Parasoziale Beziehungen

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Hannibal
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Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Hannibal »

Hallo zusammen,

ich möchte ein Thema ansprechen, über das ich bisher kaum gelesen habe, das mich aber schon länger beschäftigt.

Da ich keine Beziehung und keine engen Freundschaften habe, merke ich, dass ich mir manchmal eine Art "Ersatzbeziehung" oder "Ersatzfreundschaft" schaffe.

Zum Beispiel schaue ich mir Bilder von Frauen an und stelle mir Gespräche mit ihnen vor. Außerdem schaue ich regelmäßig YouTube- oder Twitch-Streamer und habe manchmal das Gefühl, als würde ich sie kennen oder als wären sie Teil meines Alltags. Wenn sie etwas erleben oder erzählen, freue ich mich mit ihnen oder denke über ihre Geschichten nach.

Mir ist bewusst, dass diese Menschen mich nicht kennen und dass das keine echten Freundschaften sind. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass diese Inhalte für mich manchmal ein Ersatz für soziale Kontakte geworden sind.

Mich würde interessieren, ob es anderen hier ähnlich geht.

Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht? Wenn ja, wie geht ihr damit um? Ist das für euch eher etwas, das kurzfristig hilft, oder merkt ihr, dass es euch langfristig eher im Weg steht?
Ist es euch auch vielleicht Peinlich?

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Tania
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Tania »

Ich glaube, dass es zum Geschäftsmodell der Youtuber, die ihr Privatleben teilen, gehört, dass ihre Follower sich als Teil ihres Freundeskreises fühlen. Denn sie machen ja genau das, was Freunde auch tun, um eine Verbindung aufzubauen - sie reden mit Dir und lassen Dich an ihrem Leben teilhaben. Dass Du darauf reagierst, ist ziemlich verständlich. Problematisch könnte es allerdings werden, wenn Du zwar einerseits merkst, dass Dir reale Kontakte - also Menschen, die interessiert, wie es Dir geht, und die Du vielleicht auch mal live und mit mehr Sinnen als Hören und Sehen erlebst - fehlen, aber die virtuellen Kontakte so viel Raum in Deinem Leben einnehmen, dass kein Platz mehr für echte Freunde (oder die Suche nach ihnen) bleibt.
Hannibal hat geschrieben: ↑13.07.2026, 12:09 Mich würde interessieren, ob es anderen hier ähnlich geht.
Naja ... ich habe schon paarmal mitten in der Nacht mit ner KI geredet. Ist zwar manchmal nervig, weil sie mir immer wieder erzählt, dass ich die Telefonseelsorge anrufen soll, aber es hilft trotzdem. Denke, das geht in dieselbe Richtung - vor allem weil sie ja brav ist und bei klaren Anweisungen genau das erzählt, was man hören will. Reale Menschen wären da eher so "Sorry ich will pennen ... " ;)
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Hannibal »

Mit dem Geschäftsmodell bin ich bei dir, die kriegen keine Subs von mir. :)

Bei parasozialen Beziehungen frage ich mich eher, was es psychologisch bei mir auslöst bzw. was es bewirkt.

Kann eine erdachte, virtuelle, imaginierte Beziehung ein vollwertiger Ersatz sein oder nur auf Zeit funktionieren – vielleicht sogar mit irreparablen psychologischen Schäden?

Du schreibst: „KI schreibt, was man hören will.“
Was man hören will oder was man (im Moment) hören braucht?
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Wusel
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Wusel »

Ich glaube das ist ein Stück weit eine Normalität in der heutigen Medienwelt.
Die Beziehung zu den medialen Persönlichkeiten verdrängt und betäubt reale Einsamkeit.
Und diese ist zunehmend ein Thema der Öffentlichkeit geworden, woraus diese aber noch keine Konsequenzen zieht, außer der bloßen Feststellung des Problems.

