Moin in die Runde,
auch wenn ich nicht so viel Öffentlich-rechtliches konsumiere, bin ich zufällig auf einen interessanten Bericht gestoßen:
https://www.youtube.com/watch?v=T47iIAEaLmY
Ich möchte gerne wissen, was eure Meinung dazu ist.
Ich bin ja Baujahr 1998 und kenne die Zeit vor Internet, Computer und Smartphones nicht, aber ich denke, dass die Kommunikation über digitale Medien und nach Corona das häufigere Home-Office dafür verantwortlich sein kann, dass man weniger realen Kontakt mit Menschen hat und deshalb es auch schwieriger ist eine Beziehung zu pflegen.
ZDF Magazin Royale Beitrag über Allein sein/Einsamkeit
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ZDF Magazin Royale Beitrag über Allein sein/Einsamkeit
Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht. Gib ihm eine Maske, und er wird dir die Wahrheit sagen.
(Oscar Wilde)
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Re: ZDF Magazin Royale Beitrag über Allein sein/Einsamkeit
Die Aufbereitung des Themas durch ein Satiremagazin finde ich etwas schwierig. Klar, das Thema wird überspitzt dargestellt und man hat sich mit den Influencern - mir sagen die Namen nichts, auf welche dort referenziert wurde - sich eine Gruppe vorgenommen, mit welcher sich dieser Spin - alle sitzen alleine vor ihren Geräten - prima erzählen lässt. Mal davon abgesehen, dass ich nicht einschätzen kann, bei wie vielen dieser Menschen die Aussage überhaupt stimmt, dass sie alleine seien, wenn sie ihren Content produzieren, ist auch die ständige Vermischung von alleine sein und sich einsam fühlen - aus meiner Sicht nicht hilfreich.
Sicher mag für manche Menschen der Kontakt mit Arbeitskollegen abgenommen haben, nachdem sie mehr im Homeoffice arbeiten können oder dürfen. Es betrifft allerdings nur einen Teil der Beschäftigten, welche in der Regel am Schreibtisch arbeiten und ohne einen direkten Kundenkontakt auskommen. Für Handwerker, Menschen im Verkauf, der Produktion oder der Landwirtschaft ist Homeoffice ohnehin nicht möglich.
Aus meiner Sicht haben Smartphones und soziale Netzwerke durchaus die Möglichkeit geschaffen leichter einen Kontakt aufrecht zu erhalten, allerdings muss dieser Kontakt auch erst einmal da gewesen sein. Die Frage wäre, ob sich die Bewertungen, was ein "echter" oder "realer" Kontakt ist, geändert hat. Wie viel physische Nähe braucht es zum Aufbau und zur später pflege einer Beziehung?
Für mich hat die Corona-Zeit zum Teil mehr Kontakte ermöglicht als es gegenwärtig wieder der Fall ist. Menschen hatten mehr Zeit und es haben mehr Veranstaltungen online als Videokonferenz stattgefunden. Für mich ist es nicht die Technologie, welche prägt, sondern tiefer liegende Umstände. Das Menschen heute lieber im Homeoffice arbeiten liegt aus meiner Sicht daran, dass sich die Arbeitswelt bereits in einer Weise verändert hat, dass es keine Rolle spielt, ob Du im Büro bist. Der entspannte Plausch in der Teeküche wurde in vielen Unternehmen wegrationalisiert. Über neue Konzepte, welche unter "New Work" firmieren, wird versucht das Private produktiv nutzbar zu machen, womit insbesondere die Big Tech erfolgreich waren.
Aus meiner Sicht ist es nicht unbedingt schwieriger einen Kontakt zu pflegen. Das Problem liegen für mich eher darin, dass es zu viele Optionen gibt und das Pflegen von Kontakten braucht Zeit. Wenn jemand vor dem Internet vielleicht zu bis zu einem dutzend Menschen einen engeren Kontakt gehalten hat, weil ihm diese Menschen wichtig waren, welche Folge hat es für die Bedeutung einer Beziehung, wenn ich vermeintlich hunderte Freunde habe, zu denen ich irgendwie Kontakt halten könnte? Die Technologie schafft Möglichkeiten, wenn ich diese Möglichkeiten für mich nicht sinnvoll nutzen kann sondern mich die Entscheidungen und der Aufwand, welcher mit deren Nutzung verbunden ist, am Ende überfordern, dann ergibt sich aus dem theoretischen mehr an Kontakten im Ergebnis eher eine Vereinsamung.
