Kolinatan hat geschrieben: ↑12.04.2026, 14:31
Eher solltest Du aufhören Dir Geschichten zu erzählen, welche diesen Schmerz in Dir verstärken. Schaue was Dir fehlt und entscheide, wie viel Zeit Du damit zubringen möchtest, Wege zu suchen, um neue Strategien auszuprobieren, vielleicht die unerfüllten Bedürfnisse doch zu erfüllen. Du musst nicht jetzt eine Entscheidung treffen, welche Deinen Schmerz perpetuiert.
Ich würde sagen, mir fehlt aktuell Folgendes mit absteigender Priorität:
- eine Familie
- enge Freunde
- Eingebundenheit in ein soziales Netzwerk
- eine Partnerin
- sexuelle Bestätigung
Strategie:
- eine Familie: unerreichbar, biologisch determiniert
- enge Freunde: Enge Freundschaften wachsen über viele Monate/Jahre durch gemeinsame Interessen und Sympathie. Ich kann es nicht ausschließen, aber bisher hat sich eben trotz Bemühen meinerseits nichts dergleichen ergeben. Ich bin weiterhin sozial aktiv, reflektiert und gehe ohne Erwartungen auf Menschen zu. Vielleicht ergibt sich da noch was, vielleicht aber auch nicht.
- Eingebundenheit in ein soziales Netzwerk: Schwierig, aber potentiell am ehesten noch in der Tanz-Community erreichbar. Ich bleibe weiterhin dran. Ich denke, das wäre noch der am einfachsten zu erreichende Punkt. In der Uni sind meine Chancen deutlich schlechter, weil Status, Hierarchien, Mobbing und Ausgrenzung da einfach zu heftig sind. Vielleicht später im Beruf, aber das Studium geht noch 8 weitere Jahre, also würde ich darauf nicht setzen.
- eine Partnerin: nicht unmöglich, aber sehr unrealistisch. Würde sich durch den Punkt "Eingebundenheit in ein soziales Netzwerk" automatisch ergeben, wenn entsprechende soziale Kompetenzen und ausreichend Anziehung vorhanden sind.
- sexuelle Bestätigung: aktuell völlig unmöglich. Da wiegen Defizite in der nonverbalen Kommunikation nochmal schwerer als bei festen Beziehungen oder Freundschaften.
Potentiell könnte der Drang eine Partnerin zu finden jedoch abnehmen, wenn andere Bedürfnisse von mir erfüllt werden. Vielleicht lässt es sich auch bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Berührung habe ich immerhin reichlich beim Tanzen und emotionale Nähe könnten auch enge Freunde bieten. Außerdem könnte ich - ggf. mit einer Therapie - lernen, besser mit der unerfüllten Sehnsucht nach einer Partnerin umzugehen.
Kolinatan hat geschrieben: ↑12.04.2026, 14:31
Hier solltest Du Dich eher fragen: Woher kommt Deine Bereitschaft Dir selbst diesen Schmerz zuzufügen, indem Du Dir eine Horrorgeschichte erzählst, dass Du niemals eine Partnerin fändest? Suche nach den Glaubenssätzen, welche dazu beitragen, dass Du bereit bist Dir diese Geschichte zu erzählen. Wovor soll Dich diese Geschichte schützen und von wem hast Du ggf. deren Inhalt übernommen? Wer hat Dir erzählt, dass autistische Züge für Frauen unattraktiv seien und warum meinst Du, dass Du Deine Coping-Strategien nicht weiter verbessern könntest?
Ich bin realistisch. Ich arbeite wirklich seit Jahren gezielt an meinen sozialen Defiziten. Ich habe mir immer wieder Feedback zu meinem Sozialverhalten eingeholt und jeden für sinnvoll erscheinenden Ratschlag umgesetzt. Dennoch sind meine Defizite noch zu groß, um Freunde oder gar eine Partnerin zu finden. Ja, man kann autistische Tendenzen kompensieren, aber das braucht sehr viel Zeit. Es wird Stück für Stück besser, vielleicht sind in einigen Jahren erste Freundschaften realistisch. Beim Thema Liebesbeziehung haben aber die meisten Frauen eben nur genau einen "Slot" für einen einzigen Lieblingsmenschen. Um für eine Frau die Nummer 1 zu sein, sind meine Defizite einfach noch viel zu groß. Das rede ich mir nicht ein, das ist Fakt.
Autistische Züge sind für Frauen unattraktiv, das zeigen die Erfahrungen von so ziemlich jedem männlichen Autist. Es ist ja auch kein Zufall, dass die meisten männlichen Autisten eben keine Partnerin haben.