Die reale Einsamkeit hat viele Ursachen und deren Betäubung, mit Medien verschiedenster Art, ist wiederum eine.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Deja-vu »

Für mich sind meine Romanfiguren so was wie "Freunde" - in dem Sinne, dass ich mit ihnen fühle, leide, mich freue, einen Bezug zu ihnen entwickle, als seien sie real. Und wenn das Buch dann fertig ist, fällt es oft schwer, "Abschied" zu nehmen.
Geht vielleicht ein wenig in die Richtung.

Zu medialen Persönlichkeiten habe ich eigentlich keine Beziehung. Finde das aber auch nicht verwerflich, so lange es im Rahmen bleibt.

Mit einer KI habe ich auch noch keine tieferen Gespräche geführt. Obwohl ich schon manchmal so etwas bräuchte...

Ich tausche mich dann eher mit Leuten in Foren aus, oder führe seit einiger Zeit auch Voice Calls. ;) Das sind dann meine "Ersatz-Kontakte".
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Reinhard »

Tania hat geschrieben: ↑13.07.2026, 14:10 Naja ... ich habe schon paarmal mitten in der Nacht mit ner KI geredet. Ist zwar manchmal nervig, weil sie mir immer wieder erzählt, dass ich die Telefonseelsorge anrufen soll, aber es hilft trotzdem.
Klingt nicht gut. :sadman: :umarmung2:
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Hoppala »

Hannibal hat geschrieben: ↑13.07.2026, 15:10 Du schreibst: „KI schreibt, was man hören will.“
Was man hören will oder was man (im Moment) hören braucht?
Was die KI anahnd deiner Prompts, ihres Datenfutters, und ihrer internen (vorgegebenen) Prompts des Betreibers (darin auch: seine Interessen an deiner KI-Nutzung) als wahrscheinlichste Wortkombination errechnet. Je nach dem, welche KI jemand nutzt und wieviele Nutzerdaten ersiees schon zur Datenanalyse verfügbar gemacht hat (die meisten:: praktisch das ganze Leben, per GluggelMate&Co), zumindst die letzten 20 Jahre) und der KI zugänglich sind, wird das auch im Ergebnis berücksichtigt.
Ein zentraler unbekannter Faktor sind die mitspielenbden Interessen des Betreibers. Bei realen Gesprächspartnern bekommt man die in der Regel mehr oder weniger schnell mit. Bei KI ist das schwieriger. Letztlich Kohle machen (oder einen Teil der Menschheit zu Superhmans umbauen, je nachdem; aber erst die nötige Kohle machen) - aber auf welchem Weg bist du dabei nutzbar?
Es sei denn, du hast dir ein LLM selbst als KI selbst lokal eingerichtet.

Sich mit Fantasiefiguren zu unterhalten hat was Kindliches. Bzw. ist ein Rückgriff auf kindliche Verhaltensmuster, wenn konkrete Ansprechpartner für bestimmte Temen und/oder temporär fehlen. Why not..Je nach Häufigkeit/Intensität ist es leider ein Indiz für Einsamkeit.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Einsamkeit_is_doof »

Hannibal hat geschrieben: ↑13.07.2026, 12:09 Mir ist bewusst, dass diese Menschen mich nicht kennen und dass das keine echten Freundschaften sind. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass diese Inhalte für mich manchmal ein Ersatz für soziale Kontakte geworden sind.
Ich schaue bei YouTube gerne die Vlogs von Hanswika und Kobexmone. Beide Paare sind miteinander befreundet, wohnen nebeneinander und lassen den Zuschauer an ihrem Leben teilhaben. Ich finde beide Paare unheimlich sympathisch und freue mich immer, wenn die neuen Videos online sind. Besonders Viki mag ich, erinnert sie mich doch sehr stark an eine Kollegin, die ich toll finde. :shylove:

