Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

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NBUC
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von NBUC »

Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54 :specht:
Da kannst du nichts erwarten.

Konkrete Aussagen und Argumente stehen halt nicht in der rhetorischen Textbausteinkiste. Da müsste ja jemand selber nachdenken statt inhaltsfreie Phrasen dreschen.
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Hoppala
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Hoppala »

Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54 (Das "muss" kommt aus der Aussagenlogik. Ich hätte auch "notwendigerweise im logischen Sinn" schreiben können. War zu lang.)

Ich mal es mal auf (so weit das im Textforum geht :schuechtern: )
Abkürzungen:
O = Offenheit
U = bestimmter sonstiger Umstand (außer Offenheit)
K = Kontakte
+ = Vorliegen von, größere Häufigkeit (Postfix)
- = Abwesenheit von, geringere Häufigkeit (Postfix)
und, => = Logikoperatoren

Wenn gelten soll, dass Offenheit einen überwiegenden Einfluss auf die Kontakten hat, müsste beobachtet werden:
O+ und U+ => K+
O- und U+ => K-
O+ und U- => K+
O- und U- => K-

Wenn der Einfluss der Offenheit auf Kontakte gering ist, dann sieht man:
O+ und U+ => K+
O- und U+ => K+
O+ und U- => K-
O- und U- => K-
(oder U+ => K-, wenn man ein gegensätzlich definiertes U betrachtet)

Deswegen habe ich ein Beispiel gesucht, bei dem meiner Meinung nach "O+ und U- => K-" gilt, was eben nur im zweiteren Fall zutrifft und im ersten nicht.
:-)
Danke, Reinhard, exzellenter Scherz am ansonsten eher trüben Adventssonntag!
Deine Wenn-Bedingungen sind auch wunderbar realitätsfremd gewählt. Und haben so gar nix mit der ursprünglichen Aussage zu tun,die du angeblich betrachtest! Weihnachtliche Märchenstimmung, schön! :-)
Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54
Hoppala hat geschrieben: 11 Dez 2021 23:36 Außerdem: Kontext! Kontext ist: jemand will mehr Kontakte (bevorzugt zum Wunschgeschlecht). Da ist "jemand verstärkt seine Allein-Hobby-Aktivitäten" kein sinnvoll erwartbares Ereignis ...
Fyi: auch die Offenheit für experimentelle illegale Drogen ist nicht zwingend mit verbesserten Beziehungschancen verbunden.
Damit bestätigst du jetzt selbst (in beiden Aussagen), dass es nicht um Offenheit geht, sondern um was anderes.
Indem ich den (selbstverständlichen) Kontext des Themas extra für dich nochmal aufschreibe, bestätige ich, dass es nicht ums Thema geht?
Du hattest heut Scherzkekse zum Frühstzück - gib's zu!
Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54
Hoppala hat geschrieben: 11 Dez 2021 23:36 Merkst du bei deiner "Wissenschaftlichkeit" wirklich nicht, wie off-topic du argumentierst?
Wenn du meine Signatur richtig lesen würdest, geht es nicht darum, an allen Stellen immer nur wissenschaftlich zu sein; sondern immer dann, wenn es darum geht, die Wissenschaft verbessern zu wollen.
Auch das noch! Das haben Astrologen, Anthroposophen etc. auch vor. Was nicht heißt, dass man das auch seriös versuchen kann. Aber eher nicht im AB-Treff.
Im übrigen hast du jenseits deiner Signatur schon mehr als einmal deinen "wissenschaftlichen" Ansatz betont.
Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54 Offen sein. Für Menschen, Begegnungen, Kennenlernen, ggf. Nähe.
Was aber nicht reicht. Nur weil ich die Haustür nicht zusperre, kommt doch nicht zwangsläufig ein Dieb.[/quote]Bitte?
Kontext.
Scheint dir schwer zu fallen.
Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54 Weiter oben im Thread hat Versingled beschrieben, dass er andere Leute nicht als offen erlebt hat. Würdest du das als eine Erklärung akzeptieren, dass es nicht an der eigenen Offenheit liegen muss?
Wer hat behauptet, dass es "an der eigenen Offenheit liegen muss"? Was hat die Offenheit anderer Leute mti der eigenen Offenheit für andere Leute zu tun? Warum sollte der Einzelfall Versingled für eine eine pauschale "Erklärug" herhalten? Und: Was sollen diese absurd herbeigeschriebenen Fragen im Gewand von "Siehste!" - die aber weder für sich noch im Kontext Relevanz haben (außer für Versingled vielleicht)?
Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54
Hoppala hat geschrieben: 11 Dez 2021 23:36 Als nächstes diskutieren wir noch, ob und inwieweit Atmen von Vorteil sein kann.
Ich mein, muss ja nicht, wenn zum Beispiel die Bude gerad brennt und völlig verqualmt ist ... kann man so pauschal also nicht sagen. Also ich bin mit Atmen lieber vorsichtig, auch so aus Prinzip. Man weiß ja nie, hab damit auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, wenn z. B. gerad der Chili in der Pfanne röstet.
Dass die mangelnde Sauerstoffvesorgung für meine Kontaktintensität störend sein könnte, muss mir erst mal jemand zweifelsfrei beweisen.

...

:specht:
Eben.
Schön dass du's jetzt auch so siehst.
NBUC hat geschrieben: 12 Dez 2021 11:13
Reinhard hat geschrieben: 12 Dez 2021 09:54 :specht:
Da kannst du nichts erwarten.

