Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

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Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von knopper »

Tabeo hat geschrieben: ↑19.05.2024, 13:15 Von einigen heißt es dann immer: "Du musst an dir arbeiten." Aber was genau? Das ist ein inhaltsleerer Satz mit dem ich nichts anfangen kann.
ja dieser Tipp immer. :D Das bedingt ja irgendwie dass alle die glücklich in einer Beziehung gelandet sind, irgendwie vorher mächtig an sich gearbeitet haben um in diese zu gelangen und das ist einfach unrealistisch.

Ja man kann partiell etwas an seinem Verhalten ändern dass man evt. interessanter auf Frauen wirkt....sein ganzes Wesen umkrempeln, dass man zu einem Frauenmagnet wird, funktioniert aber nun mal nicht.
Von daher ist das ein ziemlich sinnloser Tipp, auch wenn er gut gemeint ist.

Ich glaube das Beste ist schon authentisch zu bleiben und seinen Charakter nicht zu verleugnen oder groß zu verändern. Jeder Mensch hat eine gewisse Anziehung und positive Seiten.

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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Tabeo »

knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57 Ich glaube das Beste ist schon authentisch zu bleiben und seinen Charakter nicht zu verleugnen oder groß zu verändern. Jeder Mensch hat eine gewisse Anziehung und positive Seiten.
Den letzten zitierten Satz sehe ich nicht so. Das klingt für mich schön geredet. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die eine starke Anziehungskraft haben und andere nicht. Sonst würde es theoretisch ein AB gar nicht geben.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Seb-X »

knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57
Tabeo hat geschrieben: ↑19.05.2024, 13:15 Von einigen heißt es dann immer: "Du musst an dir arbeiten." Aber was genau? Das ist ein inhaltsleerer Satz mit dem ich nichts anfangen kann.
Ich glaube das Beste ist schon authentisch zu bleiben und seinen Charakter nicht zu verleugnen oder groß zu verändern. Jeder Mensch hat eine gewisse Anziehung und positive Seiten.
Das ist so allgemein und zugleich nichtssagend formuliert, dass es völlig leer ist.
Wenn ich authentisch - ein fürchterliches, zu Ideologie verkommenes Wort heute - bleiben möchte, muss ich mich auch nicht wundern, wenn mit den Frauen nix wird.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von knopper »

Tabeo hat geschrieben: ↑20.05.2024, 14:16 Den letzten zitierten Satz sehe ich nicht so. Das klingt für mich schön geredet. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die eine starke Anziehungskraft haben und andere nicht. Sonst würde es theoretisch ein AB gar nicht geben.
Seb-X hat geschrieben: ↑20.05.2024, 16:33 Das ist so allgemein und zugleich nichtssagend formuliert, dass es völlig leer ist.
Wenn ich authentisch - ein fürchterliches, zu Ideologie verkommenes Wort heute - bleiben möchte, muss ich mich auch nicht wundern, wenn mit den Frauen nix wird.
genauso ist das aber auch mit dem nichts aussagenden Satz "du musst mal an dir arbeiten", oder "du musst dich verändern". :D
Sehe ich daher grundsätzlich anders. Ich sage es bringt nichts sich derart verändern zu wollen nur um interessanter für Frauen zu werden, in der Hoffnung auf evt. Erfolg.

Viel effizienter ist es hingegen die Gelegenheiten zu erhöhnen, wenn ich grundsätzlich merke dass Frauen ja an mir Interesse haben. Klar das muss natürlich erstmal gegeben sein.
Ein anderer, vielleicht besserer, Mensch werden kann man nur bis zu einem bestimmten Grad, und wenn der Aufwand hierfür in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, sehe ich es als wenig sinnvoll an.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Kolinatan »

Ja, es ist ziemlich sinnlos aus inhaltsleeren Aussagen etwas abzuleiten, was genau ich tun könnte, um mein Leben so zu verändern, dass es für mich mehr Glück und Zufriedenheit beinhaltet. Wenn ich mich entscheide, nur weil die Hinweise von anderen Menschen vage und wenig hilfreich sind, lieber in der aktuellen Situation auszuharren, werde ich meine Situation auch nicht verändern.

Natürlich bringt es nicht viel, wenn ich mich verändere, weil es andere Menschen von mir wollen und ich gar nicht dazu bereit bin. Entweder weil der Leidensdruck nicht hoch genug ist und/oder ich nicht überzeugt bin, dass eine Veränderung sinnvoll oder möglich sei. Am Ende sind es die eigenen Vorstellungen und Glaubenssätze, welche mich im Status Quo festhalten. Erst die Vorstellung ein bestimmtes Verhalten gehöre zu meinem Wesen/Charakter/Persönlichkeit, also zu meiner Identität, sorgt dafür, dass ich dieses Verhalten nicht ändern werde.

Was genau sollte ein solcher nicht änderbare Teil der Persönlichkeit sein? Sicher dass es eine Eigenschaft und nicht eine Verhaltensweise ist? Gibt es irgendeine Kleidung, welche zu einer bestimmten Form von Persönlichkeit gehört? Aus meiner Erfahrung ist Habitus etwas, was sich in erheblichem Umfang verändern lässt. Der Klassiker hierfür ist My Fair Lady. Wenn ich allerdings der Meinung bin, ich wäre nicht mehr ich selbst, wenn ich z.B. achtsamer mit meinem Umfeld bin, mich weniger mit meinen Vorstellungen über mich identifiziere oder mir sogar andere Umgangsformen zulege, dann ist mir dieser Weg zur Veränderung natürlich versperrt. Hier ein Ted-Talk, welcher sich mit dem Thema Körpersprache befasst. Ist Körpersprache etwas was zu uns gehört oder etwas, was wir verändern können? Ist es Euch erlaubt solche Techniken zu nutzen, um Euch einen Vorteil zu verschaffen?

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass eine Veränderung vor allem von mir selbst gewollt wird, weil ich das Bestes und Höchste meiner Selbst sein will. Wie auch immer ich dieses Beste und Höchste für mich definieren mag. Wir haben immer eine Vorstellung davon, in welchem Bereich wir uns gerne verbessern möchten. Achtsamer zuhören, rücksichtsvoller sein, fröhlicher durchs Leben geben, mehr Motivation für ... haben. Sich darüber zu streiten, was einem dabei hilft und was nicht, bringt einen auch nicht weiter. Sinnvoller wäre es aufzuzählen, was genau einem geholfen hat eine bestimmte Veränderung zu erreichen und was die Vorteile sind, es gemacht zu haben.

