Witzigerweise habe ich auf X letztens einfach "Baby vergessen hat" geschrieben, weil es mir nur um die Hitze ging. Es wurde sich extrem über mich empört, weil ich fahrlässige Tötung so lapidar als "vergessen hat" umschrieben habe. Von daher kann man es eh nie allen recht machen.Tania hat geschrieben: ↑27.06.2026, 11:17Schon irgendwie witzig, dass Du gleich ein Beispiel für menschenfeindliche Denkweise mitlieferst. Menschenfreundlich wäre Mitgefühl für die arme Mutter, die in der morgendlichen Hektik einen Fehler gemacht hat, der zu einem tragischen Ausgang geführt hat, unter dem sie den Rest ihres Lebens leiden wird.
Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Solange die Aufgaben trotzdem gleichmäßig verteilt sind, ist auch das nicht unbedingt ein Problem. Klar, ein "Ich will eine Partnerin, die wäscht und kocht, ich bin nach 8 Stunden im Büro zu erschöpft dazu" ist wahrscheinlich in 99% aller Fälle ein Stimmungskiller. Aber ein "Ich kann leider weder waschen noch kochen, bin aber begeisterter Gärtner und Heimwerker" ist schon mal eine super Verhandlungsbasis. Dann muss eigentlich nur noch geklärt werden, wer einkaufen geht und wer putzt, und dann auf zum StandesamtOptimist hat geschrieben: ↑27.06.2026, 07:41 Man muss ja nicht gleich Feminist sein, aber sollte zumindest für Gleichberechtigung sein und keine unrealistischen Forderungen stellen, wie dass die zukünftige Partnerin für einen kochen und die Wäsche waschen soll. Das will keine Frau auf dem ersten Date hören.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Warum bist du denn auf X?? Da kann man es wirklich niemandem recht machen, höchstens rechts.Optimist hat geschrieben: ↑27.06.2026, 13:14 Witzigerweise habe ich auf X letztens einfach "Baby vergessen hat" geschrieben, weil es mir nur um die Hitze ging. Es wurde sich extrem über mich empört, weil ich fahrlässige Tötung so lapidar als "vergessen hat" umschrieben habe. Von daher kann man es eh nie allen recht machen.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Das Gärtnern hilft ja nur, wenn die Holde auch einen Garten hat.Tania hat geschrieben: ↑27.06.2026, 13:50Solange die Aufgaben trotzdem gleichmäßig verteilt sind, ist auch das nicht unbedingt ein Problem. Klar, ein "Ich will eine Partnerin, die wäscht und kocht, ich bin nach 8 Stunden im Büro zu erschöpft dazu" ist wahrscheinlich in 99% aller Fälle ein Stimmungskiller. Aber ein "Ich kann leider weder waschen noch kochen, bin aber begeisterter Gärtner und Heimwerker" ist schon mal eine super Verhandlungsbasis. Dann muss eigentlich nur noch geklärt werden, wer einkaufen geht und wer putzt, und dann auf zum StandesamtOptimist hat geschrieben: ↑27.06.2026, 07:41 Man muss ja nicht gleich Feminist sein, aber sollte zumindest für Gleichberechtigung sein und keine unrealistischen Forderungen stellen, wie dass die zukünftige Partnerin für einen kochen und die Wäsche waschen soll. Das will keine Frau auf dem ersten Date hören.![]()
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Ich bin überzeugt, das auch Du etwas oder jemanden hast, das/der Dir extrem wichtig ist. Denkst Du 24/7 nur daran? Oder passiert es, dass Du auch mal durch andere Gedanken abgelenkt bist? Sowas wie "Heute Gespräch mit meinem Chef, hoffentlich hat er nichts zu meckern" oder "Zuerst die Schulklassen um 9:00 und 10:30, dann die Geburtstagsfeier um 13:00 Uhr ... ".
