Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
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Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Hallo zusammen,
auf meiner Reise als Ex-AB in eine feste Beziehung gebe ich hier im Forum ja immer mal wieder kleine Einblicke – vor allem mit dem Fokus darauf, was sich durch die neue Lebenssituation konkret verändert. Ich habe dabei bereits Themen aufgegriffen, die nicht immer ganz einfach zu besprechen sind, wie z. B. Ängste oder anfängliche sexuelle Hürden.
Heute möchte ich einen weiteren Aspekt beleuchten, über den niemand wirklich gerne spricht, der aber unweigerlich dazugehört, wenn zwei Menschen ihr Leben teilen: Streit und Konflikte.
Um das direkt vorwegzunehmen: In meinem Fall treten Konflikte sehr selten auf, dauern meist nur kurz an und drehen sich fast ausnahmslos um Kleinigkeiten. Das liegt aus meiner Sicht im Wesentlichen an zwei Gründen:
1. Unsere Persönlichkeiten: Wir sind beide von Natur aus eher ruhige Typen und haben wenig Hang zum Drama oder zum Streiten an sich.
2. Gemeinsame Basis: Bei den existenziellen Fragen des Zusammenlebens und der Zukunftsplanung ziehen wir am selben Strang. Das betrifft Grundsatzthemen wie Wohnen/Wohnort, Familienplanung, berufliche Weichenstellungen und die Finanzen. Wenn bei diesen Pfeilern Einigkeit herrscht, fallen die großen, existenziellen Grundsatzkonflikte schlichtweg weg.
Wenn es bei uns mal Meinungsverschiedenheiten gibt, betreffen sie alltägliche Dinge. Dabei werden wir nie laut, sondern legen unsere Standpunkte klar dar und versuchen, einen tragfähigen Kompromiss zu finden.
Dazu musste ich allerdings auch erst lernen, dass es wenig bringt, stur auf extremen Positionen zu beharren. Sich nicht zu bewegen erzeugt beim Gegenüber nur Frust und zieht Konflikte unnötig in die Länge. Es kam natürlich auch schon vor, dass ich mir sicher war, im Recht zu sein, meine Partnerin aber aus Sturheit nicht darauf eingehen wollte. Mittlerweile habe ich das Selbstbewusstsein, sie in solchen Situationen einfach mal machen zu lassen, bis sie es selbst merkt – und sie hat dann auch die Größe, Fehler einzuräumen.
Solche Momente sind wahrscheinlich völlig normal, wenn zwei Individuen, die jahrelang alleine gelebt haben, plötzlich ihren Alltag miteinander organisieren. entscheidend ist letztlich immer der Umgang damit. Beschimpfungen oder Respektlosigkeiten sind für mich in einer Partnerschaft völlig unverständlich und wesensfremd.
Mein persönliches Fazit & Lernprozess:
Vor meiner Beziehung dachte ich oft, man müsste Streitigkeiten um jeden Preis vermeiden, um das Risiko einer Trennung nicht einzugehen. Heute weiß ich: Manche Meinungsverschiedenheiten müssen ausgetragen werden, damit sie sich nicht aufstauen und zum dauerhaften Problem werden. Die Art und Weise, wie man streitet, macht den entscheidenden Unterschied. Diese Ansicht habe ich erst durch meine Beziehung gelernt, früher habe ich versucht Konflikte um jeden Preis zu meiden, egal ob in der Familie oder im Beruf, heute sehe ich es anders.
Mich würde euer Blick darauf interessieren:
Wie geht ihr mit Konflikten in Beziehungen, Freundschaften, Familien (oder auch im Alltag) um?
Gab es Punkte, bei denen ihr eure Sichtweise auf Streit grundlegend geändert habt?
auf meiner Reise als Ex-AB in eine feste Beziehung gebe ich hier im Forum ja immer mal wieder kleine Einblicke – vor allem mit dem Fokus darauf, was sich durch die neue Lebenssituation konkret verändert. Ich habe dabei bereits Themen aufgegriffen, die nicht immer ganz einfach zu besprechen sind, wie z. B. Ängste oder anfängliche sexuelle Hürden.
Heute möchte ich einen weiteren Aspekt beleuchten, über den niemand wirklich gerne spricht, der aber unweigerlich dazugehört, wenn zwei Menschen ihr Leben teilen: Streit und Konflikte.
Um das direkt vorwegzunehmen: In meinem Fall treten Konflikte sehr selten auf, dauern meist nur kurz an und drehen sich fast ausnahmslos um Kleinigkeiten. Das liegt aus meiner Sicht im Wesentlichen an zwei Gründen:
1. Unsere Persönlichkeiten: Wir sind beide von Natur aus eher ruhige Typen und haben wenig Hang zum Drama oder zum Streiten an sich.
2. Gemeinsame Basis: Bei den existenziellen Fragen des Zusammenlebens und der Zukunftsplanung ziehen wir am selben Strang. Das betrifft Grundsatzthemen wie Wohnen/Wohnort, Familienplanung, berufliche Weichenstellungen und die Finanzen. Wenn bei diesen Pfeilern Einigkeit herrscht, fallen die großen, existenziellen Grundsatzkonflikte schlichtweg weg.