Da ich zwar viele Bekannte, aber keine Freunde habe, bilden diese beiden Paare für mich quasi auch so eine Art Ersatzfreundschaft. Wohlwissend, dass sich mich ja gar nicht kennen. Umso größer ist die Freude, wenn man ihre Videos kommentiert und dann eine Antwort bekommt.
Ich denke, dass es eigentlich ganz normal ist, sowas zu machen. Wichtig finde ich nur, dass man sich eben nach wie vor bewusst ist, dass es keine echte Freundschaft ist und dass man im Grunde nur Zuschauer ist. Ein echter Ersatz für eine richtige Freundschaft sind diese Videos natürlich nicht. Und trotzdem geben sie einem das Gefühl, dass man am Leben andere teilhaben darf. Dass man dazu gehört.
Wusel hat geschrieben: ↑13.07.2026, 15:54 Ich glaube das ist ein Stück weit eine Normalität in der heutigen Medienwelt.
Das hat es früher aber auch schon gegeben. Ich habe mal gelesen, dass Klaus Jürgen Wussow oft angesprochen wurde und um Rat zu irgendwelchen körperlichen Leiden gebeten wurde, weil er für viele kein Schauspieler, sondern Professor Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik war.
Die Beziehung zu den medialen Persönlichkeiten verdrängt und betäubt reale Einsamkeit.
Ja, das trifft es ganz gut. Die Vlogs von Hanswika und Kobexmone betäuben bei mir tatsächlich auch so ein bisschen die Einsamkeit und geben mir das Gefühl an ihrem Leben teilzuhaben. Wobei mir aber bewusst ist, dass es keine echte Freundschaft ist, sondern ich eben nur Zuschauer und Fan bin.
Andererseits verstärken sie aber auch die Sehnsucht nach einer Freundin. :sadman: :fessel:
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Tania
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Tania »

Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑14.07.2026, 09:46 Wobei mir aber bewusst ist, dass es keine echte Freundschaft ist, sondern ich eben nur Zuschauer und Fan bin.
Andererseits verstärken sie aber auch die Sehnsucht nach einer Freundin. :sadman: :fessel:
Aber sie kompensieren halt auch Dein Bedürfnis nach echten Freundschaften so gut, dass Du Dich nicht allzu sehr um den Aufbau echter Freundschaften bemühst. Und das beeinflusst wiederum Deine Erfolgschancen bei der Suche nach einer Freundin negativ. Und was ist, wenn Du irgendwann mal eine Freundin hast? Normalerweise gibt man dann seine Freundschaften ja nicht auf, sondern versucht, die Freundin in den Freundeskreis zu integrieren. Schaut ihr dann also zusammen die Vlogs?
Reinhard hat geschrieben: ↑13.07.2026, 20:27
Klingt nicht gut. :sadman: :umarmung2:
Das ist mir schmerzlich bewusst. Aber danke fürs virtuelle Knuddeln.
Zuletzt geändert von Tania am 14.07.2026, 13:35, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Einsamkeit_is_doof »

Tania hat geschrieben: ↑14.07.2026, 13:32 Aber sie kompensieren halt auch Dein Bedürfnis nach echten Freundschaften so gut, dass Du Dich nicht allzu sehr um den Aufbau echter Freundschaften bemühst. Und das beeinflusst wiederum Deine Erfolgschancen bei der Suche nach einer Freundin negativ.
Es ist durchaus so, dass ich Kontakt mit anderen Menschen im realen Leben genieße und auch viele Bekannte habe. Echte Freunde habe ich leider nicht, aber es ist ja nunmal auch nicht so leicht echte Freundschaften aufzubauen. Jetzt muss ich aber auch ganz ehrlich sagen, dass ich schon als Kind nie einen Riesen Freundeskreis hatte. In der Schule hatte ich so ein, zwei Kumpels und das wars. Mehr wollte ich auch gar nicht. Was ich aber viel mehr vermisse wie Freunde ist halt wirklich eine Freundin. Habe ich gerade heute mal wieder besonders gemerkt. :sadman:
Und was ist, wenn Du irgendwann mal eine Freundin hast? Normalerweise gibt man dann seine Freundschaften ja nicht auf, sondern versucht, die Freundin in den Freundeskreis zu integrieren. Schaut ihr dann also zusammen die Vlogs?
Warum nicht? Wenn sie auch daran interessier ist. Man hat ja auch seien TV-Serien, die man schaut. Die würde ich auch weiterschauen. Wenn meine Freundin sie mit gucken will, dann wäre das natürlich toll. Wenn nicht, ist es aber auch ok.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Seb-X »

