Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

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Blau

Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Blau »

Tania hat geschrieben: Und genau deshalb halte ich mich selbst auch nur für eingeschränkt beziehungsfähig. Das mit der Waage kann ich kaum gewährleisten. Meine zusätzliche Belastbarkeit geht gegen Null - und auch wenn ich gern auf etwas verzichten würde (oder mir das Gesäß aufreißen würde), damit es dem Anderen besser geht, ich schaffe es einfach nicht. Insofern kann ich zum Thema des Threads auch nur Dinge aus Vorkindzeiten beitragen.
(...)
Insofern müsste mein potenzieller Partner entweder so selbstständig sein, dass
Öhm, in deinem Profil steht aber "vergeben"? :gruebel: Oder ist das nur eine Abschreckungsmaßnahme? ;)

Kann dich ansonsten aber recht gut verstehen. Ich arbeite, habe zwei Kinder im Alter von 1 und 3 Jahren und wenn mich jemand nach Hobbies und Freizeit fragt dann gucke ich erst mal so :shock: Dabei habe ich noch einen Partner, der aber zeitlich in seinem Studium recht stark eingespannt ist so dass Kinderbetreuung, Haushalt und Einkommen erwirtschaften eben an mir hängt. Ist aber OK, ich mag mein Leben und in ein paar Jahran kann ich dann auch wieder mehr Sport machen und vielleicht auch mal wieder ein Buch lesen :D
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Tania
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Tania »

Blau hat geschrieben: Öhm, in deinem Profil steht aber "vergeben"? :gruebel: Oder ist das nur eine Abschreckungsmaßnahme? ;)
Nun ja ... es gibt jemanden, der mir echt viel bedeutet - so viel, dass ich zumindest keine Augen mehr für Andere habe -, und mit dem ich so ziemlich meine komplette Freizeit verbringe. Insofern ist besagter Status sowohl Tatsache als auch Abschreckungsmaßnahme. Aber um als "Partner" bezeichnet zu werden, fehlen einfach noch paar partnerschaftliche Komponenten. Dazu ist das Ganze eh viel zu frisch.

Oder, um es mal praktisch auszudrücken: es gibt jemanden, den ich anrufen würde, wenn ich nach einem Unfall im.Krankenhaus landen sollte. Es gibt aber niemanden, der in so einem Fall meine Kinder betreuen, meine Schweine füttern und meine Miete zahlen würde.

Konkret genug? ;)

... in ein paar Jahren kan kann ich dann auch wieder mehr Sport machen und vielleicht auch mal wieder ein Buch lesen :D
Du meinst, wenn Deine Süßen in der Pubertät sind? ;)

Nee, es wird tatsächlich Einiges etwas leichter. Und vor allem kann man dann so wunderbar verklärt auf die Babyzeit zurück blicken :shylove:
Reinhard
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Reinhard »

Tania hat geschrieben:
Blau hat geschrieben: Öhm, in deinem Profil steht aber "vergeben"? :gruebel: Oder ist das nur eine Abschreckungsmaßnahme? ;)
Nun ja ... es gibt jemanden, der mir echt viel bedeutet - so viel, dass ich zumindest keine Augen mehr für Andere habe -, und mit dem ich so ziemlich meine komplette Freizeit verbringe. Insofern ist besagter Status sowohl Tatsache als auch Abschreckungsmaßnahme. Aber um als "Partner" bezeichnet zu werden, fehlen einfach noch paar partnerschaftliche Komponenten. Dazu ist das Ganze eh viel zu frisch.

Oder, um es mal praktisch auszudrücken: es gibt jemanden, den ich anrufen würde, wenn ich nach einem Unfall im.Krankenhaus landen sollte. Es gibt aber niemanden, der in so einem Fall meine Kinder betreuen, meine Schweine füttern und meine Miete zahlen würde.

Konkret genug? ;)
Oder kurz: eine Fernbeziehung.

