Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑23.10.2024, 18:30
Dennoch finde ich die Erkenntnis bzw. die Aussage, dass es Schicksal ist, schon irgendwo traurig, weil es eben suggeriert, dass
man für sich alleine nicht ändern kann.
(Ergänzungen ZH)
Ich habe mir erlaubt die Aussage mal nachzuschärfen. Ich hoffe in deinem Sinne.
Zu Partnerschaft gehören grundsätzlich schon mal zwei. Die idealerweise zusammenpassen oder glauben zusammen zu passen und im richtigen Moment zusammenfinden.
Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑23.10.2024, 18:30Glücklicherweise gibt es hier im Forum aber genug Beispiel von ABs, die es eben doch irgendwann mal geschafft haben. Und daran klammere ich mich, dass ich eben auch irgendwann mal dazu gehören könnte.
(Unterstreichung ZH)
Die passenden Umstände könnte man auch Glück nennen.
(Beachte meine Anmerkung zu Uhu72)
Ich wehre mich allerdings dagegen dass man allein gewissermaßen durch soziales Training oder „Selbstoptimierung“ sein Ziel erreicht.
uhu72 hat geschrieben: ↑23.10.2024, 19:54
wenn einem der richtige Mensch begegnet, dann findet man auch zusammen, trotz der anderen Defizite.
Richtig. Man darf dabei nicht vergessen, dass die meisten Menschen ganz ohne Coaching, Psychotherapie oder Studium der Diplompartnerologie oder einer Promotion in der höheren AB-Theorie zueinander finden.
Selbst Menschen mit kognitiven Einschränkungen habe kaum Probleme zueinander zu finden.
(
Menschen mit Autismus aber schon. Soll aber hier nicht Thema sein.)
Die Diskussion man solle sich in irgendeiner Weise behandeln lassen, enthält daher die Unterstellung, wir Abs im Allgemeinen hätten eine Art sozialen Dachschaden, der uns der Fähigkeiten beraubt, die andere selbst mit Förderschulabschluss aber haben.
Natürlich können wir unsere Fähigkeiten verbessern. Aber dass man uns zu einer Art Powertraining zwingt, um fehlendes Glück und fehlende Gelegenheiten zu kompensieren, ist nur für die hilfreich, die mit aller Gewalt eine Partnerin brauchen oder -und da kommt für mich doch die Gesellschaft ins Spiel- weil es einen gesellschaftlichen Zwang gibt verpartnert zu sein.
Kurzum, ich erlaube mir, wenn auch unfreiwillig, nicht verpartnert zu sein und schäme mich kein bisschen dafür.
Serendipity hat geschrieben: ↑24.10.2024, 10:12
Als
Ursachen kommen hier z.B. eine soziale Phobie oder Depressionen oder Dysmorphophobie, die schlimmstenfalls in sozialer Isolation münden, in Frage.
Oder auch Störungen aus dem Autismusspektrum aber auch Schizophrenie.
Ich meinte aber hier ganz klassische Behinderungen bei denen einige Partner aus dem selben Milieu finden. (z.B. gehörlose Paare) andere aber leider immer noch einem Stigma oder massiver gesellschaftlicher Ausgrenzung unterliegen.
Vogel hat geschrieben: ↑23.10.2024, 17:58
Mit "Behinderung" wird heute allgemein nicht mehr die körperliche, geistige, soziale Beeinträchtigung - also der Schaden- an sich gemeint. Sondern die Beeinträchtigung der Teilhabe, die in Wechselwirkung mit dem Schaden entsteht.
Auch hier wieder die doppelte Betrachtungsweise. Behinderte sind nicht behindert, sondern werden an der Teilhabe behindert.
Da ich selber nicht behindert bin, sehe ich hier auch eine Trennung die eben
auch eine Teilhabe verhindert. Ich betrachte mich daher selber als unvollkommen, was alle Menschen sind und dass jeder das Recht auf seine eigene Unvollkommenheit hat. Das schafft dann wieder Verbindung.
Manche hier wird es deshalb freuen, wenn ich mich Menschen mit kognitiven Einschränkungen eben nicht überlegen fühle sondern sie auf Augenhöhe betrachte.
Serendipity hat geschrieben: ↑24.10.2024, 10:12Allerdings darf man meines Erachtens aber auch nicht vergessen, dass AB-tum anderseits auch Ursache für solche Erkrankungen sein kann.
Eine ähnliche Denke habe ich auch und verdanke sie einem meiner Lehrer, Alfons Labisch.
Denkt man sich als Teil eines überzeitlichen psychosozialen Feldes, heben sich Ursache und Wirkung ohnehin auf.
Exkurs:
Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, ob ich nicht Symptome einer beginnenden Depression aufweise, oder ob ich nicht manchmal einfach nur traurig bin.
Hinzu kommt, sobald ich mit einer meiner Gitarren alleine bin, dass ich Musik aus der melancholischen Epoche (Rennaissance) bevorzuge.
Hat vermutlich aber eher mit der einfacher zu spielenden Vertikalharmonik zu tun.
Ich hoffe ja sehr, dass mir die Geißel einer echten Depression erspart bleibt.
Andererseits bestimme ja nicht ich oder meine Ärzte, ob ich depressive bin, sondern das wird von Forenteilnehmern aus den AB-Foren anhand eines Fernsehbeitrages mit mir „diagnostiziert“.
Ich gebe aber gerne zu, dass ich mich eher durch Gefühle als durch Intellekt leiten lasse. Wobei ich letzteres nicht ganz außen vor lasse.
Serendipity hat geschrieben: ↑24.10.2024, 10:12Es gibt nun mal kein Anrecht darauf, dass jeder Mensch, der es wünscht, auch einen Partner findet.
Diese Auffassung progressiv denkender Menschen, die jedem Menschen die gleichen Freiheitsrechte zubilligen, wie sich selbst, taucht oft in der unsäglichen Inceldebatte auf.
Da einige Incelforen Aufgrund einer schwachen Moderation von Faschos okupiert wurden, wurde das Thema Single sein mit dem Thema eines autoritären reaktionären Frauenbildes, dass die
(übrig gebliebenen)„Incels“
(Unfreiwillig zölibatär lebende Menschen) dort nun haben, vermengt.
Meine Meinung dazu ist, die Gefahr geht nicht von den Singles aus -auch nicht von denen die ein Leben lang ohne Partner bleiben-, sondern von reaktionär und autoritär denkenden Menschen. Seien sie nun Singles oder mehrheitlich sogar Verheiratet.
Ich möchte mich nicht der Definitionswut einiger Forenteilnehmer anschließen und zwischen Incels und Abs unterscheiden, was von außen ohnehin nicht nachvollzogen werden kann, sondern wir sollten Farbe bekennen, dass wir als lebenslang Partnerlose eben nicht diese reaktionäre, autoritäre Denke haben.
Umgekehrt gehört aber auch dazu, dass man niemanden seine Partnerlosigkeit -und sei es nur indirekt- vorwerfen kann.
Das ist der Preis unserer Freiheit.