ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

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Serendipity
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ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Serendipity »

Ich bin ja nun schon etliche Jährchen im ABTreff und unter ABs unterwegs. Lese den Austausch hier und konnte mich auch schon reichlich persönlich austauschen. Eines, was immer wieder Thema war, ist, dass viele Ihr ABtum unter anderem damit begründen, dass sie erst eine sexuelle Beziehung eingehen können, wenn es bereits eine mehr oder minder gefestigte emotionale Beziehung gibt.

Ich bin vor ein einigen Wochen zufällig auf eine Begrifflichkeit gestoßen, die mir bis dato gar nicht bekannt war: Demisexualität
Demisexuelle Menschen empfinden nicht grundsätzlich eine sexuelle Anziehung zu anderen. Sie müssen in der Regel eine starke emotionale Bindung oder Beziehung zu einer anderen Person spüren, um sexuelle Lust für diese zu empfinden – ob man diese nun als “Liebe” bezeichnet oder nicht. One-Night-Stands, spontaner Sex ohne Gefühle sind für Demisexuelle eher unwahrscheinlich und für viele undenkbar. In der Regel ist eine starke vertrauensvolle Beziehung entscheidend, damit überhaupt Lust oder eine Anziehung gegenüber dem:der Partner:in entstehen kann.
hier entnommen: https://www.glamour.de/liebe/artikel/de ... -beziehung

Als ich diese Definition gelesen hatte, habe ich unwillkürlich an die entsprechenden Aussagen unter ABs denken müssen.

Was glaubt ihr, besteht ein enger Zusammenhang zwischen ABtum und Demisexualität?
Ist es vielleicht sogar die vorrangige sexuelle Orientierung unter ABS ohne dass diese den ABs überhaupt bekannt und bewusst ist?

Anbei noch ein paar Links zum Thema:
https://demisexuality.org/deutsch/was-i ... exualitat/
https://aktivista.net/links/demisexuali ... flyertext/
https://www.brigitte.de/liebe/beziehung ... 21508.html
https://www.jolie.de/liebe/demisexuell- ... 06978.html

In Anbetracht dessen, dass es im deutschen Wikipedia noch nicht einmal einen eigenen Eintrag zu diesem Thema gibt, glaube ich fast, dass er hierzulande auch noch gar nicht so bekannt ist
Ich kann mich natürlich auch total täuschen, dann vergesst einfach meinen ganzen vorherigen Sermon. :lol:
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Hoppala
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Hoppala »

Ich finde, mit solchen Begriffen und Klassifizierungen - insbesondere Selbstklassifizierungen - sollte mensch sehr vorsichtig und zurückhaltend sein und es im Zweifel besser lassen. Sowohl anderen, als auch sich selbst (gegenüber.

Soweit ich das auf die Schnelle nachvollziehen konnte, ist das Wort recht neu. Es wurde wohl geprägt in einem Forum, dass zum Ziel hatte, Asexualität als eigene sexuelle Orientierung zu proklamieren. In welchem speziellen Kontext es dort eingeführt/diskutiert wurde, weiß ich nicht (wir wissen, Foren können in ihren Thematiken recht weit streuen ;-) ). Kann aber sicher nachforschen, wer möchte.

Das Wort wurde erst 2022 von Webster's Dictionary als englisches Wort "anerkannt". Entsprechend ist es noch nicht wirklich lange im angloamerikanischen Sprachgebrauch. Im deutschen noch kürzer.
Ich habe in den entsprechenden Wiki-Artikeln Hinweise auf wissenschaftliche Erforschung/bezüge gefunden.
Die Tatsache, dass vor allem "bunte Blätter" als Quellen in meiner Websuche prominent ausgeworfen wurden, weckt bei mir vor allem die Frage:

Wird damit etwas beschrieben, was Beschreibung braucht? Oder nur mal wieder ein Stück Normalität als was Besonderes skandalisiert/heroisiert/wokisiert/whatever?