Wer sich mit Interaktion mit anderen Menschen, aus welchen Gründen auch immer, schwer tut, kann dank der Technologie heute viel einfacher solche Interaktionen vermeiden. Hier hat die technologische Entwicklung eine Möglichkeit geschaffen, dass bestimmte Fähigkeiten nicht mehr zwingend trainiert werden müssen, um in der Welt zurecht zu kommen. Ob hierbei die Vorteile oder die Nachteile überwiegen, wird jedes für sich selbst klären müssen.
Sicher mag für manche Menschen der Kontakt mit Arbeitskollegen abgenommen haben, nachdem sie mehr im Homeoffice arbeiten können oder dürfen. Es betrifft allerdings nur einen Teil der Beschäftigten, welche in der Regel am Schreibtisch arbeiten und ohne einen direkten Kundenkontakt auskommen. Für Handwerker, Menschen im Verkauf, der Produktion oder der Landwirtschaft ist Homeoffice ohnehin nicht möglich.
Aus meiner Sicht haben Smartphones und soziale Netzwerke durchaus die Möglichkeit geschaffen leichter einen Kontakt aufrecht zu erhalten, allerdings muss dieser Kontakt auch erst einmal da gewesen sein. Die Frage wäre, ob sich die Bewertungen, was ein "echter" oder "realer" Kontakt ist, geändert hat. Wie viel physische Nähe braucht es zum Aufbau und zur später pflege einer Beziehung?
Für mich hat die Corona-Zeit zum Teil mehr Kontakte ermöglicht als es gegenwärtig wieder der Fall ist. Menschen hatten mehr Zeit und es haben mehr Veranstaltungen online als Videokonferenz stattgefunden. Für mich ist es nicht die Technologie, welche prägt, sondern tiefer liegende Umstände. Das Menschen heute lieber im Homeoffice arbeiten liegt aus meiner Sicht daran, dass sich die Arbeitswelt bereits in einer Weise verändert hat, dass es keine Rolle spielt, ob Du im Büro bist. Der entspannte Plausch in der Teeküche wurde in vielen Unternehmen wegrationalisiert. Über neue Konzepte, welche unter "New Work" firmieren, wird versucht das Private produktiv nutzbar zu machen, womit insbesondere die Big Tech erfolgreich waren.
Aus meiner Sicht ist es nicht unbedingt schwieriger einen Kontakt zu pflegen. Das Problem liegen für mich eher darin, dass es zu viele Optionen gibt und das Pflegen von Kontakten braucht Zeit. Wenn jemand vor dem Internet vielleicht zu bis zu einem dutzend Menschen einen engeren Kontakt gehalten hat, weil ihm diese Menschen wichtig waren, welche Folge hat es für die Bedeutung einer Beziehung, wenn ich vermeintlich hunderte Freunde habe, zu denen ich irgendwie Kontakt halten könnte? Die Technologie schafft Möglichkeiten, wenn ich diese Möglichkeiten für mich nicht sinnvoll nutzen kann sondern mich die Entscheidungen und der Aufwand, welcher mit deren Nutzung verbunden ist, am Ende überfordern, dann ergibt sich aus dem theoretischen mehr an Kontakten im Ergebnis eher eine Vereinsamung.
Wer sich mit Interaktion mit anderen Menschen, aus welchen Gründen auch immer, schwer tut, kann dank der Technologie heute viel einfacher solche Interaktionen vermeiden. Hier hat die technologische Entwicklung eine Möglichkeit geschaffen, dass bestimmte Fähigkeiten nicht mehr zwingend trainiert werden müssen, um in der Welt zurecht zu kommen. Ob hierbei die Vorteile oder die Nachteile überwiegen, wird jedes für sich selbst klären müssen.