Du möchtest Dich nicht verändern oder anpassen? Okay, dann lass es. Diskutiere nicht über die Gründe, warum Du lieber nicht an Dir arbeiten möchtest, es reicht, dass Du es nicht willst. Du bist mit dem wie Du bist und wie Dein Leben läuft zufrieden? Dann ändere es nicht. Du bist unzufrieden und es fehlt Dir an Wille oder Motivation etwas zu verändern? Dann entscheide Dich, entweder die Situation zu akzeptieren und in den Frieden zu kommen mit dem wie es ist. Oder such die Dir die Motivation und den Veränderungspfad, damit es für Dich möglich wird, die Veränderung zu wollen. Wenn Du Unterstützung dafür brauchst, such sie Dir.

Sicher wird vieles in der Interaktion mit anderen Menschen niemals in Deiner Hand liegen. Du wirst nicht dafür sorgen können, dass Dich ein bestimmter Mensch mag. Du kannst Dich trotzdem damit beschäftigen, was die Meinung andere Menschen beeinflusst. Wie weit bist Du bereit dabei zu gehen? Welche Manipulation ist für Dich akzeptabel? Wie klar bist Du Dir über solche Manipulationstechniken und kannst Dich vor diesem Einfluss schützen?
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Henrietta »

knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57
ja dieser Tipp immer. :D Das bedingt ja irgendwie dass alle die glücklich in einer Beziehung gelandet sind, irgendwie vorher mächtig an sich gearbeitet haben um in diese zu gelangen und das ist einfach unrealistisch.

Ja man kann partiell etwas an seinem Verhalten ändern dass man evt. interessanter auf Frauen wirkt....sein ganzes Wesen umkrempeln, dass man zu einem Frauenmagnet wird, funktioniert aber nun mal nicht.
Von daher ist das ein ziemlich sinnloser Tipp, auch wenn er gut gemeint ist.
Ich finde nicht, dass das ein sinnloser Tipp ist, ganz im Gegenteil. Aber vielleicht interpretiere ich ihn auch anders.
Wenn man es, aus welchen Gründen auch immer, nicht schafft, in eine Beziehung zu kommen, dann sollte man da hin schauen, warum einem dies nicht gelingt und dann an dieser Stelle "an sich arbeiten", was für mich bedeutet, sein Verhalten und seine Glaubenssätze zu überdenken und ggf. neue Verhaltensweisen auszuprobieren und seine (negativen) Glaubenssätze zu verändern.
Dass man sich verändert, um interessanter auf Frauen zu wirken, wie Du es oben als Beispiel genannt hast, ist dabei für mich nur ein möglicher Ansatzpunkt von vielen. Ich würde eben auch schauen, was ich sonst noch so mache, wodurch ich eine Beziehung verhindere (auf Äußerlichkeiten fixiert sein, zu hohe Moralvorstellungen haben, Schüchternheit und niemanden ansprechen, Selbstsabotage, negatives Selbstbild, insgesamt negatives Denken, unbewusst abweisend wirken, sich nicht für andere Menschen interessieren usw.). Wenn ich da was gefunden habe, dann kann ich anfangen zu üben, mein Verhalten zu verändern und schauen, ob es einen positiven Effekt hat.
Das würde ich dann "an mir arbeiten" nennen.
Wer es einfach so schafft, in eine Beziehung zu kommen und diese auch gut zu führen, brauchte im Vorfeld ggf. diesbezüglich nicht an sich arbeiten, weil sein Verhalten kein Hindernis im Zustandekommen einer Beziehung darstellte.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Abine »

Vielleicht wie ein Edelstein.
Es ist nur ein Stein und bleibt immer ein Stein. Wenn er aber zu einem Fachmann / Frau kommt und bearbeitet wird, entsteht etwas neues und das alte bleibt. 💎
Da du ja für dein Leben der beste Fachmann / Frau bist entscheidest du selbst wie du dich formst oder auch nicht.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Abine »

Oder wie ein Raum in den man alle Wünsche Träume und Ziele stellt. Unsortiert ist es einfach Chaos. Sortiert ein Raum zum wohlfühlen und leben. Arbeiten heißt in dem Fall (sich) sortieren und Klarheit schaffen was wo wie hinkommt dass es Sinn macht. Und es ist vorher und nachher der selbe Inhalt.

Oder ein gutes Gericht. Ich habe alle Zutaten. Dass es mein Lieblingsgericht wird muss ich es zubereiten, einzeln schmecken die Zutaten nicht oder anders. Verändert und gleich geblieben.

Oder wie ein Samen. Ich lege es in die Erde, gebe Wasser dazu und es beginnt sich zu verändern und ist doch das gleiche.

Oder was auch immer.

Kommt halt immer darauf an, was in mir steckt, wer ich bin, was ich kann was ich brauche, wie ich die Welt sehe, mein Zugang zu den Anderen.

Vielleicht kann man das so sehen? :gruebel:
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Abine »

Wie das nun in einer Beziehung ist mit dem verändern und gleich bleiben da bin ich überfragt, sonst wäre ich ja nicht die Abine :D
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von knopper »

Henrietta hat geschrieben: ↑21.05.2024, 16:06
Das würde ich dann "an mir arbeiten" nennen.
Wer es einfach so schafft, in eine Beziehung zu kommen und diese auch gut zu führen, brauchte im Vorfeld ggf. diesbezüglich nicht an sich arbeiten, weil sein Verhalten kein Hindernis im Zustandekommen einer Beziehung darstellte.
ja das stimmt natürlich.
Hier muss man dann schon zwischen verschiedenen AB-Typen unterscheiden.
Der der absolut schüchtern und verschlossen ist, sehr nervös wird in der Gegenwart des anderen Geschlechts ist natürlich anders als der AB,der einfach nur nicht groß unter Menschen geht / nicht viel unternimmt aber durchaus sonst ganz "normal" ist.

Hier sieht das "an sich arbeiten" bei beiden sehr unterschiedlich aus.
Abine hat geschrieben: ↑21.05.2024, 16:38 Kommt halt immer darauf an, was in mir steckt, wer ich bin, was ich kann was ich brauche, wie ich die Welt sehe, mein Zugang zu den Anderen.
ja kann ,man so sehen.
Aber das trifft dann so irgendwie auch auf alle Menschen zu, da bereits in einer Beziehung sein ja nicht heißt das man absolut nichts mehr an sich verändern sollte.