Wenn es bei uns mal Meinungsverschiedenheiten gibt, betreffen sie alltägliche Dinge. Dabei werden wir nie laut, sondern legen unsere Standpunkte klar dar und versuchen, einen tragfähigen Kompromiss zu finden.
Dazu musste ich allerdings auch erst lernen, dass es wenig bringt, stur auf extremen Positionen zu beharren. Sich nicht zu bewegen erzeugt beim Gegenüber nur Frust und zieht Konflikte unnötig in die Länge. Es kam natürlich auch schon vor, dass ich mir sicher war, im Recht zu sein, meine Partnerin aber aus Sturheit nicht darauf eingehen wollte. Mittlerweile habe ich das Selbstbewusstsein, sie in solchen Situationen einfach mal machen zu lassen, bis sie es selbst merkt – und sie hat dann auch die Größe, Fehler einzuräumen.
Solche Momente sind wahrscheinlich völlig normal, wenn zwei Individuen, die jahrelang alleine gelebt haben, plötzlich ihren Alltag miteinander organisieren. entscheidend ist letztlich immer der Umgang damit. Beschimpfungen oder Respektlosigkeiten sind für mich in einer Partnerschaft völlig unverständlich und wesensfremd.
Mein persönliches Fazit & Lernprozess:
Vor meiner Beziehung dachte ich oft, man müsste Streitigkeiten um jeden Preis vermeiden, um das Risiko einer Trennung nicht einzugehen. Heute weiß ich: Manche Meinungsverschiedenheiten müssen ausgetragen werden, damit sie sich nicht aufstauen und zum dauerhaften Problem werden. Die Art und Weise, wie man streitet, macht den entscheidenden Unterschied. Diese Ansicht habe ich erst durch meine Beziehung gelernt, früher habe ich versucht Konflikte um jeden Preis zu meiden, egal ob in der Familie oder im Beruf, heute sehe ich es anders.
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Gab es Punkte, bei denen ihr eure Sichtweise auf Streit grundlegend geändert habt?
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Hallo Sascha,
dem was du schreibst kann ich nur voll beipflichten. Wobei ich bei mir/uns deutlich unterscheide eine Meinungsverschiedenheit ist für mich kein Streit.
Unsere Konstellation ist sehr ähnlich dessen was du über euch beschreibst. Wir sind beide eher vermeidende Menschentypen, mein Partner nochmal deutlich ausgesprägter als ich. Ist unserer jeweiligen Persönlichkeit aber ganz besonders unserer Biographie geschuldet.
Tatsächlich war es ein großer Schritt in unserer Beziehung als wir gelernt haben, wir dürfen Meinungsverschiedenheiten haben. Wir dürfen die austragen und trotzdem ändert das rein gar nichts an unserer Beziehung (also keine negativen Folgen). Ich glaube rückblickend war das einer unserer größten Meilensteine, weil das der Punkt war wo Liebe in echtes gegenseitig Vertrauen ineinander und in die Beziehung übergegangen ist.
Echte Streits gab es in über 2 Jahren erst einen. Der war gerechtfertigt und berührte grundsätzliches. UND er war notwenig und reinigend. Wir wussten danach beide deutlich mehr über den jeweiligen anderen, sahen unsere gegenseitigen Verletzungen (also die die wir schon selbst mit uns rum getragen haben) und haben so ein deutlich besseres Verständnis für den anderen entwickelt.
Streitkultur ist wichtig, aber jedes Paar ist da anders. In unserer Beziehung haben wir tatsächlich ein paar Regeln aufgestellt (die aus dem Streit erwachsen sind)
1) kein brüten und hervorholen
Sachen werden angesprochen und zwar sofort. Es wird sich nicht maßlos über etwas geärgert, geschluckt und dann bei der nächsten Meinungsverschiedenheit hervorgeholt. "ABER DU HAST VOR DREI MONATEN ...." und der andere weiß gar nicht mehr worum es geht.
Das ist ein Triggerpunkt meines Partners aus seiner vorherigen Beziehung (20+ Jahre) den ich gerne angenommen habe weil ich ihn für extrem sinnvoll halte und ich gleichzeitig ebenfalls verletzt wäre wenn etwas vorgeworfen wird das schon einige Zeit her ist.
2) kein schweigen und rückzug
Bei Konflikten reagiert man nicht mit Rückzug und Schweigen.
3) keine Schuldumkehr
Wenn einer etwas nicht machen möchte was dem anderen nicht liegt z.b. neulich hatte ich in einer Freundesgruppe von mir ein Wanderung. Da sind ein paar Leute drin die mein Partner nicht ausstehen kann (historisch bedingt)
Heißt es nicht "ich geh mit wenn du unbedingt willst" sondern JA (okay) oder NEIN (genauso okay). Und des ist dann auch wirklich okay ohne 1)
4) Ende heißt Ende
Konflikte werden ausgefochten und sind dann aber auch vorbei. Abends legt man sich gemeinsam ins Bett und der Streit ist vorbei.
dem was du schreibst kann ich nur voll beipflichten. Wobei ich bei mir/uns deutlich unterscheide eine Meinungsverschiedenheit ist für mich kein Streit.
