Neue Realität: Finanzen

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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

Deja-vu hat geschrieben: ↑22.08.2026, 11:19
Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 00:12 Manchmal frage ich mich, ob es für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft vielleicht sogar zwingend erforderlich ist, das eigene Leben sehr radikal zu verändern und sich gemeinsam mit dem/der Partner/in ein neues Leben aufzubauen, in dem er/sie die zentrale Rolle spielt.
Würde ich nicht so sehen. Eine Person kann die zentrale Rolle im Leben spielen, ohne dass man miteinander verschmilzt, oder das ganze Leben umkrempelt. Zumindest bei mir ist das so.
Was genau meinst Du jetzt mit "zentrale Rolle spielen"?

Natürlich kann man auch eine Beziehung aufbauen, ohne viel umzukrempeln. Wenn man sowieso in derselben WG wohnt, muss man z.B. nicht mal das Haus verlassen, um den Feierabend zusammen verbringen zu können. Wenn man sich auf Menschen ohne Familie und Freunde beschränkt, bleibt es einem erspart, viele andere Menschen kennenzulernen und Bindungen zu diesen aufzubauen. Wenn man dieselben Dinge essen mag, kann man genauso kochen wie zuvor. Usw.

Aber das Thema "Was würde ich für eine Beziehung in meinem Leben ändern?" hat eigentlich einen eigenen Thread verdient ...
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Levyn hat geschrieben: ↑22.08.2026, 14:12 Es gibt viele Möglichkeiten. Eine ist z.B. random Leute anzuschreiben und dann plötzlich in einer Beziehung zu sein ;)
Den praktischen Input gibst du ja schon. Es hilft sicherlich sehr vielen Leuten hier, die in einer Beziehung sind ;)

Ich finde je mehr Möglichkeiten und Perspektiven aufgezeigt werden desto besser aber offensichtlich willst du nicht 🙂
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 17:53 Aber das Thema "Was würde ich für eine Beziehung in meinem Leben ändern?" hat eigentlich einen eigenen Thread verdient ...
Finde ich auch auch, da haben manche hier sehr interessante Ansichten zum Thema Beziehung.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Optimist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 14:36 Ich habe mich mal bei meiner Schwägerin für ein Geburtstagsgeschenk von meinem Bruder bedankt und die war ganz verdutzt darüber. Dadurch, dass sie seit kurzem ein gemeinsames Kind haben (ein Paar sind sie schon seit zehn Jahren) hatte ich sie nun als Einheit angesehen. Meine Eltern hatten auch immer ein gemeinsames Bankkonto und sogar E-Mail-Konto. Hätte gedacht, das ist eher so ein Generationending und dass gemeinsame Konten und das Bezahlen beim ersten Date patriarchische Überbleibsel sind, die überwunden werden müssen.
Tja meine Verlobte ist 27 ich bin 31, mag sein dass so eine denke vielleicht in früheren Generationen verbreiterter war aber ausgestorben ist. Ein Geneinsames Konto ist genauso Gleichberechtigung als wenn jeder sein eigenes hätte. Wir sehen halt einfach keinen Grund dafür eine „doppelte“ Buchführung zu betreiben, jeder nutzt das Konto für das was er braucht und wir sind offen genug dass der andere wissen kann wofür wir unser Geld jemals ausgeben. Privatsphäre wurde ja als Argument für getrennte Konten genannt. Wir haben uns am Anfang darauf geeinigt das wir jederzeit über alles sprechen können wollen und bis jetzt hat sich das für uns bewährt „Privatsphäre“ wahren wir gegenüber Dritten nicht gegenüber uns. Klingt vielleicht kompliziert ist es aber in der Praxis nicht 🙂
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Waldgeist »

Ich reihe mich in die Meinung von Kolinatan, Levyn und Deja-vu ein.

Ich denke mal dein Problem ist es, dass du bis über beide Ohren verliebt bist, was in der Anfangsphase einer Beziehung normal ist, in welcher du dich noch befindest, und deshalb eine verzerrte Wahrnehmung hast, besonders da es deine erste Beziehung ist!
Deine Beziehung ist definitiv einseitig zu deinen Ungunsten, zumindest von deinen bisherigen Erzählungen.

