Werdet ihr auch immer verbitterter?

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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Deja-vu »

HiddenDepths hat geschrieben: ↑22.01.2026, 01:44 Zudem wünsche ich mir eine Partnerin, die einfach gern mit mir zusammen ist. Ein verbitterter Eindruck wäre dafür denke ich eher hinderlich, da sich Niemand in meiner Nähe wirklich wohlfühlen würde. Umgekehrt würde ich auch keine z.B. depressive Partnerin haben wollen.
Nicht aus Mangel an Verständnis - sondern weil ich weiss wie es sich anfühlt und weiss, dass es ein sehr schwieriger Prozess ist - aus dem manche niemals mehr herauskommen.
Verbitterung kann abnehmen oder gar ganz aufhören, wenn man wieder positive Erfahrungen macht. Wenn man Menschen um sich hat, die einen akzeptieren und wertschätzen.

Depression hingegen ist eine Erkrankung, die prinzipiell jeden treffen kann und für die niemand etwas kann. Das bedeutet nicht, dass man nicht lachen oder Spaß haben kann. Es gibt aber eben auch die andere Seite, die je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Der Umgang damit ist sicher auch für Partner nicht leicht. Menschen deswegen gleich auszusortieren, finde ich etwas schade.
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Mannanna
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Mannanna »

Seit ich das Partnersuch-Kapitel für mich beendet habe, werde ich eher zufriedener. Vielleicht etwas zynischer als früher.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von HiddenDepths »

Deja-vu hat geschrieben: ↑22.01.2026, 13:09 Depression hingegen ist eine Erkrankung, die prinzipiell jeden treffen kann und für die niemand etwas kann. Das bedeutet nicht, dass man nicht lachen oder Spaß haben kann. Es gibt aber eben auch die andere Seite, die je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Der Umgang damit ist sicher auch für Partner nicht leicht. Menschen deswegen gleich auszusortieren, finde ich etwas schade.
In einigen psychologischen Modellen (z. B. Erich Fromm) wird Depression nicht immer nur als Erkrankung, sondern auch als Teil eines Charakters (Persönlichkeit) verstanden.
Langandauernde Depression kann – wie jede chronische Erkrankung oder auch Behinderung – ein dauerhaftes Verständnis des Gegenübers erfordern.
Was lang anhaltende Depressionen betrifft, bin ich als Partner nicht geeignet. Das ist auch eine Frage von Verantwortung.
Beziehung ist keine moralische Entscheidung allein, sondern eine Existenzielle.
D.h. es geht oft auch um Fragen wie man seine Zeit verbringt, was man zusammen erleben möchte, welche Ziele oder welchen Lebenssinn jeder hat, welche Sichtweisen, was wichtig ist, usw.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Deja-vu »

HiddenDepths hat geschrieben: ↑22.01.2026, 22:16 In einigen psychologischen Modellen (z. B. Erich Fromm) wird Depression nicht immer nur als Erkrankung, sondern auch als Teil eines Charakters (Persönlichkeit) verstanden.
Langandauernde Depression kann – wie jede chronische Erkrankung oder auch Behinderung – ein dauerhaftes Verständnis des Gegenübers erfordern.
Was lang anhaltende Depressionen betrifft, bin ich als Partner nicht geeignet. Das ist auch eine Frage von Verantwortung.
Beziehung ist keine moralische Entscheidung allein, sondern eine Existenzielle.
Würdest du auch eine Person mit Behinderung oder einer anderen Krankheit ausschließen?

Was wäre, wenn die Erkrankung erst während der Partnerschaft auftritt oder ausbricht? Würdest du dich trennen?
HiddenDepths hat geschrieben: ↑22.01.2026, 22:16D.h. es geht oft auch um Fragen wie man seine Zeit verbringt, was man zusammen erleben möchte, welche Ziele oder welchen Lebenssinn jeder hat, welche Sichtweisen, was wichtig ist, usw.
Wie kollidieren diese Fragen mit einer Depression? Es gibt ja verschiedene Formen davon.
D.h., es ist nicht grundsätzlich so, dass man jeden Tag nur sterben möchte und keinen Sinn mehr in Leben sieht, keine Lust mehr auf Dinge hat. Je nach Schweregrad der Depession gibt es kürzere oder längere Phasen, wo diese Zustände auftreten können.