Unsere Konstellation ist sehr ähnlich dessen was du über euch beschreibst. Wir sind beide eher vermeidende Menschentypen, mein Partner nochmal deutlich ausgesprägter als ich. Ist unserer jeweiligen Persönlichkeit aber ganz besonders unserer Biographie geschuldet.
Tatsächlich war es ein großer Schritt in unserer Beziehung als wir gelernt haben, wir dürfen Meinungsverschiedenheiten haben. Wir dürfen die austragen und trotzdem ändert das rein gar nichts an unserer Beziehung (also keine negativen Folgen). Ich glaube rückblickend war das einer unserer größten Meilensteine, weil das der Punkt war wo Liebe in echtes gegenseitig Vertrauen ineinander und in die Beziehung übergegangen ist.
Echte Streits gab es in über 2 Jahren erst einen. Der war gerechtfertigt und berührte grundsätzliches. UND er war notwenig und reinigend. Wir wussten danach beide deutlich mehr über den jeweiligen anderen, sahen unsere gegenseitigen Verletzungen (also die die wir schon selbst mit uns rum getragen haben) und haben so ein deutlich besseres Verständnis für den anderen entwickelt.
Streitkultur ist wichtig, aber jedes Paar ist da anders. In unserer Beziehung haben wir tatsächlich ein paar Regeln aufgestellt (die aus dem Streit erwachsen sind)
1) kein brüten und hervorholen
Sachen werden angesprochen und zwar sofort. Es wird sich nicht maßlos über etwas geärgert, geschluckt und dann bei der nächsten Meinungsverschiedenheit hervorgeholt. "ABER DU HAST VOR DREI MONATEN ...." und der andere weiß gar nicht mehr worum es geht.
Das ist ein Triggerpunkt meines Partners aus seiner vorherigen Beziehung (20+ Jahre) den ich gerne angenommen habe weil ich ihn für extrem sinnvoll halte und ich gleichzeitig ebenfalls verletzt wäre wenn etwas vorgeworfen wird das schon einige Zeit her ist.
2) kein schweigen und rückzug
Bei Konflikten reagiert man nicht mit Rückzug und Schweigen.
3) keine Schuldumkehr
Wenn einer etwas nicht machen möchte was dem anderen nicht liegt z.b. neulich hatte ich in einer Freundesgruppe von mir ein Wanderung. Da sind ein paar Leute drin die mein Partner nicht ausstehen kann (historisch bedingt)
Heißt es nicht "ich geh mit wenn du unbedingt willst" sondern JA (okay) oder NEIN (genauso okay). Und des ist dann auch wirklich okay ohne 1)
4) Ende heißt Ende
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Das Geheimnis der 46-jährigen Ehe meiner Eltern war: Konflikte werden ausdiskutiert, und zwar noch bevor man am Abend ins Bett geht.
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Streiten ist unglaublich wichtig innerhalb einer Beziehung. Wenn man nicht streitet, dann ist meiner Ansicht nach etwas faul. Man kann Grenzen erstreiten und lernt im Streit auch sehr viel über Kommunikation und vor allem auch darüber, wie das Gegenüber sich dabei verhält, wenn man Grenzen setzt. Gerade letzteres finde ich äußerst wichtig und sobald man gelernt hat, dass man sicher ist, ein Streit nicht die Trennung bedeutet und man auch genug Vertrauen hat, um keine Angst vor der Reaktion haben zu müssen, dann nimmt Streit eine ganz andere Stellung ein. Irgendwann hat man die wichtigsten Dinge erstritten (oder vielmehr kommuniziert), dann geht es vielleicht nur noch um Kleinigkeiten. Aber wenn dann doch noch mal etwas sein sollte, weiß man, dass die Beziehung das locker aushält.
Mein Freund und ich teilen die meisten Werte sowie Einstellungen und sind uns auch bei unserer gemeinsamen Zukunft einig. Die wichtigsten Fragen im Leben haben wir schon sehr früh geklärt, noch bevor wir eigentlich in eine Beziehung gekommen sind. Die Dinge, bei denen wir uns nicht einig sind, sind uns nicht so wichtig und da ist es auch kein Problem, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Da bricht auch kein Streit aus, sondern vielleicht mal eine Diskussion, wo wir uns aber auch gerne austauschen.
Wenn wir einen Konflikt haben, dann geht es eigentlich immer um Gefühle, Kommunikation und Unsicherheiten. Wir streiten eigentlich nie über das Was, sondern das Wie und Warum. Wir erstreiten uns gemeinsam eine Kommunikationsbasis und gehen aus jedem Konflikt auch mit einem Learning raus. Meistens hat jemand von uns gerade ein Bedürfnis, das er vom anderen nicht erfüllt sieht. Im Streit können wir das herausarbeiten und zu einer Lösung oder einem Kompromiss finden. Am Ende finden wir immer zusammen, auch wenn der Weg dahin manchmal echt hart sein kann und Tränen fließen.