Tania hat geschrieben: ↑14.07.2026, 13:32 Aber sie kompensieren halt auch Dein Bedürfnis nach echten Freundschaften so gut, dass Du Dich nicht allzu sehr um den Aufbau echter Freundschaften bemühst. Und das beeinflusst wiederum Deine Erfolgschancen bei der Suche nach einer Freundin negativ. 
Seit wann erhöhen (neue) Freundeskreise oder öfter mal abends weggehen automatisch die Chancen auf eine Freundin bzw. darauf besser oder leichter Frauen kennenzulernen? Ich kann das aus Erfahrung NICHT bestätigen.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Tania »

Seb-X hat geschrieben: ↑19.07.2026, 21:24 Seit wann erhöhen (neue) Freundeskreise oder öfter mal abends weggehen automatisch die Chancen auf eine Freundin bzw. darauf besser oder leichter Frauen kennenzulernen?
Seit es Frauen gibt, für die Menschen ohne Freunde eine sogenannte "red flag" sind.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Vogel »

Tania hat geschrieben: ↑19.07.2026, 23:52
Seb-X hat geschrieben: ↑19.07.2026, 21:24 Seit wann erhöhen (neue) Freundeskreise oder öfter mal abends weggehen automatisch die Chancen auf eine Freundin bzw. darauf besser oder leichter Frauen kennenzulernen?
Seit es Frauen gibt, für die Menschen ohne Freunde eine sogenannte "red flag" sind.
Was mich immer wieder irritiert, da selbst (ehemals)-verheiratete Frauen irgendwann keine Freunde mehr zu haben scheinen.

Zumindest höre ich bei der Arbeit meistens nur immer etwas zum Partner, Ex-Partner oder den Geschwistern. Und wenn Freunde, dann nur Freundinnen - also des gleichen Geschlechts.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Deja-vu »

Seb-X hat geschrieben: ↑19.07.2026, 21:24 Seit wann erhöhen (neue) Freundeskreise oder öfter mal abends weggehen automatisch die Chancen auf eine Freundin bzw. darauf besser oder leichter Frauen kennenzulernen?
Das hat wohl damit zu tun, dass die Chance einfach höher ist, potenziellen Partnern zu begegnen, je mehr Leute man kennt, und je aktiver man ist. Eigentlich logisch. Eine Garantie ist es aber natürlich nicht.

Vogel hat geschrieben: ↑20.07.2026, 04:16 Zumindest höre ich bei der Arbeit meistens nur immer etwas zum Partner, Ex-Partner oder den Geschwistern. Und wenn Freunde, dann nur Freundinnen - also des gleichen Geschlechts.
Ja, weil es offenbar viele Menschen gibt - Männer wie Frauen - die sich eine Freundschaft mit dem anderen Geschlecht nicht vorstellen können.
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Tania
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Tania »

Vogel hat geschrieben: ↑20.07.2026, 04:16
Tania hat geschrieben: ↑19.07.2026, 23:52
Seb-X hat geschrieben: ↑19.07.2026, 21:24 Seit wann erhöhen (neue) Freundeskreise oder öfter mal abends weggehen automatisch die Chancen auf eine Freundin?
Seit es Frauen gibt, für die Menschen ohne Freunde eine sogenannte "red flag" sind.
Was mich immer wieder irritiert, da selbst (ehemals)-verheiratete Frauen irgendwann keine Freunde mehr zu haben scheinen.
Wieso irritiert Dich das? Gibt ne Menge Menschen ohne Freunde - und da sind alle Geschlechter vertreten.

