Das ist einerseits sehr richtig. So hab ich das mein ganzes Leben gehalten; soweit mich meine Erinnerung nicht trügt (Jugend, Hormone und so).Strange Lady hat geschrieben: ↑03.07.2024, 08:29 Statt sich ganz auf das individuelle Gegenüber und die jeweilige Situation einzulassen.
Beziehung bedeutet zwischen zwei Menschen etwas Drittes aufzubauen, das miteinander ausgehandelt, entworfen, gelebt werden will.
Andererseits gibt es - leider - doch einen beträchtlichen Teil Menschen, die das anders sehen, warum auch immer. Mit diesem Teil der Menschen, die eine innere Checkliste abhaken, die sie mit ihrer imaginierten Wunschliste abgleichen und ans "Aushandeln" (noch) gar nicht denken., gibt es dann von Beginn an keine Basis / nur Miss- und Unverständnis. Ich würde auch annehmen, dass solche Beziehungen "trennungs- und stressanfälliger" sind, wenn sich herausstellt, dass die Checkliste allein im Alltag vielleicht doch nicht reicht.
Für die Erkenntnis, dass es andere Herangehensweisen gibt, braucht es dann wohl auch einige Erfahrung allgemein im Umgang mit Menschen aller Art - Bekanntschafts-, Freundschafts- und (Nicht-)Beziehungspflege. Auch ev. Ortswechsel, Reiseerfahrungen (um die - ev. überwiegend medial geprägte? - wahrgenommene Hier und Jetzt relativieren zu können; es geht halt immer auch anders). Kurz: ein gewisses Maß Erfahrung im sozialen Umgang.
Da sind wir dann wieder beim ungeliebten "Geh mal raus, unternimm was, treff Menschen, bau dir ein soziales Umfeld".
Ich kann meinen frühen Entschluss, allein zu verreisen und mich per öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad, wandernd und ohne immer zu wissen, wo man abends wohl einen Platz zum Schlafen findet, in andere Länder zu wagen, in denen teils auch die sprachliche Verständigung für mich nahezu unmöglich war, gar nicht hoch genug einschätzen. Ein gewisses Maß Unsicherheit (Rückfahrticket und Auzslandskrankenversicherung natürlich dabei, unsicher ungleich leichtsinnig) und zusehen, wie man mit der Situation ud den Menschen klar kommt. Entdeckerfreude.
Und ja, natürlich gibt es auch die Glücksfälle, die mit 12 in der Schule Händchen halten und dann bis zur Bahre zu zweit im Häuschen mit Garten 7 Tage die Woche ohne Besuch und Unternehmungen (außer Garten umgraben und Geburtstagskaffeetrinken) glücklich sind. Nur: das sind halt keine ABs, völlig andere Ausgangslage. Für AB ist das Checklistendenken in egal welcher Form und Umfang eher nicht hilfreich.
Womit dann auch das der Abschnitt "äußere Selbstoptimierung zum vermuteten Schönheitsideal des imaginierten Wunschpartners" eine wenig effiziente Taktik darstellen dürfte. Eine gewisse Selbsteinschätzung bezüglich der eigenen Gefällig-/Seltsamkeit ist davon unbenommen.