Ich sage ja nur dass es nichts bringt sich neue Verhaltensweisen anzueignen und sich dann künstlich zu verstellen. Authentisch zu bleiben ist da meiner Meinung nach zielversprechender. So habe ich es zumindest als Resonanz erfahren von den Frauen die etwas von mir wollten.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 21.05.2024, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Levyn »

knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57 Ja man kann partiell etwas an seinem Verhalten ändern dass man evt. interessanter auf Frauen wirkt....sein ganzes Wesen umkrempeln, dass man zu einem Frauenmagnet wird, funktioniert aber nun mal nicht.
Von daher ist das ein ziemlich sinnloser Tipp, auch wenn er gut gemeint ist.
Wenn du das so formulierst, dann klingt das eher so als wenn du eine Veränderung nur anstrebst, um das Ziel "besser bei Frauen ankommen" schneller zu erreichen. Aus meiner Sicht ist es sinnvoller sich zu verändern, um sich einfach wohler in seiner Haut in Gesellschaft zu fühlen. Als Kinder waren wir alle authentisch, weil wir einfach einen F* darauf gegeben haben, was andere Leute über uns denken. Nicht weil wir uns das selbst gesagt haben, sondern weil wir einfach gemacht haben und nicht darüber nachdachten.
knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57 Ich glaube das Beste ist schon authentisch zu bleiben und seinen Charakter nicht zu verleugnen oder groß zu verändern. Jeder Mensch hat eine gewisse Anziehung und positive Seiten.
Hier fängt es ja schon an. Was ist "authentisch"? Authentisch bedeutet für mich, dass man sich wohl in seiner Haut fühlt und sich so gibt wie man eben ist, ohne zu stark auf die Meinung anderer zu geben. Es ist gar nicht so einfach sein authentisches Ich wieder zu finden, wenn man jahrzehntelang immer mit einer Maske herumgelaufen ist. Irgendwann glaubt man vielleicht authentisch zu sein, aber merkt nicht mal, dass man gerade eben nicht authentisch ist. In jeder Handlung, mag sie noch so klein sein (Bsp.: Einer attraktiven Frau Recht geben, weil ein gutes Bild in ihren Augen abgeben möchte), sollte man sich hinterfragen, ob man sich vor einem sehr vertrauten Menschen so verhalten hätte. Meist ist es doch so, dass man sich mehr oder weniger irgendwie anpassen möchte. Man möchte irgendwo gut ankommen und das ist bei dem einen ausgeprägter als bei dem anderen. Bei Menschen, die ich als authentisch beschreiben würde, ist das Bedürfnis "gut anzukommen" weniger ausgeprägt. Sie sind wahrscheinlich genau so enttäuscht, wenn Menschen von denen sie etwas wollen sie nicht so annehmen wie sie sind, aber ihnen scheint es wichtiger, dass diese Menschen ihr wahres Ich zu akzeptieren als irgendeine Fassade, die sie spielen könnten. Da fühlen sie sich dann einfach unwohl, weil sie nicht so sein können wie sie sind.
Tabeo hat geschrieben: ↑20.05.2024, 14:16
knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57 Ich glaube das Beste ist schon authentisch zu bleiben und seinen Charakter nicht zu verleugnen oder groß zu verändern. Jeder Mensch hat eine gewisse Anziehung und positive Seiten.
Den letzten zitierten Satz sehe ich nicht so. Das klingt für mich schön geredet. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die eine starke Anziehungskraft haben und andere nicht. Sonst würde es theoretisch ein AB gar nicht geben.
Relevant ist doch der Grund für ihre Anziehung. Aus meiner Erfahrung haben vor allem authentische Menschen eine starke Anziehungskraft, weil sie sich nicht für andere verbiegen. Im Prinzip kommen sie in einen Raum rein und sagen "Ich bin X und kann A, B und C. Nicht mehr und nicht weniger. Nehmt mich oder lasst es sein, aber ich würde es bevorzugen, wenn ihr mich nehmt". Eine nicht authentische Person würde dann sich eher so präsentieren "Ich bin X und kann A, B und C, aber könnte auch E, D und F, wenn das gewünscht wird. Nehmt mich auf jeden Fall, weil ich alles sein kann".