Eben. Es SOLLTE nicht passieren, dass eine Frau allein für ihr Kind sorgen muss (ich habe zumindest in keinem Artikel etwas über einen besorgt herbeigeeilten Vater gelesen). Es SOLLTE nicht passieren, dass sie nach den paar Stunden Schlaf, die man mit Baby nun mal meist nur hat, zum Job hetzen muss und das Kind unterwegs in der Kita abgibt - natürlich genau dann, wenn es endlich mal schläft. Und es SOLLTE erst Recht nicht passieren, dass ein Dienstleister, der für die Betreuung eines Kindes zuständig ist, entweder gar nicht bemerkt, dass das zu betreuende Kind nicht aufgetaucht ist, oder es zwar bemerkt, aber trotzdem untätig bleibt.
Meine Schwester wollte mal ihren damals vierjährigen Sohn um 17:00 vom Kindergarten abholen. Was erstmal eine große Diskussion zwischen den anwesenden Erzieherinnen auslöste, wann er denn wohl das letzte Mal gesehen worden ist. Ergebnis: als man bis 15:00 Uhr auf dem Hof war, dann aber wegen Regen rein gegangen ist, war er doch noch da, oder? Letzten Endes wurde er auf dem Hof gefunden. Nass, unterkühlt und völlig verängstigt.
SOLLTE nicht passieren. Passiert aber täglich irgendwo irgendwem. Die meisten Leute haben eben nur Glück, dass die Folgen nicht so tragisch sind.
Wer noch nie seinen Wohnungsschlüssel, den man eigentlich immer ans Schlüsselbrett hängt, gedankenverloren in den Kühlschrank gelegt hat, werfe den ersten Stein.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Ja, all die selbsternannten Juristen auf X ... das Urteil steht fest, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind. Aber auch fahrlässige Tötung wäre juristisch kein Verbrechen, lediglich ein Vergehen. Und die Tat selbst war tatsächlich lapidares Vergessen - kein "zu Tode schütteln", kein "ich hab ihm doch nur eine halbe Schlaftablette gegeben", nicht mal ein "ich dachte, für die paar Meter brauche ich keinen Kindersitz" oder ein "ich wollte nur ganz schnell nen Kaffee holen, und dann war die Maschine kaputt und die Schlange war sooo lang".
Das Strafgesetzbuch (StGB) § 60 "Absehen von Strafe", sagt übrigens: "Das Gericht sieht von Strafe ab, wenn die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, daß die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre." Ich bin keine Juristin - aber ich würde hier so eine Situation vermuten.
Sorry dass ich da etwas heftig reagiere. Ich hab erleben müssen, dass eine Bekannte ihren damals 8jährigen Sohn verloren hat, weil sie ihn nur 10 Sekunden aus den Augen gelassen hat. Sie war alleinerziehend, er war ihr Ein und Alles, sie hat wirklich alles für ihn getan. Jedes "hättest Du doch lieber", jedes "warum hast Du nicht", jedes "wie konnte das nur passieren" ist ein weiterer Stich ins Herz. Als würde man sich das nicht selbst 10000 Mal pro Tag fragen.
Aber zum Thema Arschloch-Menschen: sie hat ihm einen Ball seinen Lieblingsfussballvereins aufs Grab gelegt. Nach 2 Tagen war der weg.
Zuletzt geändert von Tania am 27.06.2026, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Oder wenn sie sich einen Garten wünscht, aber die Arbeit darin scheut. Kann natürlich auch sein, dass sie Gärten verabscheut - aber dann ist sie eben nicht die Richtige für einen gartenliebenden Mann.
Es gab hier mal einen Ü50-Mann, der überzeugt war, dass alleinerziehende Frauen seines Alters, deren Kinder aus dem Haus sind, geradezu verzweifelt jemanden suchen, den sie stattdessen bekochen und bewaschen können.Ich glaube bei manchen Frauen besteht die nicht ganz unbegründete Sorge, dass das Hotel Mama einfach nur durch die Ehefrau ersetzt werden soll.