Ich freue mich, dass ich von Hilfe sein konnte. ;)
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Tania
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Tania »

Reinhard hat geschrieben: Oder kurz: eine Fernbeziehung.
Ist mir zu unkonkret. Als Fernbeziehung wird ja auch das Modell bezeichnet, wenn der Mann Montag früh die gemeinsame Wohnung verlässt, zur Arbeitsstelle fährt und Freitag abend wieder heim kommt. In diesem Fall wäre er durchaus derjenige, der im Falle des Ausfalls der Partnerin Haus und Kinder betreut. Und die Miete zahlt er eh.

Nebenbei bemerkt: den Begriff "Beziehung" kann ich auch nicht leiden. Der ist genauso unpräzise.
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Reinhard »

Tania hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben: Oder kurz: eine Fernbeziehung.
Ist mir zu unkonkret. Als Fernbeziehung wird ja auch das Modell bezeichnet, wenn der Mann Montag früh die gemeinsame Wohnung verlässt, zur Arbeitsstelle fährt und Freitag abend wieder heim kommt. In diesem Fall wäre er durchaus derjenige, der im Falle des Ausfalls der Partnerin Haus und Kinder betreut. Und die Miete zahlt er eh.

Nebenbei bemerkt: den Begriff "Beziehung" kann ich auch nicht leiden. Der ist genauso unpräzise.
Das hat man praktisch immer, dass ein Begriff ein ganzes Spektrum an konkreten Möglichkeiten umfasst (Begriffsumfang). Mit "Haus" zm Beispiel werden Millionen an konkrete und voneinander unterschiedliche Bauten bezeichnet. Ebenso umfasst der Begriff "Fernbeziehung" auch viele verschieden Lebensmodelle, darunter natürlich auch andere, als dein jetziges, aber das ist kein Ausschlussgrund das nicht so zu nennen.

Das Gegenbeispiel würde ich Wochenendbeziehung nennen. Oder einfach nur Beziehung, wenn die gemeinsame Wohnung seine Hauptwohnung ist und er unter der Woche im Hotel wohnt, weil er auf Montage unterwegs ist anstatt einen festen Arbeitsplatz mit Zweitwohnung zu haben. Der Übergang ist da fließend.

Jedenfalls sehe ich in deiner Ablehnung des Begriffs oder dem Gegenbeispiel keinen Grund, das nicht Fernbeziehung zu nennen. Und natürlich gibt es auch lange, tiefe, stabile Fernbeziehungen und neue, noch brüchige ... auch das spricht nicht gegen die Bezeichnung ...
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Tania
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Tania »

Reinhard hat geschrieben:Jedenfalls sehe ich in deiner Ablehnung des Begriffs oder dem Gegenbeispiel keinen Grund, das nicht Fernbeziehung zu nennen.
Meinetwegen kannst Du es auch Harald nennen. Ist schließlich Dein Kopf und Deine Begriffswelt. Deswegen darf ich es aber trotzdem für mich differenzierter betrachten - und es nennen, wie ich will. Sofern mir denn irgendwann mal ne schlüssige Bezeichnung einfällt. ;) Bis dahin lebe ich es einfach und zieh mich nicht weiter an Begrifflichkeiten hoch. Denn letzten Endes ist es doch vollkommen irrelevant, wie man es nennt ... Hauptsache die Beteiligten verstehen ungefähr dasselbe darunter.
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[snip] Kinder. Aus: Alltag in einer Beziehung ...

Beitrag von Reinhard »

Tania hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Jedenfalls sehe ich in deiner Ablehnung des Begriffs oder dem Gegenbeispiel keinen Grund, das nicht Fernbeziehung zu nennen.
Meinetwegen kannst Du es auch Harald nennen. Ist schließlich Dein Kopf und Deine Begriffswelt.
Nein, ist es nicht. In dem Moment da wir drüber Zeichen austauschen, sollten wir mit den Zeichen auch bestimmte Begriffe und mit den Begriffen ungefähr gleichen Begriffsumfang meinen. Sonst können wir uns die Kommunikation auch gleich sparen.
Tania hat geschrieben: Deswegen darf ich es aber trotzdem für mich differenzierter betrachten - und es nennen, wie ich will. Sofern mir denn irgendwann mal ne schlüssige Bezeichnung einfällt. ;) Bis dahin lebe ich es einfach und zieh mich nicht weiter an Begrifflichkeiten hoch. Denn letzten Endes ist es doch vollkommen irrelevant, wie man es nennt ... Hauptsache die Beteiligten verstehen ungefähr dasselbe darunter.
Du kannst den eingeführten Begriff "Fernbeziehung" nehmen, vielleicht plus ein paar Zusatzangaben (dafür wurden zum Beispiel Adjektive erfunden). Das IST die schlüssige Bezeichnung, aus welchen Gründen auch immer sie dir nicht einfallen will.