- Du musstest sie zuerst anschreiben
- Du musstest zur ihr zum ersten Date fahren
- Du musstest die ersten Dates bezahlen
- Du musstest um ihre Hand anhalten
- Du musstest zu ihr ziehen und damit deine Wohnung, Arbeit und Umfeld zurücklassen.
- Du trägst entsprechend das Haupttrennungsrisiko
- Du hast deine geliebten Hobbies reduzierst
- Du passt dein Verhalten an, wenn Sie ihre Periode hat
- Du musst mit ihr auf ein Roland Kaiser Konzert
- Du musst mehr Geld ins gemeinsame Konto einzahlen
- Du kaufst Technik für Ihr Haus und Sie Kleidung für sich selbst
- Und so weiter
- Und so weiter
- Und so weiter

Alleine dafür, dass du zu ihr gezogen bist, solltest du das erste Jahr kostenlos bei ihr wohnen dürfen, wenn man bedenkt, was für ein Aufwand, Opfer und Risiko du dafür auf dich genommen hast und ihr erspart geblieben ist.

Für Sie ist die Beziehung bisher auf jeden Fall sehr vorteilhaft. Natürlich kann es für dich trotzdem auch ein guter Deal sein, weil du Sachen bekommst, an welche du bisher nie rangekommen bist, aber für dich sehr wichtig sind. Gleichberechtigt oder fair ist es dadurch dir gegenüber aber nicht!

Du hast heute eine Partnerin und eine einjährige Beziehung mit Liebe und täglichen Sex (teilweise mehrmals am Tag). Wenn deine Partnerin halbwegs attraktiv ist, dann gibt es mehr als genug Menschen, welche gerne mit dir tauschen möchten. Aber es ist eben auch keine Beziehung auf Augenhöhe, sondern eine Beziehung, bei der du dich unterordnest, es deiner Partnerin recht machst und du nicht den Respekt und die Wertschätzung bekommst, welche du verdient hättest. Und so etwas würden genauso viel nicht mit sich machen lassen.

Du bist ja auch Gamer. Es ist ein bisschen wie beim Release der PS5. Manche hatten Glück und haben eine PS5 zu normalen Konditionen bekommen, andere haben sich eine PS5 für Fantasiepreise von einem Wiederverkäufer geholt und andere haben gesagt, dass sie den Mist nicht mitmachen und lieber darauf verzichten.

Ich wäre selbst für mehrmals täglich Sex nicht bereit deinen Weg zu gehen, aber wenn du damit Glück bist, dann sei es dir gegönnt.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Waldgeist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 19:25 Ich reihe mich in die Meinung von Kolinatan, Levyn und Deja-vu ein.

Ich wäre selbst für mehrmals täglich Sex nicht bereit deinen Weg zu gehen, aber wenn du damit Glück bist, dann sei es dir gegönnt.
Ich glaube, du bewertest einige Dinge als „Opfer“, die ich persönlich überhaupt nicht als solche empfinde. Natürlich habe ich für die Beziehung Dinge verändert und auch Entscheidungen getroffen, die ich als Single so nicht getroffen hätte. Aber ich habe das nicht getan, weil ich mich meiner Verlobten unterordnen möchte, sondern weil ich mich bewusst für dieses gemeinsame Leben entschieden habe.

Dass ich nach Bremen gezogen bin, meine Wohnung aufgegeben habe oder heute mehr in unsere gemeinsamen Finanzen einzahle, sind für mich deshalb nicht automatisch Belege dafür, dass die Beziehung „zu meinen Ungunsten“ läuft. Ich bekomme dafür schließlich auch etwas: eine Partnerin, ein gemeinsames Zuhause, gemeinsame Zukunftspläne und ein Leben, das ich so vorher nicht hatte.

Und was die anderen Punkte betrifft: Dass ich beim Date bezahlt habe, sie zuerst angeschrieben habe oder mit auf ein Roland-Kaiser-Konzert gehe, sehe ich jetzt nicht unbedingt als Unterordnung. 😄

Letztlich scheint einfach unsere Bewertung dieselben Dinge ziemlich unterschiedlich zu sein. Du siehst darin viele Opfer und ein Ungleichgewicht, ich sehe darin überwiegend freiwillige Entscheidungen für ein gemeinsames Leben.

