Damit meine ich ob Ihr „wirkliche“ Freunde habt. Damit meine ich nicht den netten Nachbarn oder Kollegen mit denen Ihr übers Wetter oder Fußball sprecht usw.
Erst einmal als Vorwort ein paar Zeilen über mich. Mittlerweile gehe ich stramm auf die 50 zu, bin Abler und habe es in all den Jahren nicht geschafft, genauer gesagt nicht versucht von zu Hause auszuziehen (dies alleine wäre auch ein Thema für einen Extra-Beitrag hier im Forum, vielleicht später mal).
Geboren wurde ich als letztes mehrerer Kinder mit größerem Abstand zu den Geschwistern. Erzogen und (zu?) gut behütet von Mutter und Großmutter, ohne den Besuch eines Kindergartens. Gespielt habe ich meistens alleine. Meine Vorschulzeit verlief insgesamt glücklich. Kontakt zu gleichaltrigen Kindern hatte ich allerdings kaum, die klassischen Sandkastenfreunde usw. waren nicht vorhanden. Als ich eingeschult wurde kannte ich keines der anderen Kinder, obwohl die meisten dieser Kinder in der Nähe wohnten. Der ständige Kontakt mit älteren Menschen hatte mich allerdings etwas altklug und verschroben werden lassen. So war es für mich mühsam in der Schule Anschluss und Freunde zu finden. Trotzdem hatte ich in der Grundschulzeit einige wenige Freunde/Spielkameraden. Beim gemeinsamen Spielen wurde es mir oft nach einer gewissen Zeit zu anstrengend. Manchmal war ich dann froh, wenn die Freunde dann nach Hause gegangen sind. Am liebsten habe ich alleine gespielt. Im Sandkasten und später auf der Modelleisenbahn mir eine kleine heile Welt aufgebaut.
Ein großer Einschnitt kam zur Wendezeit. Ich lebte und lebe immer noch in der ehem. DDR. Viele Kontakte brachen in dieser Zeit zusammen. Meine geliebte Oma starb und ich zog mich auch sehr zurück. Ich kam in eine neue Schulklasse, in der ich nur sehr schwer Anschluss fand. Einige Zeit wurde ich gemobbt, die letzten Jahre war ich allenfalls geduldet. Teil einer Clique war ich nie, Freunde hatte ich in dieser Zeit nur wenige. Und diese Freundschaften waren später von mir genannte PC/Computer-Freundschaften. Hiermit meine ich das Grundlage der Freundschaft die gemeinsame Nutzung des Computers war. Heute würde man es zocken nennen. Natürlich ist man hin und wieder ins Kino, Baden usw. gegangen. Aber Hauptinhalt war halt der Computer. Diese Freundschaften hatten allerdings wenig Substanz. Die Freunde haben sich weiterentwickelt, gingen in die Disko, Mädchen wurden interessant. Ich blieb in der Entwicklung stehen und alleine.
Mehrere Jahre hatte ich dann überhaupt keine Freunde. Nicht einmal gute Bekannte. Dies änderte sich als ich mit Mitte 20 in einer neuen Firma anfing. Dort habe ich nach und nach 3 sehr gute Freunde und mehrere gute Freunde und Bekannte gefunden. Die Jahre gingen dahin, ich habe mich regelmäßig mit den Freunden getroffen, zum Essen, Kino, Theater, Kabarett, Ausflüge usw.
Mit den 3 sehr guten Freunden konnte ich über (fast) alles reden. In den letzten Jahren gab es allerdings wieder Einschnitte. 2 der 3 sehr guten/engen Freunde sind leider verstorben (jeweils Krebs). Bis zum Schluss hatten wir Kontakt, ja bis zum Sterbebett. Es waren Freundschaften die über 20 Jahre Bestand hatten.
Nun hatte ich dann nur noch den einen engen Freund. Leider ist auch dort seit Monaten Funkstille. Wir haben uns irgendwie auseinandergelebt. Er hat wieder geheiratet und seine Zeit ist knapp. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden das die Freundschaft vorbei ist. Zwar denke ich hin und wieder nach, den Kontakt wieder aufzunehmen bzw. es zu versuchen. Aber ich denke, wenn wir uns wieder zusammenraufen würden, wären wir in ein oder zwei Jahren wieder an dem Punkt. Dies möchte ich nicht noch einmal durchmachen.