Konkrete Aussagen und Argumente stehen halt nicht in der rhetorischen Textbausteinkiste. Da müsste ja jemand selber nachdenken statt inhaltsfreie Phrasen dreschen.
Die konkrete Aussage lautet nach wie vor: Mangelnde Offenheit reduziert Menge und Qualität neu zu erlebender Kontakte. Gesteigerte Offenheit verbessert dies.

Und dann kommt ihr mit beliebig vielen Zweifeln, schrägen Annahmen, falsch konstruierter Formallogik, themenfremden Aspekten der Art "und wenn das Männchen vom Mars was dagegen hat?", abstrusen Beispielen, Verlagerung in andere Zusammenhänge, und zu guter Letzt, wenn das alles nichts fruchtet, gern auch mal persönlichen Abwertungsversuchen. Irgendwie hat das was von "Querdenker-Logik" - allerdings nicht der guten Variante, bevor das zu einer "Bewegung" wurde ...

Und man fragt sich; warum die schlichten, vernünftig nicht bezweifelbaren Aussagen solchen Widerstand bei Einzelnen hervorrrufen. Da würde es dann wirklich interessant. Und das soll vermutlich vermieden werden.
Womit wir beim Thema "Offenheit nach innen" bzw. "für sich selbst" wären. Da würde es dann richtig spannend.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Rosenrot »

Ich denke nicht, das ich versagt habe.
Ich z.B. wollte nie das machen, was andere Menschen seit Tausenden Jahren machen, heiraten, Kinder kriegen usw.
Vielleicht hätte ich mir das anders überlegt, wenn ich in jungen Jahren einen Partner gefunden hätte, wo ich mir all das hätte vorstellen können.

Heute lebe ich mein Leben so, wie es mir gefällt. Dazu braucht man halt Plan B.
Das ist, wie wenn der Strom ausfällt. Ich kann mich ärgern darüber, oder ich hab Plan B, mache eine Kerze an und lese ein Buch.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Seb-X »

Finnlandfreundin hat geschrieben: 10 Dez 2021 22:57 Es geht nicht darum zu sagen "Ich bin schuld." Das bringt mich nicht weiter. Ich muss mich aber fragen "Warum bekomme ich es nicht hin, dass ich eine Beziehung eingehen kann?" "Was kann ich anders machen?" "Kann ich das überhaupt alleine?" "Wer kann mich unterstützen?" "Muss ich vielleicht erst etwas anderes ändern?" ... "Wie wirke ich auf Andere?"
Doch, es geht bei mir auch um Schuld und auch um die Frage, warum ich nicht gut genug bin. Zusätzlich ist mir klar, dass ich es allein schaffen muss. Außerdem ist klar, dass die Veränderung harte Arbeit ohne Freude ist, sich also durchquälen muss. So manche notwendige Veränderung braucht auch etwas Schauspiel, denn sie passt nicht wirklich zu mir, ist aber notwendig.
Man muss sich von den Gedanken lösen, dass es Spaß macht und schnelle Erfolge geben wird.
"Im innersten Gehäuse des Humanismus, als dessen eigene Seele, tobt gefangen der Wüterich, der als Faschist die Welt zum Gefängnis macht."
(aus "Schwabenstreiche", Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Patti »

ohohohoh - mein Thread schlägt ja große Wellen hier.

Nochmals, ich rede nur von der " liebe" und "Frauen". Und da habe ich halt versagt - ist meine Meinung. Bin gespannt auf weitere Antworten..
Kleiner Mann

Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Kleiner Mann »

Reinhard hat geschrieben: 11 Dez 2021 20:36 Das ist nicht so eindeutig. Das geht davon aus dass die Offenheit für Neues auch zu neuen Kontakten führen muss. Aber wenn sich die Offenheit darauf richtet, regelmäßig neue Alleine-Hobbys auszuprobieren, dann wird sich das wenig auf die Kontaktzahl auswirken.
Warum "muss" es das? Wenn man schon Offenheit im Bezug auf andere Menschen betrachtet, dann sollte mMn auch dabei bleiben und nicht gerade einen neuen Kontext dazu ins Spiel bringen. Finde ich jedenfalls beides sehr naheliegend.
Reinhard hat geschrieben: 11 Dez 2021 20:36 Wenige soziale Kontakte zu haben ist erstmal ein Hinweis auf Introversion.
Nicht unbedingt. Es kann auch ein Hinweis auf eine mangelnde Offenheit ggü neuen Menschen sein.
Reinhard hat geschrieben: 11 Dez 2021 20:36 Die Offenheit kommt erst dann ins Spiel, wenn man neue Kontakte haben könnte, aber sich aus irgendwelchen Gründen nicht darauf einlassen will. Beispielsweise der ehemalige Mitforist "Automobilist" hätte romantische Frauenkontakte nicht gewollt, wenn die Frau so neumodisch ist, Hosen zu tragen(!) ... das kann man dann als fehlende Offenheit ansehen.