Wird bei mir wahrscheinlich noch paar Jahre dauern, aber wenn es so kommen sollte, werde ich berichten. Garten hab ich
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Tun Frauen das wirklich? Bei mir hat in 40 Jahren genau 1 Frau die Initiative übernommen und mich angesprochen. Wenn ich passiv bleibe und auf aktive Frauen warte, werde ich eher an Altersschwäche sterben als meinen AB-Status zu verlieren.Finnlandfreundin hat geschrieben: ↑24.06.2026, 18:27 Da die Frau eben nicht mehr nur die passive Rolle einnimmt, verändert sich auch die Rolle des Mannes.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Ja, kann passieren, find ich überhaupt nicht abwegig.
Eine Bekannte hat ihr Baby in der Bücherei vergessen - ohne jede Hektik oder Zeitdruck. Sie war es bis dahin gewohnt, zwei Kinder um sich zu haben und ist mit 3 Kindern in die Bücherei hineinspaziert und nur mit zwei wieder raus gegangen. Erst am Auto, als sie den leeren Kindersitz gesehen hat, ist es ihr bewusst geworden.
Der Unterschied ist nur die Reaktion im Nachhinein:
Wenns gut ausgeht, lacht man darüber und findet es menschlich.
Wenns schlecht ausgeht, kann man kaum Verständnis dafür aufbringen.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Puhh.... bin da echt bei Tania! Was da passiert ist, ist auch als "Forgotten Baby Syndrome" bekannt! Bei männlichen Elternteilen passiert es sogar 3x häufiger als bei weiblichen. Oft ist es irgendeine kleine Änderung in der Routine. Es lässt sich sogar neurophysiologisch anhand der verschiedenen Gehirnsysteme erklären. Dazu kommt, das heute Kleinkinder nicht mehr vorne auf den Beifahrersitz, sondern hinten auf der Rückbank mitgenommen werden.Deja-vu hat geschrieben: ↑27.06.2026, 12:33 Das ist jetzt das erste Mal, dass ich mich über einen deiner Beiträge wundere.
Sein Baby "vergessen" in der "morgendlichen Hektik"? Ernsthaft?
Das eigene Kind ist eigentlich das Wichtigste im Leben, möchte man annehmen. Noch vor Arbeit oder irgendwelchen Routinen.
Und wenn es mit zur Routine gehört, umso verwunderlicher, wie man es vergessen kann.
Das zeigt aber auch wieder auf, wo wir eigentlich leben. Es sollte eigentlich gar keine solche Hektik geben, die einen das Wichtigste mal eben vergessen lässt.
Ich denke, niemand möchte unterstellen, dass es Absicht war - "Verbrechen" war wohl zu hart formuliert, denn das impliziert ja Absicht.
Es werden heute gegen jeden menschenfeindliche Äusserungen gemacht - das Internet ist schon lange kein freundlicher Ort mehr.
Kitas sind in Deutschland nicht staatlich, sondern kommunal, privat oder kirchlich.Deja-vu hat geschrieben: ↑27.06.2026, 12:33 Ich mache mir vermutlich jetzt keine Freunde. (Was solls, ich hab hier eh keine)
Aber ich bin nicht der Meinung, dass der Staat (hier: Kita) verplichtet ist, einem jegliche Fürsorge und Verantwortung abzunehmen.
Diese Haltung "der Staat soll gefälligst machen" ist leider wieder sehr salonfähig. Kurioserweise oft bei gleichzeitiger Ablehnung des Staates bzw. einer gefühlten "Bevormundung" durch ihn.
(Bezieht sich nicht auf dich, ist eine allgemeine Beobachtung)
Redest Du auch noch von Fürsorge und Verantwortung, wenn beispielsweise die (alleinerziehende) Mutter/ Vater beispielsweise gesundheitlich plötzlich nicht mehr in der Lage ist und bewusstlos auf den Boden liegt?
Das hat rein gar nix mit "staatlicher Bevormundung" zu tun, sondern gemeinsamer Fürsorge und Schutz. Das hat so manchen Menschen bereits das Leben gerettet. Aber damit tun wir uns in Deutschland schwer damit.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Und was wurde daraus?
