Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

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Vogel
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Re: AB's kommen wenn überhaupt nur sehr selten als passende Partner in Frage.

Beitrag von Vogel »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑13.07.2025, 17:36 Für sogenannte „Absolute Beginners“ (ABs) wird dieser Prozess jedoch oft hinfällig. Sie scheinen bereits von vornherein als potenzielle Partner ausgeschlossen zu werden. Es scheint, dass es wenig nützt, nachträglich zu versuchen, sich interessant zu machen.
Mir kommt es immer so vor, als hätte man irgendetwas an sich, was zum Ausschluss führt - was man aber selbst nicht sehen / riechen kann. Aber dafür andere umso besser. Falscher Stallgeruch...
Eine mögliche Erklärung (reine Vermutung) ist, dass nach einer Vielzahl von Fehlschlägen diese Ablehnung internalisiert wird. Das heißt, man verhält sich bereits von vornherein so, als wäre man uninteressant, was den Teufelskreis verstärkt.
Wie in Paul Watzlawicks Geschichte vom Mann mit dem Hammer?

Ich für meinen Teil denke eher, das man es überhaupt nie gelernt hat interessant zu wirken und zu sein - und die Versuche es dann zu tun im Erwachsenenalter auf andere befremdlich - vielleicht gar uncanny - wirken. Und das dieser der "falsche Stallgeruch" ist.

Denn gleichzeitig strahlt die eigene fehlende Liebeshistorie und das fehlendes adäquates Verhalten in bestimmten nach aussen hin eine Art (Warn)signal aus: "Achtung: nie Partner/in gehabt - vermutlich sozial inkompetent - muss selbst vermutlich mehr investieren als am Ende für mich heraus kommt! - besser von ihm / ihr fernbleiben!"
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.
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RomNey
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von RomNey »

knopper hat geschrieben: ↑10.07.2025, 15:18 ...
Es fühlt sich nicht gut an eine Vorbeziehung zu erfinden...aber anders scheint es wohl nicht zu gehen, so meine Überzeugung. Die bisherigen Reaktionen bei meinen Dates bestätigen dies.
Meiner Erfahrung nach genau das Gegenteil.
Wobei ich das nicht 100% sagen kann, hatte mehrere dates und jetzt 2 Beziehungen, aber habe bisher noch keine Vorbeziehungen erfunden und kann deswegen nicht sagen wie oft es deswegen nicht geklappt hätte....
knopper hat geschrieben: ↑10.07.2025, 15:18 ein George Clooney nicht, aber ein Mann der es versteht mit einer Frau "umzugehen ". also sie zum lachen bringt, flirty drauf ist beim Date, ein gewisses Selbstbewusstsein ausstrahlt und somit Sicherheit.
All das ist von einem AB eher weniger zu erwarten.
Ich glaube offen, ehrlich und mit sich selbst im reinen trifft es eher.
Weil alles andere dann von alleine kommt?

Das was du beschreibst ist vielleicht förderlich um möglichst ansprechend für sehr viele Frauen zu sein.
Aber es baut auch unnötig Druck auf.
Wie du sagst sind diese Eigenschaften von ABs weniger zu erwarten, was unter Umständen Druck für jeden AB aufbaut, welcher jetzt denkt, scheiße ich muss SO werden...
Was ja aber Blödsinn ist.
Normal ist was sich gut anfühlt!
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Egil
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Egil »

ABler11235 hat geschrieben: ↑11.07.2025, 19:47 Also ich glaub ja nicht an Astrologie, aber die Frau die ich kürzlich getroffen habe tut es. Ich habe Aszendent Stier und sie ist vom Sternzeichen Skorpion. Astrologisch gesehen ist das angeblich die bestmögliche Kombination. Ob das wohl stimmt?
Wenn sie das glaubt, ist es doch nur gut für dich. Go for it!
Kisuli hat geschrieben: ↑11.07.2025, 13:16 Es hat sich dann aber herausgestellt, dass das (für mich) nicht realistisch ist. Liebe entwickelt sich nicht "mit der Zeit". Da muss schon von Anfang an beidseitig etwas da sein, sonst kann man sich zwar eine Weile einer Illusion hingeben, aber über kurz oder lang hält das der Realität nicht stand. Wenn die Gegensätze zu groß sind und die Anziehung zu gering, dann langweilt man sich spätestens nach ein paar Jahren gegenseitig oder geht sich auf die Nerven und wenn über längere Zeit hinweg keine Perspektive mehr da ist, dass die Dinge besser werden, dann gibt es irgendwann keinen Grund mehr, zusammen zu bleiben. Warum soll man sich gegenseitig quälen, wenn keine Liebe da ist? Dann lieber gleich von Anfang an strenger aussortieren. Das waren auch für mich sehr schmerzhafte Erfahrungen, aber ich bin tatsächlich an einem Punkt, wo ich auf weitere derartige Experimente keine Lust habe.
Ich habe gelernt, dass ich von meinen Partnern kaum Entgegenkommen hinsichtlich meiner Bedürfnisse erwarten kann und inzwischen bin ich auch nicht mehr bereit, meinerseits meine Bedürfnisse für einen Mann, dem ich ohnehin nicht wirklich wichtig bin, komplett hintenanzustellen.
Aber ich denke, du kommst da auch aus einer anderen Generation, wo Selbstaufopferung für Mann und Familie gerade für Frauen noch eher etwas war, was selbstverständlich erwartet wurde.
Einen Partner, der gar keine Hunde mag oder der lieber zum Ballermann fährt als in die Berge würde ich übrigens auch nicht wollen und finde das auch legitim. Das weist schon auf ziemlich grundlegende Interessens- und Wertunterschiede hin.
Na ja, eine gewisse Schnittmenge muss schon da sein, sonst kann das nichts werden, da stimme ich dir zu. Aber wie die Schnittmenge konkret aussieht, ist wohl von Fall zu Fall verschieden, und man sollte auch nicht vergessen, dass Menschen keine statischen, inerten Figuren sind, sondern sich durchaus, insbesondere im Umgang mit anderen, verändern können. Zu deinem Beispiel passt als Illustration die Beziehung zu meiner Freundin: sie liebt Katzen über alles, aber mag auch Hunde. Bei mir ist es andersrum. Ich würde lieber in die Berge (oder allgemein: Natur) in den Urlaub fahren, sie bevorzugt Städtereisen - zum Ballermann zieht es uns beide nicht. Schnittmengen sind also da, aber unsere Interessen sind bei weitem nicht deckungsgleich.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von knopper »