Aber bei vielen ABs scheitert es an anderen Umständen, denke ich.
Im Punkt mit den Umständen kann ich dir definitiv zustimmen. Ich denke aber, dass eine mangelnde Offenheit sich auch darauf auswirkt neue Menschen kennenlernen zu können. Ich muss denke ich nicht erwähnen, dass ich davon ausgehe, dass man auch selbst aktiv Dinge macht, wo es überhaupt zu einem Kennenlernen kommen könnte. Also über den Stubenhocker, der abseits von der Arbeit nur Zuhause rumhockt oder eventuell noch seine 1-Mann Hobbys ausübt brauchen wir denke ich nicht reden.
Die Umstände schafft man sich ja teilweise auch einfach selbst und das hat für mich viel mit Offenheit zu tun. Wenn man es schwer findet interessante Menschen zu treffen, dann hat das meist was mit einem selbst zu tun.
Reinhard hat geschrieben: 11 Dez 2021 20:36 Das ist jetzt eine andere Art von Offenheit. Das war ja mein Einstieg in die Diskussion, dass mit Offenheit dann eher sowas wie Eloquenz gemeint ist. "Reden mit den Leuten" --- aber das ist dann Extraversion, wenn man mich fragt (als psychologischen Laien).
Nein, ich meine schon Offenheit. Du kannst auch introvertiert sein und mit anderen Menschen reden.
Reinhard hat geschrieben: 11 Dez 2021 20:36 Bei den offenen Menschen hingegen ist es tendenziell sogar eher egal, ob der andere gleich tickt. Da ist er(/sie) vielleicht sogar interessant, wenn er anders tickt, weil das ist ja dann was Neues. Jemand, dem Offenheit abgeht, wird hingegen eher wollen, auf Altbekanntes treffen zu wollen.
Man kann doch ähnlich ticken und trotzdem ganz verschieden sein. Außerdem kann man selbst in deinem Szenario immer noch mehr Menschen kennenlernen, weil sich im Gespräch vielleicht herauskristallisiert, dass man ja doch gar nicht so verschieden ist.
Mein Punkt ist also, dass man durch Offenheit die Wahrscheinlichkeit erhöht mit Menschen zu connecten als wenn man gar nicht erst mit ihnen spricht, weil man sein oberflächliches Urteil schon gefällt hat.
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Egil
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Egil »

Kleiner Mann hat geschrieben: 14 Dez 2021 22:24 Mein Punkt ist also, dass man durch Offenheit die Wahrscheinlichkeit erhöht mit Menschen zu connecten als wenn man gar nicht erst mit ihnen spricht, weil man sein oberflächliches Urteil schon gefällt hat.
Das passt aber nicht so ganz zu der Wikipedia-Definition von "Offenheit (Psychologie)", die Hoppala gepostet hat. Wenn wir die Punkte der Reihenfolge nach durchgehen
-einfallsreich, originell, erfinderisch, phantasievoll PASST NICHT
-intellektuell neugierig, offen für neue Ideen WO SIND DA NEUE KONTAKTE?
-interessiert an Ästhetischem wie Kunst, Musik und Poesie FÜHRT NICHT ZWANGSLÄUFIG ZU MEHR KONTAKTEN, BEISPIEL: DER USER LCZ
-mit Vorliebe für Abwechslung (statt Routine), Neigung zu neuen Aktivitäten, neuen Reisezielen, neuem Essen usw. DAS SICHER
-aufmerksam für eigene und fremde Emotionen KANN ICH MIT DEM REST IRGENDWIE ÜBERHAUPT NICHT IN VERBINDUNG BRINGEN. WAS HAT DAS MIT OFFENHEIT ZU TUN? HABEN DIE BEGRÜNDER DER THEORIE DAS HIER REINGESCHRIEBEN, WEIL SIE DEN PUNKT IRGENDWO LOS WERDEN WOLLTEN/MUSSTEN?
dann bleibt da nur ein Punkt, nämlich die Vorliebe für Abwechslung, wo ich sehe, dass es wirklich "was bringt". Diese pauschale Forderung nach allgemeiner Offenheit ohne weitere Spezifizierung ist eine wenig zielführende Hilfestellung, und ich glaube, das ist es auch, was NBUC und Reinhard an Hoppalas Post so sauer aufgestoßen ist.

PS: Sorry für die Versalien, soll kein Schreien sein, wollt es nur abgrenzen.


Prinzipiell stimme ich dir zu, aber diese Art von Offenheit würde ich eher unter "Extrovertiert" verbuchen.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von LesHommes »

... zur Ausgangsfrage: ja, hin und wieder fühle ich mich sehr wie der totale Loser. Vor allem in Phasen, in denen das Leben doof und unbefriedigend läuft.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Reinhard »

Kleiner Mann hat geschrieben: 14 Dez 2021 22:24
Reinhard hat geschrieben: 11 Dez 2021 20:36 Das ist nicht so eindeutig. Das geht davon aus dass die Offenheit für Neues auch zu neuen Kontakten führen muss. Aber wenn sich die Offenheit darauf richtet, regelmäßig neue Alleine-Hobbys auszuprobieren, dann wird sich das wenig auf die Kontaktzahl auswirken.
Warum "muss" es das? Wenn man schon Offenheit im Bezug auf andere Menschen betrachtet, dann sollte mMn auch dabei bleiben und nicht gerade einen neuen Kontext dazu ins Spiel bringen. Finde ich jedenfalls beides sehr naheliegend.

Ich bin noch im vorherigen Kontext, aber du bringst jetzt "Offenheit in Bezug auf andere Menschen" mit rein. Da muss man jetzt klären, was das Verhältnis zum Begriff "Offenheit (ohne sonstige Qualifizierungen)" in der vorherigen Diskussion ist. Sind sie identisch? Ist der eine ein Unterbegriff des anderen? Kann man offen sein, ohne in Bezug auf Menschen offen zu sein? Ist der eine Voraussetzung, um das andere erfüllen zu können?