Ich denke, vielen schüchternen Frauen geht es nicht anders, allen traditionellen Vorstellungen zum Trotz. Kein Mann oder keine andere Frau kommt auf sie zu...
Ich bin schon häufig abgelenkt und vergesse Dinge.
Ich weiß nur nicht, ob ich schon mal einen Menschen vergessen habe, bzw. ein hilfloses Wesen.
Der Vergleich mit dem Schlüssel ist daher auch unpassend.
Einigen wir uns darauf, dass das Beispiel mit dem Kind hier ungeeignet war, um Menschenfeindlichkeit zu demonstrieren.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Also ich vergesse ja auch oft Sachen und kann auch verstehen, wenn Eltern in der Berufshektik vergessen ihr Kind aus der KITA abzuholen, aber das in die KITA bringen? Hab das schon ein paarmal mit meinem dreijährigen Neffen gemacht und da hat man eigentlich immer Kontakt mit dem KITA-Personal, wenn man das Kind abgibt. Vielleicht habe ich auch einfach schon zu viele Geschichten gelesen, wo Hunde im Auto gelassen wurden, weil die Hitze unterschätzt wurde und man ja nur eben mal ganz schnell was erledigen wollte. Das ist schon was anderes als ein Moment der Unachtsamkeit.Vogel hat geschrieben: ↑27.06.2026, 16:37 Puhh.... bin da echt bei Tania! Was da passiert ist, ist auch als "Forgotten Baby Syndrome" bekannt! Bei männlichen Elternteilen passiert es sogar 3x häufiger als bei weiblichen. Oft ist es irgendeine kleine Änderung in der Routine. Es lässt sich sogar neurophysiologisch anhand der verschiedenen Gehirnsysteme erklären. Dazu kommt, das heute Kleinkinder nicht mehr vorne auf den Beifahrersitz, sondern hinten auf der Rückbank mitgenommen werden.
Mein letztes verbliebenes Guilty Pleasure nachdem ich Facebook den Rücken gekehrt habe. Mit Blue Sky und Threads werde ich einfach nicht warm. Gibt dort auch noch Linke, aber ist natürlich nicht mehr die gleiche Plattform wie vor 10 Jahren. Aber das gilt auch für Kommentare auf YouTube oder irgendwo anders im Internet.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Das ist das Gemeine am Konzept "vergessen". Wenn nichts passiert, merkt man nicht, dass man etwas vergessen hat. Also wenn Du zum Beispiel irgendwann vergessen hättest, Deine Katze zu füttern, und die dann den Napf der Nachbarskatze entdeckt und geleert hat, wirst Du überzeugt sein, dass Du nie vergessen hast, sie zu füttern. Du weißt es nur dann, wenn sie lauthals mauzt - und auch dann nur, wenn Du Dich bei der Gelegenheit erinnerst, dass Du sie noch gar nicht gefüttert hast. Was auch nicht immer der Fall ist - insbesondere wenn es so sehr Routine ist, dass Du es tust, ohne groß darüber nachzudenken. Dann ist es gut möglich, dass Dein Hirn Dir sagt "Hab ich gemacht, schließlich hab ich mir danach wie üblich die Zähne geputzt".
Stimmt. Wenn man den Schlüssel vergisst, merkt man das für gewöhnlich sehr schnell.Der Vergleich mit dem Schlüssel ist daher auch unpassend.
Ich fand es eigentlich sehr gut geeignet. Ist es nicht eins der Merkmale von Menschenfeindlichkeit, dass man sehr schnell bereit ist, das Schlimmste von Menschen anzunehmen, sie zu verurteilen und sich selbst für einen deutlich besseren Menschen zu halten, dem so ein Fehler nie unterlaufen würde? Und sehr wenig bereit, davon auszugehen, dass andere Menschen zwar nicht unfehlbar, aber im Wesentlichen ganz okay sind, und ihnen Mitgefühl und Unterstützung entgegen zu bringen?Einigen wir uns darauf, dass das Beispiel mit dem Kind hier ungeeignet war, um Menschenfeindlichkeit zu demonstrieren.