Oder du kannst es von mir aus auch "Harald" nennen, dann aber bitte mit Link zu Übersetzungswiki Tania-Deutsch, Deutsch-Tania. :mrgreen:

Du kannst auch über im Text, wo es benutzt wird auch ausschreiben:
"Es gibt jemanden, der mir echt viel bedeutet - so viel, dass ich zumindest keine Augen mehr für Andere habe -, und mit dem ich so ziemlich meine komplette Freizeit verbringe. Insofern ist besagter Status sowohl Tatsache als auch Abschreckungsmaßnahme. Aber um als "Partner" bezeichnet zu werden, fehlen einfach noch paar partnerschaftliche Komponenten. Dazu ist das Ganze eh viel zu frisch.

Oder, um es mal praktisch auszudrücken: es gibt jemanden, den ich anrufen würde, wenn ich nach einem Unfall im.Krankenhaus landen sollte. Es gibt aber niemanden, der in so einem Fall meine Kinder betreuen, meine Schweine füttern und meine Miete zahlen würde. "
Bisschen lang, net wahr? :buch:
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Lisa

Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Lisa »

Administration: Absolute Beginner TreffAuf allgemeinen Wunsch habe ich das Kinderthema aus dieser Diskussion herausgetrennt.
Hier gehts weiter zur Kinderdiskussion. :hierlang:

Und in diesem Thread hier bitte wieder zurück zum Thema. Danke! :)
Reinhard
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Reinhard »

Umh ... mein Beitrag vom 3. November 23:20 gehört eigentlich noch in diesen Thread statt in den anderen. Wenn es geht zurückverschieben.

Danke im Voraus.
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Lisa

Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Lisa »

@Reinhard: Sorry, hiermit erledigt ;).
Strange Lady
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Strange Lady »

Tania hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Jedenfalls sehe ich in deiner Ablehnung des Begriffs oder dem Gegenbeispiel keinen Grund, das nicht Fernbeziehung zu nennen.
Meinetwegen kannst Du es auch Harald nennen. Ist schließlich Dein Kopf und Deine Begriffswelt. Deswegen darf ich es aber trotzdem für mich differenzierter betrachten - und es nennen, wie ich will. Sofern mir denn irgendwann mal ne schlüssige Bezeichnung einfällt. ;) Bis dahin lebe ich es einfach und zieh mich nicht weiter an Begrifflichkeiten hoch. Denn letzten Endes ist es doch vollkommen irrelevant, wie man es nennt ... Hauptsache die Beteiligten verstehen ungefähr dasselbe darunter.
Jetzt wirds aber surreal, ne?

http://www.quotationspage.com/quote/23101.html

Als Sprachwissenschaftlerin muss ich da ein Veto einlegen: so lustig de-/konstruktivistische Rhetoriken und Rabulistiken auch sind - es gibt dennoch immer auch 'kleinste gemeinsame semantische Nenner', auf die wir unbewusst aber dennoch quasikonsensuell rekurrieren, sonst würden wir im sprachnarzistisch babylonischen Humptydumptismus total irre werden.
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von BartS »

Strange Lady hat geschrieben: Als Sprachwissenschaftlerin muss ich da ein Veto einlegen: so lustig de-/konstruktivistische Rhetoriken und Rabulistiken auch sind - es gibt dennoch immer auch 'kleinste gemeinsame semantische Nenner', auf die wir unbewusst aber dennoch quasikonsensuell rekurrieren, sonst würden wir im sprachnarzistisch babylonischen Humptydumptismus total irre werden.
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

Vorab, bevor irgendjemand auf die Idee kommt zu behaupten, ich wüßte nicht, wovon ich schreibe, und söge mir alles aus meinen Fingern: Ich spiele seit Jahren selbst in einer Band. Ich spreche also tatsächlich aus Erfahrung, ob ihr das akzeptieren wollt oder nicht.