Eine Partnerschaft kann aber auch stabilisierend wirken. Natürlich nicht allein, aber in Kombination mit anderem (Therapie, ggf. Medikation). Allgemein wirkt ein unterstützendes und akzeptierendes Umfeld sich positiv aus, Ablehnung und Verurteilung hingegen negativ.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Fehltrade »

Mannanna hat geschrieben: ↑22.01.2026, 19:16 Seit ich das Partnersuch-Kapitel für mich beendet habe, werde ich eher zufriedener. Vielleicht etwas zynischer als früher.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Ferienhaus »

Mannanna hat geschrieben: ↑22.01.2026, 19:16 Seit ich das Partnersuch-Kapitel für mich beendet habe, werde ich eher zufriedener. Vielleicht etwas zynischer als früher.
Es muss toll sein, an diesem Punkt anzukommen. Leider ist es für mich schwierig, damit endgültig abzuschließen. :?
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von HiddenDepths »

Deja-vu hat geschrieben: ↑23.01.2026, 12:39 Würdest du auch eine Person mit Behinderung oder einer anderen Krankheit ausschließen?
Ich weiss nicht was ich alles genau ausschließen würde - das wird wahrscheinlich Niemand vorher wissen.
Es kommt immer auf den Einzelfall an. Vor allem auf die Frage, ob ich mir zutrauen würde damit umgehen zu können.
Definitiv gibt es psychische und körperliche Erkrankungen von denen ich glaube, dass ich mit diesen bei einem Partner gut auskommen oder bzw. möglicherweise sogar unterstützen könnte.
Bei Depressionen bin ich mir aber sicher, dass es nicht funktionieren würde - weil ich genügend Erfahrung habe und meine eigenen Grenzen sehr gut kenne.
Deja-vu hat geschrieben: ↑23.01.2026, 12:39 Was wäre, wenn die Erkrankung erst während der Partnerschaft auftritt oder ausbricht? Würdest du dich trennen?
Ich könnte keine Partnerschaft mit Jemanden haben, der eine dauerhaft depressive Persönlichkeitsstruktur hat - da es gar nicht zu mir passt. Es gibt unterschiedliche Charakterformen - und nicht alle harmonieren auf Dauer. Das ist weniger eine moralische Frage als eine der psychischen Dynamik zwischen zwei Menschen.
Deja-vu hat geschrieben: ↑23.01.2026, 12:39 Es gibt ja verschiedene Formen davon.
Für mich macht diese Differenzierung keinen relevanten Unterschied, weil ich meine eigenen Grenzen gut kenne.
Deja-vu hat geschrieben: ↑23.01.2026, 12:39 Eine Partnerschaft kann aber auch stabilisierend wirken. Natürlich nicht allein, aber in Kombination mit anderem (Therapie, ggf. Medikation). Allgemein wirkt ein unterstützendes und akzeptierendes Umfeld sich positiv aus, Ablehnung und Verurteilung hingegen negativ.
Genau da beginnt der Punkt, wo meine Persönlichkeitsstruktur mit dieser Sichtweise kollidiert.
Ich weiß, dass viele Betroffene und auch Teile des öffentlichen Diskurses das so sehen, und ich verstehe, warum dieses Bild verbreitet ist.
Meine eigene Erfahrung und mein Wissen führen mich jedoch zu einer anderen Einschätzung.
Das öffentliche Verständnis psychischer Erkrankungen – insbesondere im Beziehungs­kontext – deckt sich aus meiner Sicht häufig nicht mit der fachlichen und praktischen Realität.
Dieses vereinfachte Bild bleibt gesellschaftlich dennoch bestehen, weil es emotional nachvollziehbar ist und sozialen Erwartungen entspricht.
Dasselbe gilt übrigens auch für andere Leiden oder Störungsformen.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Sina85 »