Gegenfrage:: Ist es "normal" im Sinne, dass es keinen Extrabegriff braucht, wenn mensch ohne Gefühle mit allem poppen will, das Sexualorgane in ansprechender Mindestqualität (ist diese Beurteilung nicht auch Gefühlssache, irgendwie?) vorzuweisen hat?
Wenn das nicht normal ist: dann gibt es die Besonderheit "Gefühle->Sex" auch nicht als Besonderheit, sondern als Normalfall. Dann braucht das kein eigenes Schubladenwort. Schon gar nicht "demi" in Abgrenzung von, was eigentlich? "Vollsexuell"? Für gefühlloses Poppenwollen?

Hier wird m. E. mal wieder die bunte Wirklichkeit versucht, in Kästchen zu füllen. Ich denke, es ist völllig normal und die große weite Mehrheit, dass Menschen Gefühle und Sex verbinden. Das schwankt ja schon bei jedem Einzelnen in erkennbarem Maß. Und zwar je nach Tagesform, Situation, und Gegenüber.. Ja, in abnehmenden Przentzahlen wird das in die eine oder andere Richtung auch mal extrem. Das ist auch normal ("Normalverteilung nach Gauß"). Es gibt die "Sexsüchtigen", warum nicht auch die "Asexuellen" . Oder eben, bereits ein Teil der "normalen 66- bis 98%-Zwischenwelt", die, die mal mehr, mal weniger Gefühle davor, dafür, dabei brauchen.
It's life.

Du bist normal, solange du niemandem unnötig weh tust. (Naja, vielleicht selbst dann, wenn man sich die Menschehit so anguckt ...?)
Auch und insbesondere dir selbst nicht.

Wenn wir von "demisexuell" reden wollen, müssten wir festlegen, was "ganzsexuell" sein soll. Wollen wir das wirklich?
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Serendipity
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Serendipity »

@ Hoppala
Bei mir rennst du da offene Türen ein.
Ich finde den Wortbestandteil "demi" auch mehr als unglücklich. Nur irgendein "Schlaukopf" hat sich den wohl ausgedacht, was auch immer diesen dazu getrieben hat.

Auch will ich niemanden kategorisieren oder in Schubladen stecken.
Vielmehr ging es mir hier eher um einen kleinen Denkanstoß, weil ich weiß wie gerne ABs sich selbst als "fehlerhaft" betrachten, wenn sie der Ansicht sind, mit ihren Ansichten und Vorstellungen nicht dem vermeintlichen Mainstream anzugehören.

Mittlerweile grassieren in der Weltgesichte so viele Begrifflichkeiten im Bereich der sexuellen Orientierungen, dass ich ehrlich gesagt so langsam den Überblick verloren habe. :kopfstand:
Doch was kann da eine weitere schaden, die dazu beitragen könnte, das ABs sich wohler in ihrer Haut fühlen, weil das was fühlen und was sie wollen als eine von vielen gleichberechtigten Möglichkeiten zur Auswahl steht. ;)
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Kolinatan »

Ich sehe den Begriff vor allem als Ergänzung, welcher eine Facette beschreibt, welche ich bei mir auch schon erlebt habe. Es ist kein Entweder-oder sondern ich erleben es eher als ein Sowohl-als-auch.

Ich habe Frauen kennen gelernt, bei welchen ich über ihre Optik und ihr Auftreten ein sexuelles Interesse verspürt habe. Ebenso gab es Situationen, in denen Sexualität keine Rolle gespielt hat, allerdings aufgrund von Gesprächen habe ich so viel gedankliche und/oder emotionale Nähe zu ihr aufgebaut, dass ich den Wunsch verspürt habe, der Frau körperlich nahe zu sein und sie sexuell erleben zu wollen.