Eine andere Meinung zu haben, disqualifiziert Dich nicht für eine Freundschaft.
Siehst Du es wirklich als Abnehmen jeglicher Fürsorge und Verantwortung, wenn man einen bezahlten Dienstleister in Anspruch nimmt, um auf das Kind aufzupassen, während man selbst das Geld verdienen geht, um besagtes Kind und sich selbst ernähren zu können. Wenn ja, solltest Du Dich vielleicht doch mal auf umschauen - Tradwifes sind dort recht präsentAber ich bin nicht der Meinung, dass der Staat (hier: Kita) verplichtet ist, einem jegliche Fürsorge und Verantwortung abzunehmen.
Und dass man diesen Dienstleister auch verpflichten muss nachzufragen, wenn irgendwas Ungewöhnliches vorfällt, ist nichts anderes als eine logische Konsequenz der Tatsache, dass Nachbarn und Großfamilien heutzutage eben nicht mehr präsent genug sind, um bemerken, wenn man eines Tages tot im Bett liegt.
Mal abgesehen davon, dass das Sprichwort "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen." nicht ohne Grund existiert: ein Kind großziehen und nebenbei arbeiten geht einfach nicht ohne Unterstützung. Entweder man hat einen Partner, der tags arbeitet und nachts das Kind beaufsichtigt, während man selbst die Nachtschicht macht und tagsüber aufpasst (der/die aufmerksame Lesende merkt vermutlich, dass Schlaf in diesem Szenario klar überbewertet ist), oder man hat eine aufopferungsvolle, aber fitte Oma im Rentenalter in greifbarer Nähe (was nur selten vorkommt), oder man muss eben auf bezahlte Betreuungsangebote zurückgreifen. Es sei denn, man war so clever, sich von jemandem schwängern zu lassen, der Mutter und Kind drei Jahre voll finanzieren kann - dann kann man kündigen und Vollzeit seiner Fürsorge und Verantwortung nachkommen. Natürlich hat man nach drei Jahren, also wenn nahezu jedes Gericht entscheidet, dass ein Teilzeitjob wieder zumutbar ist, noch das kleine Problem, einen neuen Job zu finden. Und da wir hier ja im Feminismus-Thread sind, erlaube ich mir den Hinweis: als Mutter/Vater eines Kleinkindes nach mehreren Jahren Babypause einen Teilzeitjob zu finden, ist ein ganz kleines bißchen schwerer als durchzusetzen, dass man überall geschlechtsneutral angesprochen wird. Insbesondere wenn man gut genug ausgebildet ist, um einen Job mit etwas mehr Verantwortung zu machen. Leider haben Alleinerziehende aber nur selten Zeit, sich politisch zu engagieren, deswegen spricht sich das kaum herum.
Aber naja. In Deutschland leben nur 29% aller Erwachsenen in einem Haushalt mit Kindern - 25% mit Partner/in, 4% alleinerziehend. Was willste da an Lobby erwarten? (Fun fact: in den 5 Antragsheften des kürzlichen Parteitages von Die Linke sind Worte mit "alleinerzieh" 7 mal zu finden. Worte mit "Sexarbeit" 186mal. Worte mit "palästin" 498 Mal.)
Zuletzt geändert von Tania am 27.06.2026, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Und da Dir das nicht passiert ist, weil Du bei den paar Malen, wo Du Deinen Neffen (vielleicht nach einer Nacht in Deinem ruhigen eigenen Bett und nachdem Du im Büro Bescheid gesagt hast, dass Du etwas später kommst, und nicht etwa nach den üblichen 6 Stunden Schlaf zwischen "Haushalt gemacht nachdem Kind endlich eingeschlafen ist" und "Kind ist um 5:30 wach und hungrig", und mit dem Druck, pünktlich jeden Tag einzustempeln) zur Kita gebracht hast, das Abgeben nicht vergessen hast, hast Du jetzt keinerlei Verständnis dafür, dass das anderen Menschen durchaus passieren kann?