Habe mir das mal mit Behinderung und psychische diagnosen durchgelesen. Bin selbst noch nicht in einer Beziehung gewesen, eben weil niemand mit Behinderung und psychische diagnosen klarkommen wollte bzw nicht akzeptieren konnte. Dazu kommt noch wenn man nicht hetero ist sondern zur lgbt community gehört, dass es noch schwerer macht. Gibt es hier eigentlich welche die auch lgbt sind?
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Deja-vu »

Sina85 hat geschrieben: ↑24.01.2026, 12:11 Habe mir das mal mit Behinderung und psychische diagnosen durchgelesen. Bin selbst noch nicht in einer Beziehung gewesen, eben weil niemand mit Behinderung und psychische diagnosen klarkommen wollte bzw nicht akzeptieren konnte. Dazu kommt noch wenn man nicht hetero ist sondern zur lgbt community gehört, dass es noch schwerer macht. Gibt es hier eigentlich welche die auch lgbt sind?
Hallo Sina. Ich würde mich dazu zählen. Da ich nicht am Geschlecht festmache, in wen ich mich verliebe, sondern an der Person. Nennt man dann wohl pansexuell bzw. -romantisch (sexuell lief ja noch nichts).

Ja, das ist sehr traurig, dass man anscheinend, sobald man nur ein bis zwei "Mängel" hat, keine Chance mehr auf dem "Partnermarkt" zu haben scheint. Der Mensch als Produkt. Schöne neue Zeit. :roll:
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von entomological »

Sina85 hat geschrieben: ↑24.01.2026, 12:11 Habe mir das mal mit Behinderung und psychische diagnosen durchgelesen. Bin selbst noch nicht in einer Beziehung gewesen, eben weil niemand mit Behinderung und psychische diagnosen klarkommen wollte bzw nicht akzeptieren konnte.
Ich kann mir das irgendwie kaum vorstellen, dass so viele nicht mit psychischen Erkrankungen klarkommen. In meiner Bubble haben die Leute oft eigene Probleme, sind Angehörige oder haben viel Verständnis und kein Problem damit, wenn andere Menschen betroffen sind. Kommt ja auch immer darauf an, was, welche Form, wie stark ausgeprägt etc. Viele (nicht alle) Menschen, die vorgeben, keine Probleme zu haben, haben dann doch Probleme, nur halt keine Diagnosen und machen auch keine Therapie, sind in dem Fall oft eher unreflektiert und können Gefühle auch nicht richtig kommunizieren. Das finde ich viel problematischer als Menschen, die sich ihrer Baustellen bewusst sind (und ggf. daran arbeiten).
Mit jemandem, dem es viel schlechter als mir geht, könnte ich wohl auch keine Beziehung führen, weil es mich mit runterziehen könnte oder ich Angst hätte, dass die Person von mir abhängig wird. Andersherum genauso schlecht, weil ich nicht derjenige sein möchte, der jemanden potenziell runterzieht, Arbeit macht und sich abhängig fühlt. Das sollte schon ungefähr ein gleiches Level haben oder man muss wirklich gut in Kommunikation und sich des Risikos bewusst sein, damit so kein asymmetrisches Verhältnis entsteht. Kommt aber auch auf die Probleme an. Bei Depressionen sehe ich das Risiko, dass die mich mit runterziehen, weil ich selber (rezidivierende) Depressionen habe. Bei einer sozialen Phobie hingegen sehe ich das Risiko nicht, obwohl ich selbst eine habe - ganz gleich, wer von uns beiden dann die schlimmere Variante hat. Andere Phobien würde ich überhaupt nicht als Hindernis sehen, hab selber keine weiteren, aber wenn meine Beziehungsperson da noch was haben sollte, dann würde ich da unterstützen - muss dann nur aufpassen, dass ich nicht zum Therapeuten werde.
Bei Behinderungen kommt es auch drauf an, welchen Einfluss das dann auch auf mich als Partner hat. Aber so auf Anhieb fällt mir da gerade nichts ein, was ich kategorisch ausschließen würde.
Sina85 hat geschrieben: ↑24.01.2026, 12:11 Dazu kommt noch wenn man nicht hetero ist sondern zur lgbt community gehört, dass es noch schwerer macht. Gibt es hier eigentlich welche die auch lgbt sind?
Ja, hier. Ich decke B und T ab. Meiner Erfahrung nach ist das Verständnis für psychische Probleme in der Community größer, auch weil viele wegen familiärer Probleme, Angriffe durchs Umfeld, Mobbingerfahrungen und langjährig unterdrückter Sexualität/Identität selbst so ihre Laster haben.