Ich habe nie für eine prominente Persönlichkeit geschwärmt oder einen spezifischen "Typ" gehabt, dem ich bestimmte körperliche Merkmale hätte zuordnen können. Für mich war immer klar, dass ich mir eine langfristige Beziehung nur mit einer Partnerin wünsche, mit welcher ich auch tiefe und intellektuelle Gespräche führen kann. Allerdings war und ist es für mich auch kein Problem Sexualität und Verbundenheit ggf. mit verschiedenen Menschen auszuleben.

Bezogen auf die Frage ob AB und Demisexualität in einem engeren Zusammenhang stehen, sehe ich es so, dass die Fähigkeit oder Bereitschaft sich spontan auf körperliche und/oder sexuelle Nähe einlassen zu können, nur ein Aspekt von vielen ist. Für die Beziehungsanbahnung kann es ein zusätzliches Hindernis sein, wenn sich bei beiden Partnern das Bedürfnis und der Wunsch nach (körperlicher) Nähe unterschiedlich entwickelt und es dadurch zu Spannungen im Kontakt kommt, die letztlich zu einem Abbruch des Kennenlernen führen.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass AB's mehrheitlich schon in frühester Jugend Benachteiligung, Zurückweisung und Diskriminierung erlitten haben.
Jungen wie Mädchen, Klassenkameraden und Klassenkameradinnen, haben dabei ohne Unterschied mitgemacht.
Dabei wurden die Weichen für ein zukünftiges, -in unserem Kulturkreis überwiegend auf Konkurrenz basierendes-, Leben gestellt.
ABs durchleiden ihr gesamtes Leben gewissermaßen mit angezogener Handbremse.
Das betrifft nicht nur die Partner*innensuche, sondern umfasst die gesamte Lebenssituation.

Wie auch immer man das Kind dann nennt. Es ist eine Folge der erlittenen Deprivation.
DAS ist der Zusammenhang.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Gody001 »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑15.07.2024, 18:39 Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass AB's mehrheitlich schon in frühester Jugend Benachteiligung, Zurückweisung und Diskriminierung erlitten haben.
Ich habe jetzt nicht die riesig große Mobbing Erfahrungen aufzubieten, aber würde, das so unterschreiben.
Ich würde das für mein Leben in etwa so unterschrieben. Aber es war nie der große, traumatische Knall. Es waren die kleinen, manchmal winzigen Benachteiligungen, Diskriminierungen und Zurückweisungen, die sich wie ein rotes Band durch mein Leben ziehen, die mit Sicherheit auch meinen Charakter irgendwie geprägt haben.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Gody001 hat geschrieben: ↑15.07.2024, 20:07 Ich habe jetzt nicht die riesig große Mobbing Erfahrungen aufzubieten,
Nö, du hast es eigentlich sehr schön ausgedrückt.
Man muss sich nicht riesige Katastrophenerfahrungen ausmalen.
Es sind die vielen kleinen Wiederholungen negativer Erfahrungen, die die Weichen stellen.

Das kann die Frau sein, die dich bei ihren Freundinnen angeschwärzt hat, dass du es gewagt hast sie überhaupt anzusprechen und du doch hättest wissen müssen, dass sie in einer völlig anderen Liga spielt.
Oder die Frau die sich an dich herangewanzt hat, nur um deinen Freund kennen zu lernen.
Genauso wie die Situation, dass du auf Tanzveranstaltungen bei Damenwahl sitzen gelassen wurdest.
Es kann auch sein, dass du beim Sport immer als Letzter in die Mannschaft gewählt wurdest.
Oder dass sich die Mädchen nur bei Klassenarbeiten in Mathe oder Musik neben dich gesetzt haben.
Es kann aber auch sein, dass du weniger als andere zu Parties eingeladen wurdest und umgekehrt, dass zu deinen Parties nur wenige oder oft nur einer kam.


Man stelle sich eine Art KI vor, die darauf trainiert wird, positive Erfahrungen zu wiederholen und negative Erfahrungen zu meiden.