Streit zu vermeiden führt meistens nur zu einem: ein Part denkt, die Beziehung würde total harmonisch laufen, während der andere Part alles in sich hineinfrisst und sich emotional immer weiter distanziert, bis die Trennung für den einen Part wie aus dem Nichts kommt (oder beide fressen alles in sich hinein und leben sich auseinander). Dem geht in der Regel ein Streit voraus, der entweder schlimm war sowie geendet ist oder bei dem Veränderungen versprochen wurden, die nie gekommen sind. Manchmal geht dem auch eine schlechte vergangene Beziehungserfahrung (kann auch mit den Eltern sein) voraus.
Ein Streit muss ja nicht hitzig und laut aussehen, das wird früher oder später auch nicht gut für die Beziehung sein, wenn es immer so läuft. Aber man wird, egal wie harmonisch die Beziehung sonst auch sein mag, irgendwann an einen Punkt kommen, wo ein Bedürfnis nicht gesehen wird und man das kommuniziert. Und da wird man sich irgendwann vielleicht auch mal nicht perfekt ausdrücken können oder der andere Part wird nicht immer empfänglich oder verständnisvoll darauf reagieren können.
Ich finde, man lernt im Streit auch, was das Gegenüber für ein Mensch ist und ob man sich wirklich sicher bei ihm fühlen kann. Würde mein Partner Gegenstände werfen oder mich körperlich angehen, wäre das ein sofortiger Trennungsgrund. Das finde ich aber nicht heraus, wenn ich Streit immer vermeide. Klar, man begibt sich auch in Gefahr, wenn man dann einen Streit hat, weil der dann gefährlich werden könnte (auch mal einen Blick auf Femizide werfend), aber am Anfang der Beziehung zeigt sich der Partner vielleicht noch gemäßigter und man hat noch eher die Chance, unversehrt aus der Beziehung zu kommen, als dann später, wenn der "Besitzanspruch" größer ist.
Aber auch ohne körperlichen Angriff kann man im Streit sehen, wie der Partner kommuniziert, wenn er sich unsicher oder in die Ecke gedrängt fühlt. Würde mein Freund mich in so einer Situation beleidigen oder sonst was sagen, einfach, um mich zu verletzen, dann wäre das keine gewaltfreie Kommunikation, die ich in einer Beziehung haben möchte und auch brauche. Ich spreche schon sehr gemein mit mir selbst, da brauche ich keinen Partner, der das auch noch tut und es sogar dann tut, wenn ich am verletzlichsten bin. Hatte ich sogar, als ich hier einem anderen AB kommuniziert habe, dass ich mich in meinen Freund verliebt habe, der das dann überhaupt nicht gut vertragen und mit Beleidigungen geantwortet hat. Dodged a bullet.
Mein Freund und ich teilen die meisten Werte sowie Einstellungen und sind uns auch bei unserer gemeinsamen Zukunft einig. Die wichtigsten Fragen im Leben haben wir schon sehr früh geklärt, noch bevor wir eigentlich in eine Beziehung gekommen sind. Die Dinge, bei denen wir uns nicht einig sind, sind uns nicht so wichtig und da ist es auch kein Problem, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Da bricht auch kein Streit aus, sondern vielleicht mal eine Diskussion, wo wir uns aber auch gerne austauschen.
Wenn wir einen Konflikt haben, dann geht es eigentlich immer um Gefühle, Kommunikation und Unsicherheiten. Wir streiten eigentlich nie über das Was, sondern das Wie und Warum. Wir erstreiten uns gemeinsam eine Kommunikationsbasis und gehen aus jedem Konflikt auch mit einem Learning raus. Meistens hat jemand von uns gerade ein Bedürfnis, das er vom anderen nicht erfüllt sieht. Im Streit können wir das herausarbeiten und zu einer Lösung oder einem Kompromiss finden. Am Ende finden wir immer zusammen, auch wenn der Weg dahin manchmal echt hart sein kann und Tränen fließen.
Streit zu vermeiden führt meistens nur zu einem: ein Part denkt, die Beziehung würde total harmonisch laufen, während der andere Part alles in sich hineinfrisst und sich emotional immer weiter distanziert, bis die Trennung für den einen Part wie aus dem Nichts kommt (oder beide fressen alles in sich hinein und leben sich auseinander). Dem geht in der Regel ein Streit voraus, der entweder schlimm war sowie geendet ist oder bei dem Veränderungen versprochen wurden, die nie gekommen sind. Manchmal geht dem auch eine schlechte vergangene Beziehungserfahrung (kann auch mit den Eltern sein) voraus.
Ein Streit muss ja nicht hitzig und laut aussehen, das wird früher oder später auch nicht gut für die Beziehung sein, wenn es immer so läuft. Aber man wird, egal wie harmonisch die Beziehung sonst auch sein mag, irgendwann an einen Punkt kommen, wo ein Bedürfnis nicht gesehen wird und man das kommuniziert. Und da wird man sich irgendwann vielleicht auch mal nicht perfekt ausdrücken können oder der andere Part wird nicht immer empfänglich oder verständnisvoll darauf reagieren können.