Um am Ende noch die Eingangsfrage zu beantworten: Ich war als Teenager mal sehr verbittert, aber seitdem nicht mehr und ich habe auch nicht den Eindruck, verbittert zu werden. Ich bin zwar nicht glücklich und auch nicht zufrieden, aber keinesfalls verbittert und sehe da aktuell auch nicht die Gefahr, verbittert zu werden. Eher bin ich hoffnungsvoll, dass ich glücklicher und zufriedener werde.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Querdenkerin »

Nö verbittert bin ich nicht aber eher resigniert. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen mal eine Beziehung zu haben. Mit über 40 bin ich da realistisch. Aber ich habe gerade einen guten Flow im Job und in der Freizeit, so dass ich eigentlich für eine Beziehung keinen Nerv habe. Suchen tu ich nicht mehr. Halte ich für eine Zeitverschwendung. Wenn ich gefunden werde wäre es schön. Wenn nicht...by the way...
Querdenken hatte früher ja eine andere Bedeutung gehabt. Ich sehe nicht ein, meinen Nick zu ändern, nur weil heute einige Hildmann und Konsorten hinterher rennen müssen....
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Deja-vu »

Querdenkerin hat geschrieben: ↑28.01.2026, 20:49 Nö verbittert bin ich nicht aber eher resigniert. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen mal eine Beziehung zu haben. Mit über 40 bin ich da realistisch. Aber ich habe gerade einen guten Flow im Job und in der Freizeit, so dass ich eigentlich für eine Beziehung keinen Nerv habe. Suchen tu ich nicht mehr. Halte ich für eine Zeitverschwendung. Wenn ich gefunden werde wäre es schön. Wenn nicht...by the way...
Eine nachvollziehbare Einstellung. Jedenfalls besser, als sich bei der verzweifelten Suche kaputt zu machen.

Mit Ü40 halte ich es nicht für unmöglich. Aber es ist definitiv schwieriger als mit Ende 20. Wir werden alle nicht jünger. :(

Wie einige andere hier ja auch schon geschrieben haben, wenn man es irgendwie schafft, sich damit zu arrangieren, tut es vielleicht irgendwann nicht mehr weh. Und man findet ggf. andere Dinge im Leben, die einen erfüllen.

Für mich hieße das, zu dem Zustand von vor 10 Jahren zurück zu kehren, als ich keine Beziehung wollte.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Querdenkerin »

Ja, solange man Dinge hat, die einen erfüllen, fällt es einem leichter. Ich bin z.B. in einer Spielegruppe und somit Freitag Abend nicht alleine Zuhause. In der Woche will ich Abends eher meine Ruhe haben. Dann habe ich Verantwortung für ein Tier, welches für mich ein Kinderersatz ist. Gebe ich ehrlich zu. Solange das Tier lebt ist alles gut aber es wird mit dem Ableben ein großes Loch hinterlassen. Dann muss ich mir einen anderen Lebensinhalt suchen. Bis dahin zerbreche ich mir nicht den Kopf. Das mache ich wenn es soweit ist.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Buddy »

Ja, wenn man was gefunden hat, für das man brennt und wofür man Ziele definiert, dann geht der Fokus vom AB-Sein weg und es spielt eine immer kleinere Rolle. So zumindest meine Erfahrung.

Trotzdem offen für Begegnungen sein, ist für mich das Ziel dabei. Das war ich jahrelang nicht.

Allerdings muss man mit Mitte 40 selbst Gelegenheiten suchen oder schaffen, um neue Leute kennenzulernen. Das braucht allerdings sehr viel Zeit und Energie.