Dass in einem Forum, in dem sich die meisten Nutzer/innen wünschen, dass ein Mensch, der nie Probleme mit der Beziehungsfindung hatte, Verständnis für ihre Probleme aufbringt und ihnen vielleicht sogar hilft, diese zu überwinden, so häufig so krasses Unverständnis für Probleme anderer Menschen ausgedrückt wird (egal ob in Debatten über Adipositas oder über Frauen, die es stets leichter haben), finde ich immer wieder faszinierend. Bin aber noch nicht sicher, was Ursache und was Wirkung ist. Ist es eher ein "Ihr habt kein Verständnis für mich, also habe ich auch keins für euch", oder eher ein "Ich habe Probleme mit der Beziehungsfindung, weil ich einfach kein Verständnis für die Probleme anderer Menschen habe."
Stimmt. Ist was völlig anderes und hat mit dem Fall, den Du angesprochen hast, überhaupt nichts zu tun. Diese Frau hat ihr Kind nicht bewusst mal kurz im Auto gelassen, um kurz was zu erledigen - sie war fest davon überzeugt, dass es in der Kita und dort in Sicherheit ist, und ist zur Arbeit gegangen.Vielleicht habe ich auch einfach schon zu viele Geschichten gelesen, wo Hunde im Auto gelassen wurden, weil die Hitze unterschätzt wurde und man ja nur eben mal ganz schnell was erledigen wollte. Das ist schon was anderes als ein Moment der Unachtsamkeit.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Da interptretierst du zu viel hinein. Niemand hat irgendwas unterstellt. Eine Person hat sich unglücklich ausgedrückt, bzw. ein unglückliches Beispiel genannt, die andere kann sich eben nicht vorstellen, dass man etwas so Wichtiges "einfach vergisst". Darin liegt keine Unterstellung von Absicht oder "schlechter Mensch".Tania hat geschrieben: ↑27.06.2026, 19:38 Ich fand es eigentlich sehr gut geeignet. Ist es nicht eins der Merkmale von Menschenfeindlichkeit, dass man sehr schnell bereit ist, das Schlimmste von Menschen anzunehmen, sie zu verurteilen und sich selbst für einen deutlich besseren Menschen zu halten, dem so ein Fehler nie unterlaufen würde?
Das Thema scheint verschiedene Leuten auf verschiedene Weise zu triggern.
Vermute, da fehlt ein X?
Ein Kind bedeutet Verantwortung. Wer sie trägt ist egal, aber hauptsächlich sollte es schon ein Elternteil sein, am besten natürlich beide gemeinsam.
Heutzutage gehen viele scheinbar sehr leichtfertig damit um - bezieht sich jetzt nicht auf den Fall - und tun so, als würde ein Kind einfach vom Himmel fallen. Aber es ist eine Entscheidung fürs Leben. Die sollte man sorgfältig treffen.
Es gibt Menschen, die sich bewusst dagegen entscheiden, weil sie sich selbst so weit einschätzen können, dass sie nicht imstande wären, dieese Verantwortung zu tragen. Und die müssen sich heutzutage noch dafür anfeinden lassen. Während, wer Kinder in die Welt setzt, automatisch was Besseres ist, egal wie gut oder schlecht er/sie sich drum kümmert.
Es gibt einfach zu viele Fälle von Kindesvernachlässigung und -misshandlung, um das unerwähnt zu lassen.
Und zum Thema Staat: Es ist halt einfach lustig, dass (nicht immer, aber häufig) dieselben Leute, die überall Bevormundung sehen, an anderer Stelle dann wieder laut nach dem Staat rufen.