Außerdem stehe ich in schriftlichem Kontakt mit ziemlich vielen anderen Musikern, die zum erheblichen Teil in Bands spielen. Ich kenne also nicht nur die Verhältnisse in der Band, in der ich spiele.
Reinhard hat geschrieben:
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Kief hat geschrieben:und jemand ersetzt wird?
In diesem konkreten Fall, in dem sie Bassistin ist, geht das nicht anders. Eine Band hat nie mehr als einen Bassisten.
Alle sagten, das geht nicht. Bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.
Wieviel genau verstehst du von Musik? Von der Zusammensetzung einer Musikgruppe? Vom aktiven Musizieren in einer Musikgruppe? Davon, wie Musikstücke arrangiert sind?

Bassisten spielen nur in einem sehr schmalen Frequenzbereich. Die legen nämlich das Baßfundament. Sogar Obertöne sind bei ihnen Mangelware.

Im Frequenzbereich des Bassisten hat genau ein (1) Musiker Platz. Spielen zwei in diesem Frequenzbereich, gibt es Mulm.

Rhythmusgitarristen kann man praktisch beliebig viele übereinanderschichten. Auch Schlagzeuger kann man praktisch beliebig viele nebeneinanderher spielen lassen. Mehr als 1 Bassist dagegen funktioniert nicht.
Blau hat geschrieben:Aber mein Lösungsvorschlag in so einem Fall wäre halt mit ihr als Bassistin eine neue Band zu gründn die dann neben der alten läuft. Wird zwar stressig aber so kriegt jeder was er/sie will.
Das kann nur in den seltensten Fällen eine Lösung sein – aus zwei Gründen:

Zum einen bedeutet jede zusätzliche Band, in der man ist, mehr Zeitaufwand. In aller Regel probt eine Band mindestens einmal, wenn nicht gar mehrmals pro Woche. Wenn man in zwei Bands ist, die jeweils wöchentlich mindestens einmal proben, wird langsam die Freizeit knapp. (Denen, die noch nie in einer Band gespielt haben, sei gesagt: So eine Bandprobe geht nicht nur eine halbe oder eine Stunde.)

Bei professionellen Bands (die mit der Musik Geld verdienen) kann es sogar sein, daß die Musiker nahezu jede freie Minute, die sie überhaupt haben (wohlgemerkt, die Musiker haben keinen Job neben der Band, also kann "jede freie Minute" schon mal 16 Stunden pro Tag sein), in die Band investieren. Da ist definitiv kein Platz für eine Zweitband.

Zum anderen bedeutet in den meisten Fällen jede zusätzliche Band, in der man ist, die Anschaffung von zusätzlichem Equipment.

In einem Orchester trägt man immer alles an Equipment, was man braucht, bei sich. Man bringt immer alles zur Probe mit, man bringt immer alles zu Auftritten mit. Es ist ja nicht viel, es paßt ja alles in einen Instrumentenkoffer, denn viel mehr als das einzelne Instrument, das man spielt, braucht man ja nicht. Nur in Ausnahmefällen kann man es nicht immer mitbringen und hinterher wieder mit nach Hause nehmen, weil es zu sperrig ist (Klavier, Harfe, Percussion etc.).

In einer Band geht das schon nicht mehr so leicht. Sogar in einer akustischen Unplugged-Band gibt es einen, der für jede Band jeweils eigenes Equipment braucht und dann noch einmal zu Hause: den Schlagzeuger. Auf- und Abbau eines Schlagzeugs dauert jeweils etwa eine halbe Stunde. Und dann muß er das auch noch alles irgendwie transportieren. Bei allen anderen, die mindestens ein Instrument spielen, gilt auch: Sobald Strom gebraucht wird, ist es nicht mehr ohne weiteres komplett transportabel. Der Bassist und die Gitarristen können jeweils ihr Instrument transportieren, aber in den meisten Fällen haben sie dazu auch noch einen Verstärker. Und den können sie nicht immer mit sich herumschleppen. Die haben dann mindestens einen Verstärker zu Hause und im Bandprobenraum noch einen. Wenn sie in noch einer Band sind, dann steht bei der Band im Probenraum auch noch ein Verstärker. Es ist auch nicht immer praktikabel, die ganze Effektkette vor der Probe auf- und nach der Probe wieder abzubauen, auch wenn sie an sich relativ transportabel ist – also muß auch die einmal pro Band plus einmal zu Hause vorhanden sein.