Vogel hat geschrieben: ↑12.07.2025, 15:26 Eben!

Die Zeit spielt gegen uns.
ja leider. Das ist eben das große Damoklesschwert was bei jedem AB irgendwo schwingt. "schaffe ich es irgendwie doch noch da etwas aufzuholen", bzw. "schaffe ich es noch".
Mit dem Alter sinkt hier immer weiter die Wahrscheinlichkeit, ganz einfach weil keine Experimente mehr eingegangen werden...und das ist bei einem AB eben oft der Fall.
Es klingt paradox, aber man steigert seine Attraktivität indem man evt. eine Vorbeziehung erfindet...da eben dieses AB-Geständnis sofort für viele ein ganz große red-Flag ist. :roll:
Ein "nur" Single ist eben was ganz anderes als ein AB. Ich kann es wie gesagt aus bisherigen Dates nur bestätigen. Die Begeisterung hielt sich stets in Grenzen bzw. der Schock saß tief.
RomNey hat geschrieben: ↑14.07.2025, 04:57 Meiner Erfahrung nach genau das Gegenteil.
Wobei ich das nicht 100% sagen kann, hatte mehrere dates und jetzt 2 Beziehungen, aber habe bisher noch keine Vorbeziehungen erfunden und kann deswegen nicht sagen wie oft es deswegen nicht geklappt hätte....
ich weiß es nicht. und wie hast du das bei der ersten Beziehung gehandhabt? Wusste sie dass du AB bist? nach der ersten musstest du ja keine mehr erfinden...eine reicht den meisten Frauen ja schon.

Ich denke das Ganze korreliert klar mit dem Alter, mit 25 zu sagen, dass man noch nichts hatte ist sicher was anderes als mit 40....
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RomNey
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von RomNey »

knopper hat geschrieben: ↑14.07.2025, 12:01 ich weiß es nicht. und wie hast du das bei der ersten Beziehung gehandhabt? Wusste sie dass du AB bist? nach der ersten musstest du ja keine mehr erfinden...eine reicht den meisten Frauen ja schon.
Die erste Beziehung ging nicht mal ein Jahr und über große Distanz.

Bei der ersten habe ich alle Karten auf den Tisch gelegt.
So wie ich es immer wieder tun würde.
Also ich habe schon früh erzählt das ich trockene Alkoholiker bin, AB, Kindheitstrauma, Gefühle mein Leben lang unterdrückt, mich selber und alle anderen belogen, alles und jeden scheiße gefunden, mich selbst am meisten usw.

Bei der zweiten habe ich das gleiche getan, nur das ich auch von der kurzen fernbeziehung gesprochen habe, was da nicht gepasst hat, was ich daraus gelernt habe usw.

