Neue Realität: Finanzen

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sascha94
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Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Hallo Zusammen,

ich wollte noch einmal einen Blick auf ein Thema werfen, über das man nicht ganz so gerne spricht, nämlich das Thema Geld.

Berufsbedingt habe ich damit jede Menge zu tun, sodass das Thema auch im Alltag mit meiner Verlobten für mich nicht ganz unwichtig ist.

Ich fange vielleicht mal ganz vorne an: Wie habe ich das eigentlich mit dem Bezahlen beim Date gemacht?

Für mich war es irgendwie immer selbstverständlich, dass ich beim Date mit einer Frau zahle. Ich mag den Begriff „alte Schule“ dafür eigentlich nicht besonders. Für mich war und ist es einfach ein Ausdruck von Respekt und Wertschätzung. Zumindest habe ich das bei den ersten drei Dates so gehandhabt.

Meine Verlobte hat das auch ohne Widerstand akzeptiert. Im Nachhinein hat sie mir erzählt, dass sie das insgeheim sogar erwartet hatte. Das muss natürlich bei weitem nicht auf alle Dates zutreffen – ich sehe das einfach als meine persönliche Einstellung.

Im weiteren Verlauf hat es sich dann ganz automatisch eingespielt: Wenn sie bei mir in Hannover war, habe ich an den Wochenenden meistens alles bezahlt, und wenn ich in Bremen war, hat sie entsprechend die Kosten übernommen.

Richtig spannend wurde das Thema erst einige Monate später, als wir zusammengezogen sind, weil sich dadurch die Verhältnisse grundlegend verändert haben.

In diesem Fall bin ich in ihr Eigentum gezogen. Wie geht man damit um? Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mich zur Hälfte an den laufenden Kosten beteiligen möchte. Es handelt sich um lastenfreies Eigentum, sodass grundsätzlich nur die laufenden Unterhaltskosten anfallen. Da ich vorher fast 1.000 Euro im Monat für meine Wohnung bezahlt hatte, war das für mich trotzdem noch vergleichsweise günstig.

Zu diesem Zeitpunkt war außerdem schon ziemlich klar, dass wir heiraten würden. Deshalb haben wir dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht und unsere Konten zusammengelegt.

Unsere grundsätzliche Sichtweise ist: Was mein ist, ist dein, und was wir ab diesem Zeitpunkt gemeinsam an Vermögen aufbauen, gehört uns beiden. Ich verdiene etwas mehr als sie, weshalb ich dadurch auch einen etwas höheren Anteil an den Gesamtkosten trage. Das stört mich überhaupt nicht.

Ich sehe uns mittlerweile einfach als Team und nicht mehr als zwei Einzelpersonen, die zufällig zusammenwohnen.

Das klingt vielleicht zunächst romantischer, als es in den ersten Wochen tatsächlich war. :D

Jeder hat schließlich seine eigenen Gewohnheiten und Vorstellungen davon, wofür er sein Geld ausgeben möchte. Gerade am Anfang gab es deshalb durchaus kleinere Diskussionen darüber, wofür nun Geld ausgegeben wurde.

Ich eher für technische Dinge, weil ihr Haus gefühlt teilweise noch im 20. Jahrhundert lebt. :D Sie dagegen eher für Kleidung.

Das ist für mich aber auch ein Prozess gewesen, in dem man die Eigenheiten und Gewohnheiten des Partners erst einmal kennenlernen und akzeptieren muss.

Mittlerweile funktioniert das ziemlich gut. Wir haben für uns festgestellt, dass unser Modell ein gewisses Vertrauen voraussetzt. Wenn einer von uns Geld ausgibt, muss der andere darauf vertrauen können, dass es dafür einen guten Grund gibt und nicht ständig hinterfragen, warum jetzt genau dafür Geld ausgegeben wurde.

Das hat allerdings auch nicht über Nacht funktioniert.

Inzwischen sparen wir regelmäßig feste Beträge für unsere Hochzeit, Urlaube und andere größere Dinge. Mit dem Rest schauen wir, dass wir uns zwischendurch auch etwas gönnen und das gemeinsame Leben genießen.