Immerhin habe ich noch einige gute Freunde/Bekannte. Es sind zwar keine sehr engen Freunde.
Aber sehr liebe Menschen. Man sieht sich hin und wieder. Meisten geht dafür die Initiative von mir aus.
Wie sieht es bei Euch aus?
Habt Ihr Freunde?
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Re: Habt Ihr Freunde?
Ich habe noch meinen Freundeskreis aus meiner Jugendzeit. Sechs Personen, alle schon lange verheiratet mit Haus und Kindern. Dazu noch meinen Bruder und meinen Cousin, die auch diesen Freundeskreis teilen. Wegen all dieser Verpflichtungen sieht man sich natürlich nicht mehr so häufig wie früher, aber wir haben diverse Gruppenchats, in denen wir ständig schreiben. Mein bester Freund kommt demnächst mit seiner Familie nach vier Jahren aus den USA wieder und zieht wieder hier in meine Heimatstadt. Damit wäre unsere Clique wieder vollständig vereint.
Ansonsten habe ich seit einem halben Jahr noch eine Brettspielrunde mit zwei Mannschaftskollegen und deren Freundinnen. Die sind zwar alle 15 - 20 Jahre jünger als ich, aber wir liegen auf einer Wellenlänge.
Was mir noch fehlt, wären Freunde, die mich auf Konzerte begleiten würden. Bei den oben Genannten mangelt es entweder an Zeit, Interesse oder gutem Musikgeschmack. Ich will mich aber nicht beklagen.
Ansonsten habe ich seit einem halben Jahr noch eine Brettspielrunde mit zwei Mannschaftskollegen und deren Freundinnen. Die sind zwar alle 15 - 20 Jahre jünger als ich, aber wir liegen auf einer Wellenlänge.
Was mir noch fehlt, wären Freunde, die mich auf Konzerte begleiten würden. Bei den oben Genannten mangelt es entweder an Zeit, Interesse oder gutem Musikgeschmack. Ich will mich aber nicht beklagen.
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Re: Habt Ihr Freunde?
Ich bin 40 und wohne auch noch mit meinen Eltern zusammen. Als ich so Anfang oder Mitte 20 war, sah es mal so aus, dass wir aus unserer Wohnung raus müssten. Da wollte ich mir eigentlich eine eigene Wohnung suchen. Meine Eltern meinten dann aber, dass wir uns lieber gemeinsam etwas suchen sollten, weil ich ja sonst total vereinsame.Analphabet der Liebe hat geschrieben: ↑21.05.2026, 18:48 Mittlerweile gehe ich stramm auf die 50 zu, bin Abler und habe es in all den Jahren nicht geschafft, genauer gesagt nicht versucht von zu Hause auszuziehen (dies alleine wäre auch ein Thema für einen Extra-Beitrag hier im Forum, vielleicht später mal).
Schlussendlich mussten wir dann doch nicht aus unserer Wohnung raus. Es ist aber so, dass es mir meine Eltern dadurch nicht wirklich leicht gemacht haben bzw. machen. Ich habe halt irgendwie das Gefühl, dass ich sie im Stich lassen würde. Meine Eltern sagen immer wieder, wie froh sie sind, dass ich bei ihnen wohne. Das freut mich ja einerseits auch, aber manchmal wäre es mir lieber, wenn sie mir sagen würden, dass es an der Zeit wäre, endlich auszuziehen.
Hinzu kommt aber halt auch, dass es nicht so leicht ist etwas bezahlbares zu finden, was einem dann auch gefällt.
In der Grundschule hatte ich ein paar Freunde und später in der Realschule hatte ich auch drei Freunde. Das hat mir damals auch gereicht. Ich konnte mich auch immer ganz gut selber beschäftigen.Am liebsten habe ich alleine gespielt.
Der Modellbahn bin ich bis heute treu geblieben. Mir macht das Hobby nach wie vor große Freude.Im Sandkasten und später auf der Modelleisenbahn mir eine kleine heile Welt aufgebaut.
Während ich in der Schulzeit ja wie erwähnt Freunde hatte, haben sich unsere Wege nach der Schule getrennt. Neben den Schulfreunden gab es noch Nachbarn, die ich ebenfalls als Freunde bezeichnen würde. Vom Alter her hätten sie meine Großeltern sein können, aber wir hatten ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis. Leider sind sie vor ein paar Jahren gestorben.Mehrere Jahre hatte ich dann überhaupt keine Freunde.