Was ein AB daher dringend braucht, sind positive Erfahrungen und nicht der mit lateinischen Namen versehene erhobene Zeigefinger, was an ihm alles falsch ist und was er gefälligst reparieren soll.
Und wenn er sich wieder ins Getümmel stürzen soll -leider führt kein Weg daran vorbei-, dann nur mit einer klaren absehbaren Chance und nicht einer vagen entfernten Hoffnung.
Zuletzt geändert von Zuya Hiyaye am 16.07.2024, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Hoppala »

Serendipity hat geschrieben: ↑15.07.2024, 13:29 Vielmehr ging es mir hier eher um einen kleinen Denkanstoß, weil ich weiß wie gerne ABs sich selbst als "fehlerhaft" betrachten, wenn sie der Ansicht sind, mit ihren Ansichten und Vorstellungen nicht dem vermeintlichen Mainstream anzugehören.

Mittlerweile grassieren in der Weltgesichte so viele Begrifflichkeiten im Bereich der sexuellen Orientierungen, dass ich ehrlich gesagt so langsam den Überblick verloren habe. :kopfstand:
Doch was kann da eine weitere schaden, die dazu beitragen könnte, das ABs sich wohler in ihrer Haut fühlen, weil das was fühlen und was sie wollen als eine von vielen gleichberechtigten Möglichkeiten zur Auswahl steht. ;)
Ich erkenne die gute Absicht. Ich kann nur irgendwie nicht dem Gedanken folgen, etwas als "nicht fehlerhaft" (genauer wohl: nicht anders) zu erkennen, indem man es mit einem Wort kennzeichnet, dass es vom "Nicht-Anderen" abgrenzt.
Obendrein, ohne dass das Nicht-Andere konkreten Inhalt hätte - außer eben "normal".
Dann kann ich mcih doch besser gleich, wie du es dann ja auch als gewünschtes Ergebnis ausführst, gleichberechtigte = normal Möglichkeit des Normalen kennzeichnen?
Der Umweg geht mir halt schwer durchs Hirn. Und ich sehe darin auch das Risiko, tatsächlich eine neue Schublade aufzumachen (und sich selbst reinzustecken).

Was ist das, eigentlich: "normal", bzw. "normal sexuell"? In Bezug auf AB hieße das vielleicht: Bis zu einem gewissen Alter keine Beziehungserfahrung inkl. sexueller Aktivitäten gemacht zu haben, die von einer selbst als existent und relevant empfundenen gesellschaftlichen Norm (ob nun von Familie, Freunden, sozialen Umfeld, "der Gesellschaft") als solche in diesem Alter als "hat man normalerweise gemacht" erwartet wird.
Da steckt aber schon soviel Beliebigkeit und vor allem die eigene Akzeptanz dieser Zuschreibungen drin, dass schon diese "Definition" sehr weiten Spielraum lässt. Einschließlich, sich an anderen Bezügen zu orientieren. Solche, die ienem selbst wichtig erscheinen. Z. B. eventuell sich selbst?
Kolinatan hat geschrieben: ↑15.07.2024, 13:36 Ergänzung, welcher eine Facette beschreibt,
Das wäre so die Frage. M. E. beschreibt diese "Ergänzung" ja nur die sehr große Mehrheit der Mitte, oder mindestens die Hälfte der großen Mehrheit (die andere Hälfte will dann zuerst Sex, und erlebt obendrein damit einhergehende Gefühle, oder so).
Was anderes ist es, wenn man mit "demi-sexuell" einen irgendwie extremen Bereich beschreiben möchte, irgendwo im z. B. 1bis5%-Bereich der Gaußschen Verteilung, auf deren Extremseite "vielleicht "asexuell" steht.
Der Bereich kann je nach WUnsch weiter oder schmaler ausfallen. Sollte aber auf jeden Fall mit bestimmt werden - soweit "demisexuell" das nach allgemeiner Anschauung nicht ohnehin tut (tut es das? Wer weiß es?)
Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑15.07.2024, 18:39 Wie auch immer man das Kind dann nennt. Es ist eine Folge der erlittenen Deprivation.
DAS ist der Zusammenhang.
Das würde ich - selbst in dieser sehr vagen Fassung - nicht zwangsläufig als ursachlichen Zusammenhang ansehen.
Ich denke, die individuellen Werdegänge sind vielfältiger.
Ich selbnst würde meine früphem Hemmnisse eher als ein "zu vie" als ein "zu wenig" zurückführen. Oder mindestens auch. Es war halt nicht optimal. Aber bei wem ist das schon? Von daher sehe ich da auch wenig Ansatzpunkt, um irgendwelche Verallgemeinerungen hinsichtlich "Ursachen" herstellen zu können.
Und ab einem bestimmten Zeitpunkt sollte man seine Geschicke dann ja auch in geiwssem Umfang selbst im Griff haben. Gelingt das nicht, kann der Blick rückwärte nützlich sein - bevorzugt aber ohne allzuviele vorgefertigte UV-Filter-Gläser auf der Nase :-)
Hoppala hat geschrieben: ↑15.07.2024, 11:29 Ich habe in den entsprechenden Wiki-Artikeln Hinweise auf wissenschaftliche Erforschung/bezüge gefunden.
"keine" fehlt da natürlich
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Serendipity »