Und Keyboarder, die das Spielen in der Band wirklich ernstnehmen, haben erst recht kein Equipment, das leicht transportiert und mal schnell auf- und abgebaut werden kann. Schon in Amateurkreisen ist es üblich, auf dem Keyboardständer zwei Keyboards zu haben – vielleicht noch ein bis zwei weitere daneben über Eck – und dann auch noch ein 19"-Rack mit noch dem einen oder anderen Gerät mehr, und sei es ein Linemixer. Das ist schwierig zu transportieren und braucht seine Zeit beim Auf- bzw. Abbau, so daß auch viele Keyboarder je ein Setup zu Hause und im Bandprobenraum stehen haben – und in einer Zweitband ein Drittsetup brauchen. Und gerade bei Keyboardern wird es schon mal sehr teuer. Wir reden hier nicht von 100-€-Tischhupen aus dem Lebensmitteldiscounter. Schon semiprofessionelle Keyboarder stecken allein in ihre Keyboards zusammen schon mal über 7.000 € – pro Setup.

Wenn also ein Keyboarder von seiner neuen Freundin zu hören bekommt, daß sie mit ihm eine Band gründen will – obwohl bzw. weil er schon in einer ist –, dann bedeutet das nicht selten einen kurzfristigen finanziellen Mehraufwand von mehreren tausend Euro.

Abgesehen davon gründet man nicht mal eben eine Band und spielt. Man wird in den allermeisten Fällen mehr Musiker brauchen als die Freundin, die die Band gründen will, und den Freund, mit dem die Freundin die Band gründen will. Dann braucht man ein gemeinsames Konzept. Man braucht einen Probenraum, der heutzutage gerade in Großstädten schwierig bis unmöglich zu finden ist (nein, man kann nicht bei einem der Bandmitglieder zu Hause in der Wohnung proben). Und so weiter.
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von °°°Raupe »

Marcel Go hat geschrieben: Was sagt ihr dazu? Wenn ihr in einer Beziehung (gewesen) seid, was macht ihr den ganzen Tag ?
°°°Bei meiner Exe war es so, dass wir körperlich sehr gut zusammen passten.
Also beschäftigten wir uns gemeinsam überwiegend mit der Fortpflanzungssimulation oder auch der harmlosen Kuschelei.
Hobbys teilten wir eher geringfügig.
Wir malten mal zusammen (jeder für sich), aber da war klar, dass sie keine Künstlerin ist.
Zum Kampfsport und Gewichtetraining ging ich dann auch ohne sie.
Sie war eher so eine Stubenhockerin.
Aber zumindest mochte sie keine Kinder.
Ich bin jetzt 37 und mir mehr als sicher, dass ich beziehungstechnisch nichts mit Frauen anfangen kann, die Kinder wollen.
Das ist halt noch etwas krasser, als wenn eine Frau nur ein Hobby hat, mit welchem ich nichts anfangen kann.
Hobbys muss man sich nicht teilen, Kinder schon.
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Girassol »

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Bei professionellen Bands (die mit der Musik Geld verdienen) kann es sogar sein, daß die Musiker nahezu jede freie Minute, die sie überhaupt haben (wohlgemerkt, die Musiker haben keinen Job neben der Band, also kann "jede freie Minute" schon mal 16 Stunden pro Tag sein), in die Band investieren. Da ist definitiv kein Platz für eine Zweitband.
In dem Fall hat sich das Problem doch auch schon direkt quasi erledigt. Wo wäre da noch Platz und Zeit für eine Beziehung? In den acht "freien" Stunden wird man hauptsächlich schlafen.