Ich vermute ja, dass diese "Offenheit gegenüber anderen Menschen" eigentlich nur aussagen will, wie schnell sich jemand emotional "öffnen" will. Umgangssprachlich: "auftaut". Wenn dem so ist, hat das aber mit Offenheit im psychologischen Sinn nichts zu tun, auch wenn wir zufällig den gleichen Wortstamm ("öffnen") für unterschiedliche Begriffe benutzen.


----

(Rest des Zitats gelöscht, weil das nur Wiederholung wäre.)
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Zwerg »

Schokolade hat geschrieben: 12 Dez 2021 13:11 Ich denke nicht, das ich versagt habe.
Ich z.B. wollte nie das machen, was andere Menschen seit Tausenden Jahren machen, heiraten, Kinder kriegen usw.
Vielleicht hätte ich mir das anders überlegt, wenn ich in jungen Jahren einen Partner gefunden hätte, wo ich mir all das hätte vorstellen können.

Heute lebe ich mein Leben so, wie es mir gefällt. Dazu braucht man halt Plan B.
Das ist, wie wenn der Strom ausfällt. Ich kann mich ärgern darüber, oder ich hab Plan B, mache eine Kerze an und lese ein Buch.
Da es mir genauso ging, denke ich, mich da hinein versetzen zu können. Wir sind ungefähr im gleichen Alter. Dieser Plan B hat bei mir ab einem bestimmten Punkt, einer Krise, nicht mehr funktioniert. Nicht weil er von außen durchkreuzt worden wäre, sondern weil ich die Frage, ob ich wirklich alles für die Verwirklichung von Plan A getan habe für mich nicht mehr zuverlässig mit "Ja" beantworten konnte. Entschuldige, wenn ich dich vor den Kopf stoße. Aber an dieser Stelle passt das Beispiel mit dem Stromausfall überhaupt nicht. Es suggeriert, dass wir unser Schicksal nicht in der Hand hätten und Partnerlosigkeit etwas Unabwendbares wäre. Das ist es nicht.
Bubsi

Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Bubsi »

Für den Einen oder Anderen ist Partnerlosigkeit schon etwas Unabwendbares. Ich habe alles mir Mögliche getan und trotzdem hat es aus vielen verschiedenen Gründen nie geklappt.
So ein Quatsch zu denken man könnte alles verändern. Manchmal muss man Tatsachen auch akzeptieren.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Zwerg »

Bubsi hat geschrieben: 16 Dez 2021 11:57 Für den Einen oder Anderen ist Partnerlosigkeit schon etwas Unabwendbares. Ich habe alles mir Mögliche getan und trotzdem hat es aus vielen verschiedenen Gründen nie geklappt.
So ein Quatsch zu denken man könnte alles verändern. Manchmal muss man Tatsachen auch akzeptieren.
"Quatsch"

Nimm dich in deinen Formulierungen ein wenig zurück.

Niemand behauptet, dass es (immer) leicht ist oder jedem gelingt. Ein quasi unabwendbares Schicksal wie ein Stromausfall ist es jedenfalls nicht.
Bubsi

Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Bubsi »

Du widersprichst dir gerade selber in deinem letzten Absatz.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Zwerg »

Bubsi hat geschrieben: 16 Dez 2021 13:41 Du widersprichst dir gerade selber in deinem letzten Absatz.
Da ist kein Widerspruch. Ich glaube aber zu verstehen, was Du meinst.

Ob man es schafft ist primär von inneren Faktoren, dem inneren Antrieb abhängig. Der Vergleich mit dem Stromausfall aber reduziert es allein auf externe Umstände. Übrigens verwechseln viele Partnerschaft mit glücklicher oder zumindest zufriedenstellender Partnerschaft. Millionen Menschen aber sind in unglücklichen Partnerschaften. Darüber wird nicht so viel geredet. Ausklammern kann man sie dennoch nicht.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Hoppala »

Egil hat geschrieben: 15 Dez 2021 18:43 Das passt aber nicht so ganz zu der Wikipedia-Definition von "Offenheit (Psychologie)", die Hoppala gepostet hat.
Ich sehe nicht, wie man das als "Definition" betrachten kann. Ich habe es gepostet als einen möglichen Ausgangspunkt, um sich über Offenheit weitergehend zu informieren. Insbesondere an Reinhard und sein bekundetes Unwissen, was Offenheit mit neuen und/oder vertieften sozialen Beziehungen zu tun haben könnte.
Hab ich aber nun zum 3. Mal hier geschrieben. Es liest halt jeder scheinbar nur, was er lesen will. Das schließt mich ein, denn ich mag gar nicht glauben, dass mancher hier wirklich meint was ich da lese.

Ich will das daher gar nicht weiter diskutieren.
Einige höchst merkwürdige Gedanken verleiten mich aber doch noch zu kurzen Anregungen:
Egil hat geschrieben: 15 Dez 2021 18:43 -interessiert an Ästhetischem wie Kunst, Musik und Poesie FÜHRT NICHT ZWANGSLÄUFIG ZU MEHR KONTAKTEN,
Wer hat den Anspruch erhoben, irgendwas müsse "zwangsläufig" sein?
Egil hat geschrieben: 15 Dez 2021 18:43-aufmerksam für eigene und fremde Emotionen KANN ICH MIT DEM REST IRGENDWIE ÜBERHAUPT NICHT IN VERBINDUNG BRINGEN. WAS HAT DAS MIT OFFENHEIT ZU TUN?
im Kontext "zwischenmenschlich und sozial" halte ich das für den wichtigsten Aspekt von Offenheit überhaupt.
Wie man das bezweifeln oder gleich gar nicht sehen kann, entgeht mir völlig. Wie soll es denn sonst funktionieren?
Egil hat geschrieben: 15 Dez 2021 18:43HABEN DIE BEGRÜNDER DER THEORIE
Welche Theorie?
Egil hat geschrieben: 15 Dez 2021 18:43Diese pauschale Forderung nach allgemeiner Offenheit
Welche "diese"? Wo, wer? In diesem Thread hier nicht.