Beim Thema Geldanlage haben wir allerdings noch einmal einen eigenen Kompromiss finden müssen. Ich bin eher aktienorientiert und denke langfristig in Richtung Kapitalmarkt, während sie deutlich sicherheitsorientierter ist und eher zu Tagesgeld und risikoarmen Anlagen tendiert. Deshalb haben wir uns darauf geeinigt, zunächst einen festen Betrag X gemeinsam sicher anzulegen. Alles, was darüber hinausgeht, wird dann von mir in Richtung Aktien und langfristige Investments gesteuert. So haben wir einerseits die gewünschte Sicherheit und andererseits trotzdem die Möglichkeit, Vermögen renditeorientiert aufzubauen.

Eine weitere große Veränderung wird noch einmal eintreten, wenn irgendwann ein Kind ins Spiel kommt. Wie wir das dann mit Teilzeit, Elternzeit und Einkommen handhaben, wird aber vermutlich Stoff für einen eigenen Thread geben. :D
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Kolinatan »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Deshalb haben wir dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht und unsere Konten zusammengelegt.
Wenn schon ein gemeinsames Konto, warum es nicht als zusätzliches Konto erstellen, um gemeinsame Ausgaben zu regeln?

Für mich und meine Partnerin war es nie eine Option unser Finanzen in dieser Weise zu vermischen. Auch das Thema Zugewinngemeinschaft - was der Standard nach der Eheschließung ist - ist für uns nicht passend, allerdings halten die Notare hier auch gleich wieder die Hand auf, um einen entsprechenden Ehevertrag aufzusetzen.
sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Gerade am Anfang gab es deshalb durchaus kleinere Diskussionen darüber, wofür nun Geld ausgegeben wurde.
Genau so etwas käme für mich nicht in Frage. Jedes verfügt über sein Geld und es geht das Partny nichts an, wofür das jeweils andere sein Geld ausgibt. Für mich ist es ein Aspekt von Privatsphäre, sich seine Autonomie in diesem Bereich zu bewahren.

Ich denke Menschen sind hier sehr verschieden, wie viel Autonomie sie sich auch innerhalb einer Beziehung bewahren möchten oder ob die Beziehung eher symbiotisch angelegt ist und es die Personen dann zumeist nur noch im Zweierset gibt. Eine symbiotische Beziehung wäre für mich auf Dauer wohl eher nicht passend.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Kolinatan hat geschrieben: ↑21.08.2026, 10:45
Das ist halt der Unterschied in der Wahrnehmung. Bei uns gibt es das Konzept von „mein“ und „dein“ in finanzieller Hinsicht nicht mehr wirklich. Wir betrachten das inzwischen als unser gemeinsames Geld und damit auch als gemeinsame Verantwortung. Dieser Paradigmenwechsel war auch gar nicht so leicht weil ich ja auch lange Jahre für mich alleine verantwortlich war.

Aber letztlich muss jedes Paar für sich den Weg finden, mit dem sich beide wohlfühlen. Und genau das ist vielleicht auch eine interessante Frage, über die ein AB schon vorher einmal nachdenken kann: Wie viel Eigenständigkeit möchte ich in einer Beziehung behalten und wie viel möchte ich irgendwann miteinander teilen? 🙂
Zuletzt geändert von Kolinatan am 21.08.2026, 12:56, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 In diesem Fall bin ich in ihr Eigentum gezogen. Wie geht man damit um? Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mich zur Hälfte an den laufenden Kosten beteiligen möchte. Es handelt sich um lastenfreies Eigentum, sodass grundsätzlich nur die laufenden Unterhaltskosten anfallen.
Es fallen gelegentlich auch größere Reparaturen an. Ihr solltet vielleicht rechtzeitig klären, wie ihr damit umgeht. Bildung einer Instandhaltungsrücklage ist immer eine gute Idee.