Hoppala hat geschrieben: ↑16.07.2024, 11:45 Der Umweg geht mir halt schwer durchs Hirn.
Azeptiert!
Für die Gehirnwindungen anderer gibt es jedoch vielleicht keinen Umweg und sie können daher etwas für sich Hilfreiches daraus ziehen.
Und ich sehe darin auch das Risiko, tatsächlich eine neue Schublade aufzumachen (und sich selbst reinzustecken).
Ja die Gefahr besteht und das Schlimmste wäre, wenn dadurch in absoluten Kategorien gedacht wird.

Anderseits mag es jedoch auch Menschen geben, die für ihr Wohlbefinden eine Schublade brauchen um zu wissen wo sie hingehören. Denen eine Schublade ein Zugehörigkeits- und Sicherheitsgefühl gibt.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Rantanplan »

Auch wenn ich kein AB bin würde ich sagen, diese Definition von Demisexualität passt absolut bei mir. Ich habe es in jungen Jahren schon bemerkt, als die Mitschüler*Innen angefangen haben, relativ wahllos Annäherungen usw. auszuprobieren und ich mir das für mich überhaupt nicht vorstellen konnte. Erst, als ich mich wirklich in jemanden verliebt habe kam das automatisch dazu. Aber es ist bis heute so, dass ich überhaupt kein sexuelles Interesse habe, wenn ich emotional für die Person nichts spüre. Aber wenn...dann so richtig! :shylove:
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Dreamer40 »

Es scheint so, dass ich zu einer Art von "Nebenzweig" der Demisexualität gehöre bzw. eine Variation davon bin (wie es wahrscheinlich unzählige Variationen, Kombinationen, Abweichungen, usw. davon gibt):

