Ich möchte desiguals Beitrag, dem ich absolut zustimme, gerne mit meinem persönlichen Beispiel ergänzen.
Ich hab meinen Freund über eine Singlebörse kennengelernt, der Erstkontakt ging von mir aus (passt also auch so gut zum Thema).
*Aktion von mir
Wir schrieben ein paar Tage, verstanden und gut, er schlug dann ein Treffen vor.
*Aktion von ihm Beim Treffen wirkte er unheimlich unsicher, was wiederum mich unsicher machte, weil ich aus seinem Verhalten nicht ablesen konnte ob er nervös war weil ihm das Treffen gefiel, oder ob er nervös war weil er eigentlich am liebsten gleich wieder abhauen wollte nur nicht wusste wie. Ich hab versucht Druck rauszunehmen, sehr ruhig und entspannt zu agieren in der Hoffnung, dass er sich dann auch mehr entspannen würde. Wir gingen spazieren, unterhielten uns gut, merkwürdig unruhig und verspannt war er trotzdem noch. Ich kann mich nicht daran erinnern ihn währenddessen einmal lachen gesehen zu haben. Je länger das Treffen ging, desto mehr bekam ich ein ungutes Gefühl ob wohl die Unterhaltung an sich interessant war. Es wirkte nicht wie freudige Aufgeregtheit bei ihm.
Ich schlug ihm trotzdem vor noch was trinken zu gehen, dachte es bringt vielleicht was den Ort zu wechseln.
*Aktion von mir Er lehnte ab. Er habe noch zu tun. Kein Gegenvorschlag, nichts.
Ab da dachte ich es sei gelaufen. Ich sagte ihm ich würde ihn noch bis an die Ecke bringen und dann heim fahren. Auf dem Weg dorthin kam ihm dann aber doch noch die Idee vorzuschlagen, dass wir das ja ein anderes Mal nachholen könnten.
*Aktion von ihm Das überraschte mich, aber ich dachte mir dann "Ok, vielleicht war er ja doch einfach nur aufgeregt weil die Situation ungewohnt war. Als ich ihn zum Abschied umarmte,
*Aktion von mir erwiderte er das nur zwei Sekunden (bei denen er auch noch mit gelangweiltem Blick weg schaute). Das brachte mich schon wieder ins Grübeln, dass sein Interesse vielleicht doch nicht so groß war. Diesen Zweifel habe ich dann noch einige Tage, bis zu unserem "Nachholtreffen" mit mir herum getragen. Letztendlich hab ich mir gesagt, wenn das zweite Treffen auch so wird, dann habe ich keine Lust mehr darauf. Egal wie gut wir uns inhaltlich unterhalten, wenn er mir nicht das Gefühl gibt, dass er sich über das Treffen freut tu ich mir das nicht mehr an.
Zum Glück für uns beide hatte er sich ein paar Tage später dann gefangen.
Was man daran meiner Meinung nach sehen kann ist zum einen das von desigual angesprochene Wechselspiel. Obwohl ich ja bereits auf ihn zugekommen war:
Ohne gegenseitiges Entgegenkommen hätte ein zweites Treffen wahrscheinlich gar nicht statt gefunden.
Zum anderen zeigt es aber auch, dass s
elbst wenn eine Frau auf den Mann zukommt, auch der Mann aktiv werden muss. Auch als Initiator ist man auf positive Rückmeldungen des Gegenüber angewiesen. Kaum jemand geht stumpf immer wieder und wieder in Vorleistung wenn vom anderen gar nichts zurück kommt. Wäre nichts von ihm gekommen... ich hätte auf jeden Fall von mir aus kein weiteres Treffen vorgeschlagen, weil ich ja eh schon stark verunsichert war ob ihm das erste überhaupt gefallen hatte. Es braucht ab einem bestimmten Punkt offene Kommunikation von beiden Seiten, jeder muss mal was "riskieren" und von sich aus Vorschläge machen. Sonst kann das einfach nicht funktionieren.