Ob ich mich dabei selbst verliere, kann ich vermutlich am besten selbst beurteilen. Und genau deshalb werde ich tatsächlich mal einen eigenen Beitrag zum Thema Autonomie in der Beziehung schreiben. Da kann ich dann etwas ausführlicher zeigen, wo bei uns das „Wir“ aufhört und das „Ich“ weiterhin seinen Platz hat. 😉
Zuletzt geändert von sascha94 am 22.08.2026, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Optimist »

sascha94 hat geschrieben: ↑22.08.2026, 19:12 Ein Geneinsames Konto ist genauso Gleichberechtigung als wenn jeder sein eigenes hätte. Wir sehen halt einfach keinen Grund dafür eine „doppelte“ Buchführung zu betreiben, jeder nutzt das Konto für das was er braucht und wir sind offen genug dass der andere wissen kann wofür wir unser Geld jemals ausgeben.
Bei meinen Eltern war es damals wahrscheinlich sogar progressiv, weil meine Mutter zu der Zeit nichts verdient hat und mein Vater ihr so kein "Taschengeld" auszahlen musste. Aber mein Bruder und meine Schwägerin verdienen seit ca. zehn Jahren ihr eigenes Geld, müssen kein Haus abbezahlen und haben auch sonst wenig Geldsorgen. Da ist es einfach nicht nötig ein gemeinsames Konto anzulegen. Meine Schwägerin überweist per Dauerauftrag die Miete und mein Bruder überweist ihr seinen Anteil.
Waldgeist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 19:25 - Du musst mit ihr auf ein Roland Kaiser Konzert
Das wäre für mich ein Ausschlusskriterium. :mrgreen:
Waldgeist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 19:25 Manche hatten Glück und haben eine PS5 zu normalen Konditionen bekommen, andere haben sich eine PS5 für Fantasiepreise von einem Wiederverkäufer geholt und andere haben gesagt, dass sie den Mist nicht mitmachen und lieber darauf verzichten.
Ich hätte sogar zwei PS5 haben können, weil ich sie damals rechtzeitig bei Amazon und Saturn vorbestellt hatte. Aber hab dann doch darauf verzichtet mich an anderen Gamern zu bereichern.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

Waldgeist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 19:25 Ich reihe mich in die Meinung von Kolinatan, Levyn und Deja-vu ein.
Ich hatte nicht den Eindruck, dass Kolinatan und Deja-vu eine unerbetene Be- oder Verurteilung von saschas Beziehung geschrieben hätten ... :gruebel:
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

sascha94 hat geschrieben: ↑22.08.2026, 19:53 Du siehst darin viele Opfer und ein Ungleichgewicht, ...
Und selbst wenn es ein Ungleichgewicht wäre - es steht nirgends geschrieben, dass in einer Beziehung ein Gleichgewicht herrschen muss. Im Gegenteil,.peinlich genaue Aufrechnung der "Beziehungsleistungen" gegeneinander wird meist als sicherer Indikator für eine dysfunktionale Beziehung betrachtet.

Einfach ausgedrückt funktioniert eine Beziehung dann, wenn es den Partnern gemeinsam gelingt, alles zu erledigen, was zu erledigen ist, keiner sich dabei dauerhaft überlastet fühlt und beide insgesamt glücklicher sind als allein. Ob die ToDos gleich oder ungleich verteilt sind oder gar an Dienstleistende vergeben werden (und ob die dann 50:50 bezahlt werden oder 30:70 oder vom gemeinsamen Konto) ist nicht wirklich wichtig, solange sich beide einig sind.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 22:58 Einfach ausgedrückt funktioniert eine Beziehung dann, wenn es den Partnern gemeinsam gelingt, alles zu erledigen, was zu erledigen ist, keiner sich dabei dauerhaft überlastet fühlt und beide insgesamt glücklicher sind als allein. Ob die ToDos gleich oder ungleich verteilt sind oder gar an Dienstleistende vergeben werden (und ob die dann 50:50 bezahlt werden oder 30:70 oder vom gemeinsamen Konto) ist nicht wirklich wichtig, solange sich beide einig sind.
Dem stimme ich zu 100% zu, als ich gelesen habe wie Waldgeist meine Beziehung bzw. Teile davon auseinander nimmt und eine Aufrechnung darüber macht , dachte ich nur in was für einem Film bin ich denn hier geraten 😂😂 Wenn ich so anfange eine Beziehung aufzurechnen, sollte man es besser gleich sein lassen, ich finde aber, und ein zwei User meinten mir das ja absprechen zu können, dass meine Threads genau deshalb ihre Berechtigung haben. Weil manche doch sehr interessante Vorstellungen vom Thema Beziehungen und wie sie funktionieren haben. Ich lerne da ja selber noch jeden Tag dazu. Aber eine Aufrechnung macht da einfach keinen Sinn. Wie z,B wäre da zu Gewichten dass sie den kompletten Haushalt macht , nicht weil es ein angebliches Ungleichgewicht gibt sondern weil sie es gerne tut? Ein Strich auf der anderen Seite der Liste? Und bevor ein Patriarch oder Pascha oder wir sind im 21 Jahrhundert Forum auch Männer können das machen Vorwurf kommt, es ist wirklich so. Für mich in der Hinsicht natürlich ein bisschen Glück 😂😂😂 Nebenbei fürs nächste Mal falls jemand meint meine Beziehung bewerten zu müssen, wir wissen was wir tun und fühlen uns beide wohl damit. 🙂😉
Zuletzt geändert von sascha94 am 23.08.2026, 04:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Deja-vu »

Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 17:53 Was genau meinst Du jetzt mit "zentrale Rolle spielen"?
Ich habe dich zitiert.

Für mich bedeutet das, jemand ist die wichtigste Person in meinem Leben. Was aber trotzdem nicht bedeutet, dass ich mein ganzes Leben um denjenigen herumbauen muss.

Ich muss hier wieder Parallelen zur Freundschaft ziehen. In einer wirklich engen Freundschaft wird jemand die wichtigste Person in deinem Leben. Aber ihr seid dennoch zwei Individuen, ob man nun zusammen wohnt oder nicht, die auch noch ein eigenes Leben haben.
Tania hat geschrieben: ↑22.08.2026, 17:53 Aber das Thema "Was würde ich für eine Beziehung in meinem Leben ändern?" hat eigentlich einen eigenen Thread verdient ...
Bei mir wäre es zB das Rauchen. Das wäre ich bereit aufzugeben, wenn derjenige das absolut nicht haben kann. Wenn derjenige eine Sportart oder Aktivität macht, die ich mir auch vorstellen könnte (für die ich aber alleine zu feige, zu faul, whatever bin), würde ich mich da vielleicht sogar mitziehen lassen. Wenn derjenige vegan lebt, könnte ich mich drauf einlassen, ebenfalls vegan zu leben.

Meine Komfortzone könnte ich also in Teilen verlassen, aber vollständig...? Ich weiß nicht.

Also bei Roland Kaiser wär ich raus. :lach:
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Deja-vu hat geschrieben: ↑23.08.2026, 11:11 Also bei Roland Kaiser wär ich raus. :lach:
Ich hätte auch jederzeit Nein sagen können aber ich war noch nie auf einem Konzert also bin ich mit.
Fun Fact, Zur Live Version von Sieben Fässer Wein werden wir den Hochzeitstanz machen und damit die Party eröffnen 😂😂
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Deja-vu »

Optimist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 14:36 Hätte gedacht, das ist eher so ein Generationending und dass gemeinsame Konten und das Bezahlen beim ersten Date patriarchische Überbleibsel sind, die überwunden werden müssen.
Dachte ich mir auch.
verticalist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 15:40 Wenn keiner initial investiert, kommt es auch zu keiner Beziehung.
Und die Investition muss zwingend finanziell sein?

Und immer vom Mann ausgehen?

Wie ist das eigentlich bei gleichgeschlechtlichen Dates? (Ich weiß, die Frage ist hier deplatziert :mrgreen: )
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Deja-vu hat geschrieben: ↑23.08.2026, 12:32 Und die Investition muss zwingend finanziell sein?

