Seelenverwandtschaft

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Wayfaring_Stranger15
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Seelenverwandtschaft

Beitrag von Wayfaring_Stranger15 »

Es ist im heutigen Sprachgebrauch zwar schon seltener geworden, aber immer noch meiner Wahrnehmung nach gängig, die Partnerin, vor allem nach der Hochzeit, als "Seelenverwandte" zu bezeichnen.

Ich möchte an dieser Stelle auf den religiösen Aspekt gar nicht allzu sehr eingehen, sondern viel mehr mal mit euch eine Überlegung besprechen, die ich dazu hatte.

Denn ich finde, aus dem Wort lässt sich vor allem eine Bedeutung ableiten; Es gibt genau einen Menschen in dieser Welt, unter mittlerweile 8 Milliarden, der für dich bestimmt ist, wie du für ihn oder sie bestimmt bist.
Und ich bin mir sicher, viele glückliche Paare würden mir das heute so bestätigen; für sie gibt es nur diese eine Frau oder nur diesen einen Mann, den sie über alles lieben und mit dem / der sie am Ende aller Tage zusammen bleiben wollen.

Es ist jetzt nicht unbekannt, dass ich Single bin - theoretisch seit 32 Jahren, wobei ich im Alter von 1 noch nicht wirklich nach einer Freundin gesucht habe.
Deshalb frage ich mich manchmal; wenn es wirklich so sein sollte, dass es nur diesen einen Menschen für mich im Leben gibt, und ich unter den 8 Milliarden Kilo Heu nur lange genug suchen muss um die eine Nadel zu finden - was gibt mir dann die "Garantie" für diese "Seelenverwandte"?

Also jetzt aus meiner Perspektive betrachtet als Mann; wer sagt mir denn, dass die Seelenverwandte nicht mit einem anderen Mann schon Kinder in die Welt gesetzt hat, vielleicht sogar schon mit einem anderen Mann verheiratet ist und zumindest sagt, er sei ganz ok? Oder beim daten einen anderen kennenlernt und lieber den anderen vorzieht?
Und wenn ich es mal auf die Spitze treibe: Wer sagt, dass diese Seelenverwandte nicht die Suche schon eher aufgegeben hat als ich, und sich und ihr Leben vielleicht auch aufgegeben hat? Wer sagt mir, dass sie überhaupt noch lebt?


Dann würde ich zumindest verstehen, warum ich wahrscheinlich schon so lange einsam bin, und es wahrscheinlich für immer bleiben werde...
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Deja-vu »

Ich glaube, es gibt nicht nur eine Person, sondern durchaus schon ein paar, die zu einem passen.
Die Verteilung auf der Welt ist aber dennoch nicht unbedingt optimal.

Freunde können auch Seelenverwandte sein.
Meine beste Freundin bezeichne ich so.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von sascha94 »

Wayfaring_Stranger15 hat geschrieben: ↑06.09.2026, 09:13
Ich glaube nicht an eine 100% Seelenverwandtschaft, dass zwei Menschen komplett Identisch sind. Es ist möglich, dass eine sehr sehr sehr hohe Übereinstimmung erreicht wird aber gewisse Unterschiede wird es immer geben.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 06.09.2026, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
https://abtreff.de/viewtopic.php?t=30224

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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Kolinatan »

Wayfaring_Stranger15 hat geschrieben: ↑06.09.2026, 09:13 Also jetzt aus meiner Perspektive betrachtet als Mann; wer sagt mir denn, dass die Seelenverwandte nicht mit einem anderen Mann schon Kinder in die Welt gesetzt hat, vielleicht sogar schon mit einem anderen Mann verheiratet ist und zumindest sagt, er sei ganz ok? Oder beim daten einen anderen kennenlernt und lieber den anderen vorzieht?
Und wenn ich es mal auf die Spitze treibe: Wer sagt, dass diese Seelenverwandte nicht die Suche schon eher aufgegeben hat als ich, und sich und ihr Leben vielleicht auch aufgegeben hat? Wer sagt mir, dass sie überhaupt noch lebt?
Es würde mit sicher gefallen darüber zu philosophieren, welche Vorstellung und Überlegungen mit dem Begriff des Seelenverwandten einhergehen und welche Implikationen dies hat.