Mir war und ist es schon wichtig das mein Gegenüber mich "richtig" kennen lernt.
Alles andere, also vielleicht nur die kurze Beziehung erwähnen und gar nicht auf die Zeit davor eingehen, wäre für mich falsch.
All die Jahre die hinter mir liegen, haben mich zu dem gemacht was ich heute bin.
Da gehört für mich das AbTum dazu genau wie alle anderen Ecken und Kanten, die ich hatte oder habe.
knopper hat geschrieben: ↑14.07.2025, 12:01 Ich denke das Ganze korreliert klar mit dem Alter, mit 25 zu sagen, dass man noch nichts hatte ist sicher was anderes als mit 40....
Sicherlich.
Bei mir waren es 37...
Ich denke aber auch das das egal ist, weil der mit 25 und der mit 40 werden beide eine nachvollziehbare Geschichte haben, warum das so ist.
Zumindest wenn ich mit mir selber und anderen ehrlich bin.
Die Menschen die das dann nicht nachvollziehen können/wollen, tun mir dann auch nicht gut, muss ich keine weitere Zeit und Energie verschwenden.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Vogel hat geschrieben: ↑14.07.2025, 04:07 Mir kommt es immer so vor, als hätte man irgendetwas an sich, das zum Ausschluss führt – das man selbst aber nicht sehen oder riechen kann. Andere hingegen spüren es umso besser. Falscher Stallgeruch...
Ich hatte immer das Gefühl, eine Art riesigen Pickel im Gesicht zu haben – einen, den nur potenzielle Partnerinnen sehen können. Und natürlich Ratschläger aus diesem Forum, die einen nie gesehen haben. Sonst aber niemand.
Eine mögliche Erklärung (reine Vermutung) ist, dass sich nach einer Vielzahl von Fehlschlägen die Ablehnung internalisiert.
Wie in Paul Watzlawicks Geschichte vom Mann mit dem Hammer?
Ich für meinen Teil denke eher, dass man es überhaupt nie gelernt hat,[...] „falsche Stallgeruch“.
Eine Vermutung ist so gut wie jede andere. Aber so, wie du es beschreibst könnte es natürlich auch sein.
Denn gleichzeitig strahlt die eigene fehlende Liebeshistorie und das fehlende adäquate Verhalten in bestimmten Situationen nach außen eine Art (Warn-)Signal aus:
„Achtung: nie Partner/in gehabt – vermutlich sozial inkompetent – müsste vermutlich selbst mehr investieren, als am Ende für mich herauskommt – besser fernbleiben!“
Tja, dann hätte ich wohl meinen Beruf verfehlt. Nur: Kolleg*innen haben nie etwas gesagt.
Also offenbar eine sehr, sehr spezialisierte Form sozialer Inkompetenz.

Exkurs:
In einem Seminar „Beratungstraining“ im Rahmen sozialer Therapie – lang, lang ist’s her –, sollte ich einmal eine Paarberatung durchführen. Ich hatte mir das nicht ausgesucht; es wurde ausgelost, wer welchen Fall bearbeiten sollte.
Ich hatte es also mit einem zerstrittenen Paar zu tun, bei dem sich herausstellte, dass sie fremdgegangen war.

Kurz und gut: Nie zuvor und nie danach habe ich so abgeloost wie dort.

Die Rückmeldungen in der Auswertung waren Raketeneinschläge:
  • Ob ich denn nicht nachfühlen könne, was die Beteiligten empfinden.
    Ob ich keine eigenen Sorgen und Ängste in einer Partnerschaft hätte, anhand derer ich Parallelen ziehen könnte.
    Ich würde in der Beratung wirken, als wäre ich noch nie in einer Beziehung gewesen.
    Ob ich keine Freundin hätte und mir vorstellen könne, wie ich mich fühlen würde, wenn sie fremdgehen würde.


Ich habe mich nicht getraut, reinen Wein einzuschenken. Oder nur halbherzig angedeutet, dass ich noch nie eine Freundin gehabt hatte – und deshalb in so einer Situation völlig überfordert war.

Das ist nun 40 Jahre her. Zum Glück bin ich nie wieder in in meiner beruflichen Laufbahn in eine so kritische Beratungssituation geraten.

Ich bin überzeugt: Uns fehlt das Handwerkszeug zur Intimität.
Auf der anderen Seite frage ich mich, woran zum Teufel man das erkennen kann – und warum selbst Ausbilder wie im obigen Beispiel es nicht erkannt haben.

Was für viele Menschen in Jugend und junger Erwachsenenzeit ganz selbstverständlich „einfach passiert“, ist für uns schlicht nie eingetreten. Nicht, weil wir unwert wären, sondern weil wir auf mehreren Ebenen aus dem „sozialen Spiel“ gefallen sind – sei es durch frühe Unsicherheit, Anderssein, psychische Herausforderungen, Pech oder schlicht fehlende Gelegenheiten.

Das eigentliche Problem:
Die Gesellschaft sieht kein Rehabilitationsprogramm für intime Unerfahrenheit vor.
Es gibt keine „Spätlernerschulen für Nähe“. Wer einmal rausgefallen ist, kommt nur schwer wieder rein.

Man kann auf Zufallstreffer hoffen – die gibt es, immer wieder.
Aber je später sie eintreten, desto schwieriger werden sie.
knopper hat geschrieben: ↑14.07.2025, 12:01 Es klingt paradox, aber man steigert seine Attraktivität indem man evt. eine Vorbeziehung erfindet...da eben dieses AB-Geständnis sofort für viele ein ganz große red-Flag ist. :roll:
Ein "nur" Single ist eben was ganz anderes als ein AB. Ich kann es wie gesagt aus bisherigen Dates nur bestätigen. Die Begeisterung hielt sich stets in Grenzen bzw. der Schock saß tief.