Von daher sehe ich das "sauer aufstoßen" auch eher als entweder a) wirklich völlige Blindheit (unwahrscheinlich) oder b) Abwehr, weil Schwächen und Ängste getriggert sind.
Reinhard hat geschrieben: 15 Dez 2021 21:39 Ich bin noch im vorherigen Kontext, aber du bringst jetzt "Offenheit in Bezug auf andere Menschen" mit rein.


Ich vermute ja, dass diese "Offenheit gegenüber anderen Menschen" eigentlich nur aussagen will, wie schnell sich jemand emotional "öffnen" will. Umgangssprachlich: "auftaut". Wenn dem so ist, hat das aber mit Offenheit im psychologischen Sinn nichts zu tun, auch wenn wir zufällig den gleichen Wortstamm ("öffnen") für unterschiedliche Begriffe benutzen.


----

(Rest des Zitats gelöscht, weil das nur Wiederholung wäre.)
Worum soll es denn hier sonst sinnvoll gehen, wenn nicht um "Offenheit in Bezug auf andere Menschen"??
Deine Umkehrung wäre ein ergänzender Aspekt (und "sich öffnen" ist immer relativ, setzt unter anderem Vertrauen und SELBSTvertrauen voraus), die Wortstammdiskussion eine witzige Ablenkung vom Inhalt ...
Nutzungsregeln: Mediale Äußerungen von Menschen ersetzen keine Begegungen. Was du hier schreibst, bist nicht du. Was ich hier schreibe, bezieht sich nicht auf dich. Nur auf deinen Beitrag. Ich schreibe meine Meinung, deren Bedeutung in deinem eigenen Ermessen liegt. Vergiss, was dir nichts nützt.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von NBUC »

Hoppala hat geschrieben: 16 Dez 2021 15:31 ...
Egil hat geschrieben: 15 Dez 2021 18:43 -interessiert an Ästhetischem wie Kunst, Musik und Poesie FÜHRT NICHT ZWANGSLÄUFIG ZU MEHR KONTAKTEN,
Wer hat den Anspruch erhoben, irgendwas müsse "zwangsläufig" sein?
...
Erst so etwas wie das Wiki hinwerfen (und das war ja in Relation noch einer der gehaltvollsten Beiträge) und dann nichts damit zu tun haben wollen ... :wuetend:

Und als Beispiel der Quote oben:
Erst so schwammig bleiben, aber dann Antworten dazu auf semantischer Ebene und viel "Missverständnis" mit der Goldwaage behandeln ... :specht:

Es sollte denke ich klar sein, dass mit dem "nicht zwangsläufig" gemeint war, dass es bei diesem "Interesse an Ästhetischem" so eben kein nennenswerter Zusammenhang mit einer Verbesserung der Beziehungschancen besteht, den es nicht auch mit jeder anderen Handlung, wo die Chance andere Leute zu treffen nicht exakt 0 ist, genauso gibt - inkl. statt selber kochen Essen bestellen.

Und damit ist zumindest diese Teilfacette so wie beschrieben eben KEIN brauchbarer Tipp!


Zwerg hat geschrieben: 16 Dez 2021 14:09 Ob man es schafft ist primär von inneren Faktoren, dem inneren Antrieb abhängig. Der Vergleich mit dem Stromausfall aber reduziert es allein auf externe Umstände. Übrigens verwechseln viele Partnerschaft mit glücklicher oder zumindest zufriedenstellender Partnerschaft. Millionen Menschen aber sind in unglücklichen Partnerschaften. Darüber wird nicht so viel geredet. Ausklammern kann man sie dennoch nicht.
Das sehe ich als die Falschrelation auf der anderen Seite des Extrems an.
Wie man in so einer Situation abschneidet ist denke ich im breiten Mittelmaß der Umstände weder nur von den inneren noch nur von den äußeren Umständen abhängig.
Der gelähmte wird nie ein nichthandicap-Laufrenenn gewinnen, der Normalo nie eine Olympiaquali schaffen.
Für jedes (individuelle) Potentialfenster gibt es halt auch ein Resultatfenster, welches man im Rahmen seines Potentials kombiniert mit entsprechendem Aufwand und teilweise dann auch Glück erreichen kann.
Ein "echtes" Versagen, wäre dann in diesem individuellen Potentialfenster z.B. den Mittelwert nicht zu erreichen.
Das Problem dabei ist, dass diese Bereiche eben meist nicht gänzlich sicher bekannt sind und dazu auch oft noch Leute Zielfenster definieren, welche mit dem individuellen Potentialfenster nicht zwingend etwas zu tun haben, daran aber das Label "versagen" hängen.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von inVinoVeritas »