Wenn dann neben dem Job und Hobby noch pflegebedürftige Angehörige dazukommen, wird es eng.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Al Bundy »

RomNey hat geschrieben: ↑21.01.2026, 12:58 Und nur weil du viel isst und trinkst, heißt das ja nicht das du vom Markt bist?
Gibt genug Frauen die genauso Leben wie du.

Wo ich allerdings fragen möchte, meinst du du hast ein Problem mit dem Alkohol?
Erstmal Respekt dass du was das Mobbing angeht bzw die Meinung anderer soweit gekommen bist dass dir das nichts mehr ausmacht, aber auch irgendwie traurig dass du das erleben musstest.

Ich denke einfach dass wenn schon das Gesicht und so nicht so toll sind ein Körper mit dem ich zufrieden bin vielleicht für mehr Selbstbewusstsein sorgen bzw dafür dass ich mich wohler fühle.

Die Frage mit dem Alkohol hab ich mir auch schon gestellt, bei mir beschränkt sich das ausschließlich aufs Wochenende, und im Gegensatz zu vorher hab ich es jetzt soweit im Griff dass ich nur wenig trinke, so dass es mir am nächsten Tag nicht Mies geht.
Deja-vu hat geschrieben: ↑21.01.2026, 13:03 Findest du das selbst auch, oder sagen dir vorrangig andere das?
Sowohl als auch, wobei ich zeitweise ganz zufrieden bin, bis wieder irgendwie ein Spruch in die Richtung kommt oder ich mich auf einem Foto sehe.

Sport mache ich, aber der Erfolg ist sehr überschaubar, was vermutlich auch an der Ernährung liegt.

Und ja, mit dem mit sich selbst ins Reine kommen bzw das auszustrahlen, das fehlt mir definitiv.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von alex321 »

Ich komme mit dem Alleinsein ganz gut zurecht. Bei meinem jetzigen Job bin ich sogar froh wenn ich am Abend in die leere Wohnung komme und meine Ruhe habe. Was mir allerdings schon sehr fehlt ist emotionale und körperliche Nähe und natürlich Sex.

Früher bin ich viel besser mit dem Dauersingledasein zurechtgekommen weil ich über Schule und Uni zumindest lose Freundschaften hatte. Kuscheln konnte ich mit Katzen. Den Sexualtrieb habe ich mit Pornos befriedigt oder wegen Antidepressiva gar erst nicht gehabt. Die Freundschaften sind aber wegen mehreren Umzügen alle im Sand verlaufen und Katzen habe ich keine mehr weil die jetzige Wohnung zu klein ist. Mit dem Sexualtrieb komme ich auch nicht mehr zurecht. Antidepressiva kann ich wegen der Nebenwirkungen nicht mehr nehmen und Pornos finde ich mittlerweile mehr deprimierend als erregend. Immer die geilsten Sachen zu sehen, aber nie selber machen zu können ist irgendwann nur mehr frustrierend.

Also ja, ich bin mittlerweile ziemlich verbittert. Ist ja auch kein Wunder wenn man jahrelang seine Bedürfnisse nicht befriedigen kann. Wie ein ständiges Hungergefühl das man nicht stillen kann.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Deja-vu »

entomological hat geschrieben: ↑24.01.2026, 13:15 Ich kann mir das irgendwie kaum vorstellen, dass so viele nicht mit psychischen Erkrankungen klarkommen.
Ist aber leider oftmals Realität. Die eigene Familie wendet sich ab, auch vermeintliche Freunde, und viele andere Leute wollen gar nicht erst mit einem zu tun haben. Stichwort "Red Flag".


Der allgemeine Umgang mit psych. Erkrankungen steht auch exemplarisch dafür, dass Schwächen in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden, Menschen am besten aalglatt sein und reibungslos funktionieren müssen.
Egal ob in der Arbeitswelt (Stichwort Leistungsgesellschaft) oder im Privaten.