Wenn man wirklich einen bestimmten Menschen in seinem Leben haben will, dann findet man ausreichend Platz für ihn. Wenn nicht, dann hat man andere Prioritäten. Und das ist ja auch ok und das kann/muss jeder für sich selbst festlegen.
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Happy Future »

Eine Bassistin als Freundin würde ich ganz gut finden, dann kann man sich gegenseitig bei den Demos helfen :shylove: .
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Tania
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Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Tania »

Girassol hat geschrieben: Wenn man wirklich einen bestimmten Menschen in seinem Leben haben will, dann findet man ausreichend Platz für ihn. Wenn nicht, dann hat man andere Prioritäten. Und das ist ja auch ok und das kann/muss jeder für sich selbst festlegen.
Theoretisch: :good:

Praktisch läuft es meist hinaus auf ein "Ich will Dich in meinem Leben haben. Aber ich will auch noch xxx und yyy und zzz. Und muss aaa und bbb. Ggg und hhhh kann ich einschränken, iiii und jjjj würde ich aufgeben und ppp und qqq fallen eh weg. Reicht Dir das?"

Und manchmal passiert es eben, dass bei aller Liebe und allem Bemühen der Platz, den man dem Anderen schaffen kann, diesem nicht ausreicht. Das bedeutet dann nicht, dass man diesen nicht wollen würde - es bedeutet nur, dass es wechselseitig eben nicht passt. Da dann eine Schuldfrage a la "wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mir mehr Platz einräumen" oder "wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mich mitsamt meiner Hobbys und Verpflichtungen akzeptieren" zu konstruieren, führt zu nix. Für manche Probleme gibt es halt keine Lösung ...
Happy Future

Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Happy Future »

Tania hat geschrieben:
Und manchmal passiert es eben, dass bei aller Liebe und allem Bemühen der Platz, den man dem Anderen schaffen kann, diesem nicht ausreicht. Das bedeutet dann nicht, dass man diesen nicht wollen würde - es bedeutet nur, dass es wechselseitig eben nicht passt. Da dann eine Schuldfrage a la "wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mir mehr Platz einräumen" oder "wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mich mitsamt meiner Hobbys und Verpflichtungen akzeptieren" zu konstruieren, führt zu nix. Für manche Probleme gibt es halt keine Lösung ...
Ist dann eine Frage der eigenen Prioritäten, oder?
Nonkonformist

Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Nonkonformist »

Happy Future hat geschrieben:
Tania hat geschrieben:
Und manchmal passiert es eben, dass bei aller Liebe und allem Bemühen der Platz, den man dem Anderen schaffen kann, diesem nicht ausreicht. Das bedeutet dann nicht, dass man diesen nicht wollen würde - es bedeutet nur, dass es wechselseitig eben nicht passt. Da dann eine Schuldfrage a la "wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mir mehr Platz einräumen" oder "wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mich mitsamt meiner Hobbys und Verpflichtungen akzeptieren" zu konstruieren, führt zu nix. Für manche Probleme gibt es halt keine Lösung ...
Ist dann eine Frage der eigenen Prioritäten, oder?
Das ist doch bei allem in leben so?

Es wird immer behauptet, das leben soll auch ohne partner erfüllt sein, der partner nur das töppfelchen auf das i.
Die frage ist dann, in wie fern kann man das bereits erfüllte leben für ein partner opfern, wann es in bestimte
bereichen nicht passt?

(Ich vermute, das ist vor allem bei langzeit-singles ein thema.)
Happy Future

Re: Alltag in einer Beziehung ohne gemeinsame Hobbys

Beitrag von Happy Future »

Nonkonformist hat geschrieben:
Es wird immer behauptet, das leben soll auch ohne partner erfüllt sein, der partner nur das töppfelchen auf das i.
Die frage ist dann, in wie fern kann man das bereits erfüllte leben für ein partner opfern, wann es in bestimte
bereichen nicht passt?
Kommt wirklich drauf an, wie wichtig einem die einzelnen Dinge sind und ob man drauf verzichten möchte oder nicht.

In meinem Fall z.B. würde ich deshalb nicht aufhören, in einer Band zu spielen. Aber auf meine Dauerkarte für's Stadion könnte ich dann schon verzichten.