Und auch wenn ein Notar viel Geld kostet: ihr könntet darüber nachdenken, die Wohnung vom Zugewinn auszuschließen. Geht auch noch nach der Hochzeit. Immobilien steigen ja oft deutlich im Wert - und solltet ihr euch in 20 Jahren mal trennen, ist die Wohnung, die heute 100.000 wert ist, vielleicht 150.000 wert. Also müsste sie Dir dann 25.000 zahlen - was man ja nicht immer unterm Kissen herumzuliegen hat. Heute sagst Du wahrscheinlich "Das würde ich ihr und unseren Kindern doch nie antun" - aber das hat mein Ex auch gesagt, als er diesen "sinnlosen" Vertrag unterschrieben hat. Als er dann paar Jahre später ausgezogen ist, hat er alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war (inklusive der von den Kinder heiß geliebten Spielkonsole) - aber wenigstens musste ich mein Haus nicht verkaufen, um ihm seinen Zugewinn auszuzahlen. Manchmal sind die guten und ehrlichen Absichten bei der Hochzeit bei der Scheidung dann doch etwas, an das man sich nicht wirklich erinnert - insbesondere dann nicht, wenn man sich neu verliebt und mit der neuen Partnerin reisen und das Leben genießen möchte. Also schütze sie am besten, solange Du sie noch liebst :)
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Levyn »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Das ist für mich aber auch ein Prozess gewesen, in dem man die Eigenheiten und Gewohnheiten des Partners erst einmal kennenlernen und akzeptieren muss.
Ich bin ehrlich gesagt etwas skeptisch, wenn jemand nach so kurzer Zeit schon so spricht, als wäre man ein Leben lang zusammen. Fakt ist: Ihr seid knapp ein Jahr zusammen. Als du dich hier im Forum angemeldet hast, um von deinem "großen Erfolg" zu berichten, waren es laut deiner eigenen Aussage gerade mal vier bis fünf Monate.

Du bist 31, es ist deine erste Beziehung - wahrscheinlich auch die erste Frau überhaupt - und ihr seid erst seit knapp einem Jahr zusammen. Das ist keine lange Zeit, um sich wirklich kennenzulernen. Zumal ihr davor eine Fernbeziehung geführt habt. Das heißt, ihr lebt noch nicht einmal ein Jahr gemeinsam unter einem Dach.

Ich will damit nicht sagen, dass es zwischen euch nicht funktionieren wird. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich unter solchen Umständen erstmal den Ball flach halten würde. Du steckst noch mitten in der Honeymoon-Phase, und da schon permanent von "wir, wir, wir" zu sprechen, kann auf Dauer gefährlich für dich selbst werden. Du weißt nie, wie es in einem Jahr aussieht - und dafür wirkst du jetzt schon etwas zu überstürzt.

Darüber hinaus ist mir auch nicht ganz klar, welche Motivation du mit der Erstellung dieses Themas verfolgst. Willst du einfach nur Bestätigung dafür, wie erwachsen du angeblich mit deiner Beziehung umgehst - immerhin hast du das Thema Finanzen ja scheinbar bereits komplett durchgespielt? Oder möchtest du uns einfach nur an deinem Glück teilhaben lassen, weil bei euch alles so harmonisch funktioniert und es fast unglaublich wirkt?

So wie es dasteht, wirkt es jedenfalls nicht, als gäbe es hier wirklich etwas zu diskutieren.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Tania hat geschrieben: ↑21.08.2026, 11:51 Es fallen gelegentlich auch größere Reparaturen an. Ihr solltet vielleicht rechtzeitig klären, wie ihr damit umgeht. Bildung einer Instandhaltungsrücklage ist immer eine gute Idee.

Und auch wenn ein Notar viel Geld kostet: ihr könntet darüber nachdenken, die Wohnung vom Zugewinn auszuschließen.
Tatsächlich haben wir schon darüber gesprochen und den gleichen Gedanken wie du hatte ich auch schon, dass man einen Ehevertrag macht und das Haus aus dem Zugewinnausgleich rausrechnet. Und natürlich gibt es auch eine Instandhaltungsrücklage die von beiden bedient wird. Die kann sie dann auch behalten, weil es ja fürs Haus zweckgebunden ist. Wir werden das ganze vor der Hochzeit noch schriftlich festhalten. Darin wird allerdings auch noch eine Regelung aufgenommen, dass mir von unseren übrigen gemeinsamen Ersparnissen ein etwas höherer Anteil von 50% zugerechnet wird, um mir für die ganzen Möbel etc. Die ich dafür dass ich zu ihr gezogen bin (was ja auch einem gewissen Wert entsprach) entschädigt bin und ich nicht für ein Haus komplett umsonst mit gezahlt habe, bei dem ich ohnehin nie Eigentümer werde. Im Falle eines Falles würde ich ja wieder bei 0 anfangen mit Wohnungseinrichtung Kaution etc. Also so blauäugig sind wir da beide nicht 😉
Zuletzt geändert von Kolinatan am 21.08.2026, 14:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Levyn hat geschrieben: ↑21.08.2026, 12:37 Darüber hinaus ist mir auch nicht ganz klar, welche Motivation du mit der Erstellung dieses Themas verfolgst. Willst du einfach nur Bestätigung dafür, wie erwachsen du angeblich mit deiner Beziehung umgehst - immerhin hast du das Thema Finanzen ja scheinbar bereits komplett durchgespielt? Oder möchtest du uns einfach nur an deinem Glück teilhaben lassen, weil bei euch alles so harmonisch funktioniert und es fast unglaublich wirkt?