Und immer vom Mann ausgehen?
Bei einem Date kann es als Mann sicherlich nicht schaden einer Frau aktiv zuzuhören. Das heißt zu hören was sie sagt, auf das Gesagte eingehen, vielleicht das ein oder andere Kompliment machen. Vorausgesetzt natürlich man findet sie sympathisch und geht konform mit dem was sie sagt, falls nicht kann man aber höflich und freundlich bleiben und geht dann anschließend wieder seiner Wege. Natürlich sollte man im Gespräch dann vielleicht auch ein bisschen von sich erzählen, damit die Frau sich auch ein Bild machen kann was sie möglicherweise erwarten könnte. Bis dahin ist es eine beidseitige Investition. Wenn es ums bezahlen geht, da kann man jetzt drüber diskutieren und das ist allein meine persönliche Meinung. Als Mann wird man glaube ich nie nie niemals schlecht darstellen, wenn man der Frau anbietet die gesamte Rechnung zu bezahlen. Man kann aber glaube ich sehr wohl sich ein sehr gut laufendes Date einen negativen Touch verpassen, wenn man im falschen Moment sparsam ist. Es gibt ja nicht soviel Möglichkeiten, entweder Frau lässt sich gerne einladen, dann ist sowieso alles gut, oder Frau möchte aus Gründen der Eigenständigkeit selber zahlen, dann wird sie es schon sagen aber schlechter deswegen dastehen weil man es anbieten? Das glaube ich nicht.
Zuletzt geändert von sascha94 am 23.08.2026, 15:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

Deja-vu hat geschrieben: ↑23.08.2026, 11:11 Was aber trotzdem nicht bedeutet, dass ich mein ganzes Leben um denjenigen herumbauen muss.
Das wäre wohl auch ein bisschen zu einseitig. Als würde sich der/die Andere kaum bewegen und Du selbst würdest Dich in allen Punkten an sie/ihn anpassen. Aber meist wächst eine Beziehung, indem man sich gegenseitig aufeinander zu bewegt. Bis zu dem Punkt, an dem aus zwei getrennten Leben ein gemeinsames Leben geworden ist.

Ich muss hier wieder Parallelen zur Freundschaft ziehen. In einer wirklich engen Freundschaft wird jemand die wichtigste Person in deinem Leben.
Es sei denn, es gibt noch andere wichtige Personen (Partner, Kinder, andere Freunde ...) - dann wird besagter Jemand zu einer der wichtigsten Personen in Deinem Leben.

Trotzdem sehe ich einen wesentlichen Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung. Wenn man sich die Lebenswege quasi als Bild vorstellen würde, wäre eine Beziehung wie ein Y - zwei Wege, die aufeinander zu laufen und ab einem bestimmten Punkt zusammen weiter laufen (natürlich geht es nicht ganz so geradlinig). Eine Freundschaft wären eher zwei Linien, die sich oft kreuzen, manchmal ein Stück gemeinsam laufen, dann wieder auseinander gehen, sich wieder kreuzen, zuweilen parallel laufen ...
Aber ihr seid dennoch zwei Individuen, ob man nun zusammen wohnt oder nicht, die auch noch ein eigenes Leben haben.
Ja, natürlich. Aber in einer Beziehung sind wir zwei Individuen, die in so ziemlich allem, was sie tun, auch die Interessen und Bedürfnisse des jeweils Anderen bedenken und sich mit diesem abstimmen. In einer Freundschaft tut man das nur in den Punkten, in denen sich die metaphorischen Lebenswege berühren. Ich hatte z.B. mal einen guten Freund, mit dem ich alle 14 Tage das Wochenende verbracht habe. Zwischendurch hatten wir nahezu keinen Kontakt. Wir mussten also nur an zwei Wochenenden im Monat unsere Interessen miteinander abstimmen - was gibt es zu essen, wann stehen wir auf, wo gehen wir hin, welchen Film schauen wir, wo verstecken wir den Wohnungsschlüssel, wenn eine/r noch eine/n beim Ausgehen kennengelernten Menschen nach Hause bringen will ... ? Natürlich habe ich auch an den Tagen, an denen wir uns nicht gesehen, seine Interessen so weit berücksichtigt, dass ich an "unseren" Wochenenden keine weiteren Termine angenommen habe.

