Deja-vu hat geschrieben: ↑16.09.2026, 12:39
Tatsächlich finde ich es auch eine interessante Frage, warum sich hier nicht mehr Pärchen finden.
Kolinatan hat dazu ja schon einiges geschrieben.
Man darf, denke ich, davon ausgehen, dass die meisten hier landen, weil sie es bisher und nach längeren und kurvenreichen Wegen noch nicht in eine Beziehung geschafft haben. Also Hindernisse und Probleme haben und mitbringen. Warum sollte das einfacher weden, wenn zwei solche Menschen einen losen Online-Kontakt haben? Natürlich kann man annehmen: "Ah, da versteht eine/r wie's mir geht!" Aber das macht halt noch keine (Liebes)Beziehung. Und oft genug ist hier auch zu lesen: "Deine Probleme sind nicht meine."
Kolinatan hat geschrieben: ↑15.09.2026, 14:59
Aus meiner Sicht bräuchten viele AB erst einmal die Erfahrung als Menschen bedingungslos angenommen und geliebt zu sein.
Damit das eintreten kann, braucht es in meiner Erfahrung die offene Bereitschaft + die praktische Umsetzung dessen des Menschen, einen anderen, nicht-verwandten Menschen anzunehmen. Und sich von jemand annehmen zu lassen!
Ob "bedingungslos", wage ich zu bezweifeln. Ich würde eher sagen: mit der Bereitschaft, im Zweifel keine Bedingungen zu haben. Und das mit dem "lieben" ist ohnehin etwas, das sich aus dieser Bereitschaft entwickelt oder auch nicht.
Zumindest ist meine Erfahrung, dass 2 Menschen, die sich finden, anfangs durchaus Bedingungen haben. Unter anderem die Bedingung, mit den eigenen Wünschen ernst genommen, beachtet und berücksichtigt zu werden. Wenn das gegenseitig funktioniert - manchmal (und vermutlich immer) mit einigem Knirschen, gegenseitigem Über-den-anderen-aufragen und diversen Verständigungs- und Tolerierungsprozessen - entsteht aus Verliebtsein Liebe und schließlich Vertrauen, aus dem dann die Bedingungslosigkeit entstehen kann. Sowie das Wissen, dass mensch mensch so sehr nicht mehr im eigenen Leben missen möchte, dass die Grenzen und Bedingungen demgegenüber nicht mehr ins Gewicht fallen. (das ist dann wohl der Zustand der "Bedingungslosigkeit"). Weil mensch weiß, dass die/der andere die eigenen Grenzen und Bedingungen sowieso nicht mehr in Frage stellen wird, jedenfalls nie nicht absichtlich, sondern im Sinn hat, dass es die/dem anderen so gut geht wie mensch es irgendwie möglich machen kann.
Das Ganze ist immer ein fragiles Arrangement, dass nur funktioniert, wenn beide es wollen, nach Kräften aufrecht erhalten.und darauf vertrauen (können, im doppelten Sinn), dass die/der andere das auch tut.
Dass das so oft funktioniert, ist eines dieser Wunder, die Menschlichkeit (und wohl auch einge andere Viecher, soweit man heutzutage weiß) zu leisten im Stande sind.
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