Ich finde, man lernt im Streit auch, was das Gegenüber für ein Mensch ist und ob man sich wirklich sicher bei ihm fühlen kann. Würde mein Partner Gegenstände werfen oder mich körperlich angehen, wäre das ein sofortiger Trennungsgrund. Das finde ich aber nicht heraus, wenn ich Streit immer vermeide. Klar, man begibt sich auch in Gefahr, wenn man dann einen Streit hat, weil der dann gefährlich werden könnte (auch mal einen Blick auf Femizide werfend), aber am Anfang der Beziehung zeigt sich der Partner vielleicht noch gemäßigter und man hat noch eher die Chance, unversehrt aus der Beziehung zu kommen, als dann später, wenn der "Besitzanspruch" größer ist.
Aber auch ohne körperlichen Angriff kann man im Streit sehen, wie der Partner kommuniziert, wenn er sich unsicher oder in die Ecke gedrängt fühlt. Würde mein Freund mich in so einer Situation beleidigen oder sonst was sagen, einfach, um mich zu verletzen, dann wäre das keine gewaltfreie Kommunikation, die ich in einer Beziehung haben möchte und auch brauche. Ich spreche schon sehr gemein mit mir selbst, da brauche ich keinen Partner, der das auch noch tut und es sogar dann tut, wenn ich am verletzlichsten bin. Hatte ich sogar, als ich hier einem anderen AB kommuniziert habe, dass ich mich in meinen Freund verliebt habe, der das dann überhaupt nicht gut vertragen und mit Beleidigungen geantwortet hat. Dodged a bullet.
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
vielen Dank für die ehrlichen und vielschichtigen Rückmeldungen! Es tut gut zu sehen, dass viele diese Lernkurve ganz ähnlich erleben.
Ein paar Punkte aus euren Beiträgen, die ich besonders wichtig finde:
Echtes Vertrauen entsteht: Zu erleben, dass Konflikte eben nicht das Ende bedeuten, nimmt unglaublich viel Beziehungsangst und schweißt erst richtig zusammen.
Klare Spielregeln helfen: Dinge sofort anzusprechen, alte Geschichten ruhen zu lassen und nie wütend ins Bett zu gehen, schafft saubere Verhältnisse.
Respekt als Grenze: Selbst im größten Streit haben Beleidigungen oder Rückzug keinen Platz – das Gefühl von Sicherheit muss immer bleiben.
Es bestätigt mich sehr darin, dass respektvoll ausgetragene Konflikte kein Anzeichen für das Scheitern sind, sondern eine Partnerschaft stärken.
Ein paar Punkte aus euren Beiträgen, die ich besonders wichtig finde:
Echtes Vertrauen entsteht: Zu erleben, dass Konflikte eben nicht das Ende bedeuten, nimmt unglaublich viel Beziehungsangst und schweißt erst richtig zusammen.
Klare Spielregeln helfen: Dinge sofort anzusprechen, alte Geschichten ruhen zu lassen und nie wütend ins Bett zu gehen, schafft saubere Verhältnisse.
Respekt als Grenze: Selbst im größten Streit haben Beleidigungen oder Rückzug keinen Platz – das Gefühl von Sicherheit muss immer bleiben.
Es bestätigt mich sehr darin, dass respektvoll ausgetragene Konflikte kein Anzeichen für das Scheitern sind, sondern eine Partnerschaft stärken.
https://abtreff.de/viewtopic.php?t=30224
Mein Weg als Ex-Ab in einer Beziehung mit mehr Details und Facetten
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Schöne Regel und ich sehe den Sinn dahinter, aber würde bei mir nicht funktionieren. Ich neige dazu, erstmal bei allem in einen Zuschauernodus zu gehen und bin auch generell recht schweigsam (oder auch nur mangelnd konflikt-erfahren?). Die naheliegende Ausflucht, wenn ich etwas nicht ansprechen will, ist dann es als einen Nicht-konflikt zu deklarieren, und schon bin ich raus aus der (unangenehmen) Pflicht, es ansprechen zu müssen.
Das ist natürlich erstmal kein Problem, solange alles unterhalb der Schwelle bleibt, die einen Konflikt ausmacht, aber dafür gibt es halt keine Garantie. Wenn es dann mal soweit schlechter wird, dass es die Konfliktschwelle überschreitet, dann habe ich (unter Umständen, je nach Art des Problems) schon Wochen mit "Rückzug und Schweigen" reagiert, zumindest wird man das so sehen können. Und in dem Fall ist die Regel sogar kontraproduktiv, weil das Ansprechen dann auch noch einem Eingeständnis eines Regelverstoßes gleichkommt; zusätzlich dazu, dass es sich anfühlt wie den Konflikt "jetzt auf einmal" loszutreten.
Ich bräuchte eine andere Regel, oder zumindest eine andere Formulierung. Eine, die die Schwelle des Ansprechens möglichst stark absenkt. Etwa so: Ein Thema ansprechen ist noch weit davon entfernt ein Konflikt zu sein. Gedankenlesen können wir nicht, wir müssen über alles reden.