Über Alleinerziehende könnte man jetzt noch eine Ewigkeit diskutieren. Ich schlage vor, wir lassen das. Dafür ist es gerade einfach zu warm.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Ja, hab ich auch schon gemerkt
Richtig. Und das Ironische daran ist, dass der Elternteil, der seine Entscheidung nach einigen Jahren (oder früher) revidiert und die Familie verlässt, sich völlig straflos(*) seiner Verantwortung entziehen kann. Wohingegen der, der bleibt und sein Bestes versucht, die komplette Verantwortung nun allein zu tragen, für jeden Fehler und jede Unzulänglichkeit geradestehen muss.Ein Kind bedeutet Verantwortung. Wer sie trägt ist egal, aber hauptsächlich sollte es schon ein Elternteil sein, am besten natürlich beide gemeinsam.
Heutzutage gehen viele scheinbar sehr leichtfertig damit um - bezieht sich jetzt nicht auf den Fall - und tun so, als würde ein Kind einfach vom Himmel fallen. Aber es ist eine Entscheidung fürs Leben. Die sollte man sorgfältig treffen.
Hast ja Recht.
Wenigstens ein Gutes hat die Hitze - man kann sie prima als Begründung für alles Mögliche benutzen
(*) Ja, Verletzung der Unterhaltspflicht ist strafbar - allerdings ist es ein Antragsdelikt. Und in der Regel hat der gesetzliche Vertreter des unterhaltsberechtigten Kindes nicht die psychischen und finanziellen Ressourcen für ein Strafverfahren - das Verfahren, um überhaupt erstmal Unterhalt zu bekommen, ist schwer genug. Und welche Sinn macht es zu riskieren, dass der/die Unterhaltspflichtige zu einer Geld- oder Gefängnisstrafe verurteilt wird - dann ist er/sie erst recht nicht mehr leistungsfähig.
Und Geld ersetzt nicht den tatsächlichen Umgang - und zu dem kann niemand gezwungen werden. Wer sich nicht mehr mit seinem Kind beschäftigen will, wird nicht bestraft.
Zuletzt geändert von Tania am 27.06.2026, 21:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Das war einfach nur ein Beispiel von mir. Es ging überhaupt nicht um die Probleme der betroffenen Person und was da jetzt konkret vorgefallen ist, sondern nur darum wie in Social Media von Einzelfällen auf das ganze abstrahiert wird. Ich hätte jetzt als Beispiel auch nennen können, wo eine Frau das Kind ihres Geliebten getötet hat und diesen das nicht sonderlich gejuckt hat vor Gericht. Ich glaube auch nicht, dass es in der Allgemeinbevölkerung insgesamt mehr Verständnis für die Probleme anderer Menschen gibt.Tania hat geschrieben: ↑27.06.2026, 21:19 Dass in einem Forum, in dem sich die meisten Nutzer/innen wünschen, dass ein Mensch, der nie Probleme mit der Beziehungsfindung hatte, Verständnis für ihre Probleme aufbringt und ihnen vielleicht sogar hilft, diese zu überwinden, so häufig so krasses Unverständnis für Probleme anderer Menschen ausgedrückt wird (egal ob in Debatten über Adipositas oder über Frauen, die es stets leichter haben), finde ich immer wieder faszinierend. Bin aber noch nicht sicher, was Ursache und was Wirkung ist. Ist es eher ein "Ihr habt kein Verständnis für mich, also habe ich auch keins für euch", oder eher ein "Ich habe Probleme mit der Beziehungsfindung, weil ich einfach kein Verständnis für die Probleme anderer Menschen habe."
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Deswegen hab ich ja auch noch die anderen, "historischen" Beispiele genannt. Es ging nicht um Dich, sondern um ein allgemeines Phänomen.
Ja, das wäre wahrscheinlich weniger kontrovers gewesen. Wobei ich da besagte Menschenfeindlichkeit nicht nur bei der Angeklagten und den Personen aus ihrem Umfeld, die sie in Schutz nehmen oder genommen haben, sehe (erst die dritte Person, mit der sie Leichen-Sightseeing gespielt hat, hat die Polizei gerufen - kannste Dir nicht ausdenkenIch hätte jetzt als Beispiel auch nennen können, wo eine Frau das Kind ihres Geliebten getötet hat und diesen das nicht sonderlich gejuckt hat vor Gericht.