Wenn wir uns z.B. den Fußballtrainer des FC Liverpools anschauen (Jürgen Klopp), dann merken wir, dass er eine ganz besondere Strahlkraft hat. Er ist charismatisch und wird auch als sehr authentisch beschrieben. Er hat eine Position inne, in der viele andere Trainer ihre Worte ganz besonders sorgfältig wählen, weil sie ein seriöses Bild vor der Kamera abgeben wollen, während Jürgen Klopp so wirkt als sei ihm seine Außenwirkung ziemlich egal. Er ist auch nicht verlegen vulgäre Sprache zu verwenden und so wie in einem Gespräch unter engen Freunden zu reden. Das macht ihn für mich authentisch.
Seb-X hat geschrieben: ↑20.05.2024, 16:33 Wenn ich authentisch - ein fürchterliches, zu Ideologie verkommenes Wort heute - bleiben möchte, muss ich mich auch nicht wundern, wenn mit den Frauen nix wird.
Was bedeutet denn für dich "authentisch"? Würdest du von dir sagen, dass du authentisch bist? Wenn ja, wie äußert sich das bei dir?
knopper hat geschrieben: ↑21.05.2024, 00:40 Sehe ich daher grundsätzlich anders. Ich sage es bringt nichts sich derart verändern zu wollen nur um interessanter für Frauen zu werden, in der Hoffnung auf evt. Erfolg.
Vielleicht meint "an dir arbeiten" auch die Tatsache mehr zu sich selbst zu finden. Auch die Arbeit mit sich, seinen Gedanken und Glaubenssätzen, gehört für mich in die Rubrik "an sich arbeiten".
Da geht es dann gar nicht darum ein athletischer, charismatischer und witziger Geschichtenerzähler zu werden, sondern einfach um Fragen wie "Wer bin ich?", "Was möchte ich?", "Warum bin ich nicht in der Lage meine Bedürfnisse zu kommunizieren?", "Wovor habe ich Angst?" etc.
knopper hat geschrieben: ↑21.05.2024, 00:40 Viel effizienter ist es hingegen die Gelegenheiten zu erhöhnen, wenn ich grundsätzlich merke dass Frauen ja an mir Interesse haben. Klar das muss natürlich erstmal gegeben sein.
Oder man erhöht die Frequenz an Gelegenheiten, dass Frauen einen auch aktiv kennenlernen können.
knopper hat geschrieben: ↑21.05.2024, 00:40 Ein anderer, vielleicht besserer, Mensch werden kann man nur bis zu einem bestimmten Grad, und wenn der Aufwand hierfür in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, sehe ich es als wenig sinnvoll an.
"Besser" hört sich so an als wenn man stets in einem Wettkampf mit anderen Männern ist. Genau diese Gedanken sorgen doch dafür, dass man nicht authentisch sein kann. Ich bin der Meinung, dass man vor allem koexistieren kann. Man ist ein Individuum mit Qualitäten, genau wie jedes andere auch. Es gibt Bereiche in denen man selbst gut ist und in denen andere nicht so gut sind. Gleiches gilt dann auch für andere. Man sollte nur lernen es auch entsprechend kommunizieren zu können.
Natürlich gibt es Qualitäten, die mehr nachgefragt werden, aber auch bei Sportschuhen kauft nicht jeder Nike, Adidas oder Puma, weil sie am beliebtesten sind, sondern auch New Balance oder Asics, obwohl sie weniger beliebt sind.
Man sollte sich also schon die Frage stellen, ob man einfach nur beliebt sein will oder Menschen sucht, die zu einem passen.
Henrietta hat geschrieben: ↑21.05.2024, 16:06 Ich würde eben auch schauen, was ich sonst noch so mache, wodurch ich eine Beziehung verhindere (auf Äußerlichkeiten fixiert sein, zu hohe Moralvorstellungen haben, Schüchternheit und niemanden ansprechen, Selbstsabotage, negatives Selbstbild, insgesamt negatives Denken, unbewusst abweisend wirken, sich nicht für andere Menschen interessieren usw.). Wenn ich da was gefunden habe, dann kann ich anfangen zu üben, mein Verhalten zu verändern und schauen, ob es einen positiven Effekt hat.
Das würde ich dann "an mir arbeiten" nennen.
Genau das verstehe ich auch unter "an mir arbeiten".
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Dreamer40 »

Ganz abgesehen davon, dass der Wandel im Grund mehr eine Regel als eine Ausnahme ist (für viele reflektierende Menschen, wie auch mich selbst, die einzig wahre Konstante im Leben), ist es aus meiner Sicht eine relativ überflüssige Ambition "man selbst bleiben zu wollen"..das insinuiert nämlich, dass man gar nicht das Interesse hat, sich weiterzuentwickeln, zu lernen, über sich selbst hinauszuwachsen, das Leben neu zu begreifen, usw. und so fort..

Ich glaube, wenn ich heute im einer Gesamtpersönlichkeit noch so wäre wie vor 20 Jahren, dann wäre ich längst nicht mehr am Leben, weil ich nämlich die vielfältigen Anforderungen des heutigen Lebens gar nicht mehr stemmen könnte bzw. vielmehr davon überfordert wäre, als es tatsächlich der Fall ist. Übrigens auch ein netter Nebeneffekt vom Älterwerden (wie ich es zumindest erlebe), man wird einfach in vielerlei Hinsicht gelassener und demütiger (vl. auch deswegen, weil die eigene Vergänglichkeit viel öfters in das alltägliche Bewusstsein dringt).

Das hier viel zitierte Wort "Authentizität" bedeutet für mich persönlich übrigens nur, dass man im Rahmen seiner aktuellen "Möglichkeiten" nicht versucht, sich selbst zu verleugnen (selbst wenn man mit vielfältigen Selbstzweifeln, Ängsten, usw. kämpft), sich nicht in leichtfertiger Weise von anderen Menschen in irgendwelche Richtungen treiben oder verändern lässt und einfach lernt, das eigene Sein zunächst mal völlig wertfrei und neutral anzuerkennen und damit umzugehen. Denn nur wenn man einigermaßen authentisch sein kann, kann mich sich auch nachhaltig und langfristig verändern, alles andere gleicht eher einer vorübergehenden fragwürdigen Wandlung für bestimmte kurzfristige Zwecke oder Bedürfnisse.. Authentische Menschen wirken auf mich z. B. grundsätzlich vertrauenswürdiger und sympathischer als Menschen, die einem spontan das Gefühl geben, ein gewisses sozial angepasstes Rollenverhalten an den Tag zu legen..
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Verbundenheit2059 »

Ich halte von dem Satz "Du musst an Dir arbeiten" persönlich absolut gar nichts, denn das impliziert, dass Du nicht in Ordnung, falsch bist und nur durch "Arbeit bzw. Kampf" besser (angepasster, normgerechter) wirst, wobei auch kein direktes Ziel vorgegeben wird. Für das Unterbewusstsein bedeutet dies letztendlich eine Beschämung, verbunden mit Hilflosigkeit, Traurigkeit, Wut, Ohnmacht o.ä. Gefühlen und erzeugt Widerstand und Abwehr.

Doch eigentlich ist hier erstmal die Annahme und die Würdigung des Leids erforderlich, bevor Veränderungen eintreten können. Gerade wer schonmal eine depressive Episode hatte, weiß dass solche Sätze kontrainduziert sind und praktisch nichts bewirken, außer dass man sich noch schlechter fühlt.