An diesem Punkt erscheint es mir allerdings sinnvoller einen anderen Punkt aufzugreifen, insbesondere aufgrund Deiner Schilderung zu Deinem letzten Date.

Für mich sieht es so aus, als würdest Du den Begriff des Seelenverwandten referenzieren, um Dir selbst emotionalen Schmerz zuzufügen und Dich leiden zu lassen. Alle Deine Fragen gehen in diese Richtung. Du konstruierst Dir eine Erzählung, in welcher Du so tust, dass es für Dich aussichtslos sei eine Partnerin zu finden. Zugleich kultivierst Du für Dich einen Zustand der oneitis. Die Details hierzu sind vielleicht besser in Deinem anderen Thema aufgehoben.

An dieser Stelle wäre eher die Frage zu stellen: Warum tust Du Dir das an, Dir eine solche Geschichte zu erzählen? Es gibt Millionen Menschen, mit welchen Du in Beziehung kommen könntest. Natürlich wirst Du niemals 1 Mio. Menschen in Deiner Lebensspanne ausreichend kennen lernen können, um den passendsten unter diesen Menschen zu finden. Letztlich ist die Vorstellung des Seelenverwandten nur die Entsprechung dessen, dass Menschen, welche einander ähnlich sind - in Werten, Interessen, Verhaltensweisen - leichter miteinander in Beziehung sein können.

Lass uns gerne über die Vorstellung des Seelenverwandten philosophieren, wenn Du es als positive Vorstellung für Dich referenzieren kannst und nicht wenn Du dieses Konzept verwendest, um Dich selbst zu geißeln.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von verticalist »

Ich denke nicht, dass es nur eine Seelenverwandte Person gibt, sondern dass es schon viele Personen gibt mit denen es passen würde und man auch eine Seelenverwandschaft spüren würde. Aber leider halt doch immer noch so wenig, dass es ein seltenes Ereignis ist, auf solche Personen zu treffen.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von pisces83 »

sascha94 hat geschrieben: ↑06.09.2026, 13:45 Ich glaube nicht an eine 100% Seelenverwandtschaft, dass zwei Menschen komplett Identisch sind. Es ist möglich, dass eine sehr sehr sehr hohe Übereinstimmung erreicht wird aber gewisse Unterschiede wird es immer geben.
Würdest du so einen Seelenverwandten kategorisieren? Ich glaube meine Definition wäre genau anders rum und vorallem losgelöst vom romantischen Ideal.

Wenn mein Partner so wie ich wäre, ich glaube ich würde schreiend davon rennen. Für mich ist ein Seelenverwandter buchstäblich die andere Hälfte. Der, der mich vollständig macht. Ich sehe meinen Partner tatsächlich als meinen Seelenverwandten (er umgekehrt auch) aber wir könnten bis auf Gewisse (überaus wichtige und fundamentale) Einstelllungen zum Leben und Beziehungen nicht unterschiedlicher sein.

Für mich ist ein Seelenverwandter der, der mich ergänzt und den ich ergänze. Der Fels in der Brandung und die Schulter zum anlehnen. Aber gegenseitig. Der mich trägt wenn ich allein nicht die Kraft aufbringe und den ich trage wenn er keine Kraft hat. Der mich auffängt wenn es mir nicht gut geht und umgekehrt. Der meine Unsicherheiten nicht befeuert sondern langsam verschwinden lässt.

Der Seelenverwandte ist Person mit der ich gemeinsam wachse. Der mich nicht verändern will und den ich nicht verändern will. Aber mit dem ich mich gemeinsam entwickeln kann.

Ich glaube auch nicht es gibt nur einen Seelenverwandten. Ich glaube davon kann man mehrere im Leben haben und das auch gleichzeitig. Bei meinem Partner wusste ichs sofort, schon beim ersten Date, "Das ist was anders als bisher" aber so war es z.b. auch bei meinem besten Freund (den hab ich ca 8 Monate vorher kennengelernt). Auch da war sofort "Da ist was anders" aber halt nicht in romantischer Hinsicht.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 07.09.2026, 13:04, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Subreferenz entfernt.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Einsamkeit_is_doof »