Es ist aber so, dass mir meine Eltern das im Grunde auch nie vorgelebt haben. Auch sie haben keine Freunde.
Puh, das ist natürlich bitter.Mit den 3 sehr guten Freunden konnte ich über (fast) alles reden. In den letzten Jahren gab es allerdings wieder Einschnitte. 2 der 3 sehr guten/engen Freunde sind leider verstorben (jeweils Krebs). Bis zum Schluss hatten wir Kontakt, ja bis zum Sterbebett. Es waren Freundschaften die über 20 Jahre Bestand hatten.
Das ist doch schonmal viel Wert. Wie erwähnt habe ich leider gar keine Freunde. Bekannte schon, aber echte Freunde, die für einen da wären, wenn es mir schlecht geht, habe ich leider keine. Heute kein Problem, aber mir macht es schon Sorgen, wenn ich daran denke, dass mal niemand da sein wird, wenn es mir mal schlecht gehen sollte.Immerhin habe ich noch einige gute Freunde/Bekannte. Es sind zwar keine sehr engen Freunde.
Aber sehr liebe Menschen. Man sieht sich hin und wieder. Meisten geht dafür die Initiative von mir aus.
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Deja-vu
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Re: Habt Ihr Freunde?
Als Kind hatte ich sehr viele (war da auch noch extrovertierter), aber ob das in dem Alter echte Freundschaften sind?
In der Schulzeit waren es immer nur ein oder zwei Leute, mit denen ich wirklich eng war. Ich bin kein Gruppenmensch.
Leider habe ich meinen gesamten Abschlussjahrgang aus den Augen verloren. Nächsten Monat wäre 20jähriges Jubiläum. Aber selbst wenn es ein Klassentreffen gäbe, bekäme ich das nicht mit.
Später hatte ich immer wieder nur lose Kontakte, aber würde es nicht Freundschaft nennen.
Die einzige Person, die mir heute nahesteht, ist meine beste Freundin. Seit 18 Jahren sind wir unzertrennlich.
In der Schulzeit waren es immer nur ein oder zwei Leute, mit denen ich wirklich eng war. Ich bin kein Gruppenmensch.
Leider habe ich meinen gesamten Abschlussjahrgang aus den Augen verloren. Nächsten Monat wäre 20jähriges Jubiläum. Aber selbst wenn es ein Klassentreffen gäbe, bekäme ich das nicht mit.
Später hatte ich immer wieder nur lose Kontakte, aber würde es nicht Freundschaft nennen.
Die einzige Person, die mir heute nahesteht, ist meine beste Freundin. Seit 18 Jahren sind wir unzertrennlich.
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Hoppala
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Re: Habt Ihr Freunde?
Ja.
Bin auch ohne Kindergarten aufgewachsen. In der Grundschule hat meine Mutter mit anderen Eltern in der Nachbarschaft organisert, das wir gemeinsam zur Schule gingen. Dadurch entstanden automatisch Kontakt, auch zum Spielen (übrigens auch zu Mädchen, da 3 die nächsten Nachbarn waren). Die würde ich aber heute nicht als "Freundschaften" bezeichnen, denn tatsächliches Vertrauen und Unterstützung gab's da nicht. Keine Ahnung, wieviel man da in dem Alter erwarten kann.
Ich war es auch gewohnt, viel allein zu spielen, mir zu erarbeiten, mit Baukästen zu experimentieren, Dinge zu erfinden, ... das interessierte damals keinen meiner "Freunde".
@Analphabet
Ich schätze, die frühe Gewohnheit führt - vielleicht in Kombination mit persönlicher Anlage - zu einer gewissen Überforderung, wenn man dann in "soziale Kontexte" geworfen ist. Das führt dann zu diesem "das war nett, aber es reicht"-Gefühl, während andere noch stundenlang in der Gruppe fröhlich sind. Entsprechend reduziert das dann im weiteren Verlauf generell soziale Erfahrungen und damit Kompetenz, mit Menschen "umzugehen" - insbesondere in Grenzsituationen (sei es Konflikt, sei es Bezoehungsanbahnung).