Besser ist es von Zielen, Wünschen, Potenzialentfaltung o.ä zu sprechen. ("Was wünscht Du Dir?"... "Wie kann ich Dich dabei unterstützen?")
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben?
Grundsätzlich ja. Und du machst es ja auch schon.
Du veränderst dich ständig und gibst deinem Leben eine neue Richtung, probierst neue Wege.
Schlicht und einfach, weil du lebst und Leben Veränderung bedeutet.
Das klingt wie eine Binsenweisheit und ist auch eine.
Gleichzeitig gibt es aber auch Konstanten die dich sogar im Alter wiedererkennbar machen.
Die eigentliche Frage hierbei müsste sein, wie kann ich bewusster die Richtung bestimmen und bin ich hier Reiter oder das Pferdchen, dass durch die Manege getrieben wird.
Bei der Aufforderung, dass du dich verändern sollst, bist du ganz klar das Pferdchen.
knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57und was hilft mir dabei?
Ganz bestimmt nicht und das hast du richtig erkannt, Allgemeinplätze von Leuten die dich womöglich gar nicht kennen, sondern in dir nur den Prototypen eines Abs sehen und in deren Augen alle Abs gleich sind, alle dasselbe Problem und die selbe Ursache haben.
Was Abs schon alles unterstellt wurde und sie in den AB-Foren in die Defensive gedrängt wurden ist in den AB-Foren schon Legende. Zumindest für die Leute, die die vermeintlich guten Ratschläge kritisch sehen.
knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57ja dieser Tipp immer. Das bedingt ja irgendwie dass alle die glücklich in einer Beziehung gelandet sind, irgendwie vorher mächtig an sich gearbeitet haben um in diese zu gelangen und das ist einfach unrealistisch.
Richtig erkannt. Die Frage, warum ich bisher noch keine Partnerin gefunden habe und ob ich bei Frauen gut ankomme, sind zwei völlig unterschiedliche Fragen.
Die meisten (verpartnerten) Menschen in meinem Bekanntenkreis haben genausowenig Flirterfahrung wie ich.
Und zumindest haben bei mir ja auch drei Frauen angebissen. Nur hat es dann eben nicht für eine dauerhafte Beziehung gereicht. Und ehrlich gesagt, bin ich schon seit ca. 20-30 Jahren zu alt dafür eine Familie zu gründen.
(Ich hoffe das wird jetzt gegenüber den Hardcore-ABs nicht als Angeberei betrachtet.
Ich hatte halt mehr Glück als ihr.)

knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57Ja man kann partiell etwas an seinem Verhalten ändern dass man evt. interessanter auf Frauen wirkt....sein ganzes Wesen umkrempeln, dass man zu einem Frauenmagnet wird, funktioniert aber nun mal nicht.
Und wieder hast du mit allem Recht.
knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57Von daher ist das ein ziemlich sinnloser Tipp, auch wenn er gut gemeint ist.
Richtig. Der Tip muss für dich passen, also muss dich derjenige, der dir den Tip gibt, kennen. Natürlich kann man auch allgemeine Tips für jedermann geben, „Vergiss nicht Luft zu holen“ „Ab und zu muss man auch mal was essen“ „Wichtig ist auch gesunder Schlaf“ usw.
knopper hat geschrieben: ↑19.05.2024, 18:57Ich glaube das Beste ist schon authentisch zu bleiben und seinen Charakter nicht zu verleugnen oder groß zu verändern. Jeder Mensch hat eine gewisse Anziehung und positive Seiten.
Insbesondere der letzte Teil ist richtig. Jeder muss bei seinen Stärken ansetzen und sie so gut wie möglich für potentielle Partner -das gilt nicht nur in sexueller Hinsicht- wahrnehmbar machen.
Zu versuchen sich für andere zu verbiegen oder jemand anderes sein zu wollen kann nur schief gehen.
Tabeo hat geschrieben: ↑19.05.2024, 13:15 Von einigen heißt es dann immer: "Du musst an dir arbeiten." Aber was genau? Das ist ein inhaltsleerer Satz mit dem ich nichts anfangen kann.
Es werden dabei auch gerne mal die beleidigenden Unterstellungen übersehen, die solche blöden Ratschläge beinhalten.
Als hätte sich noch keiner, der sich hier im AB-Forum meldet, Gedanken darüber gemacht, wie er oder sie in diese Situation gekommen ist und nicht schon einiges in Selbsthilfe ausprobiert, um die Situation zu verändern.
Die Frage nach der Veränderung kann nur sein, welche konkreten nächsten Schritte kann ich unternehmen.
Verbundenheit2059 hat geschrieben: ↑30.05.2024, 14:45 Ich halte von dem Satz "Du musst an Dir arbeiten" persönlich absolut gar nichts, denn das impliziert, dass Du nicht in Ordnung, falsch bist und nur durch "Arbeit bzw. Kampf" besser (angepasster, normgerechter) wirst, wobei auch kein direktes Ziel vorgegeben wird. Für das Unterbewusstsein bedeutet dies letztendlich eine Beschämung, ....
Ich stimme dir in fast allem zu, außer, dass die Verletzung unterbewusst gesetzt wird.
Nur kann ich hier nicht etwa Bosheit unterstellen, sondern im Sinne Dietrich Bonhöfers „Dummheit“.
Man glaubt hilfreich zu sein, wenn man halbgare scheinpsychologische Halbwahrheiten nachplappert und merkt nicht dass man den Dorn nur noch tiefer treibt.
Ich wäre sehr dafür, dass man die Psychologie Profis überlässt, die irren sich schon oft genug,
Leute die zu viel „Full Metal Jacket“ gesehen haben oder einen der ca. 20000 Flirtratgeben die pro Jahr in Deutschland erscheinen gelesen hat und deshalb glauben, sie wären nun passende Coaches, sollte man auf ihren Platz verweisen (dürfen).
Übrigens. Ich komme aus Kassel, wo eben jene berühmte Psychologin Jana aus Kassel herkommt, die eben keine Psychologin war, sondern nur hier eine Heilpraktikerausbildung abgebrochen hat.
Scheint irgendwie in Trend zu sein, sich für einen Psychologen zu halten, wenn man dummes Zeugs redet und Hilfesuchende erst einmal in die Defensive drängt, damit sie sich rechtfertigen müssen.
Zuletzt geändert von Zuya Hiyaye am 31.05.2024, 17:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Ich bin ...: nur an Frauen interessiert.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von knopper »

Verbundenheit2059 hat geschrieben: ↑30.05.2024, 14:45 Ich halte von dem Satz "Du musst an Dir arbeiten" persönlich absolut gar nichts, denn das impliziert, dass Du nicht in Ordnung, falsch bist und nur durch "Arbeit bzw. Kampf" besser (angepasster, normgerechter) wirst, wobei auch kein direktes Ziel vorgegeben wird. Für das Unterbewusstsein bedeutet dies letztendlich eine Beschämung, verbunden mit Hilflosigkeit, Traurigkeit, Wut, Ohnmacht o.ä. Gefühlen und erzeugt Widerstand und Abwehr.
ja ganz genau. Daher habe ich auch mein ganzes Leben schon den Eindruck, dass irgendwas mit mir nicht stimmt bzw. es nur immer an mir liegt.
Das ist zum Teil vielleicht richtig, ja aber eben nicht nur. Ja und es erzeugt genau das im Unterbewusstsein, man hat ständig den Eindruck nicht so wirklich "dazuzugehören" und irgendwie ja gar nicht Teil dieser Gesellschaft zu sein, aber das entspricht ja nicht der Realität.