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Zuletzt geändert von Zuya Hiyaye am 14.07.2025, 18:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von RomNey »

knopper hat geschrieben: ↑14.07.2025, 12:01 Es klingt paradox, aber man steigert seine Attraktivität indem man evt. eine Vorbeziehung erfindet...da eben dieses AB-Geständnis sofort für viele ein ganz große red-Flag ist. :roll:
Spanned, für mich wäre die red-flag das sie mich schon bei so banalen Dingen wie vergangene Beziehungen anlügt.

Ich sie dann vermutlich nicht richtig kennen lernen kann, weil sie ansonsten wohl kaum ehrlich mit ihren Problemen umgeht...

Ist dann wohl die Frage, wieviel möchte ich lügen um meine Attraktivität zu steigern?

Und da denke ich dann das ich eine wandelnde red-flag bin, der man es aber nicht ansieht oder so hoffe ich zumindest, das man es nicht sehen kann.
Aber irgendwann kommt alles raus.
Sich dann darauf zu verlassen, das ich schon genug Nähe aufgebaut habe, wenn alles raus kommt, ist doch sehr respektlos oder zumindest egoistisch und unhöflich.

Und solange nicht alles raus gekommen ist, spiele ich einen Menschen der ich nicht bin...


Und diese Menschen, für die das AB-Tum direkt eine red-flag ist,( ohne das sie sich das warum dazu anhören), die brauchen wir eh nicht oder?
Normal ist was sich gut anfühlt!
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Elfriede »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑14.07.2025, 18:30 Auf der anderen Seite frage ich mich, woran zum Teufel man das erkennen kann – und warum selbst Ausbilder wie im obigen Beispiel es nicht erkannt haben.
Sie haben es doch erkannt und dich sogar direkt danach gefragt. Nur du hast es ja verneint, weil du keinen reinen Wein einschenken wolltest. Was sollen sie also tun?

Weißt du ich arbeite als Altenpflegerin mit hochaltrigen Menschen. Viele von denen haben sich im Laufe ihres Lebens Verhaltensweisen angewöhnt, die man als selbstschädigend bezeichnen könnte. Aufgrund ihres Alters und ihrer kognitiven Einschränkungen ist es aber leider nicht mehr möglich, sie umzuerziehen. Daher bleibt uns nur die rigorose Akzeptanz.

Genau so haben deine Ausbilder auch gehandelt. Sie haben dein "Problem" möglicherweise sogar sehr deutlich erkannt, wollten dich aber nicht bloßstellen und es war schlicht nicht ihre Aufgabe und auch nicht ihre Intention, dich zu therapieren.

Inzwischen bist du in einem Alter, in dem das auch nicht mehr so einfach möglich ist. Zu stabil sind die Verbindungen deiner Synapsen inzwischen und deine Verhaltensweisen, die du im Laufe der Zeit entwickelt hast. Warum also nicht einfach übergehen in eine gewisse Selbstakzeptanz und Selbstliebe?

Ich glaub, ich hab an anderer Stelle mal davon berichtet, dass ich u.a. eine über 100-jährige Dame pflege, die nie verpartnert war. In ganz jungen Jahren hatte sie zwar mal einen Freund, der aber fiel im 2. Weltkrieg und danach blieb sie allein. Sie hatte aber einen guten Beruf, konnte ihr Leben selbst finanzieren, worauf sie mit Recht sehr stolz ist. Und sie lernte, ihre Freizeit allein sinnvoll zu füllen. U.a. fuhr sie regelmäßig mit einer Wandergruppe in den Urlaub. Letztens erzählte sie mir aber, dass sie eigentlich die schönsten Erlebnisse hatte, wenn sie völlig allein auf Wanderschaft ging. Ihre Verbindung mit der Natur war in solchen Momenten am stärksten und die Erinnerung daran erfüllt sie bis heute.

Weißt du, nicht jedem Menschen ist es gegeben, in Gesellschaft zu leben. Manche genießen einfach ihr Dasein am intensivsten, wenn sie allein sind. Ich kann das gut verstehen, denn ein bisschen ticke ich auch so. Ich brauche zwar hin und wieder den Austausch mit anderen Menschen und es tut mir gut, z.B. einen Nachmittag mit einer Freundin zu verquatschen oder mit meinem Mann einen Abend auf dem Sofa zu verbringen. Am wohlsten fühle ich mich aber völlig allein mit mir, z.B. am Seeufer eines naheliegenden Badesees. Nur auf die Balance muss ich achten. Zu viel Gesellschaft laugt mich aus, da ich ein Mensch bin, der lieber gibt als zu nehmen. Zu viel Alleinsein macht mich mürbe, weil mich dann meine eigenen Gedanken echt fertig machen.