Ab der höheren Schule habe ich begonnen, mich in verschiedenen Bereichen zu engagieren (ein gewisses "sozale Gerechtigkeit"-Gefühl habe ich vom Elternhaus mitbekommen, obwohl die das Engagement immer als "riskant" einstuften (bloß nicht auffallen!) - geprägt durch NS-, DDR- und auch BRD-Erfahrungen ("die von drüben" ...).Daraus haben sich dann "richtige" Freundschaften ergeben.
Dieses Verhalten habe ich im Weiteren beibehalten. Mich mit und für andere für etwas einsetzen. Verlässlich dabei sein, Aufgaben übernehmen, Ideen äußern. Der Rest ergab (und ergibt) sich von selbst. Insbesondere ist meine Erfahrung mit sozialen Situationen gewachsen, einschließlich Selbsterkenntnis, was ich sozial gut kann (erstaunlich viel, gemsssen am schüchternen, stillen Grundschüler.) oder was ich zwar "irgendwie hinkriegen würde", aber besser anderen überlasse (wenn es die gibt - ansonsten:selbst machen, lernen.).
Ich denke, das geht immer und in jedem Alter, solange mensch geistig (und möglichst auch körperlich) beweglich ist.
Klar ist der Berg an Gewohnheiten - auch Denk- und Gefühlsgewohheiten - größer, je länger man sie "gepflegt" hat. Aber was als Nachteil daherkommt, kann ich auch als Möglichkeit sehen: dann gewöhn ich mich halt mal an was Neues! Braucht halt etwas Geduld mit sich selbst (und ev. den Mitmenschen), ein gewisses Selbstmanagement und Kreativität, die Anstrengung (neu, ungewohnt, anfangs überfordernd) sinnvoll auszugleichen (möglichst, ohne dabei die "alten" Gewohnheiten neu zu beleben.
Und vielleicht muss ich heutzutage betonen: wo immer es geht, nicht digital "engagieren". Sondern in echt mit Menschen, die sich regelmäßig mit einem gemeinsamen Anliegen treffen, so in aller physischen Präsenz.
Ich habe vor einiger Zeit Kontakt zu ehemaligen Schulfreunden aufgenommen und bin erfreut, dass auch nach Jahrzehnten ohne Kontakt das gegenseitige Vertrauen und Sympathie nach praktisch einer halben Stunde Treffen wieder da waren. Gegenseitig! (Wir haben darüber gesprochen).
Ich habe Freunde aus meiner Studienzeit, ebenfalls seit Jahrzehnten durch die halbe Republik.
Ich habe per Hobby einen Freund - nun auch schon seit Jahrzehnten - in einem anderen Land, den ich jederzeit besuchen kann.Bin da immer willkommen - er bei mir auch.
Ich hatte eine Zeitlang Freunde über den Job. Da musste ich aber feststellen, dass das nie gehalten hat - "Business" ging am Ende immer vor. Also eigentlich keine "wirklichen" Freunde.
Und an meinem jetzigen Wohnort habe ich auch einige Menschen kennengelernt, die mir wohl "bis uns der Tod scheidet" erhalten bleiben.
@Analphabet
Mir war mit 16 klar,m dass ich mein Elternhaus so schnell als möglich verlassen muss (also spätestens nach dem Abitur), weil es mich eingeengt hat. Ich weiß von Freunden, dass die ihre Heimat nie verlassen haben, weil bei denen in Sachen Familie, Freundeskreis, Job alles soweit rund lief. Und ja, das hat gewaltige Vorteile und bringt Sicherheit, so fest "verwuirzelt" zu sein.
Aber wenn man den Eindruck hat, dass man in für einen selbst wichtigen Lebensbereichen "feststeckt" und in der aktuellen Situation keine echten Optionen sieht, würde ich immer den Sprung ins kate Wasser woanders empfehlen. Ja, kann Angst machen. Ja, bringt die Chance auf komplett neue Erfahrungen und vor allem: (Denk- und Verhaltens-)Gewohnheiten ändern.
Bin auch ohne Kindergarten aufgewachsen. In der Grundschule hat meine Mutter mit anderen Eltern in der Nachbarschaft organisert, das wir gemeinsam zur Schule gingen. Dadurch entstanden automatisch Kontakt, auch zum Spielen (übrigens auch zu Mädchen, da 3 die nächsten Nachbarn waren). Die würde ich aber heute nicht als "Freundschaften" bezeichnen, denn tatsächliches Vertrauen und Unterstützung gab's da nicht. Keine Ahnung, wieviel man da in dem Alter erwarten kann.