Reinhard hat geschrieben: 15 Dez 2021 21:39 Ich vermute ja, dass diese "Offenheit gegenüber anderen Menschen" eigentlich nur aussagen will, wie schnell sich jemand emotional "öffnen" will. Umgangssprachlich: "auftaut". Wenn dem so ist, hat das aber mit Offenheit im psychologischen Sinn nichts zu tun, auch wenn wir zufällig den gleichen Wortstamm ("öffnen") für unterschiedliche Begriffe benutzen.
"Offenheit in Bezug auf andere Menschen" - Ich dachte dass es ursprünglich genau darum ging (und nicht um Offenheit gegenüber neuen Hobbies oder sonstwas) und dass manch einer sich anscheinend (was mich wirklich wundert) darunter nichts konkretes vorstellen kann.
Anstatt irgendwelche Definitionen zu suchen, versuche ich es mal mit einer praktischen Beschreibung aus meinen letzten Erlebnissen, wo ich zu Gruppentreffen initiiert durch die Neu-in-Köln FB-Gruppe gegangen bin.

Es gab im Sommer ein Grill-Treffen am See, wo ca. 30 Menschen (die sich überwiegend noch nie vorher gesehen haben) hingekommen sind.
Dort konnte ich beobachten, was ich auch bei anderen Treffen mit völlig Fremden erlebt habe: Es gab Menschen, die waren sehr schnell mit allen möglichen Leuten im Gespräch und es gab Menschen, die waren sehr ruhig und eher außen vor.
Was hat diese beiden "Arten" unterschieden? Der Grad an Offenheit, mit dem sie auf die Anderen zugegangen sind und wie sie nach außen hin gewirkt haben.

Die "Offenen": (Gegenteil siehe unten, dadurch wird manches evtl. nochmal verdeutlicht)
- Haben von sich aus das Gespräch gesucht und Leute bewusst angesprochen
- Haben sich aktiv in bereits laufende Unterhaltungen eingeklinkt
- Hatten eine locker wirkende Körpersprache (freundlich lächelnd, Blickkontakt haltend, entspannte Körperhaltung)
- Haben interessierte Nachfragen gestellt
- Haben insgesamt an der Person interessiert gewirkt
- Waren emotional "connected" zu ihrem Gegenüber, d.h. dass sie über ihre Körpersprache/Stimmlage/Mimik je nach Gesprächsthema und ihrem Gegenüber genau passend belustigt, überrascht, ernsthaft, albern, etc. gewirkt haben


Die "Nicht-Offenen":
- Waren sehr ruhig
- Haben sich nicht von selbst in Unterhaltungen eingebracht
- Haben eher kurzsilbig geantwortet wenn sie was gefragt wurden und das Gespräch auch nicht aktiv weitergeführt
- Haben kaum oder keine persönlichen Nachfragen gestellt
- Haben gewirkt als wäre der Gegenüber ihnen egal
- Haben bei 90% der Themen desinteressiert gewirkt und sind wenn nur bei reinen Sachthemen (Gaming, Aktien, etc.) etwas gesprächig geworden, aber wenn es um persönliche Dinge ging oder "Gott-und-die-Welt-Nonsense" kam keine Beteiligung
- Standen eher wie "in Stein gemeißelt" rum, krampfig wirkende Körperhaltung
- Haben den Anscheind erweckt, dass sie keinerlei Freude/Spaß an dem Treffen und an dem Kennenlernen der Leute dort haben

Mit der Zeit haben sich innerhalb der Gruppe von 30 Leuten "Subgruppen" gebildet, ein natürlicher Prozess (bei neu gebildeten Gruppen) wo sich dann die Menschen nach einer kurzen Kennenlernzeit intensiver miteinander beschäftigen bzw. "finden", die sich miteinander "connected" fühlen.
Wer dann nach dieser Beschnupperungsphase dann eher am Rand bzw. außen vor saß und wer richtiger Bestandteil der Gruppe war, ist denke ich keine Überraschung und wer am Ende des Abends mit einigen Handynummern neu gewonnener Bekannter zwecks Wiedersehens nach Hause ging und wer nicht, wohl ebenfalls.

Einen dieser "Nicht-Offenen" habe ich sogar auf zwei größeren Treffen erlebt (und mich kurz versucht mit ihm zu unterhalten) und es war beide Male das gleiche: ich hatte sofort das Gefühl, dass hier wirklich so gar keine Verbindung vorhanden ist. Es kam keinerlei persönlicher Gesprächsfluss über Smalltalk-Themen àla "Job, Hobbies, wo hast du vor Köln gewohnt" hinausgehend auf und selbst dabei wirkte er "bemüht", so als spule er irgendwas ab was ihn eigentlich nicht interessiert. Mit anderen Menschen hingegen war ich schon nach wenigen Minuten über irgendwelche lustigen Dinge am lachen, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Diese Beobachtungen lassen sich in gewisser Weise auch auf Mann<->Frau Situationen (insbesondere Dates) übertragen, wo nach der Erstbegegnung das anschließend vorhandene Bauchgefühl ("Lagen wir auf einer Wellenlänge? War das ein interessanter Mensch? Hab ich da was zwischen uns gespürt?) darüber entscheidet, ob es ein Folgetreffen geben wird.