Es gibt ja durchaus Paare, bei denen man echt sagen kann, dass sie sich gesucht und gefunden haben. Hier würde ich Tatschlich von Seelenverwandtschaft sprechen. Meine Eltern sind z.B. so ein Fall. Haben sich in jungen Jahren kennengelernt und sind immer noch glücklich zusammen.
Sowas gibt es ja tatsächlich öfter. Das große Problem ist halt, diese Seelenverwandte Person zu finden. Aber grundsätzlich glaube ich schon, dass es für jeden eine (oder auch mehrere) seelenverwandte Personen auf der Welt gibt. Das große Problem ist halt, ob und wie man diese Person findet. :brille1:
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Wayfaring_Stranger15 »

Kolinatan hat geschrieben: ↑06.09.2026, 18:51 An diesem Punkt erscheint es mir allerdings sinnvoller einen anderen Punkt aufzugreifen, insbesondere aufgrund Deiner Schilderung zu Deinem letzten Date.

Für mich sieht es so aus, als würdest Du den Begriff des Seelenverwandten referenzieren, um Dir selbst emotionalen Schmerz zuzufügen und Dich leiden zu lassen. Alle Deine Fragen gehen in diese Richtung. Du konstruierst Dir eine Erzählung, in welcher Du so tust, dass es für Dich aussichtslos sei eine Partnerin zu finden. Zugleich kultivierst Du für Dich einen Zustand der oneitis. Die Details hierzu sind vielleicht besser in Deinem anderen Thema aufgehoben.

An dieser Stelle wäre eher die Frage zu stellen: Warum tust Du Dir das an, Dir eine solche Geschichte zu erzählen? Es gibt Millionen Menschen, mit welchen Du in Beziehung kommen könntest. Natürlich wirst Du niemals 1 Mio. Menschen in Deiner Lebensspanne ausreichend kennen lernen können, um den passendsten unter diesen Menschen zu finden. Letztlich ist die Vorstellung des Seelenverwandten nur die Entsprechung dessen, dass Menschen, welche einander ähnlich sind - in Werten, Interessen, Verhaltensweisen - leichter miteinander in Beziehung sein können.

Lass uns gerne über die Vorstellung des Seelenverwandten philosophieren, wenn Du es als positive Vorstellung für Dich referenzieren kannst und nicht wenn Du dieses Konzept verwendest, um Dich selbst zu geißeln.
Ich finde es wirklich lieb von dir, wie du hier auch mit an meine geistige Gesundheit denkst. Das ist nicht selbstverständlich. Danke :umarmung2:

Ich bin nur gerade in Gedanken halt auch dabei, diesen Begriff zu zerlegen, und ich finde einfach partout für mich keine zufriedenstellende Antwort.
Diese Überlegung zu dem Begriff hab ich auch nicht erst seit gestern, sondern das beschäftigt mich schon seit ein paar Monaten. Sicherlich wieder hervorgerufen durch mein letztes Date, auch wenn nicht zwingend dadurch ausgelöst.

Ich finde auch die anderen Antworten hier sehr interessant, dass es mehrere Seelenverwandte geben kann, und das nicht zwingend die Person sein muss, die man heiratet. Das finde ich eine spannende Überlegung, die mir noch gar nicht so in den Sinn kam. Vorher hatte ich immer so eine starre Wahrnehmung darüber, dass das nur eine einzige Person sein kann.
Und wie ich schon (andernorts) beschrieben habe, bin ich ja ein ziemlicher Overthinker. Das hilft mir auf jeden Fall bei meinen Gedankengängen schon weiter die Impulse, auch wenn ich irgendwie noch nicht zu 100 % zufrieden bin. Aber auch das wird denke ich wieder Monate benötigen, bis ich da eine zufriedenstellende Antwort für mich gefunden habe, wo auch die Impulse aus der Community sicherlich noch eine Rolle bei mir spielen werden :)

Am einfachsten wärs natürlich, wenn ich einfach ein normales Leben leben könnte und das alles schon hinter mir hätte. Dann hätte ich wahrscheinlich nicht mal mehr so viel Zeit, um darüber nachzudenken...

