn darin sehe". Das haben viele andere aber auch anderes gesehen, weshalb neben anderen, weiteren Gründen in Deutschland deshalb auch ein Mangel an Pflegekräften gibt und die Löhne lange Zeit stagniert haben.
Yeron hat geschrieben: ↑16.07.2025, 17:25
...Kann es sein, das die Seriosität von Daten bei dir davon abhängt wie gut sie zu deiner Meinung passen?
Im Übrigen: das könnte man auch Dir vorwerfen, denn Dich scheint ja die Kritik hier an den Ergebnissen erheblich zu stören, gleichzeitig bejubelst Du quasi die Ergebnisse.
Dabei sagen weder Meffi, Galip oder ich, das die Zahlen erstunken oder gelogen sind. Aber ich halte - trotz aller Vorkehrungen und Gewissenhaftigkeit bei der Erhebung der Stichprobe - die Zahlen einfach eher etwas zu gut, da die Stichprobe nicht ganz das Dunkelfeld erhellt und somit große Lücken da sind. Man muss sich also immer bewusst sein, das es zu den 6% noch weitere X% gibt, die bei der Studie nicht erfasst werden konnten. Auf nichts anderes weisen wir hier hin.
Das man sich um die Höhe von X% trefflich streiten kann, ist mir bewusst. Und ich sehe jetzt schon zahlreiche Frauenorganisationen Ihre Geschütze auffahren

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.