Levyn hat geschrieben: ↑10.12.2024, 18:18
schrulligeWölfin hat geschrieben: ↑09.12.2024, 20:04
Mich triggert gerade, dass Frauen es so einfach hätten, quasi freie Bahn, und sie wären deswegen glücklicher als jeder männliche AB.
Das wurde jetzt hier noch nicht gesagt. Lediglich im Bezug auf Sex haben sie das möglicherweise, aber hier redet ja niemand davon, ob es sie auch glücklich oder wenigstens zufrieden macht.
Na eben doch - du erwähnst doch selbst das Wort "möglicherweise" und ich verstehe nicht, woher diese Eifersucht darauf kommt. Es ändert ja auch nicht die Situation eines ABs. Ganz davon abgesehen, dass Frauen meist ihr Leben damit verbringen, den Männern zu gefallen (zumindest habe ich den Eindruck, dass es in vielen Fällen so ist.).
Levyn hat geschrieben: ↑10.12.2024, 18:18
Naja, sie leiden dann aber aufgrund ihrer eigenen Entscheidung. Niemand zwingt sie dazu. Diese Logik habe ich aber sowieso nie verstanden. Mann hat kein Bock darauf und Frau auch nicht -> Mann findet Kompromiss zu finden -> Frau mag Kompromiss nicht und macht es stattdessen lieber alleine -> Frau regt sich darüber auf, dass Mann es nicht so machen würde Frau es sich vorstellt -> Frau sagt, dass sie gezwungen ist alles alleine zu machen.
Hää?!
Und vor einigen vielen Jahrzehnten war das vielleicht so, aber was hat das mit der heutigen Zeit zu tun? Was haben die Frauen heutzutage mit Frauen aus 1950 zu tun? Die haben doch gar keine Berührungspunkte.
Weil tatsächlich keine Logik hinter dieser toxischen Dynamik dahintersteht, sondern Psychologie. Und es hat wenig mit Kompromiss zu tun, wenn es um toxische Beziehungen geht. Auf beiden Seiten spielen Ängste und Kontrolle eine tragende Rolle. So einfach wie du es es zusammenfasst, ist es halt nicht.
Mit der heutigen Zeit hat es deswegen zu tun, weil Mütter natürlich das wiedergeben, was ihnen ihre Mütter beigebracht haben und wenn die beste Strategie war, sich einen Mann zu angeln, dann ist es doch nur logisch, dass den Mädchen weiterhin das Märchen von Prinzessinnen und Prinzen erzählt wird und darauf geachtet wird, dass sie äußerlich auf eine bestimmte Weise aussehen. Was jetzt nicht heißt, dass ich dafür bin, dass es so weiter geht, wie mir bereits unterstellt wurde

.
Und dass frühere Bilder auch heutzutage noch eine Rolle spielen, sollten männliche ABs doch wissen. Viele sagen doch, dass es ihnen auf den Zeiger geht, dass sie weiter dieses Bild des aktiven Mannes abgeben müssen, der auf die Frauen zugehen muss und nicht andersrum - quasi den Prinzen spielen müssen, der die Prinzessin rettet. Das ist doch nichts anderes als ein Bild von der Vergangenheit: Der Mann ist derjenige, der der aktive Part sein muss, damit eine Beziehung zustande kommt (was natürlich völliger Schwachsinn ist. Nicht jeder Mann ist extrovertiert, so wenig wie nicht jede Frau introvertiert ist).
Wir verinnerlichen halt alle die Bilder aus unserer Kindheit - sei es unbewusst oder bewusst.
Vogel hat geschrieben: ↑11.12.2024, 09:18
Das sie aber deutlich ärmer waren als verheiratete Frauen, sozial und gesellschaftlich deutlich schlechter gestellt waren, ist angesichts der damaligen Vorstellungen eine Binse.
Gut, gehen wir davon aus - wie sind denn dann die Frauen zu Vermögen gekommen, die keinen Ehemann hatten und keine Familie, die sie unterstützen? Jobs durften sie ja offiziell keine haben - außer der Ehemann genehmigte es oder es war eine der sozialen Arbeiten, weil "die Frau ja von mütterlicher Natur ist" und die schlecht bezahlt wurden soweit ich weiß.
Vogel hat geschrieben: ↑11.12.2024, 09:18
Uneheliche Kinder kamen in Schweden oft ins Waisenhaus - das wollte Lindgren nicht, gab also ihr Kind zu einer Pflegefamilie - das kostete. Das war lange bevor Schweden ein Sozialstaat wurde - was ein weiterer wichtiger Grund war: Kindergeld, Elterngeld, etc. gab es überhaupt nicht. Von ihr auf die Gesamtheit aller in Deutschland zu schliessen ist unredlich.
Aber danach hat sie doch das Kind zu sich genommen, weil die Pflegemutter krank geworden ist. Danach musste sie selbst schauen, wie sie sich und ihr Kind durchbekam.
Ich wollte mit ihr nur aufzeigen, dass es Frauen schwer hatten damals und sie mir gerade spontan eingefallen ist. Dabei ging es mir dann eher um die westliche Frau und nicht unbedingt um die Deutsche. Es gibt da ganz sicher noch andere Beispiele - ich fürchte sogar viele.