So wie es dasteht, wirkt es jedenfalls nicht, als gäbe es hier wirklich etwas zu diskutieren.
Meine Motivation ist denkbar einfach: Mir geht es weder darum, mich darzustellen, noch mich zu überhöhen. Ich war sehr lange Single und stecke jetzt in einer langfristigen Beziehung – mit allem, was dazugehört.
Mit den Erfahrungen, die ich jetzt sammle und hier aufschreibe, möchte ich denjenigen, die heute an dem Punkt stehen, an dem ich vor anderthalb Jahren war, genau zwei Dinge mitgeben:
Ein realistisches Bild: Zeigen, wie radikal sich das Leben in kurzer Zeit verändern kann und mit welchen praktischen Fragen man plötzlich konfrontiert wird, an die man früher nie gedacht hätte.
Denkanstöße für sich selbst: Eine Möglichkeit geben, für sich selbst zu reflektieren, wie man mit solchen Situationen umgehen würde und welches Bild man eigentlich von einer eigenen Partnerschaft hat.
Ich denke, ich habe auch in diesem Beitrag gezeigt, dass ich nicht mit der rosaroten Brille durch die Gegend laufe. Ich erwähne bewusst auch die Dinge, die eben nicht auf Anhieb rund liefen oder für Diskussionen gesorgt haben. Kurz: Meine Threads sollen einfach zeigen, was einen nach dem Ausstieg erwarten kann – nicht mehr und nicht weniger.
Kann man über meine Erfahrungen diskutieren? An der einen oder anderen Stelle mit Sicherheit. Mir ist auch bewusst, dass solche Berichte hier gelegentlich triggern können. Ich glaube aber trotzdem, dass sie vielen – auch den stillen Mitlesern – einen echten Mehrwert bieten können.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 21.08.2026, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Levyn »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 14:23 Ich denke, ich habe auch in diesem Beitrag gezeigt, dass ich nicht mit der rosaroten Brille durch die Gegend laufe.
Für mich hast du mit deinem Beitrag genau das gezeigt: Du läufst mit einer rosaroten Brille herum. Das ist nur natürlich - einem selbst fällt das ja meist nicht auf. Die rosarote Brille ist schließlich etwas, das andere einem zuschreiben, nicht etwas, das man selbst bemerkt.
sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 14:23 Ein realistisches Bild: Zeigen, wie radikal sich das Leben in kurzer Zeit verändern kann und mit welchen praktischen Fragen man plötzlich konfrontiert wird, an die man früher nie gedacht hätte.
Denkanstöße für sich selbst: Eine Möglichkeit geben, für sich selbst zu reflektieren, wie man mit solchen Situationen umgehen würde und welches Bild man eigentlich von einer eigenen Partnerschaft hat.
Glaubst du wirklich, die Leute hier haben die naive Vorstellung, dass es keine Umstellung braucht, sobald man nicht mehr allein ist, sondern sich auf jemanden mit eigenen Präferenzen einstellen muss?

Das Bild, das ich von deiner Partnerschaft habe - oder zumindest das, was ich daraus herauslese - wäre jedenfalls nicht meins. Ich kenne aus meinem Umfeld einige, die sich nach dem Start einer Beziehung voll auf ihren Partner eingeschossen haben und deren einziger Lebensinhalt nur noch dieser Mensch war. Alles wurde zusammen gemacht, man war eine unzertrennliche Einheit. Das frühere Individuum existierte nicht mehr, weil man sich nur noch als Paar begriff. Das muss nicht unbedingt für beide gleichermaßen gelten - oft steckt eine Person mehr Gefühle rein als die andere.

Wenn so eine Beziehung dann zerbricht, fällt man in ein tiefes Loch, weil sie der einzige Lebensinhalt war. So wie du hier deine "neuen Realitäten" als Denkanstöße verkaufst, möchte ich dir mitgeben: Man sollte sich in einer Beziehung nicht selbst verlieren. Das Individuum zu bleiben, das einen ausgemacht hat, ist wichtig.