Ich war es auch gewohnt, viel allein zu spielen, mir zu erarbeiten, mit Baukästen zu experimentieren, Dinge zu erfinden, ... das interessierte damals keinen meiner "Freunde".
@Analphabet
Ich schätze, die frühe Gewohnheit führt - vielleicht in Kombination mit persönlicher Anlage - zu einer gewissen Überforderung, wenn man dann in "soziale Kontexte" geworfen ist. Das führt dann zu diesem "das war nett, aber es reicht"-Gefühl, während andere noch stundenlang in der Gruppe fröhlich sind. Entsprechend reduziert das dann im weiteren Verlauf generell soziale Erfahrungen und damit Kompetenz, mit Menschen "umzugehen" - insbesondere in Grenzsituationen (sei es Konflikt, sei es Bezoehungsanbahnung).
Ab der höheren Schule habe ich begonnen, mich in verschiedenen Bereichen zu engagieren (ein gewisses "sozale Gerechtigkeit"-Gefühl habe ich vom Elternhaus mitbekommen, obwohl die das Engagement immer als "riskant" einstuften (bloß nicht auffallen!) - geprägt durch NS-, DDR- und auch BRD-Erfahrungen ("die von drüben" ...).Daraus haben sich dann "richtige" Freundschaften ergeben.
Dieses Verhalten habe ich im Weiteren beibehalten. Mich mit und für andere für etwas einsetzen. Verlässlich dabei sein, Aufgaben übernehmen, Ideen äußern. Der Rest ergab (und ergibt) sich von selbst. Insbesondere ist meine Erfahrung mit sozialen Situationen gewachsen, einschließlich Selbsterkenntnis, was ich sozial gut kann (erstaunlich viel, gemsssen am schüchternen, stillen Grundschüler.) oder was ich zwar "irgendwie hinkriegen würde", aber besser anderen überlasse (wenn es die gibt - ansonsten:selbst machen, lernen.).
Ich denke, das geht immer und in jedem Alter, solange mensch geistig (und möglichst auch körperlich) beweglich ist.
Klar ist der Berg an Gewohnheiten - auch Denk- und Gefühlsgewohheiten - größer, je länger man sie "gepflegt" hat. Aber was als Nachteil daherkommt, kann ich auch als Möglichkeit sehen: dann gewöhn ich mich halt mal an was Neues! Braucht halt etwas Geduld mit sich selbst (und ev. den Mitmenschen), ein gewisses Selbstmanagement und Kreativität, die Anstrengung (neu, ungewohnt, anfangs überfordernd) sinnvoll auszugleichen (möglichst, ohne dabei die "alten" Gewohnheiten neu zu beleben.
Und vielleicht muss ich heutzutage betonen: wo immer es geht, nicht digital "engagieren". Sondern in echt mit Menschen, die sich regelmäßig mit einem gemeinsamen Anliegen treffen, so in aller physischen Präsenz.
Ich habe vor einiger Zeit Kontakt zu ehemaligen Schulfreunden aufgenommen und bin erfreut, dass auch nach Jahrzehnten ohne Kontakt das gegenseitige Vertrauen und Sympathie nach praktisch einer halben Stunde Treffen wieder da waren. Gegenseitig! (Wir haben darüber gesprochen).
Ich habe Freunde aus meiner Studienzeit, ebenfalls seit Jahrzehnten durch die halbe Republik.
Ich habe per Hobby einen Freund - nun auch schon seit Jahrzehnten - in einem anderen Land, den ich jederzeit besuchen kann.Bin da immer willkommen - er bei mir auch.
Ich hatte eine Zeitlang Freunde über den Job. Da musste ich aber feststellen, dass das nie gehalten hat - "Business" ging am Ende immer vor. Also eigentlich keine "wirklichen" Freunde.
Und an meinem jetzigen Wohnort habe ich auch einige Menschen kennengelernt, die mir wohl "bis uns der Tod scheidet" erhalten bleiben.
@Analphabet
Mir war mit 16 klar,m dass ich mein Elternhaus so schnell als möglich verlassen muss (also spätestens nach dem Abitur), weil es mich eingeengt hat. Ich weiß von Freunden, dass die ihre Heimat nie verlassen haben, weil bei denen in Sachen Familie, Freundeskreis, Job alles soweit rund lief. Und ja, das hat gewaltige Vorteile und bringt Sicherheit, so fest "verwuirzelt" zu sein.