Hab auch das Gefühl, dass die Ansprüche immer höher werden. Wenn man Diskussionen zum Thema Partnersuche verfolgt, egal wo, bestehen diese fast nur noch aus Checklisten, Ausschlusskriterien und "Red Flags". Bei manchen Leuten kriegt man den Eindruck, sie würden sich ihren Wunschpartner am liebsten selbst modellieren.
Hier sehe ich schon KI-Avatare als Partnermodell der Zukunft. Irgendwann wird man die vielleicht auch anfassen können, evtl. in Form von lebensechten Humanoiden.


Verbittert wird man, denke ich dann, wenn das Verhältnis von schlechten und guten Erfahrungen nicht mehr ausgewogen ist - zugunsten der schlechten. Wenn man das Gefühl hat, seine Selbstwirksamkeit zu verlieren und seinem Schicksal in einer Weise ausgeliefert zu sein. Wenn man für das, was man ist, größtenteils nur Ablehnung erfährt. Und gleichzeitig gewisse Dinge nicht eigenmächtig zu ändern vermag, sodass man halbwegs kompatibel wird.
Wenn jegliche Überwindung oder Anstrengung für egal welches Ziel sich im Nachhinein als Fehlinvestition erweist.
Und dann auch noch Leute daherkommen und sagen, alles sei ledigich eine Frage des Mindsets. Das kann zu Verbitterung führen.

Der Weg heraus wäre die Zurückgewinnung der Selbstwirksamkeit. Und auch mal Erfolgserlebnisse, wenigstens kleine.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von entomological »

Deja-vu hat geschrieben: ↑05.02.2026, 16:25Der allgemeine Umgang mit psych. Erkrankungen steht auch exemplarisch dafür, dass Schwächen in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden, Menschen am besten aalglatt sein und reibungslos funktionieren müssen.
Egal ob in der Arbeitswelt (Stichwort Leistungsgesellschaft) oder im Privaten.
Irgendwie total spannend. Da hatte ich wohl mit meinem Umfeld bisher richtig viel Glück. Selbst auf der Arbeit, sowohl bei meiner Ausbildungsstelle, als auch bei meiner letzten Arbeitsstelle, hatte ich nicht den Eindruck, dass psychische Probleme als Schwächen gesehen werden oder man mit den Menschen dann nichts mehr zu tun haben will, sondern ganz im Gegenteil, da viel Verständnis entgegen gebracht wird. Vor allem bei meiner ersten Arbeitsstelle waren meine Chefs wirklich aufgeschlossen (der eine aber auch mit einer Psychotherapeutin verheiratet), die zwei neuesten Azubis hatten ganz offen darüber geredet, dass sie in Therapie sind und nach einem Bewerbungsgespräch sagte ein Kollege auch, er hätte es wirklich positiv gesehen, wie offen der Kandidat über seine Depressionen erzählt hat etc.

Ich selbst rede auch ziemlich offen über meine Therapieerfahrungen, wenn es sich irgendwie ergibt. Und ich sehe das auch überhaupt nicht als Schwäche, ganz im Gegenteil. Sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen, sich zu reflektieren und an sich zu arbeiten, ist äußerst positiv. Selbst wenn man gar keine akuten Probleme haben sollte, ist es hilfreich, mal eine Therapie zu machen, dort Reflektieren und den Zugang zu den eigenen Gefühlen zu erlernen, sofern man es noch nicht gelernt hat. Und vor allem Vorurteile abzubauen, die man ggf. gegenüber Therapie und Menschen, die Therapie in Anspruch nehmen, hat. In meiner Zeit in der Tagesklinik habe ich dort viele selbstreflektierte Menschen kennenlernen dürfen und wäre froh darum, so einen Menschen an meiner Seite zu haben.
Die meisten Menschen haben irgendwas, viele davon setzen sich dann aber gar nicht damit auseinander und machen es dann sogar noch zum Problem der Beziehungsperson. Mein Vater ist bspw. so einer. Dem würde Therapie wirklich gut tun, aber der lässt es lieber an allen anderen aus und meint, er wäre total gesund und auch gesund für andere.