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Wenn die Regel in der heutigen Formulierung für euch passt, dann solltet ihr sie natürlich so lassen. Ist ja schließlich eure Beziehung.
Make love not war!
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Dem würde ich einmal vorsichtig widersprechen. Ist natürlich in jeder Beziehung unterschiedlich, aber die Regel, dass man nie wütend ins Bett gehen sollte, würde ich nicht aufstellen. Schlaf und sich etwas Zeit zu nehmen, kann sehr viel dazu beitragen, wieder runterzukommen und dann überhaupt erst in den Modus zu kommen, in dem man offen für eine Klärung ist.
Und manchmal ist es auch hilfreich, für sich vorzusortieren, ob man das jetzt wirklich direkt ansprechen muss oder es eigentlich gar nicht so wichtig ist, sondern nur der aktuelle Gemütszustand es wichtig erscheinen lässt. Da kann man dann ruhig ein paar Stunden oder einen Tag vergehen lassen, bis man sich sicher ist, ob das jetzt wirklich ein Problem ist, da was anderes hintersteckt oder man einfach nur gerade schlechte Laune hat.
Hier ebenfalls. Rückzug per se ist kein schlechtes Verhalten und man darf sich zurückziehen. Aber optimalerweise kündigt man ihn an, so wie, "ich brauche da erst einmal Zeit, um das für mich zu sortieren" oder "ich bin gerade voller Emotionen/habe keine Kapazität dafür, können wir das später klären?" und das funktioniert. Sich schweigend zurückzuziehen und dicht zu machen, ist hingegen nicht förderlich.
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Hallo,
Mir hat das trotzdem gezeigt und gelehrt, wie wichtig Streiten können ist, um eine Beziehung zu führen. Hätte ich es damals besser können - vielleicht wären wir heute noch befreundet. Darum halte ich es für ein wichtiges Thema für uns AB:
Ich finde das gute Regeln, und ich bin mir sicher, das eine gute Streitkultur entsprechend auch einen Einfluss auf die Beziehung hat. Ich habe das bereits lernen müssen, als ich im Studium kurze Zeit eine Art freundschaftlichen Kontakt mit einer Kommilitonin hatte. Mir sind nicht wirklich gut ausgekommen, und es lag daran, das wir einerseits sehr unterschiedlich waren, einerseits aber auch in unseren Schwächen eher ähnlich waren. Ich habe es damals nicht geschafft, Konflikte auszufechten und hab stattdessen gemauert, bis ich selbst explodiert bin. Sie wiederum hat Ärger über mich runtergeschluckt, bis es irgendwann auch ihr zuviel wurde. Wir waren beide nicht besonders offen, ich habe oft aus Scham eher geschwiegen, sie wiederum auch vieles einfach still erwartet, statt es auszusprechen.... Kurz: die genannten Regeln haben wir nicht eingehalten - klar, wir hatten auch keine Beziehung und es war vermutlich für sie auch nur eine kurze Zweckfreundschaft - ohne gemeinsames Studium wären wir auch nie Kontakt gekommen oder gesucht. Es kamen von mir auch andere Sachen dazu, wie z.B. meine Scham als AB mit entsprechenden Verhalten...pisces83 hat geschrieben: ↑07.10.2026, 11:44
1) kein brüten und hervorholen
Sachen werden angesprochen und zwar sofort. Es wird sich nicht maßlos über etwas geärgert, geschluckt und dann bei der nächsten Meinungsverschiedenheit hervorgeholt. "ABER DU HAST VOR DREI MONATEN ...." und der andere weiß gar nicht mehr worum es geht.
[...]
2) kein schweigen und rückzug
Bei Konflikten reagiert man nicht mit Rückzug und Schweigen.
3) keine Schuldumkehr
Wenn einer etwas nicht machen möchte was dem anderen nicht liegt z.b. neulich hatte ich in einer Freundesgruppe von mir ein Wanderung. Da sind ein paar Leute drin die mein Partner nicht ausstehen kann (historisch bedingt)
Heißt es nicht "ich geh mit wenn du unbedingt willst" sondern JA (okay) oder NEIN (genauso okay). Und des ist dann auch wirklich okay ohne 1)![]()
4) Ende heißt Ende
Konflikte werden ausgefochten und sind dann aber auch vorbei. Abends legt man sich gemeinsam ins Bett und der Streit ist vorbei.
Mir hat das trotzdem gezeigt und gelehrt, wie wichtig Streiten können ist, um eine Beziehung zu führen. Hätte ich es damals besser können - vielleicht wären wir heute noch befreundet. Darum halte ich es für ein wichtiges Thema für uns AB:
Das dachte ich bis damals auch. Ich glaube nicht, das man dazu eine romantische Beziehung dafür braucht, vielleicht reicht schon eine freundschaftliche Beziehung.sascha94 hat geschrieben: ↑07.10.2026, 10:12 [....]
