Ich hatte letzte Woche eine kleine Unterhaltung mit meiner Partnerin, dabei kamen wir auf eine Sache, die mir erst jetzt – seitdem ich in einer Beziehung bin – so richtig bewusst geworden ist.
Jahrelang war ich im Bekannten- und Familienkreis gefühlt immer derjenige, der gerade Zeit hatte und für jeden Kram zur Verfügung stand: sei es für Umzüge, spontane Fahrdienste, wurde mal zu Spiele Abenden eingeladen damit auf der Switch genug zusammen kommen für eine Mario Party oder sonst irgendwelche Gefälligkeiten. Ich fügte mich in diese Rolle des praktischen Lückenbüßers, hatte meinen Platz am Rande des Geschehens. Meine Geschwister gründeten währenddessen ihre Familien: Ich opferte meine Zeit oder sogar mein eigenes Eigentum (wie z.B Autofahrten zum Flughafen für Familienmitglieder), weil man denkt, man muss sich diesen Platz im sozialen Gefüge eben so sichern.
Es ist spannend, wie sich dass durch meine Partnerschaft geändert hat. Ich merke plötzlich,
wie krass der Unterschied ist: Niemand fragt mehr nach diesen Sonderdiensten,
man wird ganz anders (nämlich als Paar) wahrgenommen
oder die Leute müssen ihren Mist plötzlich selber regeln.
Daher meine Frage an euch:
Kommt euch dieses Gefühl bekannt vor, sich als Single über ständige Hilfsbereitschaft oder Verfügbarkeit unersetzlich machen zu wollen? Seit ihr da genauso wie ich es war, dass ihr gefühlt alles macht nur um euren Platz im sozialen Gefüge nicht zu verlieren?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen!
Der „ewige Helfer“: Kommt euch das bekannt vor?
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Der „ewige Helfer“: Kommt euch das bekannt vor?
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Re: Der „ewige Helfer“: Kommt euch das bekannt vor?
Nein. Ich habe auch als Single klar entschieden, was mir wichtig ist und für wen ich bereit bin meine Zeit einzusetzen. Mir hat die Vorstellung, jemand könnte von mir abhängig sein oder auf mich angewiesen sein, nie behagt. Mir ist es wichtig möglichst frei entscheiden zu können und daher gehe ich ungern langfristigen Verpflichtungen ein.sascha94 hat geschrieben: ↑01.10.2026, 15:02 Kommt euch dieses Gefühl bekannt vor, sich als Single über ständige Hilfsbereitschaft oder Verfügbarkeit unersetzlich machen zu wollen? Seit ihr da genauso wie ich es war, dass ihr gefühlt alles macht nur um euren Platz im sozialen Gefüge nicht zu verlieren?
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Re: Der „ewige Helfer“: Kommt euch das bekannt vor?
Nein. Ich helfe einfach gern - egal ob als Single oder Nichtsingle. Bilde mir aber nicht ein, dadurch unersetzbar zu werden. Allerdings wäre ich als Single wohl deutlich häufiger verfügbar als wenn ich noch meine Familie zu berücksichtigen habe.
Aber super, dass Du die Helferei einschränken konntest. Gibt ja auch Menschen, die so in ihrem Unentbehrlichkeitsgefühl drin sind, dass einfach kein Platz mehr für eine Partnerschaft bleibt.
Zuletzt geändert von Tania am 01.10.2026, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der „ewige Helfer“: Kommt euch das bekannt vor?
Nein. Ich helfe gerne, aber ich überlege mir durchaus, ob ich mir für Hilfsdienste Zeit nehme und wenn ja, wie viel. Je mehr ich dem Hilfesuchenden mag, desto lieber bin ich zur Stelle und freue mich anschließend auch über seinen Dank. Abgesehen davon ist mein Terminkalender mit diversen regelmäßigen Freizeitaktivitäten auch ähnlich voll wie der von Menschen mit Lebenspartner.
Auch nein. Hilfsbereitschaft ist durchaus ein Bestandteil des "sozialen Kitts", der Freundschaften am Leben erhält. Aber ich würde nie annehmen, meinen Platz im "sozialen Gefüge" zu verlieren, wenn ich mal nicht helfen kann.
''Life's a happy song, when there's someone by your side to sing along.'' - The Muppets