In einer Beziehung, in der man ein gemeinsames Leben hat (oder plant), gibt es unendlich viel mehr Dinge, in denen man sich abstimmen und die Interessen des/der Anderen berücksichtigen muss. So viele, dass es leichter ist, dies einfach pauschal immer zu tun und nicht bei jeder Kleinigkeit darüber nachzudenken, ob der/die Andere überhaupt davon betroffen ist und es dann mit ihm/ihr zu besprechen. Wenn ich z.B. mit einem Veganer zusammen bin, der regelmäßig bei mir zu Gast ist, kaufe ich Margarine statt Butter. Wenn ich weiß, dass mein Partner gern im Urlaub zwei Wochen in den Bergen wandern geht, entscheide ich mich beim nächsten Schuhkauf in Zweifel für stabile Schuhe statt für Sneakers - und ich verballere meinen Urlaub nicht für Arztbesuche oder für "das Wochenende war echt anstrengend ich brauch einen Tag Pause"-Montage, sondern spare ihn auf. Insbesondere wenn ich weiß, dass mein bevorzugter Urlaub zwei Wochen Meer und Sonne beinhaltet und wir deswegen vier Wochen brauchen, um die Bedürfnisse "wir wollen im Urlaub zusammen sein" und "er will Berge, ich will Meer" unter einen Hut zu bekommen. In einer Freundschaft hätte ich das "Zusammen Urlaub machen" Bedürfnis nicht so stark. Mit einem Freund würde ich nicht zwei Wochen in den Bergen verbringen, nur damit ich abends nach seinen Wanderungen mit ihm Zeit verbringen kann - und ein Freund würde auch nur dann mit mir ans Meer fahren, wenn er gern am Meer Urlaub macht.
Also bei Roland Kaiser wär ich raus. :lach:
Auch ein gutes Beispiel. Ich bin jetzt auch kein Fan von Roland Kaiser, wäre aber mit meinem Partner hin gegangen. Ich leide ja nicht wirklich darunter - und wenn es ihn dafür umso glücklicher macht, freue ich mich einfach für ihn, anstatt mich direkt über die Musik zu freuen.

Vielleicht heisst eine Beziehung ja genau deswegen "Beziehung" - weil sie dadurch entsteht und lebt, dass zwei Menschen sich aufeinander beziehen.

Ich selbst halte mich übrigens für eingeschränkt beziehungsfähig. Ich glaube, ich könnte aktuell höchstens eine "Teilzeitbeziehung" hinkriegen. Also ein paar Tage im Monat Beziehung leben, zzgl. 2-3 Wochen im Jahr Urlaub - und den Rest der Zeit kann und sollte jede/r das eigene Leben leben. Aber so etwas hält nicht lange. Paar Monate - wenn man öfter miteinander redet und so wenigstens indirekt am Leben der/des Anderen Anteil nehmen kann, vielleicht sogar 2-3 Jahre. Aber irgendwann kommt dann für eine/n oder beide eine Stresssituation, in welcher der/die Andere mangels Präsenz nicht unterstützen kann, sondern eher stört - und dann ist der Gedanke "ach, wozu das alles, für die paar Tage im Monat lohnt der Aufwand nicht" nicht mehr fern. Und große Gefühle können in so einer Teilzeitkonstellation sowieso schwer wachsen - sonst werden die ständigen Abschiede und die Phasen, in denen man sich nicht sieht, zu schmerzhaft.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Tania hat geschrieben: ↑23.08.2026, 15:24 Ich selbst halte mich übrigens für eingeschränkt beziehungsfähig. Ich glaube, ich könnte aktuell höchstens eine "Teilzeitbeziehung" hinkriegen. Also ein paar Tage im Monat Beziehung leben, zzgl. 2-3 Wochen im Jahr Urlaub - und den Rest der Zeit kann und sollte jede/r das eigene Leben leben. Aber so etwas hält nicht lange. Paar Monate - wenn man öfter miteinander redet und so wenigstens indirekt am Leben der/des Anderen Anteil nehmen kann, vielleicht sogar 2-3 Jahre. Aber irgendwann kommt dann für eine/n oder beide eine Stresssituation, in welcher der/die Andere mangels Präsenz nicht unterstützen kann, sondern eher stört - und dann ist der Gedanke "ach, wozu das alles, für die paar Tage im Monat lohnt der Aufwand nicht" nicht mehr fern. Und große Gefühle können in so einer Teilzeitkonstellation sowieso schwer wachsen - sonst werden die ständigen Abschiede und die Phasen, in denen man sich nicht sieht, zu schmerzhaft.
Es gibt nichts was es nicht gibt, ich habe eine Kollegin, die mit Ende 50 nochmal geheiratet hat. Beide haben in der Vergangenheit vieles erlebt und wollen sich nicht bis zu einem gewissen Punkt aufeinander einlassen, sie verbringen nur die Wochenenden zusammen, in der Woche lebt jeder sein Leben. Sie haben getrennte Wohnungen und treffen sich jeweils nur am Wochenende beim jeweils anderen oder fahren halt weg oder in den Urlaub, gehen auf Festivals, Weinfeste usw. Das erfordert schätze ich mal eine gewisse Gelassenheit die mit dem Alter vielleicht erst kommt. Für mich wäre so ein Modell nichts aber für dich wäre sowas vielleicht passend.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Tania »