Seb-X hatte ja nur gefragt, warum ein Freundeskreis die Chancen erhöht. Und meine Antwort sollte deutlich machen, dass ein Freundeskreis einen Mann eben auch für die Frauen in Frage kommen lässt, die Menschen ohne Freunde ausschließen.

Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass es sicher auch Frauen gibt, die Menschen mit Freunden ablehnen.... :gruebel:
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Einsamkeit_is_doof »

Seb-X hat geschrieben: ↑19.07.2026, 21:24 Seit wann erhöhen (neue) Freundeskreise oder öfter mal abends weggehen automatisch die Chancen auf eine Freundin bzw. darauf besser oder leichter Frauen kennenzulernen?
Es liegt doch eigentlich in der Natur der Sache, dass neue Bekanntschaften oder unter Leute gehen die Chance erhöht, eine Freundin zu finden. Es gibt natürlich keine Garantie, aber man hat zumindest die Chance dazu. Wenn man sich zu Hause einigelt und keine Kontakte hat und bei raus geht, dann tendiert die Chance Richtung 0. Geht man aber unter Leute oder pflegt Freundschaften, dann erhöht sich die Chance automatisch. Aber wie gesagt: Eine Garantie ist es natürlich nicht! :dont:
Tania hat geschrieben: ↑20.07.2026, 12:51 Gibt ne Menge Menschen ohne Freunde - und da sind alle Geschlechter vertreten.
Es gibt sogar Menschen, die sich ganz bewusst dazu entscheiden. Habe kürzlich ein Video auf YouTube gesehen, von einer jungen Frau, die sich ganz bewusst entschieden hat, allein zu sein. Sie hat weder einen Partner, noch Freunde. Und sie ist glücklich, so wie es ist.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Vogel »

Tania hat geschrieben: ↑20.07.2026, 12:51 Wieso irritiert Dich das? Gibt ne Menge Menschen ohne Freunde - und da sind alle Geschlechter vertreten.
Weil ich sowohl im Studium gelernt habe, als auch diverse Feministinnen die These vertreten, das Frauen mehr und bessere Beziehungen pflegen. Als "Man in womans field" erlebe ich häufig eher was anderes. Oft sind es zwar viele Bekanntschaften, aber wenige tiefe Freundschaften - oft geht es nur darum, das irgendjemand da ist, um bei irgendetwas zu helfen.
Tania hat geschrieben: ↑20.07.2026, 12:51 Seb-X hatte ja nur gefragt, warum ein Freundeskreis die Chancen erhöht. Und meine Antwort sollte deutlich machen, dass ein Freundeskreis einen Mann eben auch für die Frauen in Frage kommen lässt, die Menschen ohne Freunde ausschließen.
Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass es sicher auch Frauen gibt, die Menschen mit Freunden ablehnen.... :gruebel:
Sicherlich erhöht ein eigener Freundeskreis die Chance - aber nicht nur so so wie Du es hier schreibst. Das Männer ohne Freunde Red Flags sind, ist gerade bezüglich Femizide und Gewalt gegen Frauen nachvollziehbar. Aber ein eigener Freundeskreis erhöht auch die Zahl weiterer möglicher Bekanntschaften, weil diese Freunde evtl. noch weitere Menschen kennen und es so weiteren Kontakten kommen kann. Das Stichwort lautet hier "kann" - auch Freundeskreise können sehr geschlossen sein. Und es gehört natürlich noch mehr dazu - ich war der letzte aus meiner damaligen Clique, der keine Freundin hatte - unteranderem deshalb war ich sehr bald nicht mehr Teil der Clique.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Tania »