Bei mir ist es zwar so, dass mich sehr wohl auch Frauen sexuell anziehen, die ich (noch) nicht näher kenne oder gar nie kennenlernen werde, aber der restliche Bereich scheint sehr gut zu mir zu passen. Erfüllte und befriedigende Sexualität kann ich vermutlich überhaupt nur dann erleben, wenn ich mit einer Frau eine sehr enge, vertraute Beziehung habe, d.h. ich muss einen solchen Menschen wahrscheinlich sehr gut kennenlernen, verstehen und spüren können (auf allen möglichen Ebenen der bewussten und unbewussten Psyche), um mich sexuell und emotional wirklich so fallen lassen zu können (und zu öffnen), dass ich gegenseitige sexuelle Lust bzw. Intimität in einer Art und Weise spüren könnte, wie es mir wünschen würde..hängt natürlich auch von den eigenen "Ansprüchen" und Vorstellungen in dieser Hinsicht ab..aber wenn man sexuelle Zweisamkeit eigentlich bisher nie so erlebt hat, wie man es sich insgeheim gewünscht oder vorgestellt hätte, dann scheint das zumindest ein deutliches Anzeichen dafür zu sein, dass in der jeweiligen "Bindung" zu den Frauen bisher immer irgendetwas nicht gepasst hat (zumindest was Vertrauen betrifft..)..

Mag sein, dass man das auch als partielle Asexualität deuten könnte, aber so hab ich mich persönlich zumindest nie gesehen..
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Heinrich »

Solch einen Verdacht hatte ich bei mir auch mal.
Allerdings kann ich es bei mir ausschließen.

Es kommt schon mal vor, dass ich erst eine Person anziehend empfinde, wenn ich sie länger kenne, es mag bei mir sogar die Regel sein, aber da von starke emotionale Bindung zu reden, wäre zu viel gesagt.
Hinzu kommt bei mir - ich denke, verständlicherweise - eine große Unsicherheit, die es mir schwer macht, auf andere Menschen zu zugehen und "mein Glück" zu versuchen.

Ich denke, Demisexualität ist ein wichtiger Punkt und kann bestimmt dem AB-Dasein zuträglich sein.
Aber wie immer bei diesem Thema gilt, wir haben kaum Forschung darüber und deshalb zu wenig Daten, Zahlen, Fakten.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Heinrich »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑15.07.2024, 18:39 Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass AB's mehrheitlich schon in frühester Jugend Benachteiligung, Zurückweisung und Diskriminierung erlitten haben.
Ich finde das als Arbeitshypothese durchaus zulässig, da frühkindliche Erfahrungen und Erfahrungen während der Adoleszenz für viele Probleme und Erfolge entscheidend sind, nicht nur für das AB-Tum. Persönlichkeitsstörungen z.B. erklären sich in aller Regel dadurch.

Leider muss ich mich hier wiederholen: Wir wissen es nicht. Wir brauchen dazu mehr Forschung.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Heinrich hat geschrieben: ↑28.07.2024, 11:22 Leider muss ich mich hier wiederholen: Wir wissen es nicht. Wir brauchen dazu mehr Forschung.
Da stimme ich dir 100% zu. Wenn man sich überlegt, dass es nur einen Therapeuten gibt der sich auf AB's spezialisiert hat und der auch noch in Östereich hockt.

Das hält hier aber niemanden davon ab, mit seiner Küchenpsychologie allgemeinverbindliche Störungen bei MAB's zu diagnostizieren, ohne zu berücksichtigen, was die Folge einer Entwicklung ist und was deren Ursache.

Und da gehe ich vorläufig davon aus, dass die vielen vielen Zurückweisungen die man erleiden musste, als man sich als Partnerinnensuchender probiert hatte, die Ursache sind und nicht die Badetemperatur des Wassers in dem man als Kind gebadet wurde.
Das mag höchstens als nachträgliche Rechtfertigung für die erlittenen Zurückweisungen dienen.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Heinrich »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑28.07.2024, 13:18
Heinrich hat geschrieben: ↑28.07.2024, 11:22 Leider muss ich mich hier wiederholen: Wir wissen es nicht. Wir brauchen dazu mehr Forschung.
Und da gehe ich vorläufig davon aus, dass die vielen vielen Zurückweisungen die man erleiden musste, als man sich als Partnerinnensuchender probiert hatte, die Ursache sind und nicht die Badetemperatur des Wassers in dem man als Kind gebadet wurde.
Das mag höchstens als nachträgliche Rechtfertigung für die erlittenen Zurückweisungen dienen.
Es ist gut möglich, dass zwei Personen ähnlich aufwachsen, sehr ähnliche Erfahrungen und die gleichen Zurückweisungen erfahren haben und sich diesbezüglich dennoch unterschiedlich entwickeln.

