(Liebe Moderatoren, bitte nicht in den Erfolgsmeldungen Thread verschieben, da es mehr ist als nur eine Erfolgsmeldung, Danke.)
Inzwischen bin ich seit einem Jahr glücklich in einer Beziehung. Ich möchte euch ein kleines rückblickendes Fazit über mein letztes Jahr bereitstellen. Wie hab ich es geschafft, was hat sich geändert, wo sollte man vielleicht offener werden und sich auch mal Vorurteilen stellen.
Mein Fall ist sich nicht allgemeingültig und nicht der Weg für alle, auch ist nicht alles einfach. Wie immer im Leben gibt es auch in der Beziehung neue Aufgaben zu bewältigen. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen bin ich super glücklich, denn mein Leben wurde enorm bereichert.
Vor 1,5 Jahren habe ich mich meinem AB-Problem das erst mal intensiv und aktiv gestellt und auch die klassischen Vorurteile nicht ausgeklammert. Das ganze - als HC-AB blamiere ich mich sicher, habe bei einer „normalen“ sicher keine Chance, … ebenso bei der Partnerauswahl - Partnerbörsen Profile ohne Bild, mit Kind, geschieden, ein paar Kilos mehr. Den Kritikern an dieser Stelle vorweggenommen, nein ich habe meine Ansprüche nicht auf null geschraubt und auch ein paar potentielle Chancen für mich ausgeklammert und einige Absagen erteilt, wenn ich das Gefühl hatte das es nicht passt.
Inzwischen stecke ich mitten in einer Familie mit einem 10J alten Kind und Hund.
Meine Partnerin hat mir anfangs auch einfach die Zeit gegeben die ich gebraucht habe, hierzu hatte ich an anderer Stelle schon etwas geschrieben.
War alles einfach – jein – wie immer im Leben ist das meiste beim ersten mal etwas schwieriger, aber eben nicht unmöglich. So muss man bei allem - partnerschaftliche Kommunikation, Küsschen, ja bis Sex erst mal ein paar Erfahrungen sammeln. Offen werden und lernen wirklich los zu lassen - zu vertrauen ist wichtig, braucht aber auch etwas Zeit.
Ob Familie jetzt gleich der richtige Einstieg für einen AB ist - ich denke darauf gibt es keine pauschale Antwort, das kommt auf jeden einzelnen an. Man muss natürlich bereit sein dafür, aber ich denke es bringt auch mehr Probleme - nein ich möchte es an der Stelle Aufgaben nennen. Je mehr in der Gemeinschaft sind, um so mehr Alltagsprobleme, Ansprüche und Wünsche sind natürlich vorhanden, das könnte so manchen AB Anfangs zusätzlich überfordern, aber ich denke auch nicht jeder „normale“ ist dafür gemacht. Ich kam manchmal auch an meine Grenzen, aber in dem Rahmen entstehen auch viele Situationen wo man eben sieht ob man zueinander steht und ob der andere für einen da ist.
Und was ist jetzt mein Fazit - ja es gibt sicher Tage da hätte man es als Single / AB einfacher, aber mein Leben wurde dadurch so unglaublich bereichert und spannend, ich möchte nie mehr Single sein - auch nicht mehr ohne Familie. Man kann sich vorher nicht vorstellen, wie viel es einem manchmal abfordert, aber genau so wenig kann man sich vorher vorstellen wie unglaublich viel es einem gibt.
Von den 12 Monaten leben wir praktisch gesehen schon über 11 zusammen. Meine Wohnung habe ich vor ein paar Monaten aufgegeben. Anfangs war dieser Gedanke schwierig, dass erstes mal dies Unabhängigkeit aufgeben - irgendwann war es einfach nur selbstverständlich.
Inzwischen machen wir uns weitere Gedanken die für mich ganz normal geworden sind und einfach dazu gehören.
Vor einem Jahr hätte ich niemandem geglaubt, dass ich heute da sein könnte wo ich heute bin.