BartS hat geschrieben:
Nochmal, das für mich überraschende war nicht, dass die Person das Auto benutzt hat, sondern die Entscheidung genau mit dem ökonomischen Aufwand begründet hat.
Wie hier uhu und ich versucht haben, begreiflich zu machen, kann es durchaus sein, dass die Fahrt mit dem Auto,
für jemanden, der bereits ein Auto besitzt, günstiger sein.
Der Alternativenvergleich
für einen Autobesitzer geht NICHT:
Portokosten
versus (anteilige Autokosten fix + Autokosten variabel für diese Strecke)
sondern:
(Portokosten + anteilige Autokosten fix)
versus (anteilige Autokosten fix + Autokosten variabel).
Denn die Autokosten fix sind bei einem bereits angeschafften Auto IMMER vorhanden, egal, nach welchem Pseudo-Variabel-Schlüssel (Kilometer, Tage) man diese anteilig umlegt. Auch wenn er das Paket per Post schickt, sind die Fixkosten für das Auto vorhanden (man kann schwerlich Finanzamt und Versicherung bitten, die Kosten zu reduzieren, weil man an Tag X ja das Auto in der Garage hat stehen lassen).
Also entweder man sieht den Besitz und Gebrauch eines Autos als Zeichen der eigenen Freiheit, dann sind ökonomische Aspekte völlig nebenrangig. Oder man erklärt den konkreten Gebrauch mit rationalen, ökonomischen Gründen, dann sollte man wenigstens die Kosten der eigenen Mobilität ungefähr kennen.
Wieso sollte man davon ausgehen, dass der Typ das nicht weiß? Nur spielen die Fixkosten in der Überlegung, eine bestimmte Fahrt anzutreten oder es bleiben zu lassen, keine Rolle mehr.
Die würden nur eine Rolle spielen, wenn man auf den Trichter käme, sich extra für eine Fahrt ein Auto erst anzuschaffen.
Was ich noch zusätzlich erstaunlich finde, dass in der Diskussion der Zeitaspekt keine Rolle zu spielen scheint. Bedeutet das, dass vielen Autofahren es völlig egal ist, ob sie eine Stunde zusätzlich für eine Tätigkeit im Auto sitzen, die sie auch genauso gut outsourcen könnten? Auch Freizeit hat für mich einen Wert. Oder mit anderen Worten, mehr Freizeit zu haben, ist mir auch finanziell etwas wert.
Auf das Portemonaie wirkt es sich nicht im geringsten aus, ob jemand in seiner Freizeit ein Buch liest oder im Auto sitzt. Weder wird ihm diese Zeit bezahlt, noch geht im Geld durch die eine oder andere Tätigkeit verloren.
Wie hier schon von einigen angerissen, kann auch eine Autofahrt an sich als Freizeitgestaltung gesehen werden. Ebenso wie eine Bahnfahrt. Beides kann man ebenso als notwendiges Übel (um von A nach B zu kommen) oder als Abwechslung (man sieht neue Landschaften, lernt neue Ecken Deutschlands kennen) sehen.