Nun, das wir zwei hinsichtlich Gott, Kirche und Religion nicht übereinstimmen, dürfte klar sein und ist aber auch nicht weiter tragisch. Glaube bzw. Nichtglaube ist nun mal eine zutiefst persönliche Angelegenheit.
Ein paar Anmerkungen zum Schluss möchte ich dennoch gerne loswerden:
ManuAB hat geschrieben: ↑17.07.2024, 15:03Du denkst zu sehr an Dogmen die später von der Kirche erlassen wurden.
Mir geht es um das was Gott uns über Jesus mitgeteilt hat.
Woher beziehst du denn deine Informationen was Gott uns über –aber auch durch- Jesus mitgeteilt hat?
Da ich nicht davon ausgehe, dass du einen direkten Draht zu Gott hast, in dem er dir konkrete Mitteilungen übermittelt hat*, dürftest du diese Informationen aus der Bibel –insbesondere aus dem Neuen Testament- beziehen. Die Kirche als Organisation nimmt die Bibel in ihrer Gesamtheit als Grundlage zur Ausgestaltung der Religion und dazu gibt sie den Gläubigen ihre Interpretationen und damit auch ihre Dogmatik an die Hand.
Solltest du jedoch eher ein Anhänger des
Urchristentum sein, so bist du auch hier an uralte Überlieferungen gebunden, die irgendwelchen durch Menschen erfolgte Interpretationen unterliegen. Du kannst eben nur darauf vertrauen –also glauben-, dass dies tatsächlich das ist was Gott wollte.
Also egal ob urchristlich oder neutestamentarisch, religiöser Glaube begründet sich immer auf menschliche Auslegungen göttlichen Wirkens. Was du also glaubst zu wissen, dass Gott uns über Jesus mitgeteilt hat, ist somit jenes was die Kirche dir gefiltert übermittelt hat. Insofern denkst auch du in Dogmen.
*Ansonsten dürften wir dich dann wohl zukünftig als einen neuen Propheten bezeichnen.
ManuAB hat geschrieben: ↑17.07.2024, 15:03Ich finde, dass wir mit unserer heutigen Vorstellung von Sexualität noch weiter zurück gehen und zwar zu den Höhlenmenschen (nicht ganz, aber doch nah genug). Wir gehen immer mehr in Richtung einer Trieb-Gesellschaft. Das Ausleben der Triebe steht an immer höherer Stelle.
Ich bin jetzt wahrlich kein Verhaltens- oder Evolutionsbiologe. Wenn ich jedoch etwas aus dem Biologieunterricht mitgenommen habe, dann, dass unsere Ur-Ur-Ur-Urahnen gerade zu der Inbegriff einer Triebgesellschaft waren. In den verschiedenen menschlichen Entwicklungsphasen bis schließlich hin zum homo sapiens, war das menschliche Leben triebgesteuert und absolut essenziell. Neben dem Selbsterhaltungstrieb (= essen, trinken, sicherer Rückzugsort, usw.) war auch der Arterhaltungstrieb (= Fortpflanzung) zunächst die ausschließlichen Lebensinhalte. Und bei aller Zivilisation die der Mensch seither erfahren hat, sind dies immer noch die beiden Primärtriebe, die den Fortbestand unserer Art sichern.
Du jedoch piekst dir lediglich den Aspekt des Sexualtriebes heraus und reduzierst die heutige Gesellschaft darauf. Wobei ich eher davon ausgehe, dass dir nicht unbedingt der Sexualtrieb als solches bitter aufstößt. Sonst würdest du wohl kaum dies schreiben:
ManuAB hat geschrieben: ↑17.07.2024, 15:03 Ich will wieder weg davon. Sex wieder als das sehen was es ist. Ein Geschenk von Gott um zwei Menschen zu Vereinen und damit der Mensch sich fortpflanzen kann.
Sondern vielmehr die Erfüllung des Lustprinzips, bei dem der Sex eben nicht vorrangig der Fortpflanzung gilt, sondern diese nur als mögliche Konsequenz betrachtet. Und weil Sex beim Lustprinzip nicht vorrangig der Fortpflanzung eines Paares gilt, ist dieser eben weder zeitlich noch exklusiv auf eine Person beschränkt (á la: Bis das der Tod uns scheidet!)
Ich denke, ich verstehe worauf du hinaus möchtest. Nämlich das Sex der ultimative Höhepunkt einer partnerschaftlichen 2er- Beziehung ist, den diese je erfahren kann. Daher soll Sex auch nur Bestandteil einer Ehe und dieser vorbehalten sein.
Der Lustgewinn liegt hier dann wohl eher in der Tatsache, dass man gottgefällig lebt und liebt und nur nachrangig in der Erfüllung seiner eigenen körperlichen Befriedigung.
Das Problem ist nur, dass es eben Menschen wie mich gibt, die deine Art des Glaubens und religiösen Empfindens nicht teilen. Von daher betrachte ich Sex nicht als Gottes Geschenk, sondern als ein Geschenk der Natur, welches auch die Möglichkeit beinhaltet sich fortzupflanzen. Nur bis dahin, ist Sex eben auch eine Verhaltensweise zweier Menschen um ihre Gefühle für einander (Liebe? Lust?) körperlich einen Ausdruck zu verleihen. Enthaltsamkeit –oder im Hinblick auf den religiösen Hintergrund dann wohl eher Keuschheit- bis zur Ehe, wäre dann nur eine Art der Selbstkasteiung. Ich fürchte nur, dafür bin ich zur sehr Hedonistin.
Hast du eigentlich schon einmal daran gedacht dich einer Keuschheitsbewegung anzuschließen? Dort würdest du auf Menschen treffen, die die gleichen Ansichten wie du haben. Auch dürfte hier der Mangel an sexueller Erfahrung keinen Makel darstellen, sondern eher das Gegenteil. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit dort eine Frau zu finden, die wie du empfindet, ungleich höher, als außerhalb einer solchen Bewegung.