Sina85 hat geschrieben: ↑24.01.2026, 12:11
Habe mir das mal mit Behinderung und psychische diagnosen durchgelesen. Bin selbst noch nicht in einer Beziehung gewesen, eben weil niemand mit Behinderung und psychische diagnosen klarkommen wollte bzw nicht akzeptieren konnte.
Ich kann mir das irgendwie kaum vorstellen, dass so viele nicht mit psychischen Erkrankungen klarkommen. In meiner Bubble haben die Leute oft eigene Probleme, sind Angehörige oder haben viel Verständnis und kein Problem damit, wenn andere Menschen betroffen sind. Kommt ja auch immer darauf an, was, welche Form, wie stark ausgeprägt etc. Viele (nicht alle) Menschen, die vorgeben, keine Probleme zu haben, haben dann doch Probleme, nur halt keine Diagnosen und machen auch keine Therapie, sind in dem Fall oft eher unreflektiert und können Gefühle auch nicht richtig kommunizieren. Das finde ich viel problematischer als Menschen, die sich ihrer Baustellen bewusst sind (und ggf. daran arbeiten).
Mit jemandem, dem es viel schlechter als mir geht, könnte ich wohl auch keine Beziehung führen, weil es mich mit runterziehen könnte oder ich Angst hätte, dass die Person von mir abhängig wird. Andersherum genauso schlecht, weil ich nicht derjenige sein möchte, der jemanden potenziell runterzieht, Arbeit macht und sich abhängig fühlt. Das sollte schon ungefähr ein gleiches Level haben oder man muss wirklich gut in Kommunikation und sich des Risikos bewusst sein, damit so kein asymmetrisches Verhältnis entsteht. Kommt aber auch auf die Probleme an. Bei Depressionen sehe ich das Risiko, dass die mich mit runterziehen, weil ich selber (rezidivierende) Depressionen habe. Bei einer sozialen Phobie hingegen sehe ich das Risiko nicht, obwohl ich selbst eine habe - ganz gleich, wer von uns beiden dann die schlimmere Variante hat. Andere Phobien würde ich überhaupt nicht als Hindernis sehen, hab selber keine weiteren, aber wenn meine Beziehungsperson da noch was haben sollte, dann würde ich da unterstützen - muss dann nur aufpassen, dass ich nicht zum Therapeuten werde.
Bei Behinderungen kommt es auch drauf an, welchen Einfluss das dann auch auf mich als Partner hat. Aber so auf Anhieb fällt mir da gerade nichts ein, was ich kategorisch ausschließen würde.
Sina85 hat geschrieben: ↑24.01.2026, 12:11
Dazu kommt noch wenn man nicht hetero ist sondern zur lgbt community gehört, dass es noch schwerer macht. Gibt es hier eigentlich welche die auch lgbt sind?
Ja, hier. Ich decke B und T ab. Meiner Erfahrung nach ist das Verständnis für psychische Probleme in der Community größer, auch weil viele wegen familiärer Probleme, Angriffe durchs Umfeld, Mobbingerfahrungen und langjährig unterdrückter Sexualität/Identität selbst so ihre Laster haben.
Um am Ende noch die Eingangsfrage zu beantworten: Ich war als Teenager mal sehr verbittert, aber seitdem nicht mehr und ich habe auch nicht den Eindruck, verbittert zu werden. Ich bin zwar nicht glücklich und auch nicht zufrieden, aber keinesfalls verbittert und sehe da aktuell auch nicht die Gefahr, verbittert zu werden. Eher bin ich hoffnungsvoll, dass ich glücklicher und zufriedener werde.