Wo aber dieser Balancepunkt liegt, ist doch bei jedem Menschen unterschiedlich. Vielleicht bist du einfach jemand, der mehr Alleinsein vertragen kann, als andere. Ich denke, das Hauptproblem ist bei vielen, dass sie sich zu viel vergleichen und sich stressen mit gesellschaftlichen Normen, die nicht zu ihnen passen. Du bist ein inzwischen 66 jähriger AB, wenn ich das richtig in deinem Profil lese. Ja und? Du bist aber doch ein hoch intelligenter, sehr stark reflektierender Mensch mit einem grandiosen Humor. Außerdem bist du offensichtlich beratend bzw. therapeutisch unterwegs, hast also sehr vielen Menschen geholfen, mit ihrem Leben klar zu kommen. Warum zur Hölle, kannst du also nicht endlich anerkennen, dass auch du mit deinem Leben eigentlich ganz zufrieden sein kannst. Du lebst doch eigentlich genau so, wie es dir entspricht, oder?

Denkst du wirklich, dass du glücklicher wärst, wenn du Frau, Kinder, Haus, Hund und Hamster hättest? Oder würde dir das alles nicht eventuell sogar deine Luft zum Atmen nehmen? Klar ist es schön, ab und zu jemanden an der Seite zu haben. Ich z.B. liebe meinen Mann und meinen Sohn sehr. Aber manchmal gehen die mir auch einfach voll auf die Nüsse. Und gelegentlich in meinem Leben hatte ich den starken Drang, einfach mal abzuhauen. Mindestens 6 Wochen allein mit mir und meinen Büchern auf einer Hallig ist z.B. ein Lebenstraum, den ich mir irgendwann erfüllen werde. Du lebst diesen Traum. Klar hat das Schattenseiten aber die hatte mein Leben auch. Das kann ich dir flüstern.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von knopper »

RomNey hat geschrieben: ↑14.07.2025, 13:33 Ich denke aber auch das das egal ist, weil der mit 25 und der mit 40 werden beide eine nachvollziehbare Geschichte haben, warum das so ist.
Zumindest wenn ich mit mir selber und anderen ehrlich bin.
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Das trifft auf manche zu, auf mich aber eher weniger. Es gibt eigentlich keine so nachvollziehbare Geschichte, außer dass ich mich zu wenig um eine Beziehung bemüht habe. Das ist natürlich auch ein Grund aber eher ein negativer. ich hätte ja anders gekonnt.
Dass man das dann oft nicht nachvollziehen kann verstehe ich daher ein wenig.

RomNey hat geschrieben: ↑15.07.2025, 06:08 Und diese Menschen, für die das AB-Tum direkt eine red-flag ist,( ohne das sie sich das warum dazu anhören), die brauchen wir eh nicht oder?
ja ist ja richtig. Es ist nur leider so dass diese in der Überzahl bzw. der Normalfall sind.

Ich kann es ja auch voll verstehen, wenn eine Frau das so sieht. Das macht sie nicht zu einem schlechteren Menschen, sie möchte halt nur keinen AB als Partner.
Selbstverständlich ist es besser gleich die Wahrheit zu sagen...ich habe nur bis dato keine so guten Erfahrungen damit gemacht obwohl ich mir einbildete, dass Ehrlichkeit ganz gut ist.
Das Unverständnis was man teilweise bekommt spricht schon eine eindeutige Sprache...nämlich, dass man als AB nicht normal ist.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Kisuli »

