Abine hat geschrieben: ↑07.05.2024, 07:14
Was mache ich denn nun, wenn ich mir vorkomme wie der letzte Lurch oder wie eine Kartoffel?
Ich unterstelle mal, dass Du die Begriffe gewählt hast, um deutlich zu machen, dass Du mit Deinem Aussehen unzufrieden bist und Dich selbst als unattraktiv bewertest?
Auch wenn es mitunter leichter gesagt ist als es sich umsetzen lässt. Ich halte es für einen wichtigen Schritt zu lernen, diese abwertenden Bewertungen loszulassen. Wenn ich über mich denke, dass ich unattraktiv sei, kann kommen wer will und mir sagen, dass ich schön sei. Ich werde es nicht glauben können. Die eigenen (abwertenden) Glaubenssätze über uns selbst, können wir nur selbst ablegen. Ein Kompliment von außen, welches unseren Glaubenssätze widerspricht, hat kaum eine Chance bei uns zu landen. Eher werden wir den anderen als Schmeichler oder gar Lügner ebenfalls abwerten und ihm weitere negative und manipulative Absichten unterstellen.
Wenn es uns nicht gelingt, eine abwertende Bewertung von uns selbst loszulassen, wäre der kleinere Schritt zunächst zu akzeptieren, dass wir so über uns denken und es uns vorerst nicht anders möglich ist. Vielleicht schaffen wir es zusätzlich den Gedanken zu denken, dass ich es zwar glaube und es trotzdem nicht der Realität entspricht. Es ist nur eine Vorstellung von uns über uns und wir können uns irren.
Wir können versuchen uns für die Vorstellung zu öffnen, dass es Menschen gibt, die Kartoffeln mögen. Vielleicht können wir sogar uns selbst dazu bringen, Kartoffeln zu mögen (und uns selbst etwas mehr zu mögen?) und so diesem Begriff die abwertende Konnotation nehmen.
Aus meiner Sicht ist es hilfreich bei abwertenden Glaubenssätzen, dem Richter in uns nicht so viel Glauben zu schenken und uns dafür zu öffnen, dass es nur ein Gedanke ist. Mehr nicht. Dieser hat nichts mit unserem Selbst zu tun. Es ist nur unser Verstand, der diese Gedanken produziert und wir sind nicht unser Verstand und auch nicht die Gedanken, welche er produziert.