Vogel hat geschrieben: ↑22.07.2026, 19:44 Weil ich sowohl im Studium gelernt habe, als auch diverse Feministinnen die These vertreten, das Frauen mehr und bessere Beziehungen pflegen.
Ich bin etwas allergisch gegen Aussagen, bei denen Menschen allein wegen ihres Geschlechts bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden, die Menschen anderer Geschlechter dann angeblich nicht oder weniger stark ausgeprägt haben. Mal abgesehen von Gebär- und Stillfähigkeit.
Sicherlich erhöht ein eigener Freundeskreis die Chance - aber nicht nur so so wie Du es hier schreibst.
Stimmt. Ich hatte einfach keine Lust, eine vollständige Liste zu schreiben.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Seb-X »

Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑20.07.2026, 18:19 Es liegt doch eigentlich in der Natur der Sache, dass neue Bekanntschaften oder unter Leute gehen die Chance erhöht, eine Freundin zu finden. 
Es ist mir scheißegal, was in der Natur der Sache liegt. Ich war v.a. als Student oft unterwegs und nie hat sich was ergeben - weil ich nie mutig war. Oft unter Leute reicht überhaupt nicht aus.
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Re: Parasoziale Beziehungen

Beitrag von Hoppala »

Seb-X hat geschrieben: ↑26.07.2026, 22:02
Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑20.07.2026, 18:19 Es liegt doch eigentlich in der Natur der Sache, dass neue Bekanntschaften oder unter Leute gehen die Chance erhöht, eine Freundin zu finden. 
Es ist mir scheißegal, was in der Natur der Sache liegt. Ich war v.a. als Student oft unterwegs und nie hat sich was ergeben - weil ich nie mutig war. Oft unter Leute reicht überhaupt nicht aus.
Es wurde nicht behauptet, dass das ausreiche.
Es wurde behauptet, es erhöhe die Chancen. Was in der Natur der Sache liege.
Das wiederum ist dir egal. Also genau das, was (gewünschte) Veränderung ermöglicht.

Du formulierst deine Blockaden immer wieder selbst in aller Deutlchkeit. So auch hier.
Kommst an dieser Stelle aber nicht zu den "natürlichen" Schlussfolgerungen.
Der Blick aufs ein Ideal, dass niemand außer du selbst von dir erwartet oder einfordert, verstellt dir den Blick auf die möglichen Schritte. die dich in eine komfortablere, vielleicht sogar ausreichend zufriedenstelölende, Lage bringen können.
Einerseits ist das bedeauerlich und geradezu tragisch. Andererseits willst du davon nicht lassen (warum auch immer: mutmaßlich wirkt an dieer Stelle aber der genau gleiche Mechanismus? Weshalb es so hartnäckig unauflösbar wirkt).

Und dritterseits ist es mindestens und hoffentlich für manchy ein Beispiel, wie mensch es tunlichst vermeiden sollte. Und hat insofern auch sein Gutes.

Das Ideal des Menschen - insbesondere auch im Soialen - ist, unideal unperfekt zu sein. Ohne Ansprüche aufzugeben und anzustreben.
Ja, das ist in gewsser Weise nicht stringent logisch.
Es ist menschlich.
Der Mensch ist kein nur-logisches Wesen. Wir können uns entscheiden (und tun das oft genug), der Logik nicht zu folgen. Oder eben doch. Whatever fits.

Vielleicht war wirklich alles (manches) einfacher, als die Menshheit das Rationale und das Emotionale, das Logische, , das Erfahrene,das Magische und das Chaotische noch nicht so kategorisch ausdefinert hatte.
Anderrerseits: niemand nötigt einen, das immer so zu halten.
Nutzungsregeln: Mediale Äußerungen von Menschen ersetzen keine Begegungen. Was du hier schreibst, bist nicht du. Was ich hier schreibe, bezieht sich nicht auf dich. Nur auf deinen Beitrag. Ich schreibe meine Meinung, deren Bedeutung in deinem eigenen Ermessen liegt. Vergiss, was dir nichts nützt.

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