Ich persönlich würde in einer Beziehung meine Autonomie sehr hoch hängen - und das erwarte ich auch von meiner Partnerin. Wir sind zwei Individuen, die sich entschieden haben, eine emotionale Bindung einzugehen, aber dabei dürfen wir uns nicht selbst verlieren. Ich finde Paare auch wesentlich angenehmer, die unabhängig voneinander ihr Leben gestalten und nicht auf jeder Feier oder jedem Treffen als Einheit auftreten müssen.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Levyn hat geschrieben: ↑21.08.2026, 15:55 Ich persönlich würde in einer Beziehung meine Autonomie sehr hoch hängen - und das erwarte ich auch von meiner Partnerin. Wir sind zwei Individuen, die sich entschieden haben, eine emotionale Bindung einzugehen, aber dabei dürfen wir uns nicht selbst verlieren. Ich finde Paare auch wesentlich angenehmer, die unabhängig voneinander ihr Leben gestalten und nicht auf jeder Feier oder jedem Treffen als Einheit auftreten müssen.
Diese Threadidee hatte ich tatsächlich auch schon Nach Kolitans Beitrag dass ich das Thema Autonomie in der Beziehung mal aus meiner Sicht darstelle und wie ich mich gerade nicht selber verliere. Da gibt es auch einige unterschiedliche Aspekte. Vielleicht mache ich das mal und dann kannst du gerne über mich urteilen.😉 Im Übrigen ist es jedermanns Recht meine Beiträge nicht zu lesen falls einem das Thema nicht interessiert 😉
Zuletzt geändert von Kolinatan am 21.08.2026, 17:34, insgesamt 6-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Levyn »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 16:45 Im Übrigen ist es jedermanns Recht meine Beiträge nicht zu lesen falls einem das Thema nicht interessiert
Es ist auch Jedermanns Recht die Beiträge oder auch Themen zu kommentieren und persönlich einzuordnen - davon mache ich Gebrauch ;)
Du hattest ja geschrieben, dass du deine Geschichte vor allem deshalb teilst, weil sie dem einen oder anderen Leser einen Mehrwert bieten könnte – vielleicht sogar, weil manche etwas daraus für sich mitnehmen können. Ich wiederum schreibe das, weil es den einen oder anderen interessieren könnte, wie ich die Dinge einordne. ;)
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Levyn hat geschrieben: ↑21.08.2026, 18:32 Es ist auch Jedermanns Recht die Beiträge oder auch Themen zu kommentieren und persönlich einzuordnen - davon mache ich Gebrauch ;)
Du hattest ja geschrieben, dass du deine Geschichte vor allem deshalb teilst, weil sie dem einen oder anderen Leser einen Mehrwert bieten könnte – vielleicht sogar, weil manche etwas daraus für sich mitnehmen können. Ich wiederum schreibe das, weil es den einen oder anderen interessieren könnte, wie ich die Dinge einordne. ;)
Nur kann ich bisher nicht erkenne ob du einen Mehrwert für dich siehst, für mich liest sich das Gegenteilig, vielleicht liegts auch nur an mir 😉
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Levyn »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 19:49
Naja, deine Geschichte zeigt mir, welchen Mehrwert es haben kann, wenn jemand durch glückliche Umstände in eine Beziehung gerät und im Nachhinein eine große Erzählung daraus entwickelt, wie er dieses Ergebnis durch eigene Leistung erreicht hat. Das ist ungefähr so bereichernd wie ein Statist in einer Hollywoodproduktion, der 2 Sek. Bildschirmzeit hatte und anschließend eine Autobiografie über sich verfasst - oder, mindestens ebenso bereichernd, wie ein Bürgergeldempfänger, der im Lotto einen 6er landet und danach ausführlich darlegt, wie er es geschafft hat, wie sich sein Leben dadurch verändert hat und wie schwierig es nun sei, mit so viel Geld umzugehen ;)
Zuletzt geändert von Kolinatan am 21.08.2026, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