sascha94 hat geschrieben: ↑23.08.2026, 16:01 Sie haben getrennte Wohnungen und treffen sich jeweils nur am Wochenende beim jeweils anderen oder fahren halt weg oder in den Urlaub, gehen auf Festivals, Weinfeste usw. Das erfordert schätze ich mal eine gewisse Gelassenheit ...
Das erfordert zunächst einmal die Möglichkeit, jedes Wochenende entweder die eigene Wohnung zu verlassen oder den Partner in die eigene Wohnung zu integrieren. Hilfreich ist natürlich auch, wenn zwischen beiden Wohnungen eine Entfernung liegt, die sich in maximal 2 Stunden überbrücken lässt.

Das liegt für mich aktuell weit außerhalb meiner Möglichkeiten. Alle 14 Tage ein Wochenende krieg ich hin, vorzugsweise mit Treffen außerhalb meiner Wohnung - und das sogar mit wesentlich größeren Entfernungen. Allerdings kostet mich auch die Organisation solcher "Auszeiten" so viel Kraft, dass ich das Zusammen-Wochenende dann dringend zum Auftanken brauche. Wenn es zu Konflikten kommt (was in Beziehungen ja normal ist), kann die Gesamtbilanz auch schnell mal ins Negative rutschen. Und das kann gefährlich werden .... sprich, wenn ich es nicht schaffe, mich dann in der Nicht-Zusammen-Zeit wieder aufzurappeln, würde ich das nächste geplante Wochenende wahrscheinlich absagen. Nicht wegen fehlender Gefühle, sondern schlicht wegen fehlender Kraft und wegen fehlender Sicherheit, dass das Wochenende einfach nur ein schönes Erlebnis werden wird.

Und das ist dann ein ganz klarer Fall von "Es liegt nicht an Dir, sondern ausschließlich an mir".
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von sascha94 »

Tania hat geschrieben: ↑23.08.2026, 17:37 Und das ist dann ein ganz klarer Fall von "Es liegt nicht an Dir, sondern ausschließlich an mir".
Hm das ist dann natürlich schwieriger, und wahrscheinlich zumindest im Moment ein schwer zu lösender Konflikt. Heute mag das vielleicht zu viel Kraft kosten aber wer weiß wie das in 1,2,5,10 Jahren aussieht ? Ich finde aber gut wie reflektiert du mit deiner Situation umgehst, die Erfahrung die ich bisher mit dem Forum gemacht habe ist, dass die meisten eher äußeren Umständen die Schuld geben. Selbstreflexion ist ein derart seltener Vogel in diesem Wald, dass ich mal froh bin einen davon zu sehen 😉
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von Zwerg »

Mit einer Thailänderin als Partnerin ist die Rollenverteilung in dieser Hinsicht klar. Das weiß man aber vorher.
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Re: Neue Realität: Finanzen

Beitrag von verticalist »

Deja-vu hat geschrieben: ↑23.08.2026, 12:32
verticalist hat geschrieben: ↑22.08.2026, 15:40 Wenn keiner initial investiert, kommt es auch zu keiner Beziehung.
Und die Investition muss zwingend finanziell sein?

Und immer vom Mann ausgehen?

Wie ist das eigentlich bei gleichgeschlechtlichen Dates? (Ich weiß, die Frage ist hier deplatziert :mrgreen: )
Nein, die Investition muss nicht zwingend finanziell sein. Aber es ist ein Signal, das leicht erkannt und verstanden wird, denke ich.

Die Investition muss sich nicht zwingend vom man ausgehen, aber wenn keiner investiert, wird am Ende auch nichts bei rum kommen.

Für gleichgeschlechtliches Dating bin ich noch unqualifizierter als ohnehin schon. Aber grundsätzlich kann ja jeder investieren, wenn man ein gute Zeit hatte und den/die andere wiedersehen will, anstatt sich darauf zu verlassen, dass diese Person den ersten Schritt tut.

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