Meffi hat geschrieben: ↑12.07.2025, 06:41
Du unterstellst mir hier Dinge, die ich nie gesagt habe. Ich habe nie auch nur von Verliebtheit gesprochen. In den beiden mehrjährigen Partnerschaften, die ich hatte, war ich von Anfang an nie im klassischen Sinn "verliebt", wie man es sich vorstellt, sondern ich bin diese Beziehungen eingegangen, weil grundlegende Anziehung da war, wir uns gut verstanden haben und beidseitiges Interesse da war. Das war von Anfang an mehr ein rationales Abwägen als ein Dopamin-Overkill.
Darüber hinaus gab es aber auch von Anfang an Aspekte in den Beziehungen, bei denen klar war, dass diese über kürzere oder längere Zeit zu Problemen führen werden, und diese haben dann letztlich auch zur Trennung geführt. Die Beziehungen wurden mir nicht mit der Zeit "langweilig", sondern es wurde über die Zeit klar, dass die Gemeinsamkeiten nicht für ein gemeinsames Leben ausreichen, ohne dass sich mindestens einer von uns beiden komplett verliert. Im Übrigen war ich auch nicht immer diejenige, die die Trennung initiiert hat. Ich hätte mindestens eine der Beziehungen gerne weitergeführt und an den Problemen gearbeitet, aber mein Partner war dazu nicht bereit, da ich ihm nicht wichtig genug war und er keine Perspektive mehr sah. Ich weiß nicht, warum du unterstellst, ich würde von einer Person zur nächsten springen. Das entspricht nicht der Wahrheit.
Meffi hat geschrieben: ↑12.07.2025, 06:41 Das ist ein Widerspruch in sich: Du möchtest, dass deine Bedürfnisse berücksichtigt werden, und suchst gleichzeitig einen Partner, der mehrere Optionen hat und die womöglich deutlich unkompliziertere Ansprüche stellen. Ich weiß nicht, was deine Bedürfnisse sind oder wie groß die Kompromisse wären, aber warum sollte sich jemand damit abmühen, wenn er auch einfachere Alternativen hat?
Auch hier verstehe ich leider überhaupt nicht, woher du diese Annahmen nimmst oder was dein Text mit meinem zu tun hat. Wo habe ich geschrieben, dass ich einen Partner suche, der mehrere Optionen hat? Ich suche eine Beziehung auf Augenhöhe, in der mein Partner in der Lage und willens ist, mir entgegenzukommen, genauso, wie ich ihm meinerseits natürlich nach besten Kräften entgegenkomme. Was ich nicht (mehr) möchte, ist, mich für einen Mann im Namen der "Liebe" aufzuopfern, der mich seinerseits nicht liebt und wertschätzt. Wenn ich merke, dass so eine Situation eintritt, ziehe ich mich aus dem Kontakt zurück. Das hätte ich früher z.B. nicht getan, als ich noch mehr in Richtung Elfriedes Wertekompass a la Beziehung um jeden Preis und bloß nichts vom Partner erwarten tendiert habe.
Meffi hat geschrieben: ↑12.07.2025, 16:09 [...] In ihren Aussagen sehe ich allerdings vor allem eine Betonung des Verliebtseins – nicht der Liebe an sich. Verliebtheit lässt sich nun einmal nicht dauerhaft aufrechterhalten, und der Wunsch nach ewiger Verliebtheit sowie ungebrochener Anziehung, selbst im Alter von 50 oder 80 Jahren, ist schlicht nicht realistisch.
Keine Sorge, so naiv und unbedarft bin ich nicht. Nichts läge mir ferner als so etwas zu erwarten. Du bist derjenige, der das Thema Verliebtsein überhaupt in die Diskussion gebracht hat, nicht ich.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 15.07.2025, 20:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beiträge zusammengeführt. Zitat gekürzt.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Elfriede hat geschrieben: ↑15.07.2025, 07:52 Sie haben es doch erkannt und dich sogar direkt danach gefragt. Nur du hast es ja verneint, weil du keinen reinen Wein einschenken wolltest. Was sollen sie also tun?
Kapier ich nicht.
Was haben sie erkannt?
Kannst du mir das erklären?


Aus Unerfahrenheit in intimen Dingen, die auch nur in diesem Kontext erkennbar sind, lässt sich keine allgemeine soziale Inkompetenz ablesen, wie es Vogel formuliert hat.
Hätten meine Ausbilder meine Unerfahrenheit in intimen Angelegenheiten von vorneherein erkannt, hätten sie mich wohl kaum auf das Paar losgelassen.
Meine Unerfahrenheit trat also nur im konkreten Kontext zutage.
Man kann sie mir nicht von vorneherein ansehen.

Und genau darum geht es.
Wann sieht Frau uns unsere Unerfahrenheit an.
Wohl erst in der konkreten Situation.
Nur zu der kommt es eben nicht, weil wir schon vorher ausgemustert wurden.

Diese Diskrepanz zwischen der tatsächlichen, kontextgebundenen Unerfahrenheit und dem frühen Ausschluss ohne diesen Kontext ist das Kernproblem.
Zuletzt geändert von Zuya Hiyaye am 15.07.2025, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Galip »

Kisuli hat geschrieben: ↑10.07.2025, 12:43 Heute können Frauen zum Glück Männer ablehnen, die sie nicht attraktiv finden, dadurch sind viele eben weniger kompromissbereit und weniger leidensfähig. (...). Ich für meinen Teil bin aber lieber Single, als für einen mittelmäßigen Mann, der mein Leben nicht besser macht, meine Freiheit und Unabhängigkeit aufzugeben. Diese Option hatte meine Oma zum Beispiel gar nicht.
Ich stimme dir da komplett zu, ich halte es auch für eine Errungenschaft, dass die Menschen heute nicht mehr aufgrund gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Zwänge eine Beziehung eingehen müssen, sondern Freiwilligkeit zum vorherrschenden Prinzip geworden ist. Das als Anspruchsdenken zu geißeln, finde ich befremdlich. Soll man eine Beziehung mit irgendwem anfangen, weil man die Person ja vielleicht in Zukunft mal lieb gewinnen könnte? Darin sehe ich kein Modell.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Vogel »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑15.07.2025, 14:54 Meine Unerfahrenheit trat also nur im konkreten Kontext zutage.
Man kann sie mir nicht von vorneherein ansehen.

Und genau darum geht es.
Wann sieht Frau uns unsere Unerfahrenheit an.
Wohl erst in der konkreten Situation.
Nur zu der kommt es eben nicht, weil wir schon vorher ausgemustert wurden.