Das glaube ich leider auch nicht. Aber irgendeiner der Beteiligten muss ja mal anfangen.Ich glaube auch nicht, dass es in der Allgemeinbevölkerung insgesamt mehr Verständnis für die Probleme anderer Menschen gibt.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Stimme ich völlig zu. Auch dem "Kleingedruckten".Tania hat geschrieben: ↑27.06.2026, 21:57 Richtig. Und das Ironische daran ist, dass der Elternteil, der seine Entscheidung nach einigen Jahren (oder früher) revidiert und die Familie verlässt, sich völlig straflos(*) seiner Verantwortung entziehen kann. Wohingegen der, der bleibt und sein Bestes versucht, die komplette Verantwortung nun allein zu tragen, für jeden Fehler und jede Unzulänglichkeit geradestehen muss.
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Re: Kann oder sollte man als AB-ler Feminist sein?
Ja, das habe ich gesagt. Ich habe aber nicht behauptet, dass Frauen Heuchler toll finden - so wie du es mir unterstellt hattest.
Warum soll das denn kein nachahmenswertes Vorgehen sein, wenn es bei den entsprechenden Männern funktioniert und sie genau damit erreichen, möglichst viele Frauen flachzulegen?
Das ergibt sich eigentlich aus dem Kontext. Aber wenn du hier nur bist, um ungefragt deine zweitklassigen Tipps rauszuhauen, kann ich natürlich verstehen, dass dir der Kontext entgeht. Dafür müsste man die Teildiskussion ja überhaupt erst gelesen haben.
Das wird dann schwierig, wenn man offenbar schon mit dem nächsten genialen Ratschlag auf der Tastatur wartet, bevor das Gehirn überhaupt nachkommt.
Weil X zumindest noch halbwegs auf Free Speech setzt und nicht wie neue Alternativen à la Bluesky direkt wieder damit anfängt, Inhalte zu sperren - so wie Twitter es vor der Übernahme gemacht hat. Wer die linkswoke Variante bevorzugt, kann sich eben für Bluesky entscheiden.
Wie würdest du das Verhältnis denn sehen? Glaubst du wirklich, dass es genau so viele Männer gibt, die noch nie von Frauen angesprochen wurden, wie umgekehrt?
Für alle, die lieber eine linkswoke Deutungshoheit wollen. Wenn "Hass und Hetze" einfach nach Belieben definiert wird, ist das natürlich eine feine Sache. Dann wird Desinformation auf der unliebsamen Seite eben gelöscht oder gesperrt, während die eigene Seite natürlich schön stehen bleibt. Da kann HateAid sicher zufrieden sein: gegen digitale Gewalt im Netz - aber bitte nur dann, wenn die "Richtigen" betroffen sind.
Ich glaube nicht, dass den meisten nicht bewusst ist, dass ein Kind eine lebensverändernde Entscheidung ist. Viele Kinder werden schlicht im "Akt der Liebe" gezeugt, ohne dass das überhaupt ausdrücklich so gewollt war. Trotzdem gehen viele das Risiko ein, nicht ausreichend oder gar nicht zu verhüten, in der Hoffnung, dass schon nichts passiert. Das Geheule ist dann groß, wenn die Frau am Ende schwanger ist und für sie eine Abtreibung ausgeschlossen ist.
Du hast der Person doch praktisch unterstellt, menschenfeindlich zu sein, nur weil du dir nicht vorstellen kannst, dass man ein Baby vergessen kann. Das hast du ja auch in mehreren anderen Kommentaren so durchgezogen: Ein Baby sei etwas so Wichtiges, dass man es gar nicht vergessen könne - ausgeschlossen.
Damit deutest du im Grunde an, dass Menschen, die ihr Kind vergessen, schlechte oder menschenfeindliche Menschen sein müssen, weil das in deinem Weltbild eben nicht zusammenpasst. Und genau das meine ich: Du unterstellst ihnen damit sehr wohl einen negativen Charakter, selbst wenn du es nicht direkt so formulierst.