Und ist zugleich nur eine mögliche Perspektive. Die Bestimmtheit ihrer Formulierungen lässt das vielleicht bei manchen untergehen.
Ein Beispiel
Es schadet gar nichts, zu wissen, was "die Mehrheit" so macht. Genauso wenig wie es schadet, zu wissen, was jenseits der Mehrheit getan wird, und ob man selbst die eine oder andere Herangehensweise für sich selbst geeigneter findet, oder ein "neues Minderheitsvorgehen" etabliert (wer weiß, sowas kann vielleicht auch irgendwann mal Mehrheit werden - geringe Wahrscheinlichkeit, but you never know).Finnlandfreundin hat geschrieben: ↑04.11.2026, 18:35 Ich will hier niemanden überzeugen, was besser ist, aber es schadet nichts zu schauen, wie wird das von der Mehrheit praktiziert, denn immerhin sucht man in diesem Bereich und will fündig werden.
Ich würde auch bezweifeln, dass die meisten ("die Mehrheit") in "der Mehrheit" fündig werden will.
Die meisten möchten m.E. "nur" die Möglichkeiten (sowohl hinsichtlich eigener Fähigkeiten, als auch hinsichtlich äußerer Umstände), eine gewisse Anzahl interessante Kandidtys zu identifizieren, so dass mal oder vielleicht auch mehrfach "der Funke" überspringt.
Bei dieser Bewertung spielt fraglos meine persönliche Abneigung eine Rolle, mich an irgendeiner Mehrheit zu orientieren, nur weil es warum auch immer die Mehrheit ist.
Dies Idee, sich früh "positionieren" zu müssen, halte ich hier auch für recht iindividuell. Klar will und mag ich besitmmte Dige, und habe andere vor, und eventuell Lebensideen.
Ebenso ändert sich mein Bild aber auch, sobald ein weiterer Mensch in mein Leben tritt, mit dem ich mir mehr vorstellen kann. Dann fallen "Positionen" weg, und andere kommen neu dazu, oder es entstehen erst mal Leerräume, die sich nach und nach gemeinsam füllen). "Position" ist mir in Sachen Beziehung zu statisch und egozentrisch gedacht..Was nicht heißt, nicht auch selbst Wünsche und ideen zu haben.
"Mit beiden Beinen im Leben stehen" ist ne Floskel. Was derdiedas damit wirklich meint, ist ein weit offenes Feld. Manche meinen konkret "unbefristeten Job, Wohnung, Auto, Bausparvetrag kurz vor Fälligkeit, Grundstück für Haus mit 2 Kinderzimmern und Doppelcarport schon reserviert". Andere meinen: wenn das Leben dich mit Problemen konfrontiert, kannst du darauf adäquat reagieren, ohne ein halbes Jahr in die psychosomatische Klinik zu müssen.
Wobei es halt auch reichlich stabile Beziehungen gibt, bei denen genau das: längerfristiges nicht mit beiden Beinen im Leben stehen, nicht gegeben ist. Ich sehe keinen Grund, warum man in einer Beziehung erst "mit beiden Beinen im Leben stehen" muss, um es dann vieleicht jahrelang nicht mehr zu können, aber die Bezioehung läuft weiter ....oder die Beziehung startet mit einem sehr "flatterhaften" Leben, bleibt so, oder kommt irgendwann "mit beiden Beinen" irgendwo an - wobei, was ist eigentlich resistenter in den Geschehnissen des Lebens: dauerhaft flattern können ohne hart zu landen, oder fest stehen?
Dann wiederum wird Finnlandfreundin auch gern mal missverstanden bzw. was hineingelesen, was sie gar nicht schreibt. Beispiel:
Finnlandfreundin hat nichts von "nicht wollen" geschrieben. Nur die korrekte Tatsache geschildert: Ändert man nichts (oder: es ändert sich nicht von selbst, durch äußere Umstände), bleiben die Dinge wie sie sind.Deja-vu hat geschrieben: ↑05.11.2026, 13:14Alles korrekt. Ich weise dennoch wiederholt darauf hin, dass du aus der Ferne nicht beurteilen kannst, inwieweit derjenige Einfluss auf irgendwas hat, und den Background nicht kennst.Finnlandfreundin hat geschrieben: ↑04.11.2026, 18:35Es geht nicht um Schuld. Das ist eine falsche Herangehensweise. Es geht darum, den IST-Zustand zu ändern. Dazu ist es meines Erachtens notwendig, sich selbst zu hinterfragen, zu schauen, was man ändern kann. Man selbst hat nur Einfluss auf sich selbst.
Solche Sätze können dann sehr verletztend rüberkommen.
Wie "du willst ja nichts ändern, also musst du dich nicht wundern".
Es liest sich wie eine Schuldzuweisung dann.
Warum sich nichts ändert, ist hier nicht gesagt.
Wie aus meinen Worten zu ersehen ist, halte ich auch nichts von der Annahme, dass man nur selbst Einfluss auf sich selbst habe. Immerhin sind wir soziale Wesen in eine komplexen Gesellschaft. Jeder hat immer Einfluss auf andere, mal mehr, mal weniger. Und wird beeinflusst, mal günstiger, mal (leider) ungünstiger. Selbstwirksamkeit ist immens wichtig. Aber für sich genommen nur die halbe Wahrheit (Realität).
Das Gefühl, durch diese zunächst mal "neutralen" Tatsachen verletzt zu sein, stammt also zum einen daraus, sich in der eigenen (unzureichenden) Selbstwirksamkeit angesprocnen zu sehen (obwohl die gar nicht angesprochen war). Zum anderen, selbst immer noch den Anspruch zu haben, es "eigentlich schaffen zu müssen (deshalb fühlt man sich angesprochen) - obwohl die eigene Erfahrung deutlich macht, dass diese ndividuelle Eigenständigkeit von tatsächlichen Gegebenheiten (teils auch: anderen Menschen, gesellschaftlichen Verhältnissen - also nichts, was an sich "so sein muss") begrenzt ist.
Dahinter steckt eine tief in unserer Gesellschaft verwurzelte Ideologie des Individualismus. Die bis weit in die Denksutrukturen unserer "Unterstützungs- und Hilfe"-Systeme reicht. Nichtr falsch. Halbe Wahrheit. Halb blind.