Übrigens: Ich habe heute durch dich zum ersten Mal vom Begriff "oneitis" gehört. Klingt... spannend. Ich wüsst nichtmal wie mans ausspricht :D
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Reinhard »

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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Kolinatan »

Wayfaring_Stranger15 hat geschrieben: ↑07.09.2026, 17:12 Übrigens: Ich habe heute durch dich zum ersten Mal vom Begriff "oneitis" gehört. Klingt... spannend. Ich wüsst nichtmal wie mans ausspricht :D
Da es auf der englische Phrase "one it is" basiert, spreche ich es in der Regel auch so ähnlich aus.
Wayfaring_Stranger15 hat geschrieben: ↑07.09.2026, 17:12 Ich bin nur gerade in Gedanken halt auch dabei, diesen Begriff zu zerlegen, und ich finde einfach partout für mich keine zufriedenstellende Antwort.
Wenn es Dir darum geht, den Begriff des Seelenverwandten zu zerlegen hier ein paar meiner Überlegungen dazu. Die Behauptung, dass es sich um einen Seelenverwandten handle, wird dann verwendet, wenn die Beziehung glücklich ist, oftmals wenn auch die Verliebtheitsphase noch aktiv ist und die Ehekrisen noch auf sich warten lassen. Somit handelt es sich bei dessen Verwendung vor allem um eine Zuschreibung und keine Beschreibung. Vor allem bedeutet es nicht, dass es nur eine Person auf dem Planeten gibt, welche dieser verwandten Seele repräsentiert. Im Gegenteil.

Mal angenommen ich rechne jetzt davon zurück, wie viele tausende Menschen eine Seelenverwandten meinen gefunden zu haben und die weniger als 100 Menschen* in ihrem Leben gut genug kennen gelernt haben, um zu beurteilen, dass die Person ein Seelenverwandter sei, dann muss ich im Umkehrschluss davon ausgehen, dass mindestens jeder 100. Mensch oder sogar noch viel mehr Menschen einen Seelenverwandten darstellen.

Letztlich wirft dieses Konzept viele Fragen auf. Wie viele Seelen gibt es und ist ihre Zahl begrenzt? Können sich Seelen vermehren? Sind nur Menschen beseelt? Es gibt einige Erzählungen, wie z.B. im Film "Das siebte Zeichen", welche diese Frage der Begrenztheit der Seelen aufwerfen. Ebenso kannst Du davon ausgehen, wenn es Seelen geben sollte, das sie alle aus einer Quelle stammten, somit sind sie sowieso alle miteinander verwandt. Was mich dann zur Erzählung von Neale Donald Walsch und seiner Geschichte "Die kleine Seele spricht mit Gott" führt, um zu verstehen, warum manche Menschen nicht als verwandt erkannt werden können.

* - Ja die Zahl ist fiktiv. Allerdings ist die Erzählung von Seelenverwandtschaft ebenso fiktiv. Aus meiner Sicht geht sie auf die Erzählung vom Kugelmenschen zurück.

Im Ergebnis ist somit die Vorstellung von Seelenverwandtschaft ein leeres Konstrukt ohne wirkliche Substanz. Es ist eine Erzählung, um das Glücksgefühl zum Ausdruck zu bringen und die Vorstellung, von der Einzigartigkeit der Beziehung zu bekräftigen. Es ist eine Konstruktion des Ego zur eigenen Überhöhung. Letztlich ist es nicht hilfreich dieses Konstrukt als etwas reales anzusehen auch wenn dessen emotionale Aufladung verständlich ist. Schließlich macht es beide Personen zu etwas besonderem - siehe Erzählung zum Kugelmenschen - weil sich ausgerechnet diese beiden gegen alle Wahrscheinlichkeit wiedergefunden haben. Trotzdem bleibt es eine Geschichte und hat keinen Bezug zur Realität. Wir können mit jedem Menschen eine Beziehung eingehen, welche sich nach Seelenverwandtschaft anfühlen würde, wenn uns unsere Filter (Moral, Gewohnheit, Prägung, Vorlieben, Werte) uns nicht davon abhielten.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von LoverInTraining »

Kolinatan hat geschrieben: ↑07.09.2026, 22:26Da es auf der englische Phrase "one it is" basiert, spreche ich es in der Regel auch so ähnlich aus.
Diese Etymologie wäre mir neu. Das Wort basiert doch offenkundig auf der Endung -itis für Krankheiten. Also würde ich es tendenziell auch so aussprechen wie in "Hepatitis" oder "Arthritis" (also "won-I-tis" bei denglischer, "won-EI-tis" bei englischer Aussprache).