Levyn hat geschrieben: ↑21.05.2024, 19:24 Als Kinder waren wir alle authentisch, weil wir einfach einen F* darauf gegeben haben, was andere Leute über uns denken. Nicht weil wir uns das selbst gesagt haben, sondern weil wir einfach gemacht haben und nicht darüber nachdachten.

ja waren wir...und diese Unbeschwertheit und Lockerheit hätte ich manchmal gerne wieder zurück. Aber man steckt eben in seiner Haut fest, traut sich manche Dinge einfach nicht, macht es nicht weil "nee lass mal", oder man will einfach nicht negativ auffallen.

Ich habe manchmal aber schon die Sehnsucht nach voll im Mittelpunkt zu stehen und irgendwie der King zu sein, bei allen gut anzukommen, der Beste und einfach "gut" zu sein. Ist glaub ich etwas ziemlich menschliches....
Levyn hat geschrieben: ↑21.05.2024, 19:24

Hier fängt es ja schon an. Was ist "authentisch"? Authentisch bedeutet für mich, dass man sich wohl in seiner Haut fühlt und sich so gibt wie man eben ist, ohne zu stark auf die Meinung anderer zu geben. Es ist gar nicht so einfach sein authentisches Ich wieder zu finden, wenn man jahrzehntelang immer mit einer Maske herumgelaufen ist. Irgendwann glaubt man vielleicht authentisch zu sein, aber merkt nicht mal, dass man gerade eben nicht authentisch ist.
ja... nur woran merkt man wiederum ob man mit einer Maske rumgelaufen ist?
Also ja ich verhalte mich ganz allein bzw. "zu Hause" schon anders als Gegenüber von Frauen oder allgemein in der Öffentlichkeit, ab er ist das schon eine Maske?
Generell bin ich ja immer noch ich. Man schlüpft bloß in einer andere Rolle und zwar in die "öffentliche". Ist ein Stück weit wohl recht normal.
Levyn hat geschrieben: ↑21.05.2024, 19:24 In jeder Handlung, mag sie noch so klein sein (Bsp.: Einer attraktiven Frau Recht geben, weil ein gutes Bild in ihren Augen abgeben möchte), sollte man sich hinterfragen, ob man sich vor einem sehr vertrauten Menschen so verhalten hätte. Meist ist es doch so, dass man sich mehr oder weniger irgendwie anpassen möchte. Man möchte irgendwo gut ankommen und das ist bei dem einen ausgeprägter als bei dem anderen. Bei Menschen, die ich als authentisch beschreiben würde, ist das Bedürfnis "gut anzukommen" weniger ausgeprägt. Sie sind wahrscheinlich genau so enttäuscht, wenn Menschen von denen sie etwas wollen sie nicht so annehmen wie sie sind, aber ihnen scheint es wichtiger, dass diese Menschen ihr wahres Ich zu akzeptieren als irgendeine Fassade, die sie spielen könnten. Da fühlen sie sich dann einfach unwohl, weil sie nicht so sein können wie sie sind.
ja natürlich möchte man gut ankommen, und der Frau die man sehr mag vielleicht nicht gleich voll kontra geben.
Kann in manchen Situationen aber auch negativ sein, gebe ich zu.
Ist bei mir vielleicht auch etwas zu stark ausgeprägt, dieses allen recht machen... ganz einfach weil ich keinen Ärger und meine Ruhe will.

Ich kenne solche Situationen nur zu gut von der Arbeit und in einem Fall hatte das auch mal arbeitsrechtliche Konsequenzen, einfach nur weil ich anderer Meinung war und im vollem Streit mit jemandem lag, …von daher ist mit allen gut stellen und keinen Streit provozieren eigentlich nicht so falsch.

Levyn hat geschrieben: ↑21.05.2024, 19:24 "Besser" hört sich so an als wenn man stets in einem Wettkampf mit anderen Männern ist. Genau diese Gedanken sorgen doch dafür, dass man nicht authentisch sein kann. Ich bin der Meinung, dass man vor allem koexistieren kann. Man ist ein Individuum mit Qualitäten, genau wie jedes andere auch. Es gibt Bereiche in denen man selbst gut ist und in denen andere nicht so gut sind. Gleiches gilt dann auch für andere. Man sollte nur lernen es auch entsprechend kommunizieren zu können.
In so einem Wettkampf sehe ich mich leider sehr oft bzw. kann es nicht ertragen dass es jemanden gibt der in bestimmten Dingen besser ist als ich. natürlich weiß ich dass ich bestimmte Dinge nie erreichen kann...aber wenigstens "mithalten" ist so eine Sache wo ich doch nach strebe. Ist einfach so.
Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑31.05.2024, 17:30 Grundsätzlich ja. Und du machst es ja auch schon.
Du veränderst dich ständig und gibst deinem Leben eine neue Richtung, probierst neue Wege.
Schlicht und einfach, weil du lebst und Leben Veränderung bedeutet.
Das klingt wie eine Binsenweisheit und ist auch eine.
naja... weniger würde ich sagen bzw. nur sehr schwach ausgeprägt.
Ich bin zum Teil auch einfach ein großer Gewohnheitsmensch und Veränderungen stressen mich. Von daher immer nur kleine bzw. sehr kleine Schritte.
Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑31.05.2024, 17:30 Was Abs schon alles unterstellt wurde und sie in den AB-Foren in die Defensive gedrängt wurden ist in den AB-Foren schon Legende. Zumindest für die Leute, die die vermeintlich guten Ratschläge kritisch sehen.
stimmt allerdings. :)
Bzw. zum Teil sogar der Incel-Szene zugerechnet nach dem Motto "ist ja eh alles das Gleiche". :D
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Kolinatan »

knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 nur woran merkt man wiederum ob man mit einer Maske rumgelaufen ist?
Es ist ganz leicht zu erkennen. Du bist mit einer Maske unterwegs, wenn Du meinst eine Erwartung zu erfüllen, Du meinst Du selbst zu sein oder Dich in irgendeiner Form so verhältst wie Du es von Dir gewohnt bist oder wenn Du versuchst Dich - für Deine Maßstäbe - ungewöhnlich zu verhalten. Immer wenn Du Dich mit etwas identifizierst trägst Du eine Maske.