Wie man das nun in wissenschaftlich definierte Attribute oder Merkmale übersetzen kann weiß ich nicht, das ist wie gesagt lediglich meine persönliche Wahrnehmung von offen- vs. nicht-offen- wirkenden Menschen und wie sie bei Anderen dann ankommen.
Reinhard
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Reinhard »

Zwerg hat geschrieben: 16 Dez 2021 11:41 Da es mir genauso ging, denke ich, mich da hinein versetzen zu können. Wir sind ungefähr im gleichen Alter. Dieser Plan B hat bei mir ab einem bestimmten Punkt, einer Krise, nicht mehr funktioniert. Nicht weil er von außen durchkreuzt worden wäre, sondern weil ich die Frage, ob ich wirklich alles für die Verwirklichung von Plan A getan habe für mich nicht mehr zuverlässig mit "Ja" beantworten konnte. Entschuldige, wenn ich dich vor den Kopf stoße. Aber an dieser Stelle passt das Beispiel mit dem Stromausfall überhaupt nicht. Es suggeriert, dass wir unser Schicksal nicht in der Hand hätten und Partnerlosigkeit etwas Unabwendbares wäre. Das ist es nicht.

Weiß nicht. Für manche vielleicht schon. Leute, die in der Genlotterie die großen Nieten gezogen haben oder die großes Pech in ihrem Lebenslauf hatten ... da gibt es ja so einiges, das einem zustoßen kann ... da kann sich die Partnerlosigkeit als etwas Unabwendbares darstellen.

Außerdem ist es ja kaum bestreitbar, dass man es nicht ganz in der eigenen Hand hat. Es muss einen erst jemand anders gut finden, und das ist deren Entscheidung. Den supertollen Anmachspruch, bei dem das andere Geschlecht einfach nur so willenlos dahinschmilzt, den gibt es halt nicht.

Und schließlich gibt es noch eine innere Ruhe, die sich dadurch einstellt, dass man sich nicht selbst die Schuld an einem Versagen gibt. :good:
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von NBUC »

inVinoVeritas hat geschrieben: 16 Dez 2021 19:32 Es gab im Sommer ein Grill-Treffen am See, wo ca. 30 Menschen (die sich überwiegend noch nie vorher gesehen haben) hingekommen sind.
Halte ich für eine zu kurz gesprungene Momentaufnahme.
inVinoVeritas hat geschrieben: 16 Dez 2021 19:32 Die "Offenen": (Gegenteil siehe unten, dadurch wird manches evtl. nochmal verdeutlicht)
- Haben von sich aus das Gespräch gesucht und Leute bewusst angesprochen Wenn sie das wirklich getan hätten, hätten die Stillen ja zumindest darüber eingebunden sein müssen (so sie nicht über still hinaus aktiv abblocken)
- Haben sich aktiv in bereits laufende Unterhaltungen eingeklinkt
Und das doch vermutlich mit mehr als einem "Hallo", oder? Meiner Erfahrung nach folgt darauf hin ein Check, wie akzeptabel so ein Beitrag ist - sowohl von der Passung des Inhalts her als auch von der (zu dem Zeitpunkt zwangsläufig oberflächlichen) Einschätzung der Person her.
- Hatten eine locker wirkende Körpersprache (freundlich lächelnd, Blickkontakt haltend, entspannte Körperhaltung)
Was denke ich mal auf die Prägung durch bisherige Erfahrungen geprägt sein dürfte.
- Haben interessierte Nachfragen gestellt
Was waren das dann für Nachfragen? Aber auch hier: die Reaktion hängt meiner Erfahrung nach davon ab, wie sehr man mit der Frage "Passung" zeigt bzw. ansonsten wer da fragt.
- Haben insgesamt an der Person interessiert gewirkt
Wie sieht so etwas dann aus? Doppelt, wie erkennt man das Interesse "an der Person" und nicht am Thema
- Waren emotional "connected" zu ihrem Gegenüber, d.h. dass sie über ihre Körpersprache/Stimmlage/Mimik je nach Gesprächsthema und ihrem Gegenüber genau passend belustigt, überrascht, ernsthaft, albern, etc. gewirkt haben


Die "Nicht-Offenen":
- Waren sehr ruhig
Halt nicht extrovertiert, wie verwerflich.
- Haben sich nicht von selbst in Unterhaltungen eingebracht
Wie hätte das dann positiv aussehen sollen?
- Haben eher kurzsilbig geantwortet wenn sie was gefragt wurden und das Gespräch auch nicht aktiv weitergeführt
Was wurden sie da gefragt? Waren da Ursachen für die Kürze aus ihren Antworten zu erkennen, z. B. eher statusarme Aussagen?
- Haben kaum oder keine persönlichen Nachfragen gestellt
Sind sie denn bis zum echten "persönlichen" überhaupt eingebunden worden? Oder war es eher kein Mitziehen im "smalltalklichen" Job-Auto-Haus- spiel?
- Haben gewirkt als wäre der Gegenüber ihnen egal
Woran machst du das dann fest? Und wie unterscheidest du das von Schüchernheit oder auf angeknackste Psyche oder schlechten Erfahrungen basierenden Ängsten
- Haben bei 90% der Themen desinteressiert gewirkt und sind wenn nur bei reinen Sachthemen (Gaming, Aktien, etc.) etwas gesprächig geworden, aber wenn es um persönliche Dinge ging oder "Gott-und-die-Welt-Nonsense" kam keine Beteiligung
Eben, weil anzunehmen ist, dass sie zu diesen 90% eben nichts vom Rest förderlich angesehenes beitragen könenn, wie umgekehrt zu ihren Themen.
- Standen eher wie "in Stein gemeißelt" rum, krampfig wirkende Körperhaltung
Warum wohl?
- Haben den Anschein erweckt, dass sie keinerlei Freude/Spaß an dem Treffen und an dem Kennenlernen der Leute dort haben
Warum wohl?