Vor meiner Beziehung dachte ich oft, man müsste Streitigkeiten um jeden Preis vermeiden, um das Risiko einer Trennung nicht einzugehen. Heute weiß ich: Manche Meinungsverschiedenheiten müssen ausgetragen werden, damit sie sich nicht aufstauen und zum dauerhaften Problem werden. Die Art und Weise, wie man streitet, macht den entscheidenden Unterschied. Diese Ansicht habe ich erst durch meine Beziehung gelernt, früher habe ich versucht Konflikte um jeden Preis zu meiden, egal ob in der Familie oder im Beruf, heute sehe ich es anders. [...]
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.
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Wusel
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Da man ja hier den Eindruck bekommt, Beziehung sei perse ohne Streit nicht möglich, möchte ich doch mal meine Perspektive dazu geben.
Ich bin ja nun in erster Beziehung und ich würde sagen: Wir streiten de facto nicht.
Meinungsverschiedenheiten werden natürlich besprochen, münden aber selten in überkochende Emotionen... Das wäre für mich erst Streit.
Streit gehe ich auch nicht aus dem Wege, müsste dieser nötig sein.
Auseinandersetzungen die Streitcharakter tragen, erlebe ich auf Arbeit oder im Kontext der Verwandtschaft. Mit Freunden eigentlich auch fast nie.
Vermutlich hab ich das Glück, eine Partnerin gefunden zu haben, mit der man alles ganz unaufgeregt besprechen kann.
Ich bin ja nun in erster Beziehung und ich würde sagen: Wir streiten de facto nicht.
Meinungsverschiedenheiten werden natürlich besprochen, münden aber selten in überkochende Emotionen... Das wäre für mich erst Streit.
Streit gehe ich auch nicht aus dem Wege, müsste dieser nötig sein.
Auseinandersetzungen die Streitcharakter tragen, erlebe ich auf Arbeit oder im Kontext der Verwandtschaft. Mit Freunden eigentlich auch fast nie.
Vermutlich hab ich das Glück, eine Partnerin gefunden zu haben, mit der man alles ganz unaufgeregt besprechen kann.
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Mir ist da noch ein Beispiel eingefallen: zwischen einer Geschwister- und einer Partnerschaftsdynamik liegt für mich ein riesiger Unterschied.
Ein konkretes Beispiel macht das ganz anschaulich: Wenn ich mich mit einem meiner Geschwister fetze – sei es früher im Kinderzimmer oder heute bei einem Familientreffen –, dann krachen zwar kurz die Fetzen, aber das fundamentale Band steht nie infrage. Man ist nun mal Geschwister, das Familienband ist bedingungslos gegeben und man weiß tief im Inneren, dass der andere morgen trotzdem noch der Bruder oder die Schwester ist.
In der Partnerschaft ist das eine ganz andere Sache Hier entscheidet man sich ja praktisch jeden Tag freiwillig füreinander, teilt den Alltag und baut sich gemeinsam eine Existenz auf. Wenn man sich hier streitet, schwingt emotional eine viel größere Fallhöhe mit. Es geht nicht nur darum, wer bei einer Meinungsverschiedenheit Recht hat, sondern es betrifft direkt das gegenseitige Vertrauen und das Fundament der gemeinsamen Zukunft. Deshalb hat derselbe Konflikt in einer Beziehung eine viel höhere Intensität als unter Geschwistern, so denke ich zumindest und deswegen fühlt sich das für mich mit meiner Partnerin auch anders an.
Ein konkretes Beispiel macht das ganz anschaulich: Wenn ich mich mit einem meiner Geschwister fetze – sei es früher im Kinderzimmer oder heute bei einem Familientreffen –, dann krachen zwar kurz die Fetzen, aber das fundamentale Band steht nie infrage. Man ist nun mal Geschwister, das Familienband ist bedingungslos gegeben und man weiß tief im Inneren, dass der andere morgen trotzdem noch der Bruder oder die Schwester ist.
In der Partnerschaft ist das eine ganz andere Sache Hier entscheidet man sich ja praktisch jeden Tag freiwillig füreinander, teilt den Alltag und baut sich gemeinsam eine Existenz auf. Wenn man sich hier streitet, schwingt emotional eine viel größere Fallhöhe mit. Es geht nicht nur darum, wer bei einer Meinungsverschiedenheit Recht hat, sondern es betrifft direkt das gegenseitige Vertrauen und das Fundament der gemeinsamen Zukunft. Deshalb hat derselbe Konflikt in einer Beziehung eine viel höhere Intensität als unter Geschwistern, so denke ich zumindest und deswegen fühlt sich das für mich mit meiner Partnerin auch anders an.
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Meinungsverschiedenheiten gibt es wohl in jeder Beziehung. Oder auch unterschiedliche Bedürfnisse, die irgendwie unter einen Hut gebracht werden müssen. Ich glaube, ein kompatibler Umgang mit solchen Situationen ist ähnlich wie das Nähe-Distanz-Bedürfnis ein wesentlicher Punkt in einer Beziehung.