Was ich in Deinen Beiträgen immer wieder lese, ist Deine Identifikation mit Deiner Vorstellung von dem was Du seist und Deiner Vergangenheit, in welcher Dinge nicht passiert sind und daher auch in Zukunft (für Dich) unmöglich seien. Letztlich hoffst Du, dass Deine Glaubenssätze von alleine verschwinden und Du derjenige wirst, denn Du Dir für Dich selbst nicht vorstellen kannst. Du beschreibst zwar, dass Du bereits die Rückmeldung bekommen hast, dass von Dir nicht erwartet wurde, dass Du AB bist. Trotzdem identifizierst Du Dich weiterhin mit dieser Vergangenheit. Du ziehst nicht die Schlussfolgerung daraus, dass man einem Menschen sein AB-Sein nicht ansieht und es auch keine Relevanz hat, sobald es ein AB schafft diese Vorstellung von sich selbst abzulegen und aufhört sich so zu verhalten, wie er meint, dass es zu ihm als AB gehören würde.

Vor allem AB sehen in anderen potenzielle AB, weil es ihnen vertraut ist. Viele Menschen kämen gar nicht auf die Idee, dass es so etwas geben könnte. In der Hinsicht ist es letztlich von Vorteil, wenn den meisten Menschen gar nicht bekannt wird, dass es AB gibt. Viele Menschen sind nicht in der Lage sich vorzustellen, wie verschieden der Mensch vor ihnen ist, im Vergleich zu ihnen selbst. Sie interpretieren das Verhalten ihres Gegenüber, anhand dessen, was ihnen aus ihrem eigenen Leben vertraut ist, alles andere bleibt ihnen zumeist fremd.

Ich finde es immer wieder interessant zu erleben, wie schwer sich Menschen damit tun eine klare Vorstellung von mir zu bekommen. Ja, es war mal eine Identifikation von mir mysteriös und geheimnisvoll zu wirken. Ein funktionierender Schutzmechanismus, um Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Heute zeige ich mich ganz offen und verstecke auch nichts von mir, sondern wähle aus dem Moment heraus aus, welcher Aspekt meines Seins mit grade wichtig ist, um ihn mit anderen zu teilen. Trotzdem bleibt es für viele Menschen schwer sich vorzustellen, was es bedeutet ich zu sein, denn es fällt ihnen schwer meine Haltung nachzuvollziehen, weil sie zu weit außerhalb ihres Erfahrungsraumes liegt. Auch diese Vorstellung ist wiederum eine Geschichte, die ich mir erzählen kann, wenn es mir wichtig ist zu betonen, wie unfassbar ich sei. Wer hat auch alles bei "Ich bin ..." unfassbar ausgewählt und identifiziert Ihr Euch damit oder könnt Ihr damit spielen?
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Außenseiter »

Gute Frage. Es ist mehr eine Zuschreibung von anderen, die ich wertfrei sehe. Wenn ich anderen erzähle wer "ich bin" und was ich mache, sehe ich meistens schon Überraschung und ungläubige Gesichter nach dem Motto: "Wie? Du doch nicht? Was machst du dann hier? Das kann doch gar nicht sein!" Die meisten haben dann halt ein Idealbild im Kopf wie so jemand auszusehen und was er zu tun hat, wenn er ich wäre und können mich da nicht reinbasteln. Wenn sie mich dann etwas besser kennen verschwindet aber diese anfängliche Überraschung und ich werde häufig mehr zum Meme, damit andere mit mir umgehen können. Ob das gut oder schlecht ist, interessiert mich eigentlich nicht, objektiv vermutlich schlecht (für mich).
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Verbundenheit2059 »

Kolinatan hat geschrieben: ↑02.06.2024, 11:28
knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 nur woran merkt man wiederum ob man mit einer Maske rumgelaufen ist?
Es ist ganz leicht zu erkennen. Du bist mit einer Maske unterwegs, wenn Du meinst eine Erwartung zu erfüllen, Du meinst Du selbst zu sein oder Dich in irgendeiner Form so verhältst wie Du es von Dir gewohnt bist oder wenn Du versuchst Dich - für Deine Maßstäbe - ungewöhnlich zu verhalten. Immer wenn Du Dich mit etwas identifizierst trägst Du eine Maske.
Hm, ich denke so einfach ist es nicht. Denn wir Menschen sind in erster Linie "Gewohnstiere" (Verschafft Sicherheit, spart Energie fürs Gehirn) und wir identifizieren uns auch immer über unsere Vergangenheit, und damit meine ich nicht nur die dysfunktionalen Verhaltensweisen sondern auch die positiven. Im Sinne dessen führen wir tagtäglich eine Regression durch. Jeder der auf Toilette geht, wiederholt die gleichen Verhaltensweisen die er mit 2-3 Jahren erlernt hat. Ohne eine Vergangenheit wären wir "nichts, verloren". Auch wenn wir neue Verhaltensweisen, neue Glaubenssätze, neue Werte lernen, sind sie zwar erstmal "Neu", aber irgendwann werden auch sie zur Gewohnheit und damit identifizieren wir uns auch damit.

Eine Erwartung zu erfüllen tun wir ständig, ob bewusst oder unbewusst, ob das innere oder äußere Erwartungen sind, das gehört zum menschlichen Dasein dazu. Zum Beispiel an der Arbeit "erwarte" ich, dass ich mich auf meine Kollegen verlassen kann, mein Chef mich bezahlt etc. Ich "erwarte" auch, dass ich im Supermarkt mir Nahrung kaufen kann. Auf der anderen Seite gibt es auch Werte, Glaubenssätze, Bedürfnisse die mit Erwartungen einhergehen. Und ich erwarte z.B. das ich zuverlässig bin, d.h. "Man kann sich auf mich verlassen."
Wer sich z.B. den Glaubenssatz "Beziehungen sind schädlich", "In Beziehungen wird man abgewertet", "Beziehungen sind nahrhaft und förderlich", "In Beziehungen wird man gesehen und gefördert" hat, für den ist dies eine innere Realität, die nach außen gespiegelt wird, also hier wäre dies auch eine Erwartung im dysfunktionalen bzw. positiven Sinne. Die o.g. Glaubenssätze entstehen in den ersten 2 Lebensjahren (Mutter/Kind Bindung) und werden als ich-synton (zu sich gehörig) wahrgenommen, d.h. sie sind integraler Bestandteil der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Realität und des eigenen Verhaltens. Daraus können soziale Ängste entstehen z.B. "Beziehungen sind gefährlich" => Angst vor Nähe => Vermeidung von Nähe, "Beziehungen sind unsicher" => Angst vor Ablehnung => Vermeidung von Beziehungen.