Diese Diskrepanz zwischen der tatsächlichen, kontextgebundenen Unerfahrenheit und dem frühen Ausschluss ohne diesen Kontext ist das Kernproblem.
Und genau das bezweifle ich aber. Es ist kein Frau-vs-Mann-Dings. Und Ursachen beim AB vielfältig. Und wenn wir bereits vorher ausgemustert werden, dann offenbar weil wir vorher schon zeigen, das wir für bestimmte Situationen nicht geeignet erscheinen.

Menschen kommunizieren ja nicht nur verbal, sondern auch nonverbal. In dem Moment, wo zwei Menschen aufeinandertreffen, werden wohl feine Signale ausgesendet.

Robin Sprenger hat dazu promoviert, und es gibt einen alten Thread dazu:
viewtopic.php?t=17101
Kurz: wir hätten demnach ein anderes Persönlickeitsprofil, dadurch anderes Auftreten, Verhalten, vor allem Reifeverhalten .... Kurz: man würde es uns irgendwie anmerken.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.
Elfriede

Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Elfriede »

Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑15.07.2025, 14:54 Kapier ich nicht.
Was haben sie erkannt?
Kannst du mir das erklären?
Na ja, du hast doch das folgende berichtet:
Zuya Hiyaye hat geschrieben: ↑14.07.2025, 18:30 Ich würde in der Beratung wirken, als wäre ich noch nie in einer Beziehung gewesen.
Ob ich keine Freundin hätte und mir vorstellen könne, wie ich mich fühlen würde, wenn sie fremdgehen würde.

Ich habe mich nicht getraut, reinen Wein einzuschenken.
Also müssen deine Dozenten und Mitschüler doch mindestens einen Verdacht gehabt haben, als sie dich in Aktion sahen. Klar, sieht man so etwas nicht, so lange ein Mensch nicht interagiert sondern nur still im Schulungsraum sitzt.

Aber was ich nicht verstehe ist, warum du dir in den nachfolgenden Jahren die Kompetenz für die Beratung von Paaren grundsätzlich abgesprochen hast. Ich kenne da z.B. einen Berufsstand, der ebenfalls keinerlei Erfahrungen mit Ehe und Familie hat, Paare aber trotzdem seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich berät bzw. Richtlinien vorgibt: katholische Priester. Jetzt sind diese Leute ja zu Recht etwas in Verruf geraten aber eigentlich finde ich dieses Konzept gar nicht schlecht.

Ich muss ja schließlich nicht selbst alt sein, um alte Menschen zu pflegen. Auch habe ich z.B. keine Ahnung von Autos und kann doch dem Mechaniker sagen, wo es im Auto brummt und scheppert. Manchmal ist es sogar gut, völlig unbedarft an ein Thema heran zu gehen, um wirklich neutral und unvoreingenommen zu agieren.

Insgesamt gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass das Hauptproblem beim ABtum tatsächlich dieses Rumhirnen und Pathologisieren des eigenen Lebens ist. Es gab zu allen Zeiten Menschen, die nie verheiratet waren und allein lebten, z.B. Nonnen, Mönche, Eremiten und im Nachkriegsdeutschland die alten Jungfern, die sogar stolz darauf waren, mit ü 60 noch Fräulein genannt zu werden. Ich weiß nicht, warum heute jeder davon ausgeht, versagt zu haben, nur weil ihm oder ihr Teilbereiche des gesellschaftlichen Lebens verschlossen blieben. Ich werde z.B. auch niemals wissen, wie man sich als hippe Karrierefrau so fühlt.

Bzgl. meines Sohnes ist es mir inzwischen gut gelungen meinen Frieden mit seinem ABtum zu machen. Ja, er wird vielleicht nie heiraten und ich werde niemals Oma sein. Dafür aber lebt er sich beruflich aus, reist viel und übernimmt auf andere Weise eine hohe Verantwortung für diese Welt. All das wäre ihm als Familienvater und Ehemann vielleicht gar nicht möglich. Das Leben und die Menschen sind nun einmal bunt und vielfältig und eigentlich ist das auch ganz gut so.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 16.07.2025, 12:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Zwerg »

"Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?"

Die Antwort scheint schon in der Frage selbst zu liegen. Nun haben meine Frau und ich nahezu keine Gemeinsamkeiten.

Verstößt das jetzt gegen ein Naturgesetz oder wie ist das zu erklären?
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von knopper »

Zwerg hat geschrieben: ↑16.07.2025, 12:40 Die Antwort scheint schon in der Frage selbst zu liegen. Nun haben meine Frau und ich nahezu keine Gemeinsamkeiten.

Verstößt das jetzt gegen ein Naturgesetz oder wie ist das zu erklären?
tja anscheinend. :D
Ich denke es gibt so viele "Weißheiten" die wohl nicht so ganz zutreffen. Genauso, dass Beziehung immer ein "Geschäft" ist und die Frau etwas erwartet was Man(n) bieten muss, Wahre Liebe gibt es nicht und bla....immer diese Ernüchterung on selbsternannten Experten. :D

Letztendlich finden sich 2 Menschen, verlieben sich einander und gehen eben eine Beziehung ein, ganz einfach, weil sie sich anziehend finden. So habe ich es auch stets gesehen und das kann nicht so ganz falsch sein.
Zuletzt geändert von knopper am 16.07.2025, 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Kolinatan »

Zwerg hat geschrieben: ↑16.07.2025, 12:40 Verstößt das jetzt gegen ein Naturgesetz oder wie ist das zu erklären?
Ein "passend" kann es letztlich auf beliebigen Ebenen geben. Was vermutlich vielen zuerst einfällt, dass es eher darum ginge, dass eine Person zu den eigenen Vorstellungen passt oder einen ergänzt oder eben gemeinsame Interessen teilt.