Vogel hat geschrieben: ↑11.12.2024, 09:18
Du bringst einige Dinge etwas durcheinander, oder vergisst den Kontext.
Tja, das kann ich nur zurückgeben. Du hast doch selbst die anekdotischen Beispiele deiner Mutter und deiner Oma gebracht - beider verheiratete Frauen, obwohl ich mich von Anfang auf alleinstehende Frauen bezog.
Vogel hat geschrieben: ↑11.12.2024, 09:18
Was mich auch nicht verwundert. Frauen wurden Jahrhunderte lang unterdrückt - um leben zu können, brauchten sie diesen Ehemann. Das wird in der Erziehung natürlich weitergegeben. Schließlich wollen die Mütter meistens, dass ihre Töchter überleben. Natürlich werden da altbewerte Überlebensmaßnahmen weitergegeben. Das ist doch auch der Grund, warum Frauen diesen idealen, schlanken Körpern nachjagen: Um den Männer zu gefallen.
Und es ist schon seltsam aus meiner Sicht, wenn man jetzt von Frauen von heute auf morgen verlangt, wir sollen uns doch bitte alle Selbstbewusst und unabhängig verhalten, wenn unser Überleben von der Ehe abhing.
"Das haben wir schon immer so gemacht, da könnte ja jeder kommen,..."
Mit Deiner Argumentation könnten Männer auch völlig legitim begründen ihre eheliche Frauen zu vergewaltigen - war ja bis in die 90er ja erlaubt.
Bist Du sicher, dass Du so argumentieren willst?
Mitnichten. Ich sagte nur, dass es seltsam ist, dass von heute auf morgen zu verlangen. NICHT, dass wir so weiter machen sollen. Es wäre mir sehr lieb, wenn wir das ändern könnten, aber Veränderung braucht leider Zeit - auch wenn ich es sehr gerne anders hätte. Und leider vergwaltigt so mancher Mann immer noch eine Frau und kommt auch in Deutschland noch damit durch. Ich erinnere mich noch ganz gut an dieses eine Urteil, wo der Richter meinte: "Ach, das hat ja nur 11 Minuten gedauert, dann ist es ja keine Vergewaltigung." -.-. Wir mögen verstanden haben, dass so etwas nicht okay ist, aber bei der Umsetzung hapert es.
Vogel hat geschrieben: ↑11.12.2024, 09:18
Wo stand da was von Eifersucht?
Deine Einlassungen passen nicht, und bilden alles auch nur unterkomplex ab. Ich werde immer kritisch, wenn ich solche Argumente wie von Dir lese wenn es um Attraktivität, Rollenbilder und -verhalten in Bezug auf ABTum lese. Entweder ist mal der Feminismus bzw. Frauen schuld, das ABs keine Frauen bekämen; mal sind Männer schuld, dass die heutige Situation für Frauen so schlimm sei.
Siehe:
schrulligeWölfin hat geschrieben: ↑09.12.2024, 20:04
Mich triggert gerade, dass Frauen es so einfach hätten, quasi freie Bahn, und sie wären deswegen glücklicher als jeder männliche AB. Also wenn ich daran denke, wie sehr Frauen leiden, weil sie sich immer an ihren Partner anpassen (aus kulturellen Gründen, weil hey, vor ein paar Jahrzehnten hing das Überleben einer Frau tatsächlich davon ab, ob sie verheiratet war oder nicht) und manche dafür sogar ihr Selbst aufopfern, fehlt mir das Verständnis für diese Eifersucht.
letzter Satz, da steht was von Eifersucht.
Dass meine Einlassungen für dich nicht passen könnte auch daran liegen, dass du davon ausgehst, ich meinte, es wäre bei allen so. Tue ich aber tatsächlich nicht. Ich gehe von meinen Beobachtungen von den meisten Leuten aus.
Was die Schuldfrage des AB-Status angeht, ist das deine Interpretation meines Textes. Die habe ich nämlich nie gestellt. Ich denke nicht, dass irgendjemand an seinem AB-Status, egal ob Frau, Mann oder divers, daran Schuld ist. Es gab alte Jungfern schon immer und für mich ist es auch irgendwo logisch. Die Natur hat Verhütungsmittel bestimmt nicht bedacht und sie hat halt keine unendlichen Ressourcen. Zumindest erkläre ich es mir so, deswegen würde ich auch keinem raten, sich irgendwie zu verbiegen, um hoffentlich an Sex oder eine Beziehung zu kommen. Im schlimmsten Fall kommt man da in Teufelsküche und wird unglücklich.
Was die Männerschuld über das Leid der Frauen angeht, so ist das wieder ein ganz anderes Thema und das wollte ich auch nicht eröffnen.
Es ging mir tatsächlich nur um die Eifersucht: "Frauen haben es einfacher, wenn sie Sex wollen." Ich kann mir da schon vorstellen, dass diese erzogene Angepasstheit der Frau eine Rolle spielt und weil aus meiner Sicht, die Frau in der Vergangenheit an ein gutes Vermögen nur durch Heirat rankam.
Wobei, wie ich auch schon ganz oben im Kommentar erwähnt habe, dass diese Perspektive den AB-Status nicht verbessern wird.
Viele Grüße,
schrulligeWölfin