Klar dürfen wir über Ursachen und Lösungen spekulieren. Dennoch möchte ich dafür werben, nicht monokausal zu argumentieren.
Ich gehe aber auch stark davon aus, dass Zurückweisungen, Erniedrigungen, bis hin zu Traumata einen Einfluss auf die Beziehungsfähigkeit von Menschen hat und ein Teil von ihnen das AB-Dasein begünstigt, oder gar verursacht hat.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von captain-slow »

Einige hier beschreiben mehr eine sapiosexuelle Eigenschaft ist und nicht demisexuell. Wenn ich das richtig verstehe, verspürt ein Demisexueller gar kein sexueller Verlangen ausser wenn eine geistige Verbindung besteht.
Ich weiss nicht was der korrekte Bezeichnung ist, wenn man schon sexueller Verlangen spürt, aber zusätzlich noch eine geistige Verbindung braucht, ich vermute dass ist auch eine Form von Sapiosexualität.

Ich vermute sowohl bei ABs als Demis eine höhere Intelligenz als der Durchschnittsbevölkerung und es würde dadurch automatisch zu einer Überlappung der Gruppen kommen. Und wenn man Demisexuell ist, hat man vermutlich wohl auch grössere Chancen auf AB-tum.
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Egil »

Ich kann hier natürlich nur für mich selbst sprechen, aber für mich trifft die Theorie der Demisexualität als Ursache meiner AB-Laufbahn definitiv nicht zu. Als junger Mann zwischen, sagen wir 16 und 26, hätte ich am liebsten so ziemlich jede Frau genagelt, die nicht bei Drei auf den Bäumen gewesen wäre. Damals war ich aufgrund massiver Hemmungen aber gar nicht in der Lage, auch nur harmlosen Kontakt zu Frauen zu suchen - nicht einmal zu ertragen. Rein aus Selbstschutz zum Erhalt der geistigen Gesundheit hat der Verstand gelernt, dass Sex nicht Priorität haben darf. Also vielleicht tatsächlich eher Folge "erlittener Deprivation", wie ZH das nennt. Ansonsten bin ich da voll bei Hoppala: muss so etwas wirklich ein eigenes Etikett haben?
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Re: ABtum <-> Demisexualität: Besteht da ein Zusammenhang?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Heinrich hat geschrieben: ↑28.07.2024, 18:25 [...] Klar dürfen wir über Ursachen und Lösungen spekulieren. Dennoch möchte ich dafür werben, nicht monokausal zu argumentieren. [...]
Es würde zu weit anb von Thread führen.
Eigentliche hätte ich geantwortet: "Doch! Und sei es nur der sonst hier üblichen Monokausalität die meine entgegen zu setzten."
Dir persönlich gebe ich aber recht.
Das ist auch der Grund, warum ich als Sozialpädagoge so gerne in einem multiprofessionellen Team -Psychologin, Sozialpädagog*innen, Ergotherapeutin, Lehrer, Erzieher- tätig bin. Dort kommen unterschiedliche Sichtweisen zum Tragen und ich kann mich auf meine beschränken. Bis morgen habe ich noch die Leitung und gebe sie dann nach 15 Jahren ab, weil ich nächstes Jahr in Rente gehe.

In dem Thread -und deswegen schreibe ich dir PN, scheint es aber nur um die Begrifflichkleiten zu gehen, wie man das Kind nun nennen soll. Deswegen werde ich mich raushalten.
Es ist wieder mal eines der vielen vielen weißen Kaninchen, die aus dem Hut gezaubert werden, während das wesentliche unberücksichtigt bleibt.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 30.07.2024, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.

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