Ich denke es wäre besser zu verstehen, dass wir alle mit Masken rumlaufen und auch Rollen erfüllen (Kind, Kollege, Freund, Vater, Mutter, Erwachsener, Hausfrau, Therapeut, Klient etc.).

Ich kann nur von mir sprechen, dass ich gar nicht weiß "Wer ich bin". Meine Vergangenheit sah so aus, dass ich frühzeitig gelernt habe mich auf andere Menschen zu fokussieren und deren Erwartungen (Eltern) zu erfüllen, einhergehend mit Überanpassung, Bedürfnisunterdrückung etc. Das war für mich damals eine absolut überlebensnotwendige Strategie, welche ich über Jahrzente beibehalten habe. Daraus versuche ich mich weiterzuentwickeln (z.B. Ich habe das Bedürfnis..., Ich wünsche...,) dadurch verhalte ich mich "ungewöhnlich" und bin "selbstbewusster", kann besser zu mir selbst stehen.
Das was ich voller Demut erkenne, ist das es immer ein Prozess ist. Manche Verhaltensweisen kann ich schnell ändern, andere brauchen länger und manchmal rutsche ich auch wieder in alte Verhaltensweisen zurück.
knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 ja waren wir...und diese Unbeschwertheit und Lockerheit hätte ich manchmal gerne wieder zurück. Aber man steckt eben in seiner Haut fest, traut sich manche Dinge einfach nicht, macht es nicht weil "nee lass mal", oder man will einfach nicht negativ auffallen.

Ich habe manchmal aber schon die Sehnsucht nach voll im Mittelpunkt zu stehen und irgendwie der King zu sein, bei allen gut anzukommen, der Beste und einfach "gut" zu sein. Ist glaub ich etwas ziemlich menschliches....
Die Frage "Mit welcher Maske laufe ich rum?" ist nicht zielführend. Die Frage "Warum möchte ich nicht negativ auffallen?", "Warum traue ich mich nicht die Wahrheit zu sagen?", "Welches Bedürfnis steckt hinter der Sehnsucht im Mittelpunkt zu stehen?"
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19
Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑31.05.2024, 17:30
naja... weniger würde ich sagen bzw. nur sehr schwach ausgeprägt.
Ich bin zum Teil auch einfach ein großer Gewohnheitsmensch und Veränderungen stressen mich. Von daher immer nur kleine bzw. sehr kleine Schritte.
Gut, über das Tempo habe ich ja keine Aussage getroffen.
Deswegen gibt es ja den pädagogischen Rat, für Eltern, denen die Veränderungen ihrer Sprößlinge nicht schnell genug gehen, ihre Kinder großzuziehen.
Möglicherweise schwebt ja den Ratgebenden in Sachen AB etwas ähnliches vor.
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Re: Kann ich mich verändern und zugleich ich selbst bleiben und was hilft mir dabei?

Beitrag von Levyn »

knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 Ich habe manchmal aber schon die Sehnsucht nach voll im Mittelpunkt zu stehen und irgendwie der King zu sein, bei allen gut anzukommen, der Beste und einfach "gut" zu sein. Ist glaub ich etwas ziemlich menschliches....
Dahinter steckt doch auch etwas. Warum hast du die Sehnsucht im Mittelpunkt stehen und der King sein zu wollen?
Hast du das Gefühl, dass du in Wirklichkeit ein ganz anderer Mensch hättest sein können?
knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 ja... nur woran merkt man wiederum ob man mit einer Maske rumgelaufen ist?
Also ja ich verhalte mich ganz allein bzw. "zu Hause" schon anders als Gegenüber von Frauen oder allgemein in der Öffentlichkeit, ab er ist das schon eine Maske?
Generell bin ich ja immer noch ich. Man schlüpft bloß in einer andere Rolle und zwar in die "öffentliche". Ist ein Stück weit wohl recht normal.
Naja, sobald du eben in eine Rolle schlüpfst, die versucht die Erwartungen von anderen Menschen zu erfüllen, schlüpfst du in eine Rolle, die dich nicht mehr authentisch macht.
knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 ja natürlich möchte man gut ankommen, und der Frau die man sehr mag vielleicht nicht gleich voll kontra geben.
Kann in manchen Situationen aber auch negativ sein, gebe ich zu.
Ist bei mir vielleicht auch etwas zu stark ausgeprägt, dieses allen recht machen... ganz einfach weil ich keinen Ärger und meine Ruhe will.

Ich kenne solche Situationen nur zu gut von der Arbeit und in einem Fall hatte das auch mal arbeitsrechtliche Konsequenzen, einfach nur weil ich anderer Meinung war und im vollem Streit mit jemandem lag, …von daher ist mit allen gut stellen und keinen Streit provozieren eigentlich nicht so falsch.
Gibt ja nicht nur die Extreme. Man muss ja nicht einer Person "voll kontra" geben, wenn man mit ihr eine positive Kommunikation haben möchte. Das macht man nur, wenn man die Person nicht leiden kann und auch kein weiteres Interesse an Kommunikation mit ihr hat. Als authentischer Mensch würdest du deine Gedanken trotzdem nach Außen tragen, aber eben in einer Weise, die nicht konfrontativ ist.
Ob es wirklich daran lag, dass du anderer Meinung warst, wissen wir natürlich nicht.
knopper hat geschrieben: ↑01.06.2024, 17:19 In so einem Wettkampf sehe ich mich leider sehr oft bzw. kann es nicht ertragen dass es jemanden gibt der in bestimmten Dingen besser ist als ich. natürlich weiß ich dass ich bestimmte Dinge nie erreichen kann...aber wenigstens "mithalten" ist so eine Sache wo ich doch nach strebe. Ist einfach so.
Du scheinst dir selbst nicht sicher zu sein, was du überhaupt möchtest. Auf der einen Seite sagst du, dass du dem Wettkampf wenig Beachtung schenken willst, weil du nur so bist wie du bist, aber auf der anderen Seite vertrittst du die Ansicht, dass du doch immer kämpfen solltest, um das beste aus dir heraus zu holen.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 03.06.2024, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitatzuordnung korrigiert.

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