Die andere Seite kenne ich aber trotzdem. Ein Teil meiner Verwandtschaft hält Psychotherapie für etwas, das "Verrückte" machen. Also Menschen, die in Therapie gehen, seien verrückt und würden dort nur verrückter werden. Völlig absurd. Und auch in der Schule hatte ich mal einen Mitschüler, der so über Therapie dachte. Solche Menschen kläre ich dann entweder auf, wenn es mir wichtig genug ist oder ich halte mich von ihnen fern. Mit so jemandem will ich dann ja auch selbst keinerlei Beziehung eingehen, wenn nicht mal ein Ansatz von Verständnis besteht. Keine Ahnung, warum man mit so jemandem eine Beziehung eingehen wollen sollte.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Wusel »

Deja-vu hat geschrieben: ↑05.02.2026, 16:25 [...] Verbittert wird man, denke ich dann, wenn das Verhältnis von schlechten und guten Erfahrungen nicht mehr ausgewogen ist - zugunsten der schlechten. Wenn man das Gefühl hat, seine Selbstwirksamkeit zu verlieren und seinem Schicksal in einer Weise ausgeliefert zu sein. Wenn man für das, was man ist, größtenteils nur Ablehnung erfährt. Und gleichzeitig gewisse Dinge nicht eigenmächtig zu ändern vermag, sodass man halbwegs kompatibel wird.
Wenn jegliche Überwindung oder Anstrengung für egal welches Ziel sich im Nachhinein als Fehlinvestition erweist.
Und dann auch noch Leute daherkommen und sagen, alles sei ledigich eine Frage des Mindsets. Das kann zu Verbitterung führen.

Der Weg heraus wäre die Zurückgewinnung der Selbstwirksamkeit. Und auch mal Erfolgserlebnisse, wenigstens kleine.
Ja das empfinde ich als treffende Gedanken.
Das dumme ist auch, dass Erfolgserlebnisse auch glücksabhängig bleiben.

Als ich vor ein paar Jahren 32 wurde, sah ich mein ewiges Single-Leben auch als eine Folge fehlenden Glücks an.
Das verband ich mit dem Wissen, dass es bei Münzwurfreihen auch lange Strecken gibt, bei derer mehrmals hintereinander nur "Kopf" oder nur "Zahl" geworfen wird.
Das hab ich mit der Annahme verknüpft, dass ich eigentlich zumindest über 4 Jahre meiner Lebensspanne bis zum Alter von 32, eine Lebensführung hatte (einschließlich Kontakte, Chancen, Versuche etc.) bei der die Wahrscheinlichkeit für je eines dieser vier Jahre, jeweils subjektiv empfunden bei ca. 50% hätte liegen sollen, eine Freundin bekommen zu können.

Über eine Spanne von etwas über 2 Jahren zusammenhängend... was entlang meiner gedanklichen Rechnung eben zwei Münzwürfen in Folge entsprach... hatte ich demnach zweimal Pech/ oder eben kein Glück gehabt.
Die Konsequenz ist dann aber, dass man, nach dem man über zwei Jahre real Pech erlebt hat, wahrscheinlich damit beginnt zu resignieren und in der Folge wieder so lebt, dass Wahrscheinlichkeit jemanden zu finden in den Folgejahren wieder deutlich unter 50% absinkt...
Dann wären bei der Folge davon, das die Selbstwirksamkeitserfahrung halt aus bleibt.
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Re: Werdet ihr auch immer verbitterter?

Beitrag von Vogel »

Ja, ich glaube, ich werde immer verbitterter!

Ich wollte es mir bis jetzt nicht eingestehen, aber wenn man nicht in einer Beziehung und Partnerschaft ist, ist man in unserer Gesellschaft einfach unten durch. Erst Recht wenn man überhaupt keine Erfahrungen sammeln durfte - und ich spüre das sehr deutlich, auch hier im Forum!

Und je mehr ich das spüre, desto mehr möchte ich mich noch mehr abkapseln, weil ich den Eindruck habe, meilenweit anderen Menschen in der Entwicklung hinter her zu sein - im wahrsten Sinne des Wortes buchstäblich: zurückgeblieben zu sein.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

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