Das Verhalten in solchen Situationen ist ziemlich individuell. "Richtig" oder "falsch" gibt es da nicht, es muss halt für beide passen. Ein schwules Paar aus dem Bekanntenkreis hat Streits z.B. bevorzugt mit körperlicher Gewalt ausgetragen - in den meisten Beziehungen ein absolutes Tabu, für die beiden war es okay, weil sie physisch gleich stark waren und so am besten ihre Gefühle rauslassen konnten.
Ich persönlich bevorzuge sachliche Diskussionen, neige aber dabei leider zum Heulen. Damit muss ein Partner umgehen können. Andere Leute nutzen Sanktionen ("Du schläfst auf der Couch"), drohen mit Trennung, schreien sich an, werfen mit Gegenständen, verlassen die Situation erstmal und laufen ne Zeitlang durch die Gegend, verschwinden türenknallend in ihrem Zimmer, legen einander ihre Argumente schriftlich vor, treffen sich in öffentlichen Restaurants, um Probleme zu besprechen... Letzten Endes ist jede Art des Streitverhaltens okay, solange es 1) für den/die Partner/in auch okay ist bzw. er/sie lernen kann, damit umzugehen; 2) beide ihre Gefühle nicht unterdrücken müssen und 3) am Ende eine konstruktive Lösung gefunden werden kann. Wenn das auf Dauer nicht gelingt, ist die Beziehung wohl zum Scheitern verurteilt.
Nebenbei bemerkt: Streits können echt Scheisse sein. Aber dafür kann Versöhnungssex richtig super werden
Das Verhalten in solchen Situationen ist ziemlich individuell. "Richtig" oder "falsch" gibt es da nicht, es muss halt für beide passen. Ein schwules Paar aus dem Bekanntenkreis hat Streits z.B. bevorzugt mit körperlicher Gewalt ausgetragen - in den meisten Beziehungen ein absolutes Tabu, für die beiden war es okay, weil sie physisch gleich stark waren und so am besten ihre Gefühle rauslassen konnten.
Ich persönlich bevorzuge sachliche Diskussionen, neige aber dabei leider zum Heulen. Damit muss ein Partner umgehen können. Andere Leute nutzen Sanktionen ("Du schläfst auf der Couch"), drohen mit Trennung, schreien sich an, werfen mit Gegenständen, verlassen die Situation erstmal und laufen ne Zeitlang durch die Gegend, verschwinden türenknallend in ihrem Zimmer, legen einander ihre Argumente schriftlich vor, treffen sich in öffentlichen Restaurants, um Probleme zu besprechen... Letzten Endes ist jede Art des Streitverhaltens okay, solange es 1) für den/die Partner/in auch okay ist bzw. er/sie lernen kann, damit umzugehen; 2) beide ihre Gefühle nicht unterdrücken müssen und 3) am Ende eine konstruktive Lösung gefunden werden kann. Wenn das auf Dauer nicht gelingt, ist die Beziehung wohl zum Scheitern verurteilt.
Nebenbei bemerkt: Streits können echt Scheisse sein. Aber dafür kann Versöhnungssex richtig super werden
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Obelix
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Re: Streit vermeiden vs. Streit austragen: Konflikte lernen
Verschiedene Menschen mögen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, ab wann man von einem "Streit" oder einem "Konflikt" spricht. Egal, wie man die Begriffe nun genau definiert oder voneinander abgrenzt, halte ich es für wichtig, bei Unstimmigkeiten in der Beziehung das Gespräch zu suchen. Hier kann es natürlich sein, dass ein Punkt, zu dem Partner A einen Gesprächsbedarf sieht, für Partner B eine Kleinigkeit ist, die nicht der Rede wert ist. Gerade bei solchen Unterschieden in der Wahrnehmung ist es aber wichtig, dass B sich die Zeit nimmt, um den Sorgen von A zuzuhören. Ansonsten kochen unter dem Deckel doch mal die Emotionen hoch, und das ist für die Beziehung alles andere als förderlich.
Dieses "fundamentale Band" sehe ich nur dann als fest gegeben an, solange Geschwister im selben Haushalt aufwachsen. Wenn sie erwachsen sind und das Elternhaus verlassen haben, liegt es an ihnen, in welcher Form sie die Familienbeziehung weiterführen wollen. Mir selbst sind meine Geschwister auch sehr wichtig, aber ich habe leider auch schon Familien erlebt, in denen Geschwister nicht mehr miteinander reden. Und hatten wir nicht erst kürzlich hier im Forum einen Beitrag, in dem auch die Frage gestellt wurde, ob es richtig war, den Kontakt zur Schwester abzubrechen?sascha94 hat geschrieben: ↑09.10.2026, 05:55 Mir ist da noch ein Beispiel eingefallen: zwischen einer Geschwister- und einer Partnerschaftsdynamik liegt für mich ein riesiger Unterschied.
Ein konkretes Beispiel macht das ganz anschaulich: Wenn ich mich mit einem meiner Geschwister fetze – sei es früher im Kinderzimmer oder heute bei einem Familientreffen –, dann krachen zwar kurz die Fetzen, aber das fundamentale Band steht nie infrage.
''Life's a happy song, when there's someone by your side to sing along.'' - The Muppets