Mit der Zeit haben sich innerhalb der Gruppe von 30 Leuten "Subgruppen" gebildet, ein natürlicher Prozess (bei neu gebildeten Gruppen) wo sich dann die Menschen nach einer kurzen Kennenlernzeit intensiver miteinander beschäftigen bzw. "finden", die sich miteinander "connected" fühlen.
Eben. Und wer da nicht in der ersten Runde gruppenkonform ist, ist eben RAUS.
...

Einen dieser "Nicht-Offenen" habe ich sogar auf zwei größeren Treffen erlebt (und mich kurz versucht mit ihm zu unterhalten) und es war beide Male das gleiche: ich hatte sofort das Gefühl, dass hier wirklich so gar keine Verbindung vorhanden ist. Es kam keinerlei persönlicher Gesprächsfluss über Smalltalk-Themen àla "Job, Hobbies, wo hast du vor Köln gewohnt" hinausgehend auf und selbst dabei wirkte er "bemüht", so als spule er irgendwas ab was ihn eigentlich nicht interessiert. Mit anderen Menschen hingegen war ich schon nach wenigen Minuten über irgendwelche lustigen Dinge am lachen, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Wie schon vermutet: der Knackpunkt ist also nicht "offen" zu sein, sondern entscheidend ist zur lokalen Szene passend.
Ohne dass sind auch Versuche offener zu sein bestenfalls "bemüht", wenn nicht gar "freakig"
Wobei keine Gruppe eine Verpflichtung zur Inklusion hat, die sind auch nur zum Genießen ihrer Freizeit da. Aber mich stört die Verlogenheit diese Exklusivitätsauswahl dann den doch zumindest tendenziell bemühten (warum waren sie sonst da) auch noch als "selber Schuld" anzuhängen.


Diese Beobachtungen lassen sich in gewisser Weise auch auf Mann<->Frau Situationen (insbesondere Dates) übertragen, wo nach der Erstbegegnung das anschließend vorhandene Bauchgefühl ("Lagen wir auf einer Wellenlänge? War das ein interessanter Mensch? Hab ich da was zwischen uns gespürt?) darüber entscheidet, ob es ein Folgetreffen geben wird.

Wie man das nun in wissenschaftlich definierte Attribute oder Merkmale übersetzen kann weiß ich nicht, das ist wie gesagt lediglich meine persönliche Wahrnehmung von offen- vs. nicht-offen- wirkenden Menschen und wie sie bei Anderen dann ankommen.
Ebend: Passendes LMS ist in der Situation entscheidend.

Wobei zu benennen ist, dass es innerhalb von anderen Nichtmainstreamgruppen, welche nicht gerade akut Mitglieder werbend sind, oft ähnlich ist - nur dann nach anderen gruppeninternen Maßstäben. Da wären dann verirrte Mainstreamler diejenigen, welche mangels "Verbindung" oder als "desinteressiert wirkend" aka kennt die gruppenspezifischen Grundlagen nicht außen vor ständen.

Entsprechend auch die "Offenheit" für Ästhetik aus dem Wiki. Diesen individuellen Sinn für die eigene Ästhetik hat jeder irgendwo. Aber wenn es nicht die passende ist, wird das von anderen Gruppen eben nicht als solche anerkannt.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?

Beitrag von Reinhard »

inVinoVeritas hat geschrieben: 16 Dez 2021 19:32 Einen dieser "Nicht-Offenen" habe ich sogar auf zwei größeren Treffen erlebt (und mich kurz versucht mit ihm zu unterhalten) und es war beide Male das gleiche: ich hatte sofort das Gefühl, dass hier wirklich so gar keine Verbindung vorhanden ist. Es kam keinerlei persönlicher Gesprächsfluss über Smalltalk-Themen àla "Job, Hobbies, wo hast du vor Köln gewohnt" hinausgehend auf und selbst dabei wirkte er "bemüht", so als spule er irgendwas ab was ihn eigentlich nicht interessiert. Mit anderen Menschen hingegen war ich schon nach wenigen Minuten über irgendwelche lustigen Dinge am lachen, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Kannst du dir vorstellen, dass es keine Eigenschaft der Person selbst ist, sondern dass derselbe Mensch so richtig aufblühen würde bei ... sagen wir ... einem Modelleisenbahnertreffen? In einem Swinging Jazz Club? Beim Sportschießen? Einer Sci-Fi- oder Games-Convention? Bei einem Gespräch über Astrophysik oder Molekularbiologie? Und dass er natürlich dann auch die dort dazugehörigen Menschen spannend finde würde?


Nur waren bei solchen Treffen halt keine Frauen dabei; oder niemand, der nahe genug ist, um mal eben schnell gemeinsam ins Kino zu gehen. Und so ist derjenige dann als Dumm-Rum-Steher beim Neu in Köln geendet ...


inVinoVeritas hat geschrieben: 16 Dez 2021 19:32 Wie man das nun in wissenschaftlich definierte Attribute oder Merkmale übersetzen kann weiß ich nicht, das ist wie gesagt lediglich meine persönliche Wahrnehmung von offen- vs. nicht-offen- wirkenden Menschen und wie sie bei Anderen dann ankommen.

Zumindest ist es ein besserer Diskussionsansatz als Hoppalas Belehrungen ex cathedra. ;)
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