Levyn hat geschrieben: ↑21.08.2026, 15:55 Glaubst du wirklich, die Leute hier haben die naive Vorstellung, dass es keine Umstellung braucht, sobald man nicht mehr allein ist, sondern sich auf jemanden mit eigenen Präferenzen einstellen muss?
Ich glaube, dass diese (Wunsch-)Vorstellung nicht nur hier in einigen Köpfen herumgeistert, sondern auch bei vielen "Normalsingles". Vereinfacht gesagt wünscht man sich vielerorts, dass man all seine Routinen und Gewohnheiten im Wesentlichen beibehalten kann - nur muss man jetzt nicht mehr Zeit und Energie in die Partnersuche investieren, sondern hat jetzt jemanden, den/die man treffen kann, wenn einem danach ist, und der/die ansonsten nicht weiter stört. Und wenn das nicht passt, trennt man sich halt wegen inkompatibler Nähe/Distanz-Bedürfnisse oder hält den/die Partner/in mit kleinen Bröckchen bei Laune.

Und ich fürchte, dass ich ebenfalls zu so einem Verhalten neige. Ich stecke ziemlich tief in meinen Pflichten und Gewohnheiten fest - und da ich weiß, dass ich damit ganz gut durchs Leben komme, fällt es mir schwer, etwas an diesem sicheren System zu ändern, nur um das unsichere Wagnis einer Beziehung einzugehen. Was wiederum bedeutet, dass ich einen neuen Mann in meinem Leben vielleicht zweimal pro Woche oder ein Wochenende alle 2 Wochen treffe. Das ist für gewöhnlich nicht genug, damit sich beiderseits tiefe Gefühle entwickeln können.

Manchmal frage ich mich, ob es für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft vielleicht sogar zwingend erforderlich ist, das eigene Leben sehr radikal zu verändern und sich gemeinsam mit dem/der Partner/in ein neues Leben aufzubauen, in dem er/sie die zentrale Rolle spielt.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Levyn hat geschrieben: ↑21.08.2026, 20:07 Naja, deine Geschichte zeigt mir, welchen Mehrwert es haben kann, wenn jemand durch glückliche Umstände in eine Beziehung gerät [...]
Man gut dass jeden Tag Millionen Menschen in dieser Lotterie gewinnen 😉 Und ich habe vor neben meinem Gewinn jeden Tag aufzuwachen, was du davon hältst wie ich dazu gekommen bin ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich glaube dass meine Erfahrungen ihre daseins Berechtigung haben. Ich freue mich aber wenn ich von dir demnächst mal hilfreiche Threads lesen darf wie man z.B dem AB Status deiner Meinung nach entkommen kann (Was ja offensichtlich deiner Meinung nach Glück ist) oder auch gerne zum Thema Beziehung damit ich direkt praktischen Input bekomme😉
Zuletzt geändert von Kolinatan am 22.08.2026, 09:24, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 00:12 Manchmal frage ich mich, ob es für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft vielleicht sogar zwingend erforderlich ist, das eigene Leben sehr radikal zu verändern und sich gemeinsam mit dem/der Partner/in ein neues Leben aufzubauen, in dem er/sie die zentrale Rolle spielt.
Danke und sehr gute Ergänzung 😉
Zuletzt geändert von Kolinatan am 22.08.2026, 09:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Deja-vu »

Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 00:12 Manchmal frage ich mich, ob es für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft vielleicht sogar zwingend erforderlich ist, das eigene Leben sehr radikal zu verändern und sich gemeinsam mit dem/der Partner/in ein neues Leben aufzubauen, in dem er/sie die zentrale Rolle spielt.
Würde ich nicht so sehen. Eine Person kann die zentrale Rolle im Leben spielen, ohne dass man miteinander verschmilzt, oder das ganze Leben umkrempelt. Zumindest bei mir ist das so.


Beim Thema Finanzen stimme ich auch eher Kolinatan und Levyn zu.

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Ich fange vielleicht mal ganz vorne an: Wie habe ich das eigentlich mit dem Bezahlen beim Date gemacht?
Auch so ein komisches Thema immer. Für mich ist relativ klar, dass beim ersten Treffen jeder für sich bezahlt (man muss nicht mal zwingend Geld ausgeben, wenn man sich zB einfach bloß trifft und spazieren geht).
Und dann kann man weiter sehen, je nachdem wie oft man sich trifft und wie tief der Kontakt wird.