Aber wenn man den Eindruck hat, dass man in für einen selbst wichtigen Lebensbereichen "feststeckt" und in der aktuellen Situation keine echten Optionen sieht, würde ich immer den Sprung ins kate Wasser woanders empfehlen. Ja, kann Angst machen. Ja, bringt die Chance auf komplett neue Erfahrungen und vor allem: (Denk- und Verhaltens-)Gewohnheiten ändern.
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Re: Habt Ihr Freunde?
Ja, ich habe Freundschaften unterschiedlicher Art. Meine beiden besten Freunde kenne ich seit der Schulzeit. Da wir inzwischen über Kontinente verteilt wohnen, sehen wir uns leider nur noch selten in Person, aber wir "Skypen" in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen und schreiben uns Textnachrichten. Während wir in unserer Jugendzeit sehr viel zusammen gemacht haben, hat sich unsere Freizeitgestaltung etwas auseinander entwickelt, aber dass wir uns so lange kennen ist unersetzlich. Sie sind momentan auch meine einzigen Freunde, die explizit von meinem AB-tum wissen.
Ansonsten, würde ich noch ein paar Kollegen mit denen ich regelmäßig Sport mache und mehrfach im Urlaub war zu meinen Freunden zählen. Aber nicht unbedingt als besonders eng, mehr für gemeinsamen Sport und Aktivitäten. Das wird vermutlich aber bald weniger werden, da dort Kinder erwartet werden. Unter anderem deshalb ich mich in einem Kontaktportal, um neue Sportpartner bemüht und dort zwei Frauen kennengelernt. Nachdem ich mit beiden schon ein paar Mal was unternommen habe, würde ich sie auch zu meinen Freunden zählen (oder zumindest entstehenden Freundschaften).
Ich hatte noch einen Bergpartner, mit dem ich viel gemacht habe. Der war letztes Jahr frisch in einer Beziehung und mehr oder weniger abgetaucht, aber wir haben uns jetzt wieder etwas angenähert. Ich bin gerne mit ihm am Berg, aber emotionalen Support erwarte ich mir nicht mehr von ihm.
Dann bin ich noch etwas enger mit einem Paar befreundet, dass leider aus meiner Stadt weggezogen ist. Wir sind aber noch in losem Kontakt und sie planen nächstes Jahr wieder zurück zu ziehen. Ich denke, dann wird man sich auch wieder öfter sehen.
Ansonsten, würde ich noch ein paar Kollegen mit denen ich regelmäßig Sport mache und mehrfach im Urlaub war zu meinen Freunden zählen. Aber nicht unbedingt als besonders eng, mehr für gemeinsamen Sport und Aktivitäten. Das wird vermutlich aber bald weniger werden, da dort Kinder erwartet werden. Unter anderem deshalb ich mich in einem Kontaktportal, um neue Sportpartner bemüht und dort zwei Frauen kennengelernt. Nachdem ich mit beiden schon ein paar Mal was unternommen habe, würde ich sie auch zu meinen Freunden zählen (oder zumindest entstehenden Freundschaften).
Ich hatte noch einen Bergpartner, mit dem ich viel gemacht habe. Der war letztes Jahr frisch in einer Beziehung und mehr oder weniger abgetaucht, aber wir haben uns jetzt wieder etwas angenähert. Ich bin gerne mit ihm am Berg, aber emotionalen Support erwarte ich mir nicht mehr von ihm.
Dann bin ich noch etwas enger mit einem Paar befreundet, dass leider aus meiner Stadt weggezogen ist. Wir sind aber noch in losem Kontakt und sie planen nächstes Jahr wieder zurück zu ziehen. Ich denke, dann wird man sich auch wieder öfter sehen.
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Seb-X
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Re: Habt Ihr Freunde?
Was sind wirkliche Freunde? Die ich zuheule, weil ich Versager unfähig bin, eine Freundin zu finden? Nein, diese Freunde habe ich nicht. Dieses Thema behalte ich für mich.
"Im innersten Gehäuse des Humanismus, als dessen eigene Seele, tobt gefangen der Wüterich, der als Faschist die Welt zum Gefängnis macht."
(aus "Schwabenstreiche", Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
(aus "Schwabenstreiche", Theodor W. Adorno, Minima Moralia)