Videl hat geschrieben: ↑29.04.2026, 21:49
[...] Selbst wenn alle "Migranten"/Ausländer/sonstige Männer mit Migrationshintergrund Deutschland verlassen würden, würde es weiterhin Femizide und Co. geben. Die gab es auch schon lange vor den ersten Gastarbeitern hier in Deutschland. Es ist ein Gesamtgesellschaftliches Problem und kein importiertes. Und die meisten Frauen finde sexistisches Verhalten weder von deutschen noch von arabischen (etc.) Männern ok.
Das ist richtig, was Du sagst - und es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Und trotzdem: Ich habe Seb-X Argumente gerade so nicht verstanden, wie Du es hier darstellen willst. Das natürlich gerade Anhänger von rechtsradikalen Parteien Kriminalität von Ausländern als Argument gegen Feminismus heranziehen - geschenkt. Aber gerade von nicht-weissen, teils auch muslimischen Frauen höre oder lese ich zunehmend Kritik am sog. Weissen Feminismus, weil dieser diesen Aspekt wie Seb-X ihn dargestellt hat, regelmässig ignoriert oder relativiert. Überhaupt sehen sie sich vom Feminismus nicht gesehen.
In der F.A.Z. gab es letztens einen interessanten Gastbeitrag von zwei renommierten Rechtswissenschaftlerinnen dazu, die sehr deutlich machen wollen, das es deutlich differenzierter und komplexer ist - aber auch nicht zu ignorieren:
https://archive.ph/AtKQa
Man muss nicht alles für richtig halten, was sie sagen. Ich arbeite aber viel mit jungen Auszubildenden, mit 90% Migrationshintergrund aus noch stärker geprägten patriachischen Ländern, und sowohl meinen Kolleginnen wie auch ich finden es erschreckend, welche Sichtweisen da noch vorherrschen. Das einfach so abzutun, und den Finger allein auf dt. Männer zu zeigen - zudem ohne genauere Unterscheidungen zu Alter, Herkunft, Bildung sozioökonomischer Status, ... -
halte ich für naiv, genauso populistisch und wichtiger: damit wenig lösungsorientiert.
Ich denke mir bei einigen ABs mittlweile auch, ....
Solche Pauschalisierungen und die ganzen Rage Bait Beiträge und Kommentare auf Social Media und zunehmend auch Qualitätsmedien dazu machen mich zunehmend müde - weil sie einfach viel pauschalisierend sind, zu viele Männer darin zu oft einfach in einen Topf gworfen werden, und oft auch einfach nur Mythen wiederholen und reproduzieren.
Und hier zudem: Ich finds einfach zu bequem etweder alles auf das Mindset oder Attraktivität zu schieben. Da macht es sich so eine Abine zu leicht: "Ich bekomme keinen Mann, denn die sind ja alle eh sexistisch, misogyn, ..."
Das sexistische oder misogyne Ansichten extrem unattraktiv sind, ist keine Überraschung. Aber wieviel sind den "einige MABs" ? Und wieviel von diesen "einigen MABs" bekommen Gegenwind von wieviel anderen MABs hier?
Wie gesagt - mich machen solche Diskussionen zunehmend müde.