Was die Seelenverwandschaft angeht, muss ich dir aber zustimmen:
Letztlich ist es nicht hilfreich dieses Konstrukt als etwas reales anzusehen auch wenn dessen emotionale Aufladung verständlich ist.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von entomological »

Ich würde das Wort eher wörtlich übersetzen. Verwandt ist man mit mehreren, warum also nicht auch mit mehreren Seelen? Warum nicht auch mit Leuten, die man nicht romantisch und/oder sexuell begehrt? Ich meine, Verwandte liebt man ja auch normalerweise weder romantisch, noch sexuell. Und Verwandtschaft bedeutet auch nicht, dass alles übereinstimmen muss, sondern dass es eine gemeinsame Basis gibt, für die man nicht viel tun muss, sondern die von Anfang an schon irgendwie da ist.

Ich denke, zur Interpretation, dass es nur einen einzigen passenden Menschen gäbe, würde die Bezeichnung Gegenstück eher passen. Und ich finde den Gedanken irgendwie traurig. Wir sind so viele Menschen auf dem Planeten, das wäre ja sehr unwahrscheinlich, dass man in seinem kleinen Umkreis genau dieses eine Gegenstück findet. Und dann muss es auch noch auf der gleichen Zeitlinie leben. Angenommen man glaubt nicht an Wiedergeburt, wäre die Wahrscheinlichkeit ja noch viel geringer.
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Re: Seelenverwandtschaft

Beitrag von Tania »

Wayfaring_Stranger15 hat geschrieben: ↑06.09.2026, 09:13 Es gibt genau einen Menschen in dieser Welt, unter mittlerweile 8 Milliarden, der für dich bestimmt ist, wie du für ihn oder sie bestimmt bist.
Super Gedanke - wenn Du einen Grund suchst, um guten Gewissens Single zu bleiben.

Wenn es so etwas wie Seelenverwandte geben sollte, und wenn diese Seelenverwandtschaft zwingend Voraussetzung für eine Beziehung sein sollte, dann haben recht offensichtlich viele Menschen eine sehr große Seelenfamilie. Manche finden alle paar Monate ein neues Familienmitglied. Und was ist eigentlich mit all den Ex-Partnern, die die meisten Menschen so haben? Sind die dann nicht auch mit dem neu gefundenen Seelenverwandten irgendwie seelenverwandt?

Also das Konzept ist irgendwie nicht ganz stimmig. Und was dazu kommt: man muss nicht seelenverwandt sein, um eine tolle Beziehung miteinander aufzubauen.

Und ich bin mir sicher, viele glückliche Paare würden mir das heute so bestätigen; für sie gibt es nur diese eine Frau oder nur diesen einen Mann, den sie über alles lieben und mit dem / der sie am Ende aller Tage zusammen bleiben wollen.
Richtig. Und ich gehe eine Wette ein, dass die meisten dieser Paare Dir nicht erzählen würden, dass sie eines Tages voreinander gestanden haben, eine spontane Seelenverbundenheit gespürt haben und seitdem ist ihr Leben voller Friede, Freude und Eierkuchen. Es dürfte eher in Richtung "Es passte ganz gut zwischen uns, also haben wir beschlossen, es miteinander zu versuchen. Und im Laufe der Jahre sind wir dermaßen eng zusammengewachsen, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, dass je jemand anderes diesen Platz einnehmen könnte :shylove: ".
Dann würde ich zumindest verstehen, warum ich wahrscheinlich schon so lange einsam bin, und es wahrscheinlich für immer bleiben werde...
Das geht auch ohne esoterische Thesen.

Schreib Dir mal die wichtigsten 5 Gründe auf, aus denen Du eine Beziehung willst. Dann schätze ab, wie viele Menschen diese Bedingungen erfüllen könnten. Und dann versuche herauszufinden, was diesen Menschen wichtig sein könnte und ob Du ihnen das geben könntest. Und wenn am Ende der Analyse eine 0 stehen sollte, wissen wir wenigstens, an welchem Punkt Du ansetzen könntest.

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