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Für mich war und ist es einfach ein Ausdruck von Respekt und Wertschätzung
Wenn das so ist, dann war das in dem Moment aber nur einseitig. Oder hast du nicht auch Respekt und Wertschätzung verdient?
sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Im Nachhinein hat sie mir erzählt, dass sie das insgeheim sogar erwartet hatte.
Hab hier schon oft gelesen, dass das wohl insgeheim erwartet wird.
Eigentlich ist das schon Fehler Nummer eins: Eine bestimmte Erwartungshaltung.
Hättest du es anders gehandhabt, wärst du dann womöglich schon raus gewesen?
(Führt zurück zur Ursprungsfrage: War es nur Glück? :) )
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Deja-vu hat geschrieben: ↑22.08.2026, 11:19 Hab hier schon oft gelesen, dass das wohl insgeheim erwartet wird.
Eigentlich ist das schon Fehler Nummer eins: Eine bestimmte Erwartungshaltung.
Hättest du es anders gehandhabt, wärst du dann womöglich schon raus gewesen?
(Führt zurück zur Ursprungsfrage: War es nur Glück? :) )
Tja das ist die Frage womöglich, ich werde es nie erfahren oder ob das Date davor wie ich mich gegeben habe gereicht hätte 😉 Ich würde das aber auch zukünftig immer wieder so machen weil ich das einfach für mich als nicht schlimm ansehe.
Mit Freundlichkeit kommt man glaube ich generell immer weiter.
Außer vielleicht wenn ich bei einem Date sehr schlecht behandelt werden würde, würde ich vielleicht anders handeln.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Levyn »

sascha94 hat geschrieben: ↑22.08.2026, 04:58 Ich glaube dass meine Erfahrungen ihre daseins Berechtigung haben. Ich freue mich aber wenn ich von dir demnächst mal hilfreiche Threads lesen darf wie man z.B dem AB Status deiner Meinung nach entkommen kann (Was ja offensichtlich deiner Meinung nach Glück ist) oder auch gerne zum Thema Beziehung damit ich direkt praktischen Input bekomme
Es gibt viele Möglichkeiten. Eine ist z.B. random Leute anzuschreiben und dann plötzlich in einer Beziehung zu sein ;)
Den praktischen Input gibst du ja schon. Es hilft sicherlich sehr vielen Leuten hier, die in einer Beziehung sind ;)
Optimist
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Optimist »

sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 11:11 Das ist halt der Unterschied in der Wahrnehmung. Bei uns gibt es das Konzept von „mein“ und „dein“ in finanzieller Hinsicht nicht mehr wirklich. Wir betrachten das inzwischen als unser gemeinsames Geld und damit auch als gemeinsame Verantwortung. Dieser Paradigmenwechsel war auch gar nicht so leicht weil ich ja auch lange Jahre für mich alleine verantwortlich war.
Ich habe mich mal bei meiner Schwägerin für ein Geburtstagsgeschenk von meinem Bruder bedankt und die war ganz verdutzt darüber. Dadurch, dass sie seit kurzem ein gemeinsames Kind haben (ein Paar sind sie schon seit zehn Jahren) hatte ich sie nun als Einheit angesehen. Meine Eltern hatten auch immer ein gemeinsames Bankkonto und sogar E-Mail-Konto. Hätte gedacht, das ist eher so ein Generationending und dass gemeinsame Konten und das Bezahlen beim ersten Date patriarchische Überbleibsel sind, die überwunden werden müssen.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 22.08.2026, 15:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Subreferenz entfernt.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von verticalist »

Deja-vu hat geschrieben: ↑22.08.2026, 11:19
sascha94 hat geschrieben: ↑21.08.2026, 06:30 Für mich war und ist es einfach ein Ausdruck von Respekt und Wertschätzung
Wenn das so ist, dann war das in dem Moment aber nur einseitig. Oder hast du nicht auch Respekt und Wertschätzung verdient?
Da muss ich an dieses Video denken: https://www.youtube.com/watch?v=Z-xLrex_9Y0

Wenn keiner initial investiert, kommt es auch zu keiner Beziehung.

Wenn es sich (je nach Art des Dates) anbietet und ich eine gute Zeit hatte, dann zahle ich auch.

In der Regel frage, ich dann aber, ob ich sie einladen dürfe. Dann hat sie noch den Freiraum abzulehnen, wenn ihr das aus irgendwelchen Gründen nicht passt.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 22.08.2026, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert.

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