Letztlich lässt es sich vor allem nicht verallgemeinern. Wenn zwei Menschen eine Beziehung eingehen und sie sehr eigenständige Leben führen, mag es für beide reichen, einfach ein paar Stunden gemeinsam zu verbringen, in denen sie Nähe, Intimität und ggf. Sexualität miteinander teilen. Da ist alles. Kein Alltag, wo man sich auf die Nerven geht, keine gemeinsame Wohnung, wo man mit den Systematiken der anderen Person nicht zurecht kommt und auch keine gemeinsamen Hobbys, da jedes seinen Kreis hat, um diese auszuleben.

Passend ist es dann, wenn es für die beiden Menschen passt, welche die Beziehung führen. Es braucht also keine Erklärung, weil es keine Regeln gibt, wie eine Beziehung zu sein habe. Die Frage gibt für mich nicht die Antwort vor, sondern soll dazu anregen darüber zu reflektieren, dass jedes selbst entscheidet, mit welcher Beziehung es glücklich sein kann und will.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Zwerg »

Kolinatan hat geschrieben: ↑16.07.2025, 12:59 ... zu den eigenen Vorstellungen passt oder einen ergänzt oder eben gemeinsame Interessen teilt...
Das wären auch meine Gedanken gewesen. Nun leben wir auf relativ engem Raum mit einem pupertierendem Teenager zusammen. Vielleicht lieben wir ja beide die Herausforderung ;)
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von Zuya Hiyaye »

Kolinatan hat geschrieben: ↑16.07.2025, 12:59
Zwerg hat geschrieben: ↑16.07.2025, 12:40 Verstößt das jetzt gegen ein Naturgesetz oder wie ist das zu erklären?
Letztlich lässt es sich vor allem nicht verallgemeinern. [...]
Eben!
Die meisten Frauen schreckt es kaum ab, dass ihr Partner das Doppelte verdient und eine Tätigkeit (meist höher qualifiziert) ausübt, die dieses Einkommen rechtfertigt.
Umgekehrt könnte das aber zum Hindernis werden.
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Re: Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?

Beitrag von time4change »

Das hier sind ja (mindestens) DREI Fragen:

1.
Elfriede hat geschrieben: ↑10.07.2025, 10:54 ... furchtbar! Jede Frau denkt heute, sie habe ein Recht auf einen Mann wie George Clooney und jeder Mann sucht seine Angelina Jolie.
Wer die Latte soooo hoch legt, hat evtl. das Problem mangelnder realexistierender Auswahl ...

Aber wenn es um eine lust- und liebevolle Beziehung geht - und nicht um eine Zweckgemeinschaft/platonische Freundschaft/... - dann erscheint mir beidseitige Attraktivität schon essentiell!

2.
Wie passend muss ein Mensch sein, um für eine Beziehung in Frage zu kommen?
In wesentlichen Punkten ist halt eine grundlegende "Kompatibilität" erforderlich:
Ich hatte z.B. in den letzten 8 Jahren zwei Dates, wo evtl. mehr draus werden hätte können - wenn nicht in beiden Fällen die Frau einen Partner zur Familiengründung gesucht hätte, und ich mir in meinem Leben keine Kinder vorstellen kann!

3.
Elfriede hat geschrieben: ↑09.07.2025, 11:53 ... Die Frage ist also, wie mache ich mich selbst interessant genug für diese obligatorische 2. Person?
Die primäre Frage ist:
Wie komme ich mit einer "geeigneten" 2. Person in Kontakt???
Elfriede hat geschrieben: ↑09.07.2025, 11:53... diese obligatorische 2. Person ... wo suche ich die? Die Möglichkeiten sind doch hier inzwischen grenzenlos. ... Das ist doch gar nicht mehr zu vergleichen, mit meiner Jugend und dem jungen Erwachsenenleben.
Nein:
In meinen 20ern wußte ich am Studienort ca. ein halbes Dutzend Studentenkneipen/Discos/eine Cafete und studentische Gruppen im Uni-Umfeld wo man bei regelmäßigem Besuch unkompliziert die anderen Stammgäste kennengelernt hat ...
(vorheriges Verabreden unnötig;
MEIN Versäumnis war zu der Zeit die Möglichkeiten nicht für mehr als Freundschaften genutzt zu haben!)

Wo gibt es jetzt (für mich) vergleichbare Möglichkeiten???

(mir scheint die "Kneipenkultur" generell im Niedergang zu sein?)

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